Michael Slade

Michael Slade ist ursprünglich das Pseudonym des 1947 in Lethbridge in der kanadischen Provinz Alberta geborenen Historikers, Kriminologen und Schriftstellers Jay Clarke. Im seinem Hauptberuf arbeitete der studierte Jurist als Berater für Polizei- und Justizbehörden, wobei er sich auf geistig gestörte Straftäter spezialisiert hat; inzwischen ist er im Ruhestand.
Seine Erfahrungen lässt Slade in die 1984 gestartete Serie um die fiktive »Special-X«-Abteilung der »Royal Canadian Mounted Police« in Vancouver, Provinz British Columbia, einfließen. Er setzt dabei auffällig stark (und manchmal aufdringlich) auf (historische) Fakten, die stets präzise recherchiert sind. In Sachen Polizeiarbeit steht Slade in engem Kontakt mit Fachleuten, sodass auch die beschriebenen »police procedurals« der Realität entsprechen.
Headhunter (Kopfjäger), dem ersten »Special-X«-Thriller, folgten bis heute elf weitere Bände. Clarke schrieb sie nicht allein: Unter dem gemeinsamen Pseudonym Michael Slade arbeitet er mit den Juristen und Kollegen John Banks und Richard Covell sowie mit seiner Ehefrau Lee Clarke und neuerdings mit seiner Tochter Rebecca Clarke zusammen.
Typisch für die »Special-X«-Thriller ist die Dreizügigkeit der Handlung. Das beschriebene Verbrechen wurzelt in einer Vergangenheit, die den Täter psychisch gezeichnet hat. Seine Verbrechen tragen zunächst übernatürlich anmutende Züge, die aus einem gestörten Geist resultieren, in dem Realität und Einbildung sich mischen. Schließlich wird der Täter als Mensch entlarvt, der aufgrund seiner Handlungen von Geistern und Monstern besessen zu sein scheint, tatsächlich aber »nur« geisteskrank ist. Die in diesem Zustand begangenen Verbrechen schildert Slade mit einer Detailfreude, die ihm das besondere Interesse von Zensoren und Zivilisationswächtern garantiert. In Deutschland wurde die Erstausgabe von Slades Debütroman sogar indiziert.
Slade unterfüttert den fantastische Aspekt mit zahlreichen, der jeweiligen Handlung einfallsreich angepassten Anleihen an die moderne Populärkultur, die ihrerseits oft auf klassischen Elementen der Furcht basiert. Die »Sladisten«, wie man die Fans des Verfassers nennt, werden auf Slades Website ausführlich (und mit Bildern) über die Entstehungsgeschichten der »Special-X«-Romane informiert. [Michael Drewniok]

Krimis von Michael Slade:

  • Special X
    • (1984) Kopflos / Der Kopfjäger Rezension
      Headhunter
    • (1987) Mordlust / Der Ghoul Rezension
      Ghoul
    • (1992) Der Gnadenlose
      Cutthroat
    • (1994) Ripper
    • (1996) Zombie / Evil Eye
    • (1998) Shrink / Primal Scream
    • (1999) Burnt Bones
    • (2000) Hangman
    • (2001) Death’s Door
    • (2003) Bed of Nails
    • (2005) Swastika
    • (2006) Kamikaze
    • (2008) Crucified
    • (2010) Red Snow

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