Dein Wille geschehe von Michael Robotham

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Shatter, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Goldmann.
Folge 3 der O´Loughlin-und-Ruiz-Serie.

  • New York: Doubleday, 2008 unter dem Titel Shatter. 567 Seiten.
  • München: Goldmann, 2009. Übersetzt von Kristian Lutze. 567 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2010. Übersetzt von Kristian Lutze. ISBN: 978-3868003482. 567 Seiten.
  • München: Goldmann, 2010. Übersetzt von Kristian Lutze. 567 Seiten.
  • [Hörbuch] Freiburg im Breisgau: Audiobuch, 2009. Gesprochen von Frank Arnold. 6 CDs.

'Dein Wille geschehe' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Der renommierte Psychotherapeut Joe O’Loughlin wird zu einem erschreckenden Vorfall gerufen: Im strömenden Regen steht eine Frau nackt auf der Clifton Bridge in Bristol, High Heels an den Füßen und ein Handy am Ohr. Auf Joes beschwichtigende Worte reagiert sie nicht, sondern springt direkt in den Tod – ferngesteuert und willenlos. Der erfahrene Psychologe Joe steht vor einem Rätsel. Wurde die Frau tatsächlich von ihrem Anrufer in den Selbstmord getrieben? Als wenige Tage später die Geschäftspartnerin der Toten erfroren aufgefunden wird, an einen Baum gekettet, unbekleidet und mit einem Handy zu ihren Füßen, hat Joe Gewissheit: Hier ist ein gefährlicher Psychopath am Werk, ein Experte für Menschenmanipulation, der die Seele seiner Opfer bricht. Weil der mysteriöse Unbekannte jedoch keine Spuren hinterlässt, bleibt Joe nur eines: Er muss seinen Freund und Vertrauten, den pensionierten Detective Vincent Ruiz um Hilfe bitten. Noch kann Joe nicht ahnen, dass er selbst ins Visier des Täters geraten ist …

Das meint Krimi-Couch.de: »In der Königsklasse der Thriller-Autoren« 95°Treffer

Krimi-Rezension von Sabine Bongenberg

Als der Psychologie-Professor Joe O’Laughlin zu einem besonderen Einsatz gerufen wird, glaubt er noch daran, dass vielleicht LSD im Spiel sein könnte: Eine bis auf ihre roten High Heels vollkommen unbekleidete Frau steht auf einem schmalen Brückenvorsprung und stürzt sich ohne sich auf seine Rettungsversuche einzulassen, in die Tiefe. Grundsätzlich wäre dieser Fall damit zu den Akten gelegt, aber es tauchen immer weitere Fragen auf: Was bewegt eine vollkommen normale Mittvierzigerin dazu, diesen bizarren Selbstmord zu verüben? Warum wählt eine Frau, die unter panischer Angst vor Höhen litt, gerade diese Todesart? Warum hat die Verstorbene bis zu der Sekunde ihres Sprungs mit einem Unbekannten telefoniert?

Joe muss zu seinem Leidwesen feststellen, dass diese Fragen keinen Einfluss auf die Ermittlungsarbeit der Polizei auswirken, denn hier wird der Fall nach wie vor als Selbstmord behandelt. Aber wozu hat man schließlich gute Freunde und so kontaktiert der Psychologe seinen alten Freund Vincent Ruiz, der als ehemaliger Polizeibeamter mittlerweile in den Ruhestand getreten und daher ohnehin für Ablenkungen dankbar ist. Mit Hilfe von Ruiz nimmt O’Laughlin den Todesfall genauer unter die Lupe und kann tatsächlich die Polizei dazu bewegen, ihre Ermittlungen wieder aufzunehmen. Denn – welche Selbstmörderin würde bei ihrer Fahrt zu dem Ort ihres Todes noch mit einem Hilferuf, den sie mit Lippenstift auf einen Pappkarton geschrieben hatte, um Rettung flehen?

Endgültig überzeugt wird die Polizei durch einen zweiten bizarren Todesfall im unmittelbaren Freundeskreis der vermeintlichen Selbstmörderin. Ihre Geschäftspartnerin Sylvia wird ebenfalls tot aufgefunden. Mit Handschellen an einen Baum gekettet, nackt wie ihre Freundin und lediglich mit High Heels bekleidet musste sie stundenlang ausharren, ehe der Tod ihren Qualen ein Ende bereitete. Aber auch hier fanden sich am Tatort keine Hinweise auf eine Fremdbeteiligung. Allein das Mobiltelefon, das auch offensichtlich hier wieder eine wichtige Rolle spielte, belegt, dass auch dieses Opfer nicht aus freiem Willen handelte, sondern sein Wille durch einen perfiden Einflüsterer systematisch gebrochen wurde.

