Kalter Tod von Michael Connelly

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel The Overlook, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Kalifornien / Los Angeles, 1990 - 2009.
Folge 13 der Harry-Bosch-Serie.

  • New York: Little, Brown, 2007 unter dem Titel The Overlook. Zuerst als Fortsetzungsroman in der New York Sunday. 319 Seiten.
  • München: Heyne, 2008. Übersetzt von Sepp Leeb. 319 Seiten.
  • [Hörbuch] München: audio media, 2008. Gesprochen von Frank Engelhardt. 5 CDs.

'Kalter Tod' ist erschienen als Hörbuch

In Kürze:

In Hollywood wird eine Leiche mit zwei Kugeln im Hinterkopf gefunden. Es handelt sich um Stanley Kent, den Sicherheitsbeauftragten für einige Krankenhäuser in L.A..

Das meint Krimi-Couch.de: »Wer allzu oft Wolf ruft, dem glaubt man doch!« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Nachdem man ihn in die Abteilung »Homicide Special« des Los Angeles Police Department versetzt hat, wird Hieronymus »Harry« Bosch mit dem Mord an dem Arzt Stanley Kent konfrontiert, den man mit zwei Kugeln im Schädel quasi hingerichtet auffand. Im Haus des Toten findet Bosch dessen Gattin Alicia – nackt und gefesselt, überfallen von zwei Männern offenbar arabischer Herkunft, die Stanley mit der Nachricht vom Kidnapping seiner Frau zwangen, die gesamten Caesium-Vorräte des St.-Agatha´s-Krankenhauses zu stehlen, die dort für die Bestrahlung von Krebsherden verwendet werden.

Hat Kent in seiner Not Terroristen ´beliefert´, die mit dem radioaktiven Caesium eine ´schmutzige´ Bombe bauen und in den verhassten Vereinigten Staaten zünden wollen? Nach dem 11. September 2001 setzt dieser Verdacht eine Kettenreaktion in Gang. Eine ganze Reihe sich wichtig nehmender Bundesbehörden mischt sich in die Ermittlung ein. Das Ergebnis ist Chaos, in dem die Diebe problemlos abtauchen können.

Doch stecken tatsächlich Terroristen hinter dem Diebstahl? Harry Bosch, der seit jeher auf Kompetenzrangeleien pfeift und mit dem daraus entstehenden Ärger gut leben kann, ist skeptisch. Mit kühlem Kopf arbeitet er sich akribisch durch die Indizien, zwingt die »Kollegen« wenn nötig handgreiflich zur Zusammenarbeit und setzt Stück für Stück ein Verbrechen zusammen, das dank der allgemeinen Aufregung perfekt zu funktionieren droht …

Der Terror und die Wichtigtuer

»Wir ziehen den Heimatschutz hinzu, die JTTF, alle. Die reinste Buchstabensuppe. NRC, DOE, RAP …wer weiß, vielleicht schlägt sogar noch die FEMA ihre Zelte auf …Das reinste Chaos, kann ich Ihnen sagen.« (S. 74) So antwortet FBI-Agent Brenner, als Harry Bosch ihn fragt, wer sich denn noch in die Untersuchung des Mordfalls Stanley Kent einmischen wird. Für ihn, den Polizisten und Ermittler alter Schule, ist dies ein Fall, für das »sein« LAPD zuständig ist, das traditionell allergisch gegen die Einmischung in seine Arbeit von außen reagiert: »Das Los Angeles Police Department war eine der insularsten Behörden der Welt. Es hatte über ein Jahrhundert lang überlebt, ohne auf der Suche nach neuen Ideen, Lösungen oder Führern allzu oft einen Blick über den Tellerrand zu werfen.« (S. 179)

Erst allmählich dämmert Bosch, dass er wieder einmal in die Mühlen der Politik geraten ist, die von den Medien eifrig in Gang gehalten werden: Nach dem 11. September 2001 ist »Terrorist« ein Reizwort, gegen das Werte wie Logik oder Vernunft keine Chance mehr haben. Um zu verhindern, das die »Schurkenstaaten« ihren Krieg noch einmal ins Innere der USA tragen, wurden Gesetze geändert (bzw. gebogen) und eine ganze Flut von Abwehr-Institutionen gegründet. Diese achten sehr auf ihre Kompetenzen und geraten sich regelmäßig ins Gehege. Jeder achtet eifersüchtig auf seinen Vorrang: »Wenn es darum geht, Informationen auszutauschen, frisst das FBI wie ein Elefant und scheißt wie eine Maus« (S. 155), stellt Harry Bosch einmal drastisch klar.

