Stein sei ewig von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2003
bei ariadne.
284 Seiten.
ISBN-10: 3886198804, ISBN-13: 978-3886198801.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Rheinland-Pfalz, 1990 - 2009.
'Stein sei ewig' ist erschienen als
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In Kürze:
Kriminalpolizistin Bettina Boll hat es nicht leicht. Ihre Ludwigshafener Kollegen ermitteln in einem spektakulären Mordfall, während sie mal wieder zu leidiger Beinarbeit eingeteilt ist. Als neueste Schikane ihres Chefs soll sie die Provinzvariante eines Kunstraubes aufklären: Im pfälzischen Universitätsstädtchen Lautringen klaut ein finsterer Zeitgenosse Plakete aus Bushäuschen. Ein Lausbubenstreich? Die müßige Tat von unterforderten Studenten? Oder steckt doch mehr dahinter, wie einer von Bettinas Vorgesetzten unter der Hand durchblicken lässt?
Dann aber erwartet sie an der Architekturfakultät der Lautringer Uni eine böse Überraschung: Während Bettina im Aktzeichenkurs mutßmaliche Zeugen der Plakatdiebstähle befragt, geschieht ein Mord! Das Opfer ist das Aktmodell, eine ambitionierte junge Frau aus Estland.
Bettina Boll, obschon gebeutelt vom Alltag mit missgünstigen Vorgesetzten und den Mühen, die Kinder ihrer toten Schwester großzuziehen, läuft zu Hochform auf. Mit Verve verhört sie geltungssüchtige Akademiker und preziöse Künstler und stellt preisgekrönten Architekten nach.
Das meint Krimi-Couch.de: »Stilistisch wieder näher am Debütroman«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel überspringen
Endlich liegt der dritte Roman von Monika Geier vor. Gespannt wartet der Leser bereits darauf, wie es bei Bettina Boll, der Kriminalkommissarin von der Ludwigshafener Mordkommission, nach dem Tod ihrer Schwester weiter geht. Denn nun hat sie außer ihrem stressigen Job auch noch die Verantwortung für die beiden kleinen Kinder ihrer Schwester übernommen. Keine leichte Aufgabe, dies alles unter einen Hut zu bringen, und so ist Chaos vorprogrammiert.
Bettina Boll muß wieder einmal um ihre Anerkennung kämpfen. Aus der Sonderkommission des schlagzeilenträchtigen Serienmörder-Falles wird sie abgezogen, um einen angeblichen »Kunstraub« zu übernehmen. Mit Unverständnis und Enttäuschung reagiert sie, als sie die näheren Einzelheiten erfährt: In der Pfälzer Kleinstadt Lautringen wurden aus mehreren Plakatvitrinen Kunstwerke einer örtlichen Künstlergemeinschaft entwendet. Wohl kaum ein Fall für die Mordkommission. Aber wenn es sich bei einem der Bestohlenen um den Neffen des ehemaligen Polizeipräsidenten handelt, dann werden auch mal solch ungewöhnliche Maßnahmen getroffen. Doch Kriminalrat Dr. Leonhardt verfolgt einen Hintergedanken: Frau Boll soll einem gewissen Thomas Kußler, der ebenfalls der Künstlergemeinschaft angehört, näher auf den Zahn fühlen. Denn Leonhardt verdächtigt den Architekten, seine Frau, die sich angeblich seit drei Jahren in Indien aufhält, umgebracht zu haben.
Also macht sich »Böllchen« – wie sich von ihrem Vorgesetzten genannt wird – mit ihrem Assistenten Willenbacher auf den Weg nach Lautringen. Um sich ein Bild von der Künstlergruppe machen zu können, besuchen sie eine Veranstaltung, bei der es um Aktzeichnen und Bronzegießen geht. Dort sind die beiden dann direkt vor Ort, als das Aktmodell, während es von mehreren Personen gezeichnet wird, völlig unbemerkt erstochen wird.
Wieder ist es Monika Geier gelungen, aus einer zunächst simpel erscheinenden Geschichte nach und nach einen spannenden und komplexen Plot aufzubauen, der sich völlig anders entwickelt, als man zunächst vermutet. Ein unbemerkter Mord vor Zeugen und fast vor den Augen der bereits anwesenden Kripo ist mal eine noch nicht so abgedroschene Situation.
Nachdem ich bereits beim zweiten Roman der Autorin gelobt habe, dass sie nach ihrem großen Debüterfolg nicht versucht hat, das Erfolgskonzept zu kopieren, hat sie sich auch in ihrem dritten Buch wieder einiges Neues einfallen lassen, wenngleich »Stein sei ewig« sich stilistisch wieder ihrem ersten Buch »Wie könnt ihr schlafen« annähert. Doch erneut ein anderes Milieu, in dem sich Frau Geier berufsbedingt gut auszukennen scheint. Und so hat sie eine realitätsnahe Atmosphäre geschaffen.
Leider kommt der Roman erst in der zweiten Hälfte so richtig in Fahrt. Lange Zeit war man gespannter darauf, ob Bettina Boll es schafft, rechtzeitig ihre Kinder abzuholen und ob sie für morgen wieder einen Babysitter auftreibt, als darauf, wer nun der Mörder ist.
Wie gewohnt wechselt die Autorin oft die Perspektive, so daß sich beim Leser keine Langeweile einstellt und sie langsam die einzelnen Erzählfäden verknüpfen kann. Da sich im Verlaufe der Handlung immer mehr Verdächtige herauskristallisieren, ist reichlich Spannung und auch die Motivation zum Mitraten gegeben. Auch ansonsten muß man wieder die gleichen Dinge positiv hervorheben, die auch ihren beiden ersten Bücher zu unterhaltsamen Krimis gemacht haben: einen fesselnden Schreibstil, spritzige und humorvolle Dialoge, interessante Charaktere und teilweise ungewöhnliche Randfiguren. Und am Ende lösen sich alle verwickelten Fäden schön säuberlich wieder auf. Vermisst habe ich diesmal einzig den Dialekt sprechenden Quoten-Pfälzer, aber auch ohne diesen hat Monika Geier Land und Leute wieder prima getroffen, wenngleich das Pfälzer Flair dieses mal nicht so deutlich zutage tritt wie zuvor.
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| U. Zügel zu »Monika Geier: Stein sei ewig« | 14.12.2003 |
