Killmore von Nicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel Les oubliés de Killmore , deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Irland, 1990 - 2009.

  • Neuilly-sur-Seine : Lafon, 2007 unter dem Titel Les oubliés de Killmore . 453 Seiten.
  • München: Knaur, 2008. Übersetzt von Susanne Schmitz. ISBN: 978-3-426-66302-8. 504 Seiten.
  • München: Knaur, 2009. Übersetzt von Susanne Schmitz. ISBN: 978-3-426-63984-9. 504 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2008. Gesprochen von Viola Sauer. ISBN: 3866104502. 5 CDs.

'Killmore' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Gebrandmarkte Leichen, rätselhafte Runensteine, keltische Gräber …ist die legendäre scharlachrote Königin auf die Insel Killmore zurückgekehrt? Oder spielt jemand mit den Dämonen der Vergangenheit?

Die Polizistin Marie Kermeur fährt nach Irland, um die Familie ihrer leiblichen Mutter kennenzulernen und ihren Kollegen Lucas Fersen zu heiraten. Maries Glück ist jedoch nur von kurzer Dauer: Am Morgen nach der Hochzeit wird ihre Cousine Alice tot aufgefunden. Sie trägt das Kleid der scharlachroten Königin, das seit Generationen in Familienbesitz ist, und ihre Brust wurde gebrandmarkt. In ihrem Hals steckt ein Stein mit einem Buchstaben aus dem Runenalphabet. Marie und Lucas fangen an, mit der örtlichen Polizei zu ermitteln. Doch dann wird Maries Cousin ebenfalls ermordet, und es beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod, denn niemand weiß, wer der Nächste sein wird. Welches tödliche Geheimnis verbirgt die Familie Sullivan? Und warum wird Lucas immer seltsamer und brutaler? Schon bald wird Marie klar, dass sie einen Fremden geheiratet hat …

Das meint Krimi-Couch.de: »Mischung aus Clan-Denken und mystischen Wahnvorstellungen« 30°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Der Erfolg des Buches Dolmen …vergessen sollst du nie, das vor allem durch die Fernsehverfilmung bekannt wurde, in der Ingrid Chauvin die Rolle der Polizistin Marie Kermeur interpretierte, hat das Autorengespann Nicole Jamet und Marie-Anne Le Pezennec und den Knaur-Verlag dazu veranlasst, einen Nachfolger auf den deutschsprachigen Buchmarkt zu werfen, den Susanne Schmitz aus dem Französischen übersetzt hat und der nun als Killmore …was niemand wissen darf den Leser unterhalten soll.

Dabei fährt Marie Kermeur mit ihrem Herzbuben Lucas Fersen nach Irland, um diesen im Hause ihrer Vorfahren zu ehelichen. Großmutter möchte allzu gerne, dass Marie das scharlachrote Hochzeitskleid trägt, das schon ihre verstorbene Mutter getragen hat und das seit damals in der Dachkammer auf Marie wartet. Scharlachrot ist eine sagenhafte Farbe in der Gegend um die Insel Killmore, denn hier erscheint der Geist der Scharlachroten Königin und im Wasser um die Insel, in dem es auch ein versunkenes Dorf gibt, steigen grüne Augen auf und Menschen verschwinden, wenn sie in den Gemäuern tauchen.

Aber nicht nur in den unheimlichen Gewässern herrschen raue Sitten, auch an Land geht es ordentlich grausig zu. So stirbt gleich am nächsten Morgen die Cousine von Marie, gehüllt in das rote Brautkleid und mit einem Brandzeichen auf dem Körper, sowie einem der seltenen Ogam-Steine im Hals, von denen es bisher nur 360 bekannte Stücke gibt, die von Neuheiden für das keltische Baumhoroskop verwendet werden. Was diese Steine für einen Sinn haben und wie sie mit dem Mord zusammenhängen, das wollen Marie und ihr künftiger Ehemann Lucas herausfinden. Aber irgendwie sind sie sich dabei nicht ganz einig. Zum Einen weil der Ex-Freund von Marie, Christian, auftaucht und die Hochzeit verhindern will, zum Andern, weil Lucas plötzlich miserable Laune hat und ziemlich gewalttätig wird, so dass Marie sich sogar vor ihm zu fürchten beginnt, was natürlich Wasser auf die Mühlen ihres früheren Verlobten Christian ist.

Wer also will die Hochzeit verhindern und warum? Und wer hat gesteigertes Interesse, die Familie entsprechend alter Mythen und Sagen aufzureiben?

Man muss ja richtig froh sein, dass in diesem 500-Seiten-Schmöker die Verwandtschaft von Marie Kermeur und ihrem zukünftigen Ehemann Lucas Fersen langsam aber sicher dezimiert wird, denn sonst hätte man überhaupt keine Chance den komplexen Familienverhältnissen in beiden Familien halbwegs zu folgen. Da wimmelt es nur so von verschollenen, verstorbenen und untergetauchten grauen und schwarzen Schafen, über die man nur hinter vorgehaltener Hand tuschelt und munkelt, weil niemand Genaues weiß oder wissen will. Die Autorinnen hätten gut daran getan, auf den vorderen Seiten erst Mal einen Stammbaum einzubauen, damit die haarsträubenden Gräueltaten an und von scharlachrot bekleideten Damen dem Leser eine Spur plausibler nahe gebracht werden.

Dieser Mangel an Transparenz ist in erster Linie dafür verantwortlich, dass die Spannung nur schleppend auf Touren kommt. Marie hat ihre Geheimnisse, Lucas hat seine Geheimnisse und der dörfliche Ermittler steht ein wenig vertrottelt in der Gegend rum und weiß nicht, was er tun soll, außer die Leichen einzusammeln, so es welche zu finden gibt. Und dann ist es ganz wichtig, die Ogam-Steine einzusammeln, denn sie sind ein Hinweis auf die nächste Leiche. Dazu taumeln hier noch eine blinde Oma und eine an Demenz erkrankte Mutter durch die Gegend, die alle viel wissen, aber nichts sagen und unterstützt werden sie dabei von einem ganzen Regiment von Klosterfrauen, die nicht so heilig sind, wie sie tun.

Diese Geschichte ist so an den Haaren herbeigezogen, dass man sie nur ins Reich der irischen Märchen verdrängen kann, die allerdings den Vorteil haben, dass man sie nicht mit modernen Labormethoden quantifizieren muss. Mag sein, dass in diesem Buch auch eine gewisse Logik (zumindest in der Konstruktion) zu finden ist, der Leser muss sich mit einer Mischung aus Clan-Denken und mystischen Wahnvorstellungen herumschlagen, die Killmore nicht zu einem Krimi machen, sondern zu einer Familiensaga aus der untersten irischen Schublade.

Wolfgang Weninger, Oktober 2008

Ihre Meinung zu »Nicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec: Killmore«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Elisabeth zu »Nicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec: Killmore« 07.07.2011
Hallo, nun will ich mich aber auch mal äußern ich habe anfang dieser Woche festgestellt das es tatsächlich von meinen geliebten Buch "Dolmen" eine Fortsetzung gibt.

Ich habe schon Dolmen mehr oder weniger verschlungen, nun habe ich in zwei Tagen Killmore durchgelesen. Also ich muss schon sagen die Personen sind wirklich recht schwer zu erkennen, dann noch die ziemlich ähnlichen Namen. Das ist alles mega schwierig nachzuvollziehen. Im Allgemeinen ist das Buch aber richtig toll. Es macht Spaß das Buch zu lesen und man kann sich auch so richtig hineinversetzen. Und ich muss sagen ich würde mich über ein Drittes Buch wirklich sehr freuen. Bin gespannt was es noch für interessante Geschichten und Leichen im Keller gibt. :-)
Gabi zu »Nicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec: Killmore« 14.04.2011
Dieses Buch habe ich in der Wühlkiste entdeckt, wo es meiner Meinung nach auch hingehört, und zwar aus folgenden Gründen:
- Zu Anfang werden gefühlte 50 Personen eingeführt, teilweise noch mit richtigem Namen und dem dazugehörigen Spitznamen - den Überblick zu behalten, ist da manchmal etwas schwer.
- Die Story ist an und für sich recht spannend, leider wird die Spannung dauernd von unglaublich geschriebenen Liebesszenen unterbrochen, und das meine ich jetzt nicht als Kompliment! Jeder Schundroman ist da literarisch hochstehender...
- Es sterben zu viele Leute. Wenn es storymässig Sinn macht, stört mich das eigentlich nicht. In diesem Buch kommt es einem so vor, als hätten sich die Autoren verrannt und um einen Ausweg zu finden, wird wieder mal mehr gekillt.
- Der mystische Hintergrund, der einem auf dem Klappentext erläutert wird, hat dann eigentlich mit den Morden nichts zu tun und der Schatz wird auch nicht gefunden, was doch recht enttäuschend war.
- Gut fand ich hingegen die "Action-Szenen", wenn ich das so schreiben darf, die waren gut geschrieben.
-Alles in allem ist es mir doch recht schwer gefallen, das Buch bis zu Ende zu lesen. Ich hoffe doch, das ich (falls es mal eines gibt) beim dritten Buch nicht mehr hinlange, um es zu kaufen.
Bunny92 zu »Nicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec: Killmore« 23.05.2010
Hallo, das 1 Buch "Dolmen - vergessen sollst du nie" ist echt der hammer (der Film dazu ist auch nicht schlecht). Das 2 Buch "Killmore - was niemand wissen darf" das echt noch besser ihr müsst es lesen. Am Anfang ist es vielleicht etwas langweilig aber jemehr man seiten liest desto besser wirt es also kauft es euch und lest. PS:ihr kommt nicht mehr weg davon
Leseratte zu »Nicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec: Killmore« 05.05.2010
Hallo , bin von dem 1. Buch "Dolmen - vergessen sollst du nie" so fasziniert und denke das der 2. Teil genauso spannen ist wie der erste . Bei Dolmen habe ich auch den Film gesehen ( finde das Buch aber trotzdem Besser ) , habe aber trotz langer Suche im Internet nichts darüber erfahren ob es auch von "Killmore - was niemand wissen darf" schon eine Verfilmung gibt , oder ob überhaupt eine in Planung ist . Wisst ihr etwas darüber ?
tassieteufel zu »Nicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec: Killmore« 18.08.2009
Marie Kermeur hat nun auch die Familie ihrer Mutter in Irland wiedergefunden und auf Bitten ihrer Großmutter reist sie mit Lucas Fersen auf den Familiensitz Killmore, um dort im Kreis ihrer Familie zu heiraten. Nicht alle Familienmitglieder freuen sich über Maries Ankunft, denn diese wurde von der Großmutter mit ins Erbe eingesetzt und so gibt es nicht nur div. Eifersüchteleien sondern auch bald die ersten Leichen. Marie und Lucas ermitteln zusammen mit dem örtlichen Polizisten, als Marie merkwürdige Veränderungen an ihrem Mann bemerkt…
Wie schon im Vorgängerteil, ist Killmore gnadenlos überfrachtet mit permanenten Wendungen und Enthüllungen. Über jeden wird eine dunkle Vergangenheit zu Tage gefördert, niemand ist der, der er vordergründig zu sein scheint und selbst die Nonnen hüten dunkle Geheimnisse.
War das Buch am Anfang noch leidlich spannend, so wird die Geduld des Lesers mit immer absonderlicheren Wendungen im weiteren Fortgang doch auf eine harte Probe gestellt. Die ganze Geschichte ist einfach zu unglaubwürdig! Dolmen war sehr spannend, da konnte man über einige Ungereimtheiten hinwegsehen, weil auch die Personen sehr gut geschildert waren, doch hier verkommt der Krimifall zunehmend zu einer kitschigen Dreier- bzw. Viererliebesgeschichte, ständig wird irgendwer mit Blicken verschlungen (grusel) und einer der Männer um Marie stellt fest wie sehr er sie liebt. Am haarsträubendsten war allerdings die mit
aller Gewalt konstruierte Verbindung in der Vergangeheit zwischen den Eltern von Marie und Lucas.
Na ja, ich habs ausgelesen, weil ich doch noch auf ein etwas schlüssiges Ende hoffte, doch der sehr offene Ausgang läßt Böses ahnen, nämlich eine Fortsetzung!