O’Laughlin und Ruiz erkennen im Fortlauf ihrer Ermittlungen, dass insbesondere ein Werkzeug dazu geeignet ist, die vollkommene Kontrolle über einen Anderen zu erlangen: Die Sorge um ein Kind. Beide Opfer mussten kurz vor ihrem Tod annehmen, dass sich ihre Töchter in der Hand eines wahnsinnigen Psychopathen befand, dessen Drohung die Mädchen zu vergewaltigen neben den anderen Torturen, die er für sie ausersehen hatte, fast als das kleinste Übel erschienen.
Mit Hilfe der Polizei gelingt es dem eigenwilligen Ermittlungsduo schließlich auf die Spur des eiskalten Psychopathen zu kommen und dabei kommen sich Ermittler und Gejagter so nahe, dass Joe O’Laughlin zuletzt aus eigener Anschauung erfahren muss, wie sich die Opfer vor ihrem Tod gefühlt haben.

Michael Robotham lässt seinen Protagonisten Joe O’Laughlin in konsequentem Präsens seine Erlebnisse und seine Gedanken niederlegen und trifft sich so mit dem Leser auf Augenhöhe. Hier wird keine Vergangenheit erzählt, die mittlerweile bewältigt wurde, sondern der zunehmende Schrecken verbreitet sich im Hier und Jetzt und bindet den Leser unmittelbar ein. Diese Einbeziehung beschränkt sich dabei nicht allein auf die Klärung der Todesfälle, sondern auch auf das Privatleben des unter Parkinson leidenden Helden, das schrittweise ebenfalls auf den Abgrund zutaumelt. Auch hier kann der Leser erkennen, wie sich sukzessive dunkle Wolken zusammenbrauen und manchmal wünscht man sich doch wirklich ein interaktives Buch, in dem man den einen oder anderen Ratschlag platzieren könnte. So wie zum Beispiel den, dass man sich auf der wichtigen Geschäftsparty der erfolgreichen Ehefrau nicht betrinken sollte, will man sich nicht bis auf die Knochen blamieren.

Dein Wille geschehe besticht insbesondere durch die genaue Beobachtung und die vielen Details, mit denen der Autor das anfangs noch ruhige dörfliche Leben des Protagonisten beschreibt. Dabei werden nicht nur die kuriosen Nachbarn und Traditionen des Dorfes durch Joe’s trockenen Humor karikiert sondern auch sein eigener, unwillkommener Untermieter »Mr. Parkinson«. Das hier die »Political Correctness« teilweise auf der Strecke bleibt, ist sicherlich ein weiterer Pluspunkt dieses Buches.

Zitat:
»..Ich habe Parkinson«
»Schicksal. Kriegt man da eine Plakette?«
»Eine Plakette?«
»Für Behindertenparkplätze. Damit kann man praktisch überall parken. Das Ding ist fast so gut, wie Detective zu sein, nur dass wir auch noch Leute erschießen und schnell fahren dürfen«

Liebevoll und stimmig aufgebaut ist ebenfalls die Figur des Ex-Cops Vincent Ruiz, der allzeit dem Alkohol und den Zigaretten zugeneigt, zur robusten Unterstützung des sensiblen Psychologen stößt und einen witzigen aber auch interessanten Kontrapunkt zu dessen Figur bildet. Hier stellt sich auch nie die Frage, aus welchem Grund sich die beiden in die ungelösten Todesfälle hinein lavieren lassen. Ruiz als pensionierter Polizist ist ganz froh, dass ihm mal wieder etwas Pulverdampf um die Nase weht und O’Loughlin, der aufgrund seiner Erkrankung zum Hausmann mit gelegentlichen Nebenjobs mutierte, leidet unter dem, was vermutlich viele Elternteile im Erziehungsurlaub kennen: Langeweile und unter dem Gefühl der Minderwertigkeit neben einem erfolgreichen Partner.

