Stunde Null von Michael Green

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Bloodline. what if your family was the last left alive?, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Lübbe.

  • Auckland: Random House, 2008 unter dem Titel Bloodline. what if your family was the last left alive?. ISBN: 978-1869419806. 445 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2009. Übersetzt von Axel Merz. ISBN: 978-3-7857-6015-4. 445 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2011. Übersetzt von Axel Merz. ISBN: 978-3-404-16065-5. 445 Seiten.

'Stunde Null' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Für Mark Chatfield und seine Frau ist es ein gewöhnlicher Flug. Sie sind auf der Heimreise nach Neuseeland. Doch an Bord geschehen seltsame Dinge: Einige Mitglieder der Crew scheinen krank zu sein. Auch Marks Frau leidet an den gleichen Symptomen. Als das Flugzeug landet, umstellen Soldaten die Maschine und nehmen die Passagiere in Gewahrsam. Nur Mark bleibt auf seinem Platz. Er hält seine Frau in den Armen. Sie ist tot. Aus ihrer Nase und ihren Ohren rinnt Blut. Mark verbringt mit den anderen Passagieren die nächsten Wochen in Quarantäne und muss mitansehen, wie einer nach dem anderen an der seltsamen Krankheit stirbt. Nur Mark und seine Kinder scheinen immun zu sein. Die Krankheit verbreitet sich in einer Pandemie über den Globus und löscht die gesamte Menschheit aus. Mark ist bald alleine auf einer entvölkerten Erde. Auf der Suche nach Überlebenden entdeckt er etwas, das selbst die tödliche Krankheit in den Schatten stellt …

Das meint Krimi-Couch.de: »Eine moderne Endzeitsaga« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Mario Marpe

Während ihres Heimfluges von England nach Neuseeland erkrankt die Frau des Protagonisten, Mark Chatfield, genau wie einige andere Passagiere und Crewmitglieder. Bei der Zwischenlandung in Singapur dürfen selbst die Passagiere das Flugzeug nicht verlassen, welche nur bis Singapur reisen wollten. Stattdessen wird die Maschine aufgetankt und fliegt nach Auckland weiter. Nach der Landung in Neuseeland wird das Flugzeug von Soldaten umstellt. Die Passagiere werden unmittelbar nach dem Verlassen der Maschine unter Arrest gesetzt.  Marks Frau Helen geht es immer schlechter, sie kann kaum noch atmen. Deswegen sucht Mark die Stewardess, welche ihm versprochen hatte, dass ein Krankenwagen wegen Helen kommen würde. Als er jedoch in das Kabinenabteil der Flugbegleiter kommt, sieht er einige Tote und Sterbende… und auch Helen ist tot, als er zu ihrem Sitz im Flugzeug zurückkehrt…

Auch er wird sofort nach Verlassen des Flugzeuges unter Arrest gesetzt, darf jedoch zu den übrigen Passagieren keinerlei Kontakt aufnehmen. Lediglich mit dem Kopiloten und der Stewardess, welche ihm den Krankenwagen versprochen hatte, darf er sprechen. In den folgenden Tagen der Quarantäne im Flughafenterminal erfahren sie wenigstens, was passiert ist: Es scheint sich um einen Ausbruch der Krankheit SARS zu handeln, an der unter anderem Helen gestorben ist. Nach und nach wird klar, dass es unzählige Opfer der Seuche in Neuseeland gibt.

Reines Blut?!

Als nicht nur nahezu alle Passagiere, sondern auch die meisten Bewacher gestorben sind, beschließt Mark, zu fliehen – er scheint nämlich der einzige zu sein, welcher nicht von der Krankheit betroffen ist! Es gelingt ihm, sich zum Haus seiner erwachsenen Tochter durchzuschlagen – und er sieht ein Bild der Verwüstung! Es gibt unzählige Opfer, ganze Straßenzüge sind verwüstet und bewaffnete Plünderer durchsuchen die Gegend. Zwar sterben die Ehepartner seiner Tochter und seines Sohnes ebenfalls an der Seuche, seinen Blutsverwandten geht es jedoch gut! Ist etwa nur die Familie Chatfield immun gegen die Krankheit?

Die Familienmitglieder rüsten sich für den Überlebenskampf und segeln zunächst an der Küste Neuseelands entlang, bis sie sich ein Winterlager einrichten. Doch bald fragen sich Mark und sein Sohn Steven, ob es nicht noch weitere Überlebende gibt, da er noch viele Verwandte in England hat… Die beiden fassen einen tollkühnen Plan: Sie wollen um die halbe Welt nach England segeln und nach ihren Angehörigen suchen – auch, um ggf. den Genpool für ihr weiteres Überleben zu sichern. Doch in England erwartet sie eine böse Überraschung…

Düster, bitter und real – aber keine Religion

Als ich dieses Buch zu lesen angefangen habe, dachte ich zunächst: Mal wieder eine Neuauflage von Steven Kings »The Stand«: Fast die gesamte menschliche Rasse wird durch einen Virus ausgerottet. Wo jedoch bei King eher ein biblischer Kampf zwischen Gott und dem Teufel entbrennt, bemüht Michael Green sich keiner religiöser Bilder, sondern zeichnet eine düstere, bittere aber sehr reale Welt… Auf dem Coverbild sieht man einen einzelnen Mann eine große Straße langgehen. Beide Straßenränder sind mit Lagerhäusern aus Wellblech gesäumt und der Himmel ist wolkenverhangen und düster – all das passt perfekt zu der düsteren Endzeitstimmung des Erstlingswerkes von Michael Green.