Nicht einmal das LAPD ist gegen das Rampenlicht immun, das auf diese scheinbar wichtigen Einrichtungen fällt: Nachdem der Heimatschutz diverse Operationen gegen terroristische Aktionen leitete, von denen das LAPD nicht wusste, gründete man dort prompt einen separaten Heimatschutz, der nunmehr seine Bedeutsamkeit ständig unter Beweis stellen möchte und dabei zur Hysterie neigt, die in Kalter Tod tödliche Folgen hat.

Womit Harry Bosch dorthin zurückgekehrt ist, wo es ihm stets gar nicht gefiel. Ein Mord ist ein Fall, der aufgeklärt gehört. Wie man das macht, ist Bosch nach mehr als dreißig Dienstjahren kein Geheimnis mehr. Am besten arbeitet er, wenn man ihn in Ruhe lässt, was freilich nie geschieht: Die besondere Dynamik der Bosch-Serie speist sich nicht nur aus der Spannung, die besagten Fällen innewohnt, sondern auch aus den Kämpfen, die Harry Bosch, ein moderne Don Quijote, mit den Windmühlenflügeln der Bürokratie ausfechtet.

Die ist dieses Mal geradezu gemeingefährlich. Der Kampf gegen den Terrorismus ist in den USA zum allzu gern eingesetzten Freibrief geworden, mit dessen Hilfe sich lästige Fahndungshindernisse wie Menschenrecht und Menschenwürde erschreckend problemlos aushebeln lassen. Connelly spielt durch, was solche Hysterie nach sich zieht. Hoffentlich gerät er danach nicht selbst ins Visier der selbst ernannten und scheinbar unkontrollierbaren Staatsschützer …Dabei ist Connelly eher Kritiker einer aus dem Gleichgewicht geratenen, längst selbst fanatisierten Anti-Terror-Organisation. Er lässt die Auswüchse in seine Geschichte einfließen, ohne die reine Notwendigkeit der Wachsamkeit zu leugnen.

In der Kürze liegt die Würze

Dass Kalter Tod deutlich kürzer als die üblichen Bosch-Thriller ausfällt, wirkt sich eher positiv aus. Wie alle lang laufenden Reihen hat auch diese viel privaten Ballast auf das Haupt ihres Helden gehäuft, der von Band zu Band mitgeschleppt wird. Dieses Mal ist dafür kaum Platz. Der Fall und die daraus entstehenden Verwicklungen stehen im Vordergrund. Die Seifenoper spielt im Hintergrund, was Connelly – nicht nur hier – viel öfter so halten sollte.

Während der Grundton wieder sehr nüchtern und teilweise dokumentarisch ist, gelingen dem Verfasser oft gelungene ironische Spitzen, die sich gegen den Kompetenzwirrwarr, die Medien und die zornige Ohnmacht einer Polizei richten, die in Los Angeles nicht selbstständig schalten und walten darf, sondern der Aufsicht des Justizministeriums und der Stadtverwaltung untersteht. In den höheren Rängen sind die Beamten vor allem mit Verwaltungsarbeit und der Absicherung ihrer Entscheidungen beschäftigt; manche haben sich das Entscheiden vorsichtshalber ganz abgewöhnt; selbst Harry jungem Partner wurde schon der Schneid abgekauft. Und zur Ausstattung fällt Connelly folgender hübscher Satz ein: »Wie viele Detectives benutzte er lieber seinen eigenen Computer, weil die von der Polizei gestellten Geräte alt und langsam waren und meistens stärker mit Viren verseucht als eine Nutte vom Hollywood Boulevard.« (S. 130)

