Im Schatten des Mondes von Michael Connelly

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Void Moon, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Nevada / Las Vegas, 1990 - 2009.

  • Boston: Little, Brown, 2000 unter dem Titel Void Moon. 391 Seiten.
  • München: Heyne, 2002. Übersetzt von Sepp Leeb. ISBN: 3-453-86501-4. 445 Seiten.
  • München: Heyne, 2003. Übersetzt von Sepp Leeb. ISBN: 3-453-87355-6. 445 Seiten.

'Im Schatten des Mondes' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

Das meint Krimi-Couch.de:

Ein äußerst spannender Thriller um eine Profi-Diebin und ihren kaltblütigen Verfolger – im Mittelpunkt das Spielerparadies von Las Vegas. Im Unterschied zu Connellys anderen Roman fehlen diesmal Polizisten fast völlig: Diese Geschichte schildert die Schattenseite des Verbrechermilieus – und wie man ihm entkommt.

Die auf Bewährung freigelassene Cassie Black schaut nicht gerne zurück, aber sie muss. Jahrelang hatte sie in Las Vegas erfolgreiche Spieler in Las Vegas, der Hauptstadt des Glücksspiels, ausgeraubt. Am Schluss verlor sie ihren Geliebten und Mentor Max Freeling, danach verbrachte sie fünf elende Jahre im Knast.

Jetzt verkauft Cassie Luxusautos an Hollywoodgrößen wie etwa erfolgreiche Drehbuchautoren. Ihr streng gehütetes Geheimnis hat ihr ermöglicht, die schwärzesten Stunden der Hoffnungslosigkeit zu überstehen. Doch mittlerweile hat Cassie die Nase voll vom ehrenhaften Leben. Sie nimmt Kontakt zu ihrem alten Helfer Leo Renfro auf, der ihn einen »Job« in Vegas verschafft. Natürlich sofort. Cassie muss nämlich möglichst schnell an Geld kommen, um ihr Geheimnis weiterhin bewahren zu können, das in Gefahr ist aufzufliegen …

In Vegas sieht der Job zunächst wie ein Kinderspiel aus: Ein erfolgreicher Baccarat-Spieler namens Hernandez wird ihr als Zielobjekt zugewiesen. Sie erhält seine Zimmerschlüssel und Zimmer direkt neben seinem. Offenbar steckt in der Hotelorganisation ein Maulwurf. Obwohl sich Cassie nicht hundertprozentig wohl in dem Hotel, dem (fiktiven) Cleopatra, fühlt, in dem ihr Geliebter Max starb, zieht sie den Job durch. Alles verläuft nach Plan, bis sie den Aktenkoffer ihres auserkorenen Opfers öffnet: Mafiageld!

In diesem Moment fällt ihr die Warnung des Strohmannes Leo Renfro ein, der ihr diesen »Job« vermittelt hat: Sie solle sich vor jenen Minuten in der Tatnacht in Acht nehmen, in denen der Mond sein altes astrologisches »Haus«, um in ein neues zu wechseln: vor dem »kritischen Mond« (O-Titel: »Void Moon«).

Nun beginnt die Jagd nach dem Mafiageld – für Cassie und ihren kaltblütigen Jäger ein Rennen gegen die Zeit …

Bis Seite 160 dachte ich, dass dieses Buch doch ein wenig spannender sein könnte. Ich meine: Es ist zwar recht kitzlig, in einem fremden Hotel einen Raubüberfall durchzuziehen, ohne dass weder der Überfallene noch der Sicherheitsdienst etwas davon merken. Das erinnert ein wenig an die seligen Zeiten von Forsyths »Der Schakal«.

Aber dann, ab Seite 160, kam Jack Karch ins Spiel, und das ist ein mindestens ebenso interessanter Charakter wie Cassie. Jack ist ein korrupter Privatdetektiv, hat aber sehr viel mit der Geschäftsleitung des Cleopatra-Casinos zu tun. Und wie es scheint, war er an Max Freelings Tod nicht ganz unschuldig.

Was diesen psychopathischen Killer – man nennt ihn »Jack of Spades« wegen seines Geschicks im Umgang mit dem Spaten – so unheimlich macht, sind seine zwielichtigen Taschenspieler- und Zauberertricks, die er von seinem Vater erlernt hat (der aber schon lange unter der Erde ist). Außerdem verfolgt Jack seine eigenen Pläne mit dem Cleopatra.

Ab Jacks Auftritt wird das Leben für Cassie, Leo und alle, die ihnen nahestehen, reichlich ungemütlich. Natürlich kommt es nach etlichen Scharmützeln zu einem ordentlichen Showdown in Vegas.

Doch im Verlauf von Cassies Verfolgung durch Jack und dieses Finales ergeben sich zahlreiche Überraschungen. Wir erfahren endlich von Cassies Wünschen, Träumen und ihrem Geheimnis. Der Autor bringt uns dazu, dieser Diebin sämtliche Daumen zu drücken. Und wir erfahren endlich, was in jener verhängnisvollen Nacht vor sechs jahren wirklich passierte. Auch Jack fällt aus allen Wolken – und dann noch etwas tiefer …

»Im Schatten des Mondes« fängt langsam an, denn es ist sorgfältig erzählt. Der Erzähler gerät nie ins Schwafeln, wenn er seine Figuren vorstellt, schon gar nicht, wenn sie allmählich in eine spannende Handlung verwickelt werden.

