Wellenbrecher von Minette Walters

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel The Breaker, deutsche Ausgabe erstmals 1998 bei Goldmann.

  • London: Macmillan, 1998 unter dem Titel The Breaker. 356 Seiten.
  • München: Goldmann, 1998. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-30796-1. 412 Seiten.
  • München: Goldmann, 2000. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-44703-8. 412 Seiten.
  • München: Goldmann, 2003. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-05497-4. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 2003. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-45658-4. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 2005. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-45974-5. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 2011. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 978-3-442-47428-8. 411 Seiten.

'Wellenbrecher' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch E-Book

In Kürze:

An einem einsamen Strand an der Südküste Englands spülen die Wellen die Leiche von Kate Sumner an Land. Stunden später wird ihre dreijährige Tochter Hannah aufgefunden: Das Kind irrt verlassen durch die Straßen des Seebades Poole. Und schon bald ist eines klar: der Tod der jungen Frau kann kein Unfall gewesen sein. Der Verdacht der Polizei fällt zunächst auf einen Schauspieler, dessen Boot unweit der Stelle ankerte, an der das Kind gefunden wurde. Aber dann gerät auch Kates Ehemann ins Visier der Ermittler: War er in der Nacht ihres Todes wirklich in Liverpool, wie er behauptet? Und warum gerät seine Tochter in Panik, sobald er sich ihr nur nähert?

Das meint Krimi-Couch.de: »Das Unverständnis über die Abgründe menschlichen Verhalten« 85°Treffer

Krimi-Rezension von tyrel

Zentrales Thema dieses Krimis ist Sexualität. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es ist weder ein sexistischer noch erotischer oder pornografischer Roman. Die Geschichte handelt vielmehr von den Ermittlungen in einem grausamen Mordfall und der damit verbundenen Charakterisierung der zwei Hauptverdächtigen und ihres Umfelds. Und dabei stellt sich heraus, dass die verschiedene Ausprägungen der Sexualität im Leben dieser Personen den Schlüssel für das Verbrechen darstellen.

Das Buch beginnt mit der Schilderung der Gedanken einer jungen, sterbenden Frau, die misshandelt und vergewaltigt im Wasser vor der englischen Küste treibt. Im nächsten Absatz wechselt die Perspektive zu dem vermeintlichen Mörder, den plötzliche Skrupel davon abhalten, die kleine Tochter des Opfers zu töten.

Mit dieser ebenso drastischen wie bizarren Einführung steckt der Leser mitten in dieser sehr sachlich und nüchtern erzählten Geschichte im Stile eines psychologisch aufbereiteten »Wer ist der Täter«-Romans.

Die an den Strand angeschwemmte Leiche wird von zwei pubertierenden Jungen entdeckt, von denen sich der Ältere zunächst an der vermeintlich sonnenbadenden Nackten ergötzt. Als ihnen klar wird, dass sie eine Tote beobachten, rufen sie mit Unterstützung eines Wanderers die Polizei. Der Wanderer entpuppt sich als ein junger Schauspieler mit einem auffälligen Sexualleben, der auf den Fund der Leiche in verdächtiger Weise und seltsam erregt reagiert. Schließlich gerät er durch widersprüchliche Aussagen in den Mittelpunkt der Ermittlungen.

Auch der Ehemann der Toten verhält sich auffällig. Trotz seiner offenkundigen Trauer bringen die Ermittlungen Details über sein Privatleben und das zwiespältige Verhältnis zu seiner Ehefrau ans Licht, die ihn automatisch in den Kreis der Verdächtigen integrieren. Gerade im Kontakt zu seiner psychisch auffälligen Tochter offenbart sich auch bei ihm eine emotionale Instabilität. Sein wackliges Alibi trägt dabei mehr zu seiner Be- als Entlastung bei.

Auf den ersten Seiten der Geschichte tauchen viele Personen in kurzen Szenen auf, deren Bedeutung für den späteren Verlauf der Handlung bereits angedeutet und im folgenden auch konsequent umgesetzt wird. Die ermittelnden Beamten werden im Verlauf der Handlung zu Persönlichkeiten erhoben. Der Bekanntenkreis des Schauspielers und des Opfers wird zu einem fast unerschöpflichen Fundus an unerwarteten Aussagen, die zur Komplexität der Story beitragen. Eine kleine Liebesgeschichte lockert die Sachlichkeit und Düsternis der Handlung etwas auf und gibt dem Ganzen einen Hauch von Wärme, Menschlichkeit und Humor.

Der Themenkomplex der Sexualität verfolgt den Leser durch die ganze Geschichte hinweg. Es beginnt damit, dass die Tote einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen ist, setzt sich aber mit den diversen Ausprägungen wie Lust, Leidenschaft, Eifersucht, Pornografie, Pädofilie, Masturbation und allem fort, was der Mensch im guten und schlechten daraus zu machen fähig ist. Aber auch weitere kriminelle und moralisch verwerfliche Aktivitäten werden nicht ausgespart.

Die Schilderung der Charaktere in diesem Buch ist sorgfältig und schlüssig ausgearbeitet. Zwischen den Hauptpersonen bestehen Beziehungen, die sich dem Leser erst im Laufe der Geschichte erschließen und entsprechende Konzentration erfordern, um den verwickelten Handlungssträngen und falschen Fährten bis zum Schluss zu folgen.

Wer von diesem Buch Spannung durch Aktion erwartet, dürfte sich enttäuscht fühlen. Das Buch ist weitestgehend unspektakulär und nüchtern geschrieben, wobei der Gefahr der Langatmigkeit meines Erachtens durch die ständigen Enthüllungen und neuen Ermittlungsergebnissen vorgebeugt wird, die zum Teil in Gutachten und Polizeiberichten präsentiert werden.

Zum Schluss, den vorwegzunehmen ich für unverzeihlich halte, bleibt das Unverständnis über die Abgründe menschlichen Verhaltens und die Sinnlosigkeit mancher Taten.

Für Leser, die an einer psychologisch ausgefeilten und verwickelten, sachlich ausgearbeiteten Tätersuche in einem ebenso grausamen wie sinnlosen Mordfall Interesse haben, ist dieser Roman absolut empfehlenswert. Ich habe ihn in nur wenigen Tagen verschlungen.

Das meinen andere:

»Brillant durchdacht, einfühlsam geschildert, vor allem mit einer wunderbaren Parallelhandlung ausgestattet.« (Westdeutscher Rundfunk)

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Gerda zu »Minette Walters: Wellenbrecher« 17.11.2015
Minette Walters ist auch eine meiner Lieblinge unter den Krimiautoren auf dieser Welt. Sie schreibt so klar und spannend, nimmt einen mit in ihre Geschichte, ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, auch wenn Morde geschehen. Es beschreibt die Gegend, ist bildlich sehr interessant, die Menschen erleben alles mögliche in nicht allzu langer Zeit, Spannug pur an der Küste Englands. Habe es auch verliehen. Auf jeden Fall ein super Buch, und nicht das einzig gute von ihr.
Patricia zu »Minette Walters: Wellenbrecher« 19.01.2013
Ich finde dieses Buch von Minette Walters fast noch besser als Eishaus. Die Charaktere sind ausführlich beschrieben, es gibt viele Wendungen und den Täter erkennt man wirklich erst zum Schluss. Wobei ich den Schluss ein wenig unspektakulär finde und mich frage, warum der Täter plötzlich gesteht. Hat er meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan
jd zu »Minette Walters: Wellenbrecher« 22.12.2009
Dieses Buch hat mich nicht vom Hocker gehauen... Was sollich noch dazu sagen... Es fängt gut an, aber der richtige Spannungsbogen wird nicht wirklich aufgebaut. Unter anderem kann man in diesem Roman für keine einzige Figur die Sympathie aufbauen. Im großen und ganzen war ich einfach froh, als ich das Buch zu Ende gelesen habe.
Kassiopeia0206 zu »Minette Walters: Wellenbrecher« 07.11.2009
Das Buch liest sich in einem weg, es ist durchweg flüssig geschrieben, aber irgendwie baute sich nicht die Spannung auf, die ich mir erhoft hatte. Es handelt sich hierbei um keinen umwerfenden Krimi (ich habe wirklich schon besseres gelesen), aber als durchweg schlecht würde ich ihn auch nicht bezeichnen. Immerhin wusste ich bis zum Ende nicht 100%ig, wer der Täter ist - was mich auch dazu bewegt hat weiterzulesen. Aber irgendwie fehlte mir ein bisschen das gewisse etwas und mehr Action, wenn ihr versteht was ich meine. ;-)
LennyB zu »Minette Walters: Wellenbrecher« 26.07.2008
Typisch Minette Walters: Hausmannskost, bzw. ein 08/15- Krimi ohne große Besonderheiten: Eine Tote, ein paar Verdächtige und dann irgendwann die Aufklärung, ohne viel Pep und Überraschungen. Mittlerweile habe ich vier Bücher von ihr gelesen - und da wird wohl keines mehr dazukommen.
R. Harding zu »Minette Walters: Wellenbrecher« 18.02.2007
Schreckliche Einstellung zur Sexualität, die nur in ihren ekelhaften und abzulehnenden Seiten thematisiert wird. Und der Mörder ist homosexuell, pädophil und ein Frauenvergewaltiger in einem. Höchst unwahrscheinlich und meiner Meinung sogar homosexuellelfeindlich. Da kann der Roman noch so gut geschrieben sein, es bleibt ein fürchterliches Buch.
Lisa zu »Minette Walters: Wellenbrecher« 03.09.2005
Das Buch ist ein klassisches Minette Walters Buch: verworren, verwirrend und sau spannend. Das Ende gefällt mir nicht ganz so gut, es ist irgendwie unspannend aufgebaut. Aber sonst eben ein Klassiker, ich habe nun jedes Buch von ihr gelesen!!!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
jenny zu »Minette Walters: Wellenbrecher« 13.06.2005
finde komisch das es überall so negative meinungen gibt.. ich fand das buch klasse. es war mein zweites buch von ihr. und mittlerweile habe ich mein viertes minette walters buch im rucksack.ich kann keins ihrer bücher weglegen wenn ich einmal angefangen habe...
daniel zu »Minette Walters: Wellenbrecher« 15.01.2005
Könnte mir vielleicht jemand das Ende erzählen, ich habs nämlich nicht ganz verstanden, warum am Ende dasteht wie es der Steven Harding (der Schauspieler) am Ende gemacht hat. Ích frage mich ob, das kursive auf Seite 392, das am Ende der Sumner sagt oder ob der Harding gesteht? Bitte! Wenn ihr es wisst schreibt mir. daniel_graz4@sms.at
Anna zu »Minette Walters: Wellenbrecher« 02.01.2005
Ich habe erst gerade damit angefangen dieses Buch zu lesen und es kostete mich viel Überwindung einen Moment aufzuhören um mich hier zu Informieren.Auch wenn ich noch nicht zuende gelesen habe finde ich dieses Buch total gut.

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