Die Menschen, die es nicht verdienen von Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel De Underkända, deutsche Ausgabe erstmals 2015 bei Wunderlich.
Folge 5 der Sebastian-Bergman-Serie.

  • Stockholm: Norstedt, 2015 unter dem Titel De Underkända. 544 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2015. Übersetzt von Ursel Allenstein. ISBN: 978-3805250870. 544 Seiten.
  • [Hörbuch] Freiburg: Audiobuch, 2015. Gesprochen von Douglas Welbat. 6 CDs.

'Die Menschen, die es nicht verdienen' ist erschienen als Hardcover HörbuchE-Book

In Kürze:

Gerade noch hatte Mirre den Erfolg vor Augen, jetzt ist der Star einer Dokusoap tot. Hingerichtet, mit einem Bolzenschuss in den Kopf. Seine Leiche findet man in einem Klassenzimmer, an einen Stuhl gefesselt, einen Fragebogen auf den Rücken geheftet. Mirres Leistung: mangelhaft. Er hat nicht bestanden. Und sein Tod ist nur der Anfang.
Während Kommissar Höglund und sein Team von der Reichsmordkommission nach Spuren in Mirres Umfeld suchen, stößt Kriminalpsychologe Sebastian Bergman auf eine andere Fährte. Jemand spottet über die fehlende Bildung von Menschen, die im Rampenlicht stehen. Die Vorbildfunktion haben sollten, aber keine Vorbilder sind. Die ihren Erfolg nicht verdienen. Sebastian will den Mörder aus der Reserve locken und ihn mit seinen eigenen Mitteln schlagen. Ein tödlicher Fehler …

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Bernd Henneberg zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Menschen, die es nicht verdienen« 18.02.2017
Beim Lesen hatte man den Eindruck, dass es die meiste Zeit nicht um die Lösung eines Kriminalfalles ging, sondern um das wirklich verkorkste Privatleben der Protagonisten.
Alle haben ja riesige Probleme mit dem Dasein, den Kollegen mit der Familie usw.
Es hat total genervt. Man kam sich vor wie
in der Lindenstraße.
Deshalb kam auch der ganze Fall und die Lösung nicht in Schwung.
Zum Schluss wurde dann der Fiesling Sebastian Bergmann auch noch zum Held.
Der Mann, der seit einigen tausend Seiten permanent seinen schlechten Charakter zeigt rettet halb Stockholm.
Eines der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe. Schade um die Zeit.
UnArtig zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Menschen, die es nicht verdienen« 25.12.2016
Auch im fünften Teil lässt Sebastian Bergman viel von der intellektuellen Schärfe vermissen, mit der er besonders im ersten Teil überzeugen konnte. Die Gefühlsduselei, aus der er irgendwie gar nicht mehr rausfindet, nimmt für meinen Geschmack einen viel zu großen Teil ein und man denkt sich an vielen Stellen "ja, habt ihr's denn bald?". Tochter Vanja ist ja nun schon seit dem ersten Band die personifizierte Nervensäge und auch in diesem Teil erfüllt sie diese Rolle mit Bravour. Diese Mischung aus Rumgeeiere und ständigem Eingeschnapptsein - unendlich nervtötend.

Richtig gelungen dagegen die Evolution von Billy. Da will ich mehr lesen!
Crimehands.com zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Menschen, die es nicht verdienen« 25.10.2016
„Bauer sucht Frau“, „Frauentausch“ oder „Schwiegertochter gesucht“ – alle kennen sie, aber keiner will sie geschaut haben, und trotzdem erfreuen sich Dokusoaps großer Beliebtheit. Guilty Pleasure nennt sich dieses Phänomen neudeutsch und beschreibt Dinge, die man nicht tun sollte, weil sie in der offiziellen Öffentlichkeit verpönt sind, sie aber trotzdem tut, weil es einem eine gewisse Befriedigung verschaff. Dieses Guilty Pleasure kann jeden Lebensbereich betreffen – ob jetzt ungesundes Essen wie Fast Food zu essen, Musik von Helene Fischer zu hören, oder eben Dokusoaps zu schauen. Letzteres thematisieren Hjorth und Rosenfeldt in ihrem bereits fünften Sebastian-Bergman-Roman und beleuchten es von einer gänzlich anderen Seite.