Fazit: Eine packende Endzeitsaga – sehr realistisch und nicht abwegig. Düster und lesenswert!

Mario Marpe, November 2009

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Sabine zu »Michael Green: Stunde Null« 31.08.2011
Der Anfang des Buches hat mich auch nicht unbedingt umgehauen, hat aber noch nicht erahnen lassen, in welchen Schwachsinn das ganze ausarten würde. Der Schreibstil gefiel mir von Anfang an nicht wirklich und mit jedem Kapitel weniger. Das Thema hätte so viel Potential gehabt und der Klappentext ist ziemlich vielversprechend. Aber für mich hatte das Buch nicht einen Funken Spannung, der Autor hat nur teilweise vesucht, diese künstlich in wenigen Sätzen herbeizuführen, wie z.B. die Enttarnung der Spionin. Es war mir völlig egal, wer das war, weil die Charaktere ziemlich oberflächlich waren und man sie eigentlich gar nicht wirklich kannte, und weil es ja auch nicht wirklich wichtig war. Die Personen haben so was von unlogisch agiert, dass ich das Buch immer wieder mit einem genervten Stöhnen und den Worten "So ein Schwachsinn" zur Seite gelegt habe.
Die Entstehung der ganzen Geschehnisse in England ist so idiotisch in Anbetracht der Zahl der einzelnen Gruppen und anderer Aspekte.
Von Michael Green kaufe ich mir sicher nie wieder ein Buch.
Aira66 zu »Michael Green: Stunde Null« 03.06.2010
Schade um das eigentlich spannende Thema.
Weder Schreibstil noch Storyaufbau haben es geschafft mich zu fesseln, von einem "Thriller" Vergnügen ganz zu schweigen.

Die Figuren bleiben blass, die Grausamkeit, Entwicklung und Psychologie der Geschichte flach bis ungewollt komisch.

Für mich noch nicht mal eine empfehlenswerte Strandlektüre.
Frank zu »Michael Green: Stunde Null« 20.11.2009
Ein weiterer Roman der sich mit nichts weniger als dem Ende der (uns vertrauten) Welt beschäftigt. Super-Sars (heißt wirklich so) rafft die Weltbevölkerung dahin. Ok, nicht die ganze. Eine aus England stammende Familienlinie überlebt. Einer der Überlebenden, ein Mittfünfziger den es nach Neuseeland verschlagen hat, beschließt seine Verwandten aus England aufzusuchen um den Genpool aufzufrischen.
Und bis es dazu kommt, ist die Geschichte auch verdammt spannend erzählt. Die Krankheit ist schleichend, der Tod kommt nicht wie in vergleichbaren Szenarien plötzlich, sondern zieht sich über Wochen dahin. Und der Autor schafft es die bedrückende Atmosphäre zu vermitteln.
Als dann allerdings englischer Boden betreten wird, nimmt der Roman eine recht unerwartete Wendung - darauf aber näher einzugehen, hieße ordentlich zu spoilern.
Mir persönlich war es dann ab und an des Guten zu viel, da reihte sich Logikfehler an Logikfehler - viele Handlungen der Protagonisten blieben für mich schwer nachvollziehbar.
Allerdings weiß der Roman durchaus zu unterhalten - die Geschehnisse sind durchaus vorstellbar und auch in dieser Form nicht abwegig. Hätte der Autor das Niveau der ersten Kapitel halten können, wäre es ein Volltreffer geworden. So aber bleibt das Gefühl es wäre mehr möglich gewesen.
Gute 75%.
Alexi1000 zu »Michael Green: Stunde Null« 04.11.2009
DIE STUNDE NULL ist ein Endzeit-Thriller, der mich gerade am Anfang teilweise etwas an King's Meisterwerk DAS LETZTE GEFECHT erinnert hat.
Auch hier wird die Menschheit von einer Pandemie "überrollt" und nur sehr wenige werden es überleben...
Allerdings gibt es hier keine übernatürliche Komponente wie bei King.
Hier geht es nur ums nackte Überleben der Menschlichen Art.
Hauptsächlich begleiten wir den Protagonisten Mark und seine Familie durch die Phase des Sterbens. Hier wird alles schön düster und sehr real beschrieben, teilweise erschreckend wie sich Menschen im Überlebenskampf entwickeln.
Leider macht das Buch für mich aber ca. nach der Hälfte eine Wendung, die mir nicht gefallen hat. Kann es leider nicht näher beschreiben, ohne zu spoilern...
aber der geniale Ansatz verkommt etwas zum "Kasperle - Theater".

Schade, so hats nur für 70° gereicht. Potential ganz klar verschenkt! Da wäre weit mehr drin gewesen Herr Green...

für Leser, die gerne Endzeit mögen: wartet aufs Taschenbuch, sonst ist zuviel Geld verschenkt!
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