Die weiße Festung von Orhan Pamuk

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1985 unter dem Titel Beyaz Kale, deutsche Ausgabe erstmals 1990 bei Insel.
Ort & Zeit der Handlung: Türkei / Istanbul, 1701 - 1800.

  • Istanbul: Can Yayınları, 1985 unter dem Titel Beyaz Kale. 212 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Insel, 1990. Übersetzt von Ingrid Iren. ISBN: 345816104X. 212 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1995. Übersetzt von Ingrid Iren. ISBN: 3518389998. 209 Seiten.
  • München: Hanser, 2005. Übersetzt von Ingrid Iren. ISBN: 3-446-20736-8. 217 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2008. Übersetzt von Ingrid Iren. ISBN: 978-3-596-17762-2. 217 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2008. Gesprochen von Heikko Deutschmann. ISBN: 3899034341. 5 CDs.

'Die weiße Festung' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Schauplatz der Romanhandllung ist Istanbul unter der Herrschaft des Großwesirs Koprülü. Die Türken haben im Kampf gegen Venedig gesiegt, und beim Aufbringen venezianischer Schiffe fällt der Ich-Erzähler dieses Romans in türkische Hände. Er landet als Sklave bei einen Hodscha, der ihm verblüffend ähnlich sieht. Eine abenteuerliche Beziehung zwischen Herr und Knecht nimmt ihren Anfang.

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MANNINLONDON zu »Orhan Pamuk: Die weiße Festung« 02.12.2006
Dieses Buch ist sehr gut. Zurecht wird es als ein frühes Meisterwerk Pamuks gelobt. Mit beeindruckender Atmosphäre schildert der Autor die Gedanken und Erlebnisse des Ich-Erzählers, von seinem Stolz seinem eigenen Können gegebenüber und von seiner Verwunderung (und Abneigung) über den Stolz des Hodschas, der seiner Ansicht nach auf nichts gründet. Nur allmählich geht in beiden eine Veränderung vor, und nach sowohl verbindenden wie abspaltenden gemeinsamen Erlebnissen ist, klar, dass diese beiden Menschen schon zu lange gemeinsam leben, schon zu weit gemeinsam gegangen sind, um noch zurückzukehren. Und so geben sie beide ihre eigenen Hoffnungen auf und beginnen, die Träume des anderen zu Teilen. So geht das Buch auf einen fulminanten Höhepunkt zu, der einen so unerwartet trifft und doch so typisch in Pamuks Szenerie passt.
Es geschieht viel in diesem Buch. Es werden 40 oder 50 Jahre aus einem Leben erzählt, was natürlich viele Aufs und Abs hat und deshalb ereignisreich ist. Andererseits geschieht eben doch nicht besonders viel - denn alles dreht sich um diesen armen Sklaven und seinen Herrn. Es ist die (unterschiedlich geartete) Naivität beider Charaktere, die die Spannung erzeugt. Es ist der Konflikt zweier Kulturen, der einen zum Weiterlesen treibt. Und der immer währende Versuch, sich gegenseitig zu beeinflussen, ist es, der die dichte Atmosphäre schafft. Em Ende fühlt man sich den beiden genauso nahe wie sie sich.
Dieses Buch ist für reifere Leser und vor allem für Leute, die gerade eben für eine gewisse Zeit ins Ausland gegangen sind, sehr empfehlenswert. Ich bin gerade für längere Zeit im Ausland und konnte mich mit dem Ich-Erzähler sehr identifizieren. Vielleicht auch deshalb konnte ich am Ende des Buches meine Tränen nur schwerlich unterdrücken. Ein Meisterwerk der heiter-traurigen Literatur!
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