Der Serienmörder in diesem Teil spezialisiert sich auf Dokusoap-Stars, er unterzieht sie einer ganz speziellen Prüfung. Sollten sie sie nicht bestehen – tja, dann kommt er seinem Tagwerk nach. Das Thema erachte ich in Zeiten, in denen das TV-Programm immer mehr mit Talentshows, Scripted Reality Formaten und eben Dokusoaps durchtränkt ist, als sehr interessant und aktuell. Da sowohl Hjorth als auch Rosenfeldt unter anderem auch am Fernsehgeschäft beteiligt sind, senden sie gerade mit der Thematik eine gewisse Botschaft in die Welt hinaus.

Vor allem in den ersten 50 Seiten schaffen es die Autoren sehr gut, ein „Was bisher geschah“ in den aktuellen Plot mit einfließen zu lassen, was für den ein oder anderen Leser hilfreich sein kann, der sich nicht mehr an alles erinnert, was in den vorangegangenen vier Romanen geschehen ist – aber auch für jene, die zum ersten Mal einen Bergman-Roman lesen. Wenngleich die ersten Vier aufgrund der Atmosphäre und Zusammenhänge dennoch wichtig wären.

Bergman selbst spielt in diesem Teil bis zum letzten Viertel nur eine periphere Rolle – erst dann lenkt er die Handlung in die entscheidende Richtung. Von den Charakteren bekommt man generell ziemlich viel mit – was sie denken, was sie fühlen. Das ist ziemlich beeindruckend und zeichnet Hjorth und Rosenfeldt aus, weil es – vor allem in diesem Teil – keine klare Hauptperson gibt, viel mehr steht das Ermittlungsteam im Zentrum – und doch jeder für sich. Nur Torkel, der Chef der Truppe, bleibt eine hölzerne Figur, die irgendwie nicht wirklich zu fassen ist. Vielleicht ist es Absicht, um die Authorität, die er als Chef der Truppe ausstrahlen muss, zu manifestieren, vielleicht steckt sonst irgendein Kalkül dahinter, aber er bleibt dennoch der blasseste aller Charaktere.

Leider lassen sich die Autoren dazu hinreißen, auf den – mittlerweile ohnehin nicht mehr aktuellen – Hypetrain von „50 Shades of Grey“ aufzuspringen. Das ist zwar gut verpackt und nicht sehr detailliert, dennoch ist die Intention augenscheinlich. Dazu kommt, dass Spannung eher eine Fußnote ist und die zahlreichen Cliffhanger, die Hjorth und Rosenfeldt einbauen, völlig überflüssig sind, da das Autorenduo sich viel zu lange bitten lässt, bis es den Faden wieder aufnimmt. Der Showdown beginnt ziemlich früh und eigentlich recht gut, mündet dann allerdings im Hollywood-Schema und verkommt damit leider nur zu einer Randnotiz. Der Riesen-Cliffhanger, den Hjorth und Rosenfeldt in jedem ihrer Teile bereithalten ist diesmal zudem etwas zu offensichtlich.