Keine Ruhe für Harry Bosch

Schon wieder steht unser gestresster Held vor einem Neuanfang: Nachdem er seinen Job als Privatermittler an den Nagel gehängt hatte und in den Polizeidienst zurückgekehrt war, bearbeitete Bosch ´kalte´ Fälle, die vor Jahren ergebnislos ad acta gelegt wurden. Weil es ihm gelungen war, auch in dieser vom realen Polizeialltag weitgehend abgekoppelten Abteilung für Trubel zu sorgen (s. »Echo Park« – oder eben nicht ..., dazu weiter unten), lässt man ihn jetzt der ´normalen´ Mordkommission zuarbeiten.

Das ändert selbstverständlich gar nichts an seiner Halsstarrigkeit. Ein fähiger Mann, der keine Karriere mehr plant, ist der von der Politik und den Medien geprägten Welt des LAPD ein Dorn im Fleisch, der sich in diesem Fall auch noch schwer entfernen lässt, weil Bosch durch Drohungen und Strafmaßnahmen nicht eingeschüchtert, sondern angestachelt wird: Er ist ein Ritter, aber einer mit angriffslustig eingelegter Lanze.

Dem kann sich auf Dauer kein ´Freund´ oder Feind entziehen. Bosch zermürbt durch Hartnäckigkeit. Darüber hinaus ist seine Findigkeit mindestens so ausgeprägt wie sein Überlebenswille, den er – in seinem Fall kein Klischee – auf den Schlachtfeldern Vietnams gestählt hat. Bosch dringt durch und löst den Fall. Kollateralschäden in Gestalt düpierter Vorgesetzter oder entlarvender Schlagzeilen sind ihm gleichgültig. Von den Anforderungen, die er bezüglich kriminalistischer Arbeit stellt, schließt er auch langjährige Freunde nicht aus, was sein Privatleben ebenso unstet wie seine berufliche Laufbahn wirken lässt.

Dem Leser bereitet die Odyssee des Hieronymus Bosch weiterhin großes Vergnügen. Es wird nie langweilig mit dem bockbeinigen Ermittler, den es unverhofft in neue Jagdgründe verschlägt. So bleibt es auch im 14. Fall, »The Brass Verdict«, der Bosch auf seinen Halbbruder Mickey Haller, den »Lincoln Lawyer« aus Connellys gleichnamigen Roman von 2005 (dt. Der Mandant), treffen lässt.

Ärger mit der Nummer 13

Deutsche Titel für fremdsprachige Krimis …Darüber sollte man irgendwann ein Buch schreiben, denn selten manifestieren sich Ungeschick und Ahnungslosigkeit so deutlich wie in diesem Zusammenhang: Wie kann man ein Buch – das im Original hübsch doppeldeutig sowohl »Der Überblick« als auch »Das Übersehen« heißen könnte -, in dem es um den Raub radioaktiven und denkbar »heißen« Caesiums geht, ausgerechnet Kalter Tod nennen? Und wenn wir schon solche Fragen stellen: Wieso erscheint der 13. Harry-Bosch-Roman hierzulande vor Echo Park, dem zwölften? Diverse wichtige Vorkenntnisse bleiben dem Leser so vorbehalten.

Dessen ungeachtet ist die Nummer 13 ganz und gar keine Unglückszahl. Dabei ist Kalter Tod eigentlich gar kein »richtiges« Buch. The Overlook veröffentlichte Connelly in sechzehn Fortsetzungen in der New York Sunday. Das erklärt die relative Kürze sowie eine Gliederung, die das »Fortsetzung folgt« am Schluss manches Kapitel noch ahnen lässt – marginale Anmerkungen zu einem Roman, der sich gleichrangig in eine weiterhin hochwertige Krimi-Serie integriert.