Gegen Schluss wird eine rasante und höchst überraschende Katz-und-Maus-Jagd zwischen Jack und Cassie, seiner hübschen Widersacherin, inszeniert, bei der nicht nur viel geld auf dem Spiel steht, sondern mehrere Menschenleben. Der Thrillerfreund kann absolut zufrieden sein. Ich war es jedenfalls. Schade, dass das Buch nach 445 Seiten schon zu Ende ist.

Ihre Meinung zu »Michael Connelly: Im Schatten des Mondes«

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trafik zu »Michael Connelly: Im Schatten des Mondes« 02.10.2017
Ich bin ein sehr großer Fan von Michael Connelly. Dieser ist bis jetzt der schlechterste, den ich bis jetzt gelesen habe.
Es ist eigentlich kein richtiger Krimi sondern eine Gangstergeschichte. Nicht so mein Ding. Lange Zeit kommt auch keine so richtige Spannung auf. Der Schluß ist aber dann sehr gut geworden.
Hoffe, das war ein einmaliger Ausrutscher von Michael Connelly.
Giggiulrike zu »Michael Connelly: Im Schatten des Mondes« 08.06.2014
Mich würde das Experiment interessieren, den genialen Anfang bis zum Diebstahl des Geldes von einer Frau zu Ende schreiben zu lassen, dann hätte das Buch noch Raffinesse bekommen können. Trotz dieser Chancen wird es aber leider echt patt. Ein Buch über einen genialen Coup zu lesen war aber ein seltenes Vergnügen.
herr-herbert zu »Michael Connelly: Im Schatten des Mondes« 29.07.2011
Der Autor braucht ganz schön lange,ehe er das Gaspedal findet und die Story Fahrt aufnimmt.Dann gibt es aber jede Menge Action und Spannung,der Krimi liest sich recht flott und es besteht keine Gefahr,daß der Leser zu schnarchen anfängt.Dennoch einige Nörgeleien:
Die Profi-Diebin Cassie Black leistet nicht nur physisch,sondern auch was die Inanspruchnahme der grauen Zellen und die emotionale Belastung betrifft Übermenschliches.James Bond ist dagegen bestenfalls ein Gartenzweg.Weniger wäre mehr gewesen.
Der Raubüberfall erweist sich nun deswegen als Misserfolg,weil es sich bei der Beute um Mafia-Geld handelt.Nun kommt der Mond ins Spiel.Er soll irgendwie daran schuld sein,und es folgt ein Ausflug in die Astrologie,daß es einem echt die Schuhe auszieht.Dies hat nicht einmal Seifenopernniveau und ich fragte mich,wo bleiben die UFOs und die Vampire.
Nun weiß ich natürlich auch,daß ein Krimi keine Abbildung der Wirklichkeit im Maßstab 1 : 1 ist,aber Plausibilität und Realitätsnähe sind ja nicht gerade verboten.
Ganz besonders drollig finde ich in der Krimi-Couch-Rezension die Behauptung,der Privatdetektiv Jack Karch sei ein interessanter Charakter.Diesen Euphemismus muß man sich mal reinziehen!Der Typ ist schlicht und einfach ein Kotzbrocken.
Insgesamt ist es aber ein Krimi der besseren Sorte;vor allem der Schluß ent-
schädigt für manches:Obwohl gegen den Strich gebürstet ist er doch ein heftiger Angriff auf die Tränendrüsen,zumindest für ein Weichei wie mich.
Dirty_Harry 1976 zu »Michael Connelly: Im Schatten des Mondes« 14.11.2009
Dieses Buch braucht ein wenig um in Fahrt zu kommen. Aber dann geht es richtig los. Erst nach und nach wird die Story von Cassie und ihren Beweggründen offen gelegt.
Connelly hat hier wohl nur mit angezogener Handbremse geschrieben, da seine Romane im Normalfall mit mehr Action aun d Spannung ausgestattet sind. Auf alle Fälle ist das Wechselspiel zwischen und ihrem WIdersacher nicht ohne.
frolleinvomamt zu »Michael Connelly: Im Schatten des Mondes« 12.08.2007
Das Buch zerfällt in 3 Teile:
Der 1. Teil ist eine Erholung nach einigen Psychopathen-Krimis. Eine Diebin, die in ihren alten Beruf wieder einsteigt. Warum, wird anfangs nicht ganz klar. Ein bisschen "Mission Impossible".
Teil 2 führt ihren Gegenspieler ein, und da wirds dann wieder psycho ... geht wohl nicht mehr ohne.
Teil 3 beschreibt dann das Duell zwischen beiden, wobei die Vorgeschichte aufgerollt wird.
Das Ende bleibt ziemlich unklar.

Ich hab das Buch gerne und mit Spannung gelesen.
Die Enttäuschung meiner Vorredner kann ich nicht verstehen.
Frank zu »Michael Connelly: Im Schatten des Mondes« 24.02.2004
Wieder gelang es Connelly ausgezeichnet eine Hauptfigur zu ersinnen, die dermaßen unsymphatisch ist, dass man seine Konsequenz neidlos anerkennen muß. - Über die Handlung an sich verliert man lieber erst gar kein Wort!
Ludger Menke zu »Michael Connelly: Im Schatten des Mondes« 20.09.2002
Ein enttäuschender Roman von Michael Connelly. Die Geschichte der Diebin Cassie Black schwankt zwischen Langeweile, Mystik und Spannung mit der Brechstange.
So quält Connelly seine Leser seitenweise mit technischen Beschreibungen - etwa, wenn Cassie im Hotelzimmer ihres Opfers Überwachungskameras anbringt.
Aber Connelly-Fans wissen: Er kann es besser!
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