CSI: Doppeltes Spiel von Max Allan Collins

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel CSI Las Vegas: Double Dealer, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei vgs Egmont.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Las Vegas, 1990 - 2009.

  • New York: Pocket Books, 2001 unter dem Titel CSI Las Vegas: Double Dealer. 310 Seiten.
  • Köln: vgs Egmont, 2002. Übersetzt von Frauke Meier. ISBN: 3802529138. 306 Seiten.
  • Köln: vgs Egmont, 2005. Übersetzt von Frauke Meier. ISBN: 3802534840. 306 Seiten.

'CSI: Doppeltes Spiel' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Las Vegas, die Stadt der Abenteurer und Glücksritter schläft niemals. Vierundzwanzig Stunden am Tag sind die Casinos geöffnet – zum Vergnügen der Besucher. Doch hinter der glitzernden Fassade arbeiten die Männer und Frauen vom C.S.I., der »Crime Scene Investigation«, um die Stadt von ihrer Kriminalität zu befreien. Ein ungeklärter Mord, der auf das Konto eines Berufskillers geht, ruft das Team der Spurensicherung auf den Plan. Hartnäckig verfolgen Grissom und seine Leute ihr Ziel und geraten mehr als ein Mal an die Grenzen ihrer Kräfte. Zwei Fälle, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, bereiten ihnen Kopfzerbrechen. Aber sie wären keine Spezialisten der wissenschaftlichen Kriminalistik, wenn sie nicht die Hintergründe dieser mysteriösen Morde aufdecken würden. Ein langer Atem ist notwendig, um der Gerechtigkeit endlich zum Sieg zu verhelfen. Denn der Killer steht unter besonderem Schutz …

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein As im Ärmel, zwei Kugeln im Kopf« 75°

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Eine Nacht wie jede andere in Las Vegas, der Stadt in der Wüste des US-Staates Nevada, die noch viel seltener schläft als New York. Gleich zwei Leichenfunde zur selben Zeit sind nichts Ungewöhnliches für das Team der »Crime Scene Investigation« (CSI) des »Las Vegas Criminalistics Bureau«, das Tatorte sichert, Spuren untersucht und der Kriminalpolizei – meist verkörpert durch Captain Jim Brass von der Mordkommission, der früher selbst bei der CSI war – zuarbeitet.

Wie üblich teilt man sich auf. Gil Grissom, leitender Beamter der Nachtschicht, und seine Kollegen Warrick Brown und Sara Sidle machen sich auf ins Beachcomber-Casino-Hotel. Dort ist ein Gast vor den Augen eines entsetzten Etagenkellners buchstäblich hingerichtet worden: Zwei Kugeln jagte der Killer präzise in den Schädel seines Opfers, bevor er unerkannt entkam. Doch Spuren hat er trotzdem hinterlassen, auch wenn wie so oft das gesamte fahndungstechnische Instrumentarium der CSI sowie das geballte Wissen seiner unkonventionell denkenden und arbeitenden Beamten gefordert ist, sie nicht nur zu entdecken, sondern auch zu entschlüsseln.

Nick Stokes und Catherine Willows, die beiden übrigen Mitglieder von Grissoms Team, mühen sich derweil auf einem Baugrundstück ab, wo unter einer wilden Müllhalde die vollständig mumifizierte Leiche eines Mannes entdeckt wurde, die dort wohl mindestens fünfzehn Jahre gelegen hatte. Hier wird es besonders schwierig, die Todesumstände zu rekonstruieren. Eines steht allerdings rasch fest: Mord beendete dieses Leben, genauer gesagt: zwei Kugeln, präzise in den Schädel gejagt …

Lange dauert es nicht, bis den CSI-Leuten die Übereinstimmung auffällt. Zunächst glauben sie noch einen makabren Zufall – bis auf Gil Grissom, der den Zufall generell ausklammert und nur handfeste Beweise gelten lässt. Nur mühsam gehen die Ermittlungen voran, aber ein erster Teilerfolg kann errungen werden: Die Mumie war einst Malachy Fortunato, 1985 plötzlich verschwundener Buchhalter in einem der großen Casinos, gleichzeitig ein Spieler – ein ungute Kombination, wenn man für das Syndikat arbeitet. Las Vegas war in den 80er Jahren noch fest im Würgegriff des organisierten Verbrechens. Gemeinsam mit Fortunato verschwand damals eine große Summe Mafia-Geldes, was seiner Witwe einige unangenehme Besucher ins Haus brachte. Doch sie war tatsächlich ahnungslos, und ihr Gatte womöglich auch.