Michael Drewniok, Oktober 2008

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Michael zu »Michael Connelly: Kalter Tod« 16.02.2010
"Kalter Tod" ist leider eine bittere Enttäuschung für Fans von Michael Connellys hochkarätigen Harry Bosch-Romanen. Deutlich kürzer als gewohnt ist dieses Werk ausgefallen, das chronologisch eigentlich nach "Echo Park" angesiedelt ist, vom deutschen Verlag allerdings vor diesem Buch veröffentlicht wurde - völlig unverständliche Lizensierungspolitik.
Zurück zum Buch: Es wirkt, als wollte Connelly unedingt auf den 9/11-Zug aufspringen und das Thema Terrorismus zur Sprache bringen. Schade, denn das hätte er eigentlich absolut nicht nötig. So ist ein Roman entstanden, dem der gewohnte Tiefgang fehlt, den man sonst an Büchern des Autors so schätzt. Die Story wirkt streckenweise ein wenig an den Haaren herbeigezogen, während die Charaktere oberflächlich bleiben.
Bleibt abschließend zu sagen, dass ich die Wertung von 85° in diesem Fall absolut nicht nachvollziehen kann und hoffe, dass die nächsten Connelly-Bücher wieder besser werden.(*) Von mir gibt's 65°.

* (Anmerkung: Echo Park ist ja mittlerweile zumindest im Hardcover in Deutschland erschienen und scheint den Kritiken nach zu urteilen ein sehr gutes Buch geworden zu sein - sieht also ganz gut aus. ;))
mg11 zu »Michael Connelly: Kalter Tod« 20.01.2010
"Kalter Tod" ist ein flüssig geschriebener und recht kurzer Krimi für "Zwischendurch".
Die Wendungen sind logisch nachvollziehbar und gut integriert. Über den privaten Harry Bosch erfährt man hier leider nur wenig, das Augenmerk liegt hauptsächlich auf den vorliegenden Fall und der Ermittlungsarbeit.
Aber gerade durch die Kürze des Buches und die präzise Darstellung der Ermittlungsarbeit, ist auch dieser Krimi von MC durchaus weiterzuempfehlen. Von mir gibt es 92° und 100% Weiterempfehlung.
pescheg zu »Michael Connelly: Kalter Tod« 03.07.2009
Ich stimme meinen Vorschreibern zu. «Kalter Tod» fällt ab gegenüber den anderen Büchern der Bosch-Reihe. Denn in der Tat fehlt in der kurzen Geschichte das sonst übliche Zugemüse, das die Romane von Connelly weit über den Durchschnitt hebt.

Gerade durch den «privaten Ballast» konnte Harry Bosch zu einem herrlich echten Charakter heranwachsen, der uns seit Jahren durch Los Angeles begleitet und uns diese irritierende Metropole voller Gewalt und Hass, aber auch voller eigentümlich anmutender Schönheit, erleben lässt.
Gert zu »Michael Connelly: Kalter Tod« 25.03.2009
"Kalter Tod" fällt gegenüber den übrigen, Romanen der "Bosch-Reihe" deutlich ab. Die Handlung ist recht eindimensional und wird von Conelly nur mühsam um einige Nebenaspekte angereichert. Das Ende ist alsbald vorhersehbar. Insgesamt ein wenig einfallsreicher und nicht sehr spannender Krimi. Conelly kann das doch sonst sehr viel besser. Hoffentlich nur ein vorüberhgehendes "Kreativitätstief".
Thomas71 zu »Michael Connelly: Kalter Tod« 07.03.2009
Im Gegensatz zu Michael Drewniok bin ich der Meinung, dass es dem Roman "Kalter Tod" von Michael Connelly in keinster Weise gut tut, dass er kürzer ist als ein "normaler" Harry-Bosch-Roman. Ich finde nämlich, dass es gerade der "Ballast" ist, der Harry vom hartgesottenen Klischee-Ermittler im LAPD zu einer herrlich dreidimensionalen Gestalt macht. Sicher ist "Kalter Tod" immer noch besser als ein großer Teil der Thrillerkost, die dem Leser jedes Jahr vorgesetzt wird, an einen "normalen" Harry-Bosch-Roman reicht dieser Thriller aber nicht heran, dazu ist der Fall zu formelhaft, der neue Partner ("Nennen Sie mich Izzy") zu farblos und selbst Rachel Walling, die seit "Die Rückkehr des Poeten" zum Stammpersonal in Harrys Los Angeles gehört, bleibt nicht mehr als ein relativ nervender Sidekick. Ich persölich hoffe, dass Connelly in Zukunft wieder längere Romane schreibt, damit zu alter Form aufläuft und der Zeitungsfortsetzungsroman "Kalter Tod" nur ein einmaliges Experiment bleibt...
Schrodo zu »Michael Connelly: Kalter Tod« 08.10.2008
Kalter Tod heißt der Thriller, es geht um einen Raub von radioaktivem Cäsium. Dazu noch ein Mord, und der ruft den alt gedienten Ermittler Harry Bosch auf den Plan. Dass sich in den USA, seit dem 11. September, sofort das FBI und diverse andere Institutionen einschalten und Harry den Mordfall wegnehmen möchten, versteht sich von selbst. Na ja, wer Harry Bosch kennt, der weiß das er da bestimmt nicht mitspielt. Ob oder wie Harry den Fall löst, kann ich ja nicht verraten, müsst ihr schon selbst lesen. Lohnt sich aber!
Michael Connelly kann´s einfach! Sehr guter Plot, man findet sofort in den Roman und kann ihn kaum mehr weglegen. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite und ein überraschender Schluss den ich 50 Seiten vor dem Ende nicht erwartet hätte. Toller Roman, absolut empfehlenswert. Der Thriller ist in sich abgeschlossen und man muss die 12 vorherigen Fälle des Herrn Bosch nicht gelesen haben.
Von mir gibts dafür lockere 93°
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bio-Fan zu »Michael Connelly: Kalter Tod« 01.10.2008
"Was ist bloß mit Harry los?" dachte ich nach zwei Kapiteln. Ist Michael Connelly seines Helden müde geworden? Aber mitnichten! Nur, daß der Heyne-Verlag einen Originalroman übersprungen hat. "Echo Park" von 2006 wurde nicht in Deutsch veröffentlicht.(Seltsame Verlagspolitik) So fehlt uns ein wichtiger Teil aus der Vita des Hieronymus "Harry" Bosch, dabei wird in "Kalter Tod" sehr oft auf die Geschehnisse in "Echo Park" angespielt - sei es Harrys Verhältnis zur FBI-Agentin Rachel Walling oder welche Ereignisse zu seiner erneuten Suspendierung vom Polizeidienst führten.
Sei´s drum!
In "Kalter Tod" läuft Detective Harry B. nach Anlaufschwierigkeiten wieder zu alter Form auf.
Sein Fall: Radioaktives Caesium wird mittels Geiselnahme und Erpressung aus einer Klinik entwendet. Der Überbringer wird exekutiert aufgefunden. Seine Frau später gefesselt in ihrem Haus entdeckt. Viele Indizien weisen auf einen terroristischen Hintergrund hin. Für das FBI und die Organisationen des Heimatschutzes ist der Fall klar: Radioaktives Material - "schmutzige" Bombe - Terroristen = Gefahr für die Nationale Sicherheit. Harry gerät in den Clinch der Sicherheitsfanatiker. Connelly spart nicht mit dem Spott über die Vielzahl der Organisationen, die sich hinter Buchstaben und Akronymen verstecken, deren Terrorpräventivmaßnahmen die Bürgerrechte einschränken und gerne benutzt werden, um von "realen" Problemen abzulenken. Kann sich Harry angesichts dieser geballten Ladung Nationaler Kompetenz durchsetzen? Wer Harry kennt, der weiß, wie er reagieren wird.
Wer die Reihe um Harry Bosch noch nicht kennt, der kann den "Kalten Tod" lesen - er ist in sich abgeschlossen, aber den besonderen Charme erfährt man nur mit der Kenntnis der Vorgeschichte(n), die ich nur empfehlen kann.

88 Grad
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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