Fazit: Übrig bleibt ein zwar nicht schlechter, aber auch kein überragender Bergman-Krimi, der einen zwar bei der Stange hält, ihn aber nur halbherzig packt, was auch an der Unterpräsenz des eigentlichen Protagonisten liegt.
Hanspeter Heeb zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Menschen, die es nicht verdienen« 08.01.2016
Warum der deutsche Titel von «Die Ungenügenden» wieder so komisch übersetzt ist, wird ein Geheimnis des Verlages bleiben. Während die Dialoge schlechter werden, scheinen mir die Charaktere vielgestaltiger und interessanter.
Der an sich ev. nicht allen unsympathische Massenmörder wird etwas gar brutal Richtung Utøya gcschickt. Etwas viel politische Korrektness (oder wollte man im Hinblick auf eine Filmfassung eine spannende Schlussszene einbauen?). Wie auch immer: hier wird ein aktuelles Thema auf spannende Weise in einen Krimi verwoben. Hoffe im nächsten Band werde sich Billy nach der Strickmuster von Dürrenmats «Justiz» aus der Affäre ziehen. Der Typ ist mir einfach sympathisch. Trotz allem.
Ruedi 3.6 zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Menschen, die es nicht verdienen« 14.12.2015
Also, ich fand diesen Roman den schwächsten von den vieren, die ich gelesen habe (alle ausser Nr. 3).
Auch vom Motiv her wenig überzeugend, psychologischer Aufbau fragwürdig, lassen die beiden Autoren die Handlung dann über weite Strecken ziemlich dahindümpeln - schade, das ganze Buch scheint mir schludrig aufgebaut. Irgendwie scheint das Pulver verschossen zu sein!
Brigitte Wehling zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Menschen, die es nicht verdienen« 03.12.2015
Heiß ersehnt und dann wieder viel zu schnell vorbei. Sagenhaft spannend, ein Mörder, der einen überlegen läßt, dass da was dran ist - am Motiv. Die einzelnen Protagonisten werden immer tiefer, manchmal möchte ich Bergmann schütteln, wenn er sich selbst wieder alles versaut. Und das Ende läßt einen mit einem Knalleffekt zurück. Das kann nicht wahr sein, jetzt warten müssen, wie es weiter geht, ein, zwei Jahre???
Ich habe das Hörbuch gehört - fantastisch gelesen.
Alles zusammen - 100% !
BELSL zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Menschen, die es nicht verdienen« 27.11.2015
Das Buch ist einfach unglaublich gut und aktueller denn je, denn immer mehr Menschen rücken ins Rampenlicht weil sie gut quatschen können, weil sie es verstehen auf bestimmte Knöpfchen zu drücken um Sympathien zu ernten.
Sport und Gefühle sind die Heiligen Kühe der heutigen Zeit, Wissen, Bildung zählt wenig.

Den Aufschrei eines Menschen der das nicht länger akzeptieren will, kann ich sehr gut nachvollziehen, hatte ich auf den ersten Seiten,ich denke an den Leserbrief an die Zeitung, noch ein gewisses Verständnis für den Protagonisten der Handlung, so verlor sich das im Laufe der Zeit völlig.
In diesem Roman lernen wir, wie ich finde, einmal Sebastian Bergmann nicht als Arschloch kennen, er zeigt Gefühle, verliert aber alles.

Unglaublich gut ist auch die Entwicklung von Billy in den Abgrund geschildert, mehr und mehr lernen wir sein privates Gesicht kennen, das gleiche gilt auch für Torkel und Vanja, für die ihre Privatheit, ihr Leben fern der Polizei, ihre Gefühle, immer mehr Raum gewinnen.
Ich kann nur hoffen, dass dieser gewisse Rückzug nicht das Ende der Sebastian-Bergmann-Krimis einläutet.
Der skandinavische Krimiautor Jussi
Adler-Olsen wird in meinen Augen immer mittelmäßiger, bei Hjorth@Rosenfeldt erlebe ich dagegen eine Steigerung.
berta zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Menschen, die es nicht verdienen« 24.11.2015
Unglaublich, steht den anderen vieren in nichts nach. Spannung von Anfang bis zum Ende und wieder raufte ich die Haare am Ende des Buches…das kann doch jetzt nicht enden!
Die Krimis von Hjorth und Rosenfest fesseln mich jedes mal aufs Neue, eigentlich gab es doch alle Morde schon einmal, dachte ich, bis ich auf die beiden stieß.Der beste in diesem Jahr!

100°
slang zu »Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Menschen, die es nicht verdienen« 23.11.2015
Super Spannung, Tote über Tote, ein erbarmungslos unsympathischer Protagonist Bergman und alles verpackt mit einer nicht minder fesselnden Rahmenhandlung.

So grausam die Morde an sich geschehen, so zweigeteilt bin ich angesichts des Motivs, das mir aus der Seele spricht. Natürlich kann man der in den Medien zelebrierten Ignoranz nicht ernsthaft mit Mord entgegen treten, aber so ein ganz kleines Quäntchen Befriedigung überkam mich beim Lesen doch.

Der Epilog, obgleich fast erwartbar, hat mich dennoch schockiert.

Ein tolles Buch. 95°
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