Bis zum bitteren Ende von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
deutsche Ausgabe erstmals 2008
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ISBN-10: 3-570-00939-4, ISBN-13: 978-3-570-00939-0.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / London, 1990 - heute.
'Bis zum bitteren Ende' ist erschienen als
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In Kürze:
Astrid ist Fahrradkurier in London – und bringt anderen Leuten kein Glück. Kaum denkt sie über die Gefahren ihres Jobs nach, wird sie von der Autotür einer Nachbarin vom Rad gestoßen. Die Nachbarin ist am nächsten Morgen tot. Ein paar Tage später soll Astrid ein Päckchen abholen, findet die Kundin aber nur noch leblos im Flur. Astrid gerät unter Verdacht – aber nicht nur sie, sondern auch ihre sechs Mitbewohner, mit denen sie ein Haus teilt. Schnell entwickelt sich die unkonventionelle Wohngemeinschaft zu einem Albtraum aus gegenseitigen Vorwürfen und Verdächtigungen. Nicci French – ein Meister der Angst. Mit dem neuen Bestseller beweisen sie aufs Neue, dass sie unbestritten zu den ganz großen Thrillerautoren gehören. Spannungsliteratur vom Feinsten: Gänsehaut pur!
Das meint Krimi-Couch.de: »Der Killer lauert in nächster Nähe«
Krimi-Rezension von Eva Bergschneider
Das Autorenehepaar Nicci French porträtiert in ihren Kriminalromanen alltägliche Menschen, die in den Wirkungskreis eines psychopathischen Mörders geraten. In »Bis zum bitteren Ende« trifft es eine junge Frau, die ein ungezwungenes Leben führt, um das sie mancher beneiden mag.
Engel des Todes
Astrid Bell jobbt als Fahrradkurierin und lebt mit sechs jungen Leuten in einem Haus in London.
Ganz unterschiedliche Persönlichkeiten in der Wohngemeinschaft teilen die Hausarbeit, den Spaß in der Freizeit und die kleinen und großen Sorgen miteinander.
An einem Sommerabend knallt Astrid mit ihrem Fahrrad gegen eine sich öffnende Autotür. Die unaufmerksame Nachbarin entschuldigt sich wortreich und die Verunglückte wird von ihren Mitbewohnern Davy und Dario in die Wohnung gebracht. Und so bleiben die drei jungen Leute die letzten Personen, mit denen Peggy Farell sprach. Am nächsten Morgen wird sie ermordet aufgefunden.
Auch für Astrid und ihre Freunde ist nach diesem Abend nichts mehr so, wie es vorher war.
Miles, Astrids Ex-Freund und Besitzer des Hauses, eröffnet seinen Mitbewohnern, dass er in Zukunft mit seiner Partnerin Leah allein dort leben möchte.
Astrid verdrängt den Schock durch Arbeit und eine Affäre mit dem undurchsichtigen Fotograf Owen. Auf einer ihrer Touren kommt sie dem Tod erneut näher, als ihr lieb ist. Sie findet ihre Kundin erwürgt und mit zerschnittenem Gesicht im Hausflur. Der Kontakt zu der Fahrradkurierin ist die einzige Gemeinsamkeit der beiden Ermordeten. Die Polizei nimmt die zerbrechende Hausgemeinschaft ins Visier, in der zunehmend Misstrauen und Verdächtigungen die Atmosphäre vergiften.
Der Traum vom freien Leben zerbricht
Astrid Bell erzählt zunächst ihren Teil der Geschichte aus der Zeit des unfreiwilligen Umbruchs und des Horrors für die freigeistige Hausgemeinschaft.
Die Fahrradkurierin ist diejenige, die die Bewohner zusammen hält. Sie toleriert Darios nachlässige Zahlungs- und Pippas freizügige Sexualmoral. Mit unerschütterlichem Selbstbewusstsein glaubt Astrid anfangs, dass nur eine unglückliche Verkettung von Zufällen dazu führen konnte, das sie kurz hintereinander auf zwei ermordete Frauen trifft. Doch allmählich wandelt sich Selbstsicherheit in bohrende Zweifel. Astrid misstraut ihrem Ex-Freund, der sie aus dem Haus werfen will, ihrer besten Freundin, die selbst von Männern in ihrem Leben nicht lassen kann und schließlich ihrem neuen Geliebten Owen.
Mutiger Stilbruch
Gerade in dem Moment, als die Auflösung fast zum Greifen nahe erscheint, fängt die ganze Geschichte wieder von vorn an, dieses mal aus der Sicht des Täters. Die Autoren überraschen mit einer unvermuteten Kehrtwende in der Handlung. Der Killer plant präzise seine Rolle, schauspielert brillant, verpatzt leichtfertig und tötet. Der Leser gewinnt interessante Einblicke in die Psyche eines Wahnsinnigen und kommt ihm dennoch kaum näher.
So glasklar Nicci French die Lebensumstände der Hauptprotagonistin und der meisten ihrer Wegbegleiter skizziert haben, so verschwommen bleiben die Motive des Killers. Im ersten Teil verzettelten sich die Autoren zum Teil zu sehr in Details, während sich zum Ende kleine logische Unstimmigkeiten einschleichen.
Nicht der beste Nicci French – aber ein Guter
Dennoch gelingt der Spannungsaufbau. Dafür sorgt schon Beschreibung der Geschehnisse aus einer subjektiven Perspektive und die emotionale Tiefe, mit der Nicci French den Wandel vom lockerem Lebensstil zum Albtraum aus sinistrer Gewalt entwickeln. Die Suche nach dem Täter, der drei Frauen tötet und zwei von ihnen entstellt, drängt sich dem Leser im ersten Teil des Romans nahezu auf. Jeder Hausbewohner verbirgt seine persönlichen Abgründe und macht sich irgendwo verdächtig. Mindestens genau so spannend beschrieben, ist es das Zerbrechen einer Welt, die zunächst so normal erscheint und immer mehr dunkle Schatten wirft. Schade ist, das der Schluss zwar schlüssig und originell, aber dennoch unbefriedigend wirkt. Diesen Killer glaubt man aus vielen anderen Krimis zu kennen, es fehlt ihm das gewisse Etwas.
Leider sind der Übersetzerin, die in den anderen Nicci French Romanen nie negativ aufgefallen ist, peinliche Fehler unterlaufen, wie sie typisch für eine automatisierte Übersetzung sind. Man möchte Frau Moosmüller den Rat geben, dass nächste mal wieder mehr auf ihr Sprachgefühl zu vertrauen.
Eva Bergschneider, Oktober 2008
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| melda zu »Nicci French: Bis zum bitteren Ende« | 08.02.2010 |
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| bubu zu »Nicci French: Bis zum bitteren Ende« | 29.10.2009 |
| rionach zu »Nicci French: Bis zum bitteren Ende« | 14.06.2009 |
| Lunatic zu »Nicci French: Bis zum bitteren Ende« | 02.10.2008 |
| Anette zu »Nicci French: Bis zum bitteren Ende« | 14.08.2008 |

