In Blut geschrieben von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel In Tenebris, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Goldmann.
- Neuilly-sur-Seine: M. Lafon, 2003 unter dem Titel In Tenebris. 474 Seiten.
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München: Goldmann, 2006.
Übersetzt von Eliane Hagedorn & Bettina Runge.
ISBN:
978-3-442-46055-7. 512 Seiten.
'In Blut geschrieben' ist erschienen als
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In Kürze:
In New York verschwinden auf rätselhafte Weise Menschen, ohne dass es der Polizei bisher gelungen wäre, eine heiße Spur ausfindig zu machen. Doch eines Nachts entdeckt man in einem Park in Brooklyn eine blutüberströmte junge Frau, in der Hand einen Beutel mit ihrem Skalp. Der Polizistin Annabel O’Donnel gelingt es schnell, einen möglichen Täter ausfindig zu machen und in seinem Haus zu stellen. Aber was hat es mit der lateinischen Inschrift für eine Bewandtnis, die in Blut an die Wand geschrieben ist? Gemeinsam mit dem Privatdetektiv Joshua Brolin macht sich Annabel an die Lösung des Falls. Und die beiden er wartet nichts Geringeres als ein Abstieg in die tiefste Hölle der menschlichen Perversion …
Das meint Krimi-Couch.de: »Die junge Frau, die junge Frau und die junge Frau«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
Brooklyn, Januar 2002: Detective Annabel O’Donnel erhält von ihrem Kollegen Jack Thayer die Nachricht, dass im Prospect Park eine junge Frau gefunden wurde. Diese rannte völlig in Panik nackt und skalpiert durch die Gegend. Den Skalp trug sie in einem Beutel dabei. Wie sich herausstellt, wurde die Frau mit dem Schlafmittel Ativan voll gepumpt, schwer misshandelt und mehrfach vergewaltigt. Doch es kommt noch schlimmer für die Polizisten, denn der in dem Beutel gefundene Skalp stammt von einer anderen Frau. Als sich O’Donnel daraufhin den Ort näher ansieht, an welchem die Frau aufgegriffen wurde entdeckt sie den Skalp einer dritten Frau.
O’Donnel sucht die in der Nähe des Parks gelegenen Apotheken und Drugstores auf, um sich nach Käufern des Schlafmittels Ativan zu erkundigen. Recht bald stößt sie dabei auf die Spur von Spencer Lynch. Während sie auf die Ankunft ihres Kollegen Thayer wartet, sieht sie Lynch ein Haus betreten und beschließt, diesem zu folgen bevor er womöglich verschwinden kann. In seiner »Wohnung« kommt es kurz drauf zu einem Schusswechsel, bei dem Lynch schwer verletzt wird. Er fällt kurz darauf in ein Koma. Bei der folgenden Wohnungsdurchsuchung finden die Beamten zwei weitere Frauenleichen in dessen Badewanne und zudem zahlreiche Fotos weiterer Menschen, denen das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben steht.
Wie sich schnell ergibt, handelte Lynch jedoch offenbar nicht allein, sondern war Mitglied einer sektenähnlichen Gemeinschaft von Psychopathen, die sich auf »Caliban« berufen. Die Suche nach den Tätern beginnt, da erhält O’Donnel plötzlich Unterstützung von unerwarteter Seite. Der Privatdetektiv Joshua Brolin, der eine vermisste junge Frau sucht, bietet sein Hilfe an. Als ehemaliger Polizist, der sich einst vom FBI im Profiling schulen lies, kann er die Ermittlungen schon bald mit seinen Methoden voran bringen. Aber damit beginnt für beide der Abstieg in die Hölle …
An Phantasie fehlt es dem Autor nicht
Eines kann man dem 1976 geborenen Franzosen Maxime Chattam sicher nicht vorwerfen: Mangelnde Phantasie. Was Chattam hier auftischt ist schon ein gewaltiges Paket, denn das gleich mehrere Psychopathen ihre Folterungen und Metzeleien (und nicht nur das) miteinander koordinieren hat es – glücklicherweise – in der Realität jedenfalls noch nicht gegeben, gelten derartige Täter ja bekanntlich als typische Einzelgänger. Nur wenige reale Psychopathen hatten »einen« Partner.
Ansonsten heißt es erst einmal, das Buch bitte schön schräg halten, damit zumindest ein bisschen Blut heraus laufen kann. Wer Tess Gerittsen, Mo Hayder oder Karen Slaughter für »leichte Kost« hält, der kann hier gerne sein Glück versuchen. Alle anderen Leser/innen seien ausdrücklich gewarnt. Mit Detailliebe und allen erdenklichen Perversionen wird hier nicht gespart.
Mit dem Ermittler-Duo Annabel O’Donnel und Joshua Brolin, jenem ehemaligen Polizisten, der im Debütroman Chattams »Das Pentagramm« noch selber die Ermittlungen leitete und in deren Konsequenz anschließend den Dienst quittierte, schafft der Autor ein durchaus sympathisches »Paar«, welches durchaus Zukunft haben könnte. Der nächste Fall der beiden Protagonisten (»Der Kuss der schwarzen Witwe«) ist für März 2007 bereits angekündigt und wird zeigen, ob dem auch so ist.
Über den mitunter geschmacklosen bis perversen Inhalt des Buches mag man streiten, ist man als Leser von Psychothrillern moderner Prägung ja schon einiges gewohnt, aber was einem den Lese- bzw. Gruselspaß doch reichlich vermiest, ist der Erzählstil (oder die Übersetzung oder das Lektorat?) des Autors.
»Annabel fiel auf, dass sich McGarths Frau in der Nähe der Küchentür aufhielt. Detective O’Donnel machte sich keine Gedanken darüber.«
Ja, was denn nun? Alle Personen werden mit Nachnamen erwähnt, nur bei der Protagonistin mag sich der Autor nicht recht entscheiden. Das er diese überwiegend mit Vornamen erwähnt ist ja aufgrund ihrer »herausgehobenen Stellung« noch nachvollziehbar, der häufige Wechsel aber zwischen Vor- und Nachnamen stört gewaltig, da es sich schließlich um ein und dieselbe Person handelt. Noch ätzender: Unzählige Male wird Annabel als »die junge Frau« tituliert. Nervtötend, denn man hat ja spätestens beim zweiten Mal begriffen, dass Annabel »die« junge Frau ist.
Auch sonst gelingt dem Autor sprachlich nicht alles. Keine halbe Seite (!) liegt zwischen den beiden folgenden Sätzen:
»Sie eilten im Sturmschritt die Allee hinunter und steuerten auf ein Wäldchen zu, aus dem der Lärm eines Motorrads zu hören war.«
»Der Labrador sah sich ein letztes Mal nach ihnen um, bevor er im Wald verschwand, aus dem das Aufheulen eines Motorrades zu hören war.«
»In Blut geschrieben« ist ein solider Mainstream-Thriller mit einem Ermittlerpaar, dem man grundsätzlich weitere Fälle wünscht. Allerdings sollte der Autor sich bei künftigen Romanen vielleicht ein wenig mehr Zeit lassen, als diese wie bisher am Fließband zu produzieren. Ein ausgefallener Plot ist ja grundsätzlich wünschenswert (der übrigens nahezu alle gängigen Klischees bedient), aber sich ständig wiederholende Formulierungen sind sicher vermeidbar. Wer sich von einigen Ekelszenen nicht abschrecken lässt, wird den Kauf des Romans trotz allem vermutlich nicht bereuen. Wirklich genrerelevant ist er nicht.
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| Alexandra1981 zu »Maxime Chattam: In Blut geschrieben« | 10.08.2008 |
|---|---|
| sue82 zu »Maxime Chattam: In Blut geschrieben« | 17.05.2008 |
| Scorpian zu »Maxime Chattam: In Blut geschrieben« | 14.03.2008 |
| Chris. zu »Maxime Chattam: In Blut geschrieben« | 26.09.2007 |
| Bio-Fan zu »Maxime Chattam: In Blut geschrieben« | 20.08.2007 |
| mausimotte zu »Maxime Chattam: In Blut geschrieben« | 31.07.2007 |
| Elisabeth zu »Maxime Chattam: In Blut geschrieben« | 23.01.2007 |
| Yvonne_G. zu »Maxime Chattam: In Blut geschrieben« | 19.12.2006 |
| Kristin zu »Maxime Chattam: In Blut geschrieben« | 28.11.2006 |
| claudi_og zu »Maxime Chattam: In Blut geschrieben« | 11.10.2006 |
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