Fazit: war die Geschichte am Anfang noch ganz spannend, so wird sie mit dem weiteren Verlauf zunehmend verworren und unglaubwürdig, es fehlt einfach der rote Faden! Irgendwie hatte ich das Gefühl, so eine wöchentlich erscheinende reisserische Fortsetzungs-Zeitungs-Serien-Geschichte zu lesen, bei der der Leser durch immer abstrusere Wendungen bei der Stange gehalten werden soll, nur das hier eben alles an einem Stück war.
Marie zu »Nicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec: Killmore« 29.06.2009
Wieder einmal ein fantastischer Thriller... spannend, mystisch und voller Überraschungen. Es ist Wahnsinn, wie die beiden Autorinnen den Leser mit jeder Seite immer mehr in ihr Geheimnis einweihen und ein Rätsel nach dem anderen auflösen... Einfach nur empfehlenswert für all die, die sich für Mythen und Legenden interessieren und auf Spurensuche gehen wollen!
Bernhard Bendisch zu »Nicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec: Killmore« 23.03.2009
Nach 200 Seiten dachte ich, da blickst du nicht mehr durch. Deshalb habe ich diese Seiten hier besucht und festgestellt, das es auch anderen so geht. Eigendlich spannend geschrieben, wäre ein Stammbaum wirklich hilfreich. Werde jetzt auf jeden Fall weiterlesen und bin auf die Auflösung gespannt. Für konzentrierte Leser empfehlenswert
crazy_susi zu »Nicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec: Killmore« 30.10.2008
Ich gehöre zu denen, die schon "Dolmen" lieben und somit auch zu denen, die "Killmore" genossen haben. Ich muss in dem Punkt Recht geben, dass die Personen unübersichtlich waren, da es keine Personenvorstellung gab wie bei "Dolmen".
Wer sich für Mystik interessiert, wird sich auch für dieses Buch interessieren. Ich persönlich würde mich auch über ein Drittes Buch freuen, wobei ich nicht weiß, worum es darin gehen soll, da nun sowohl Maries als auch Lucas` Vergangenheit aufgedeckt ist.
Ulrike W-S. zu »Nicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec: Killmore« 30.10.2008
Ich kann der Besprechung nur bedingt zustimmen. Ich habe das Buch vor einem Jahr im Original ("les Oubliés de Killmore" ) gelesen und fand es überaus spannend.
Sicher ist das Personal ein wenig unübersichtlich, die Handlung auf der einen Seite widersprüchlich, auf der anderen Seite auch vorhersehbar. Dennoch das perfekte Buch für die Jahreszeit, an denen die Tage kürzer und die Abende länger werden, wenn einem nach ein wenig Grusel und Schauer und das gepaart mit ein bißchen Keltenkult zumute ist. Diejenigen, welche "Dolmen" mochten, auf das die oben genannten Kritikpunkte ja auch schon zutrafen, die werden auch "Killmore" mögen!
Ihr Kommentar zu Killmore

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: