Fuchsjagd von Minette Walters

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Fox Evil, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • London: Macmillan, 2002 unter dem Titel Fox Evil. 414 Seiten.
  • München: Goldmann, 2003. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. 476 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2004. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. 476 Seiten.
  • München: Goldmann, 2005. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-45937-0. 476 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. 480 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2003. Gesprochen von Gunter Schoß. ISBN: 3898306046. 6 CDs.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2007. Gesprochen von Gunter Schoß. ISBN: 3866047371. 6 CDs.

'Fuchsjagd' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Shenstead, ein kleines Dorf in England unweit der malerischen Küste von Dorset: Hier residiert der alte Colonel James Lockyer-Fox gemeinsam mit seiner Frau Ailsa in einem stattlichen Herrenhaus, das seit Generationen im Besitz der angesehenen Familie ist. An einem kalten Wintermorgen wird die ländliche Idylle jedoch jäh erschüttert – denn James entdeckt Ailsa tot auf der Terrasse ihres Anwesens. Sie ist nur mit einem Nachthemd bekleidet, und in ihrer unmittelbaren Nähe finden sich Blutspuren auf dem Boden. Von diesem Tag an kommen die bösen Zungen nicht zur Ruhe, die den Colonel des Mordes an seiner Frau bezichtigen. Doch James Lockyer-Fox schweigt beharrlich – keinen einzigen Versuch unternimmt er, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Hat er doch etwas zu verbergen? Als Mark Ankerton, Anwalt und Freund der Familie, nach Dorset reist, um James Lockyer-Fox zur Seite zu stehen, stellt er bald fest, dass sich hinter der pittoresken Fassade von Shenstead ein wahrer Hexenkessel verbirgt …

Das meint Krimi-Couch.de: »Hundert Seiten Happy End à la Rosamunde« 78°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Was macht man in den besseren, britischen Kreisen, wenn das nymphomane Töchterchen sich horizontal durch die männlichen Betten von Shenstead treibt und sich ein unerwünschtes Resultat einstellt, das nur zu Gerede in dem malerischen Küstenort in Dorset führen würde? Der Bankert muss natürlich sofort weg! Da bleibt nur die Freigabe zur Adoption.

Achtundzwanzig Jahre später ist aus der ungeliebten Leibesfrucht eine erfolgreiche junge Dame geworden, die ihren Weg bei den Royal Engineers der Army macht und auf Heimaturlaub nach ihrem Einsatz im Kosovo ist.

Der alte Colonel James Lockyer-Fox sitzt derweilen allein auf seinem Landsitz Shenstead Manor und trauert um seine liebe Frau Ailsa, die unter mysteriösen Umständen im Nachthemd auf der Terrasse erfroren war. Der einzige Sohn, der sich als Tunichtgut durch britische Casinos spielt, hat die Verbindung zum Herrn Papa abgebrochen, nachdem der väterliche Geldsegen eingestellt wurde und die Tochter säuft in der Stadt ihrem Lebenswandel hinterher. Nur der Anwalt und Freund des Hauses Mark Ankerton hält noch zu dem einsamen Vater, der Nacht für Nacht mit Anrufen drangsaliert wird, die ihm den Mord an seiner Frau vorwerfen. Obwohl das Blut neben der Leiche Ailsas tierischer Natur war, scheint in gewissen, wohlinformierten Kreisen die Meinung zu bestehen, der Colonel wäre der Mörder seiner geliebten Frau gewesen.

Mark Ankerton kontaktiert im Namen des Colonels sein verstoßenes Enkelkind Nancy Smith, um sie zu einem Besuch des alten Mannes zu bewegen. Erst will sie ja von dem Alten nichts wissen, hat sie doch eine neue Familie gefunden, bei der es genug zu erben gibt. Aber die Neugier siegt und sie taucht genau zu der Zeit in Shenstead Manor auf, als Mark von den unwürdigen Telefonaten erfährt und sich allerlei Ungemach in der Umgebung breit macht.

Landbesetzer haben sich im Wäldchen niedergelassen. Unter der Führung des bösartigen Fox Evil, der mit Vorliebe Füchsen die Schädel einschlägt und Frauen und Kinder mit dem Rasiermesser bedroht, haben sich mehrere fahrende Familien zusammengefunden, um nach britischen Recht ihren Wohnsitz durch Ersitzung unbeanspruchten Landes geltend zu machen. Gleichzeitig tummeln sich in und um Dorset Befürworter und Gegner der Fuchsjagd, die auch die Polizei auf Trab halten.

Mark und Nancy sind von den Zuständen gar nicht angetan. Als Militärexpertin gibt es für Nancy nur einen Grundsatz: Angriff ist die beste Verteidigung. Und gemeinsam beginnen der Colonel, Mark und Nancy ihren Aufklärungsfeldzug. Wer steckt hinter den sadistischen Telefonanrufen? Wie kam Ailsa tatsächlich zu Tode? Und was haben die missratenen Kinder und Fox Evil mit seinen New-Age-Leuten mit der ganzen Sache zu tun?

Antwort auf diese Fragen erhält man in Minette Walters zehntem Krimi »Fuchsjagd«. Die mit allen wichtigen Preisen ausgezeichnete britische Schriftstellerin zwingt hier in Pilchersche Landsitzstimmung zuweilen beklemmende Dramaturgie. Während sich anfangs der Plot in verschiedene Richtungen bewegt und gelegentlich reichlich zusammenhanglos plätschert, fängt nach einem guten Drittel der 476 Seiten die Spannung rasant zu steigen an. Sobald man mit den Personen und ihren Hintergründen einigermaßen vertraut wird, scheint jede und jeder verdächtig zu sein, der irgendwo in diesem Landstrich die Klappe aufreißt.

»Fuchsjagd« liest sich ziemlich flott. Die Übersetzung von Mechtild Sandberg-Ciletti überrascht nicht mit literarischem Esprit, ist aber eine handwerklich ausgezeichnete Romanhandlung, die nicht durch übertriebene Psychogrammbeschreibungen vom eigentlichen Ablauf ablenkt. Auch wenn notgedrungen immer wieder in die Vergangenheit abgeschweift werden muss, verliert man dennoch niemals den Faden, der trotz mehrerer irreführender Spuren gezielt zum Ende kommt. Dabei bleiben jedoch in einigen Momenten Fragen offen, denn Frau Walters scheint gelegentlich der Ansicht zu sein, dass der Leser Tatsachen, die sie nebenbei erzählt, unbegründet zur Kenntnis nimmt. Selbst durch Rückblättern, ob man nicht ein Detail überlesen habe, verfügen plötzlich Personen über Kenntnisse, die zwar richtungsweisend sind, aber unlogisch. Besonders die Beamten der Exekutive weisen plötzlich einen Wissenstand auf, bei dem nicht klar ist, ob hier Ergebnisse von Ermittlungsarbeit oder schlichtweg nur Vermutungen vorliegen.

Über solche minimalen Unklarheiten hinwegsehend, bleibt für mich die »Fuchsjagd« dennoch ein spannendes Elaborat, das ich nach dem ersten Drittel in einem Zug lesen musste. Natürlich nehme ich das Ende nicht vorweg, aber nach der plötzlichen und überraschenden Klärung der Situation hätte ich dann doch gerne noch mindestens hundert Seiten Happy End á la Rosamunde gelesen. Irgendwie giftet es, dass der Roman dann schon aus ist, aber vielleicht plant ja Frau Walters noch einen zweiten Teil mit den sympathischen Protagonisten? Darauf darf man genau so gespannt sein, wie auf die »Fuchsjagd« aus dem Goldmann-Verlag.

Ihre Meinung zu »Minette Walters: Fuchsjagd«

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Eduard zu »Minette Walters: Fuchsjagd« 03.06.2016
Sehr enttäuschend und bisher das ödeste Buch von Walters, das ich gelesen habe. Am Ende war es fast nur noch unerträglich und peinlich.
Alle Charaktere waren von einer Oberflächlichkeit, dass es einem immer völlig egal war, was mit ihnen passiert. Die gesamte Geschichte war auch derartig absurd und an den Haaren herbeigezogen, dass ich innerlich immer wieder den Kopf schüttelte. Das Buch besitzt nicht einen Hauch von Realität und wirkt eher wie eine Parodie auf Thriller.
uknig zu »Minette Walters: Fuchsjagd« 13.08.2013
Natürlich sind manche Charaktere ziemlich einfach gezeichnet, ist der Schluss ein wenig abrupt und ein wenig enttäuschend, dennoch ist die Fuchsjagd von Minette Walters eine passende Sommerlektüre. Der ideale Partner für Park oder Garten.
Nie kommt Langeweile auf, weil Walters eine fesselnde Schreiberin ist. Zudem ist die Geschichte handwerklich sehr gut gemacht, trotz der vielen Personen verliert man eigentlich nie die Übersicht. Da verzeiht man auch kleinere Ungereimtheiten.
Otto Thoenißen zu »Minette Walters: Fuchsjagd« 30.05.2011
Gut und Böse werden von der ersten Zeile offengelegt - wo bleibt denn da die Spannung?

Die Autorin kann die Handlung, die eigentlich beständig auf der Stelle tritt, nur mühsam - Irrsinnige am Werk etc. - zu einem notdürftigen Ende führen.

Ich habe nicht alle, aber sicher noch kein schwächeres Buch von Walters gelesen.
Lesemaus zu »Minette Walters: Fuchsjagd« 06.02.2009
Ich liebe dieses Buch! Nach "Im Eishaus" ist "Fuchsjagd" das beste von Minette Walters. Zwar an einigen Stellen sehr undurchsichtig, aber sehr spannend und interessant geschrieben. Immer wieder fragte ich mich, wer ist dieser Mann der Wolfies Vater sein soll.
Das Ende war nicht wirklich überraschend, abr dennoch genial.
Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der schon das erste Buch von Minette Walters verschlungen hat.

100°
SukRam zu »Minette Walters: Fuchsjagd« 07.11.2007
Mein erstes Buch von Minette Walter, das sich doch recht flüssig gelesen hat. Die klatschsüchtigen Nachbarinnen erinnern den Leser vielleicht irgendwie an eigene Bekannte, während das Ende dann doch noch einmal umgewirbelt wird. Vielleicht mag es sein, dass zum Schluss wirklich alle Fragen gelöst sind, doch der Leser bleibt dennoch mit einem großen Fragezeichen zurück: Wie geht es weiter? Ist der Mörder wirklich einfach nur krank?
Meiner Meinung nach, hätte Mrs. Walters noch mehr aus dem Stoff machen können...

Meine Wertung: 74°
Filiz zu »Minette Walters: Fuchsjagd« 16.10.2007
Ich finde es ätzend, dass in dem Buch Gänseleberpastete serviert wird. Ich dachte, jeder heute weiß wie schrecklich das Stopfen von Gänsen ist. Den Tieren wird dazu ein Metallrohr in den Hals gerammt und das mehrmals täglich. Wegen der krankhaft schweren Leber können sie kaum mehr laufen.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Nobi zu »Minette Walters: Fuchsjagd« 08.09.2006
War mein erstes u. letztes Buch v. Minette Walters, weiss nicht wer dieses Buch interessant u. spannend findet,
ich fand es nur langweilig u.langatmig einfach nur schlecht!!!!
Habe es geschenkt bekommen, ansonsten hätte mich jeder cent geräut.
Bianca zu »Minette Walters: Fuchsjagd« 05.07.2006
Ach ja, Anne Catrell....jetzt weiß ich endlich woher ich den Namen kannte. Danke Uschi. Für mich nicht das Spannenste, aber wieder ein unglaubliches Ende.
HelgaR zu »Minette Walters: Fuchsjagd« 20.01.2006
Eine sehr verzwickte und undurchsichtige Familiengeschichte, die streckenweise recht spannend ist, aber trotzdem auch ihre Längen hat. Ein Fall, der bereits als normaler Todesfall abschlossen wurde, wird wieder ans Licht gezerrt und als Mord mühsam aufgeklärt. Ein Ereignis, in dem fast der ganze Ort involviert ist.

Es spielen sehr viele Geschehnisse aus dem Umfeld mit hinein, also alles sehr breit angelegt, mit vielen Intrigen und Verleumdungen bestückt. Sowie einige einzelne Geschichten, die alle miteinander verflochten sind und am Ende entwirrt werden müssen.

Kein reisserisches Buch, aber auch kein schlechtes. Alles in allem hat es mir recht gut gefallen.
Uschi zu »Minette Walters: Fuchsjagd« 31.12.2005
Mir ist aufgefallen das im Buch *Fuchsjagd* auf der seite 43 Anne Cattrell als autorin eines Textes genannt wird! Als ich den namen gelesen habe kam er mir doh irgendwie bekannt vor.. und es ist auch tatsächlich so!!!! Und zwar im Buch *Im Eishaus* auch von Minette kommt diese person auch vor und sie ist dort eine Artikel schreiberin für diverse Zeitungen!!!!! Ob das wohl zufall ist.............?
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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