Diese Minderwertigkeitsgefühle kann man Joe aber auch nicht verdenken, ist seine Ehefrau Julianne nicht nur einerseits schön und klug, sondern andererseits auch erfolgreich und weltgewandt und damit mit Eigenschaften gesegnet, die dem Helden zumindest in seiner jetzigen Position deutlich abgehen. Daher ist durchaus nachvollziehbar, dass der Ich-Erzähler die Karriere seiner Frau entweder mit einem gewissen Desinteresse oder aber auch mit steigender Eifersucht verfolgt. Auch hier teilt der Leser Joe’s aufkeimende Zweifel an der ehelichen Treue seiner Frau und ertappt sich wie er selbst in den spannungsgeladensten Momenten bei der Frage »Hat sie nun, oder hat sie nicht?«. Dass das Zerbrechen einer derartigen Persönlichkeit wie der von Julianne eine besondere Trophäe im Pokalschrank eines Psychopathen ausmachen würde, ist natürlich nachvollziehbar und so ist es auch nicht unerwartet, dass auch sie in das Visier des Seelenbrechers gerät. Dennoch ist es nicht Julianne, die unter dieser Situation bricht, sondern vielmehr Joe, der doch eigentlich aufgrund seines Berufes gegen solche Situationen gewappnet sein sollte.

Michael Robothan gelingt es bis zum Schluss des Thrillers die Frage spannend zu halten, ob hier tatsächlich die Gerechtigkeit triumphieren kann, trifft sein gesundheitlich beeinträchtigter Held doch auf einen Gegenspieler, der das Handwerk des Folterns von der Pike auf gelernt hat. In Flashbacks berichtet dieser ebenfalls als Ich-Erzähler davon, wie er von seinem Vater die ersten Weihen in der Ausübung körperlicher Gewalt nebst psychologischer Folter erfuhr, die dann anschließend durch seine Tätigkeit als Verhörspezialist einer Sondereinheit in Afghanistan vervollkommnet und verfeinert wurden. Dieser dunkle Protagonist brüstet sich folglich damit, dass er jeden Willen zerbrechen kann und nach der Lektüre des einen mit einer verzweifelten Mutter geführten Telefonates bleiben beim Leser auch keine Zweifel an dieser Fähigkeit. Dennoch ist dieser Seelenbrecher kein absolutes unberechenbares Monster á la Hannibal Lecter. Auch diesem Menschen hat Robotham eine Gefühlswelt und eine Seele verliehen und so ist es auch ein besonderes Schicksal, dass das fast vollendete Werk dieser grundsätzlich eiskalten und grausamen Gestalt letztendlich durch die Liebe zu seiner Tochter gefährdet wird.

Abschließend stellt sich wie in jedem guten Krimi noch die Frage nach Schuld und Sühne. Wie kann eigentlich jemand bestraft werden, der seine Opfer mittels eines Telefonates in den Selbstmord zwingt? Dieser Fall wäre noch ungleich schwieriger gelagert, als seinerzeit die Verurteilung von Charles Manson, der auch bei den Morden seiner »Family« nie anwesend war, aber doch immerhin zumindest als Anstifter bestraft werden konnte. Wie aber hier verfahren? Und was ist überhaupt beweisbar? Hier ist festzuhalten, dass es Robotham gelungen ist, auch diese Frage logisch und schlüssig zu beantworten, denn so wie der Täter durch besondere Umstände erst zu dem gemacht wurde, was er ist, sorgen auch eben diese Umstände dafür, dass Institutionen nach ihren eigenen Regeln handeln und fernab von der Rechtsprechung strafen können.

Sabine Bongenberg, August 2009

Ihre Meinung zu »Michael Robotham: Dein Wille geschehe«

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trafik zu »Michael Robotham: Dein Wille geschehe« 13.06.2017
Auch ich kann mich nur meinen Vorrednern anschließen. Michael Robotham gehört sicher zu den besten Thrillerautoren der Welt.
Die Handlung spannend und stimmig. Der Schreibstil flüssig und versteckt humorvoll. Die Hauptpersonen gut und vorallem so liebenswert beschrieben.
Einfach ein Meisterwerk. Für mich Weltklasse!
leseratte zu »Michael Robotham: Dein Wille geschehe« 04.06.2017
Mein erstes Buch von Michael Robothem und ich fand es einfach nur gut. Flüssig und spannend geschrieben, ich war erstaunt, wie toll Robothem schreibt, ohne langatmig zu werden,was ja sehr oft bei einem 570 Seiten langen Buch vorkommt. Wie gesagt, einfach nur gut! Daher liegt auch schon der nächste Thriller in meinem Regal.
Sebastian Selbach zu »Michael Robotham: Dein Wille geschehe« 22.05.2017
Ganz klar ein Meisterwerk. Es ist das erste Buch, was ich aus Robothams Reihe gelesen habe. Der Inhalt hat mich tief gefesselt und ich war enttäucht wie es zu Ende war. Ich kann es daher nur weiterempfehlen.
Auch die vorhandenen Protagonisten sind gut ausgesucht. Besonders aber ist die Rolle von Jos Frau Juliane. Sie stärkt ihm den Rücken und setzt alles aufs
mg11 zu »Michael Robotham: Dein Wille geschehe« 21.04.2017
Ich habe das Buch zum zweiten Mal gelesen und muss sagen ich war wieder absolut begeistert. Die Story ist nicht besonders außergewöhnlich, dennoch ist alles auf den Punkt gebracht.
Joe und Ruiz sind mir ans Herz gewachsen, aber auch Darcy, Julianne und der Bösewicht sind gut beschrieben.

Irgendjemand hat mal geschrieben oder so ähnlich, dass die Art wie der Autor M.R. schreibt, damit dem Leser direkt ins Gehirn trifft. Nach dem dritten Buch kann ich das so langsam nachvollziehen.
Die Story nistet sich direkt im Kopf ein. Es gibt kein Drumherum mehr. Kein Satz ist zu viel. Alles sehr kurzatmig, obwohl das Buch mit 567 Seiten nicht unbedingt kurz ist.

Das zeigt wieder einmal, dass es nicht unbedingt eine extravagante Story sein oder viel Blut fliessen muss, um einen richtig tollen und lesenwerten Thriller zu erschaffen.

Meinen großen Respekt und Dank an den Autor!!
Manuela zu »Michael Robotham: Dein Wille geschehe« 09.11.2015
Für mich ist das Buch das bisher bester aus der Ruiz/O'Louglin Reihe. Das jemand allein durch seine Art und Weise andere Menschen zum Selbstmord bringen kann...
da liefs mir eiskalt den Rücken runter. Das Joe dann selbst reingezogen wird... und auch so herrlich schwach sein darf- find ich gut! In so vielen Krimiromanen ist der Protagonist immer so unerschütterlich!

Und mir ging es so, dass ich gut beide Seiten verstehen konnte. Ich fühlte mit Julianne, die es satt hat, dass ihr Mann nie "NEIN!" sagen kann... aber auch Joe, der eig. immer versucht, das Richtige zu tun, es aber nicht schafft, Prioritäten zu setzen und somit oft seine Familie den Kürzeren zieht.

Stellenweise wurde mir Joe zu unrechnungsfähig, aber dank Vincent gsd relativ schnell wieder auf Spur gebracht.
Bollinger zu »Michael Robotham: Dein Wille geschehe« 18.10.2015
Ich habe das Buch aufgrund der Bewertung gelesen und bin zutiefst enttäuscht. Die Bewertung von nighty von 19.08. Trifft es für mich auf den Punkt - im Gegensatz zu den übrigen.
Es gibt lediglich eine Handvoll spannender Seiten, der Rest war - zumindest für mich - langweilig und zuletzt vorhersehbar. Bin froh dass es rum isch! Ich empfehle das Buch nicht weiter, schade!
C Dudas zu »Michael Robotham: Dein Wille geschehe« 27.08.2015
Spannendes Buch, auch wenn leicht vorhersehbar. Das tut der Qualität aber keinen Abbruch, denn es ist sehr gut geschrieben und gut und nachvollziehbar aufgebaut.Der Fall ist albtraumhaft mysteriös und seine Lösung gekonnt. Ein guter, solider Thriller und absolut empfehlenswert!!! Ich hab das Buch innerhalb eines Tages gelesen, so sehr hat es mich gefesselt. Ich freue mich schon auf die nächsten...
nighty zu »Michael Robotham: Dein Wille geschehe« 19.08.2015
Ich habe das Buch von einer Arbeitskollegin ausgeliehen bekommen. Leider muss ich sagen, dass ich bei Seite 150 (ca.) aufgehört habe zu lesen. Ich fand es einfach nicht spannend und auch langweilig. Ich lese sonst Thriller/Psychothriller sehr schnell. Aber bei diesem Buch hatte ich kaum lust, es wieder in die Hand zu nehmen um weiterzulesen. Wenn ich mir hier die Kommentare durchlese, klingt es wirklich spannend! Aber wenn ich das Buch in der Hand habe, find ich tausend Sachen, die ich lieber mache, als es zu lesen. Leider :(
tassieteufel zu »Michael Robotham: Dein Wille geschehe« 15.07.2015
Joe O’Loughlin wird von der Polizei zu einem ungewöhnlichen Fall gerufen. Eine nackte Frau steht auf der Clifton Bridge in Bristol, sie telefoniert mit ihrem Handy und springt trotz Joes Versuch, sie davon abzuhalten, in den Tod. Für die Polizei ist es zunächst nur ein Selbstmord, doch Psychotherapeut O’Loughlin vermutet, dass sie Frau gezielt in den Tod getrieben wurde. Mit dem pensionierten Detective Inspector Vincent Ruiz, versucht er dem perfiden Täter auf die Spur zu kommen. Als es ein weiteres Opfer gibt, scheent sich Joe O’Loughlins Verdacht zu bestätigen.