Wer steckt also wirklich hinter dem Fortunato-Mord? Nach so vielen Jahren ist die Spur erkaltet, die Schar der Verdächtigen groß. Aber in den Labors der CSI setzt man allen Ehrgeiz daran, das Puzzle zusammenzusetzen – und vergisst darüber, dass die Karriere eines Killers durchaus länger als anderthalb Jahrzehnte dauern kann. Der »Deuce«, der die Köpfe seiner Opfer löchert wie die Zwei im Kartenspiel, ist jedenfalls noch sehr aktiv, und er beginnt jetzt allmählich nervös zu werden …

Ein gutes Buch zur Spitzenserie

Bücher zu Filmen oder Fernsehserien, die zudem von der Vgs Verlagsgesellschaft herausgebracht werden, sollte man eigentlich meiden. Sie leben allein vom Ruhm der Vorlage, gelten den Studios als nettes Zusatzgeschäft und werden von fix schreibenden, aber minderbegabten Autorenknechten wie am Fließband produziert. Eile tut Not, ist doch das Verfallsdatum solcher »tie in-Literatur« identisch mit dem Zeitpunkt, an dem der Film aus dem Kino verschwindet oder die TV-Serie abgesetzt wird.

Zwei Gründe gibt es, das hier besprochene Werk trotzdem eines näheren Blickes zu würdigen. Da ist zum einen der Verfasser: Max Allan Collins hat zweifellos einen guten Namen als »tie in«-Autor, denn er produziert bei aller Hast solide Unterhaltungsware, die mehr ist als die bloße Nacherzählung eines Drehbuchs. Sein Name steht heute über unerhört zahlreichen Film- und Fernseh-Romanen, und der wahre Genrekenner schätzt und ehrt Max Allan Collins als Autor vorzüglicher Kriminalromane, der mit seinen historischen Thrillern noch eines draufzusetzen vermag.

Der zweite Punkt geht an die Serie: »CSI« gehört eindeutig zu den besten Thriller-Shows des an Qualität in dieser Hinsicht nicht gerade armen US-Fernsehens. (Ich weiß, dass 99 von 100 amerikanischen Serien Bockmist sind, aber handwerkliche Professionalität und die schiere Quantität der ausgestoßenen Shows garantieren auch heute ein gutes Quantum Sehenswertes.) Die Storys sind krude, aber stets überzeugend, das Tempo rasant (Produzent: Jerry »Pearl Harbor« Bruckheimer, sonst die Pest der Kinowelt, aber hier in seiner holterdipoltrigen Großkotzigkeit wohltuend gezügelt), die Effekte heftig. Dazu kommt das große Glück einer fabelhaften Besetzung. Zuvor eher unbekannte, aber TV-erprobte Darsteller formen eine Riege, der man einfach gern bei der Arbeit zuschaut. Besonders William L. Petersen als Gil Grissom ist eine Figur mit Ecken und Kanten, die nicht im Reagenzglas des TV-Labors für Instant-Quotenhits lieblos zusammengebraut wurde. Die Chemie stimmt zwischen den Männern und Frauen des CSI-Teams, obwohl sie tüchtig miteinander konkurrieren und streiten.

Collins schafft es, alle diese Punkte in seinen Roman zu retten. Während der Lektüre kann man vor dem inneren Auge einen CSI Film »Doppeltes Spiel« ablaufen sehen. Dabei hilft es maßgeblich, dass der Plot mit einer der überdurchschnittlichen TV Episoden mithalten kann. Der ökonomisch arbeitende Verfasser greift auf die Ergebnisse früherer Recherchen zurück: Mit »The Million Dollar Wound«, dem vierten Nate Heller Roman (1986, dt. »Las Vegas 1946«) hatte Collins schon einmal die Geschichte der Casino Stadt als Kulisse für einen Thriller genutzt. Sein Wissen hat er klug genutzt und ein leichtes, aber rundum lesenswertes Krimi Vergnügen realisiert, das sich der Genre Liebhaber spätestens als nicht mehr gar so teures Taschenbuch auf die Lese Liste setzen sollte.

Ihre Meinung zu »Max Allan Collins: CSI - Doppeltes Spiel«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Antje zu »Max Allan Collins: CSI - Doppeltes Spiel« 29.05.2005
Ich habe lange gesucht, sogar den Verlag genervt, um dieses Buch zu bekommen und das zum Normalpreis, gehandelt wurde es ja zu horensen Preisen und nun da ich stolze Besitzerin einer Erstausgabe bin kommt doch glatt ne Woche später die zweite Auflage raus. Wie auch immer, ich habe es in zwei Nächten durchgelesen und bin absolut begeistert. Habe schon das neuste Buch in der Hand und bin seit gestern dabei... noch 100 Seiten :-).
Mag es garnicht aus der Hand legen...
3 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu CSI: Doppeltes Spiel

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: