Ikone von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel The Icon, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Knaur.
- New York: HarperCollins, 2005 unter dem Titel The Icon. 353 Seiten.
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München: Knaur, 2006.
Übersetzt von Michael Benthack.
ISBN:
978-3-426-62968-0. 509 Seiten.
'Ikone' ist erschienen als
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In Kürze:
Griechenland 1944: In einem kleinen Bergdorf verteidigen Partisanen mit allen Kräften eine alte Kirche gegen die deutschen Besatzer. Das Gotteshaus beherbergt die Heilige Mutter Gottes von katarini, eine geheimnisvolle byzantinische Ikone, der wundersame Kräfte zugeschrieben werden. Durch einen Verrat scheitert der Widerstand, es gibt viele Tote – und die Madonnenikone ist verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Ein Rätsel. Sechzig Jahre später taucht sie plötzlich in New York bei einem mysteriösen Schweizer Bankier wieder auf. Doch auch andere haben es auf die wertvolle Ikone abgesehen. Eine gnadenlose Verfolgungsjagd beginnt …
Das meint Krimi-Couch.de: »Mit diesem Erstling deutlich übernommen«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Epiros ist im Sommer 1944 von den Deutschen besetzt. Nur wenige Griechen leisten Widerstand, aber als die Deutschen aus der Kirche das Wertvollste stehlen wollen, werden auch konkurrierende Widerstandsgruppen zu Partnern und greifen die Deutschen an. Erfolglos, denn die Kirche wird niedergebrannt, die Verteidiger müssen flüchten und als Rache dafür müssen Frauen, Kinder und Alte ihr Leben lassen. Und dabei verschwindet eine wertvolle Ikone, der heilende Kräfte zugeschrieben werden.
Sechsundfünfzig Jahre später taucht die Ikone in Privatbesitz wieder auf. Die Nachfahren der damaligen griechischen Widerstandskämpfer sind genauso an dem wundersamen Holzbild interessiert, wie die griechisch-orthodoxe Kirche. Ein Enkel eines dieser Wiederstandskämpfer bekommt die Ikone zu Gesicht, denn er ist Kunstsachverständiger der Mittelalterabteilung des Metropolitanmuseums von New Yoirk und soll das zum Verkauf stehende Kunstwerk schätzen. Aber er hat die Rechnung ohne seinen Großonkel und seinen Großvater gemacht. Beide waren 1944 unmittelbar am Raub der Ikone beteiligt und beide wollen aus unterschiedlichen Gründen die Ikone ihr eigen nennen. Doch die jetzige Besitzerin weiß nicht, an wen sie das gute Stück veräußern soll und sucht körperlichen und geistigen Beistand beim Enkel, der dabei ordentlich in die Zwickmühlen der unterschiedlichen Interessensgruppen gerät …
Neil Olson, Chef einer Literaturagentur in New York, hat seinen ersten Krimi »Ikone« im Knaur Taschenbuchverlag in der Übersetzung von Michael Benthack veröffentlicht. Dieser Krimi bietet von der Thematik und von den Actionsequenzen her alles, was ein guter Krimi haben sollte und so füllt der Autor 507 Seiten mit der Geschichte des wundersamen Marienschreins, der in Jesu Blut getränkt war.
Trotz der Länge des Romans und dem steten Wechsel zwischen den Kriegwirren 1944 und dem Besitzwirrwarr 2000 kann die Geschichte der Ikone und die Feindschaft der heute in Amerika ansässigen griechischen Widerstandskämpfe den Leser nicht überzeugen. Auch wenn der Autor zusätzlich noch einen in Südamerika beheimateten Ex-Nazi und eine von Schwierigkeiten gekennzeichnete Liebesgeschichte einbaut, wird der Thriller nie so richtig spannend. Auch wenn der Autor Peter Robinson auf dem Cover urteilt: »Ikone ist ein mitreißender Roman über Verrat, der einen bis in die frühen Morgenstunden an den Seiten kleben lässt.«, war für mich das Lesevergnügen eher eine verwirrend langweilige Zeitverschwendung.
Die hasserfüllten alten Griechen, die zwar um sieben Ecken miteinander verwandt sind, sich aber gegenseitig nicht ausstehen können und permanent einander die Schuld in die Schuhe schieben, dabei von schweren Krankheiten gezeichnet das Erbe auf die Schultern der Nachkommen abladen möchten und ihre Verbindungen von damals pflegen, sind von vornherein nicht sympathisch gezeichnet. Die griechisch-orthodoxe Kirche wird von Geistlichen repräsentiert, die James Bond spielen wollen, und der alte Nazi kann es auch nicht lassen und ficht ordentlich mit.
Und dazwischen stehen zwei junge Menschen, von Zweifeln zerfressen und von Unwissenheit geplagt, die mit- und gegeneinander nicht wissen, was sie tun. Auf jeden Fall gibt es dadurch Beziehungskonflikte und aus denen besteht im Endeffekt das ganze Buch von damals bis heute. Auch wenn Neil Olson kräftig Actionelemente und Geheimdienstflair eingebaut hat, wirkt die ganze Geschichte überkräftig konstruiert und unwirklich, wobei auch der Schluss letztendlich zwar logisch, aber nicht das Gelbe vom Ei ist.
Schade, dass dieser interessante Stoff so mühselig abläuft und so unwirklich realisiert wurde. Mit diesem Erstlingswerk hat sich der Autor deutlich übernommen, weil er zu viel wollte, und dabei vergessen hat, die Geschichte flüssig und logisch zu erzählen, denn an der Sprache und der Übersetzung von Michael Benthack kann man gewiss keine negativen Aspekte vermerken.
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| Florian zu »Neil Olson: Ikone« | 27.04.2010 |
|---|---|
| Abstauber zu »Neil Olson: Ikone« | 20.10.2008 |
| Bernhard zu »Neil Olson: Ikone« | 20.03.2008 |