Wie man es vom Autor kennt, sind sowohl seine Figuren und auch sein Plot detailliert ausgearbeitet. Sein Hauptprotagonist Joe O’Loughlin, den der Leser ja schon in den Vorgängerbänden sehr umfassend kennen gelernt hat, ist mit seiner Familie nach Bath gezogen, wo er eine Teilzeitstelle als Dozent angenommen hat, da seine Parkinsonerkrankung schlimmer geworden ist. Seine Frau sorgt nun hauptsächlich für die Familie, doch mit Haushalspflichten und Kinderbetreuung fühlt sich der Professor nicht wirklich ausgelastet, da kommt ihm der ungewöhnliche Fall gerade recht. Allerdings birgt das wieder familiäre Komplikationen, da seine Frau mit seinen Ermittlungen nicht einverstanden ist. Auch diesmal wird das Privatleben des Professors ausführlich beleuchtet und der Leser erhält einen guten Einblick in das Leben eines an Parkinson Erkrankten, der verscuht, sein normales Leben aufrecht zu erhalten. Die vielen privaten Einblicke in O’Loughlins Leben sind wie gesagt nicht uninteressant, aber sie gehen beim Krimifall ein wenig zu Lasten der Spannung. Zwar ist der Plot auch recht ungewöhnlich, ebenso wie die Methode des Täters, aber ab der Mitte auch ein wenig vorhersehbar, so dass gerade am Ende ziemlich klar ist, wen der Mörder ins Visier genommen hat. Zwar nimmt das beim Lesen ein wenig die Spannung, aber letztendlich fiebert man dann doch mit, ob alle gerettet werden können.
Der Schreibstil des Autors ist eingängig und flüssig zu lesen, er hat eindeutig ein Hädchen dafür, seine Figuren detailliert und treffend zu charakterisieren, zwischenmenschliche Beziehungen zu beleuchten und Situationen plastisch zu beschreiben, so dass man sich in die jeweiligen Momente gut hineinversetzen kann. Der Fall ist in sich abgeschlossen, so dass man die vorherigen Bände nicht unbedingt kennen muß, zum besseren Verständnis der Figuren und ihren Beziehungen untereinander kann ich aber ein lesen der Reihenfolge nach nur empfeheln!

FaziT: das Buch lebt durch seine ungewöhnliche Hauptfigur und einen ausgefeilten Plot, der aber zum Ende hin etwas vorhersehbar wird. Insgesamt aber eine unterhaltsame und spannende Lektüre.
Schneeglöckchen zu »Michael Robotham: Dein Wille geschehe« 17.10.2014
Ein wirklich spannender Fall, der vom Psychologen O`Laughlin und Exdetective Ruiz gelöst werden soll. Obwohl die Identität des Täters und dessen Motiv nicht bis zum Schluß verborgen bleiben. Manches kann man im voraus erahnen.
Frösteln ließen mich die "verbalen Machenschaften" des Täters, wie er in die Psyche der Opfer eindringt und sie manipuliert, ebenso wie die physischen Qualen, die er ihnen zufügt.
Ein Buch, das ich, weil so interessant und spannend, in kurzer Zeit gelesen hatte, da ich es kaum aus der Hand legen wollte.

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