Wo die Zitronen blühen von Massimo Carlotto

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel Nordest, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Tropen.
Ort & Zeit der Handlung: Italien, 1990 - 2009.

  • Rom: e/o, 2005 unter dem Titel Nordest. ISBN: 8876416811. 215 Seiten.
  • Stuttgart: Tropen, 2009. Übersetzt von Judith Elze. ISBN: 978-3-608-50203-9. 215 Seiten.
  • München: Heyne, 2011. Übersetzt von Judith Elze. ISBN: 978-3-453-67592-6. 216 Seiten.

'Wo die Zitronen blühen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Im Nordosten Italiens werden die Kleinstädte von wenigen Industriellenclans dominiert. Francesco Visentin ist Spross einer wohlhabenden Anwaltsfamilie. Wenige Tage bevor er heiratet, wird seine geliebte Braut tot aufgefunden – brutal ermordet. Die Suche nach dem Mörder offenbart nach und nach die skrupellosen und mafiösen Praktiken der Geschäftswelt – Menschenhandel, Erpressung, Ökokriminalität und Mord.

Das meint Krimi-Couch.de: »Die Organisation ist an allem Schuld« 40°

Krimi-Rezension von Wolfgang Franßen

Wen interessiert nicht ein Plot, indem eine Frau sich als Hure bezeichnet, ein Geheimnis vorzugeben weiß und kurz vor der Hochzeit ermordet wird, der beinah Ehemann düpiert zurückbleibt, sich in eine Fehde mit seinem Vorgänger einlässt, der ihn des Mordes beschuldigt, und einen Vater an der Seite weiß, dessen Einfluss ihn vor der möglichen Strafverfolgung zu schützen weiß?

Massimo Carlotto ist dem deutschen Publikum vor allem durch seinen schonungsloslosen Roman Arrivederci Amore, Ciao ein Begriff.

Marco Videtta weniger. Er soll sich in Italien als Drehbuchautor einen Namen gemacht haben. Es kommt mitunter vor, dass Autoren sich an ihren Schreibtischen langweilen, das ewige Einerlei von Texten, Abgeschiedenheit und Selbstdisziplin sie zu der glorreiche Idee verführen, zu Zweit ein Buch zu verfassen, den Austausch zu suchen. Wenn man an die Zusammenarbeit bei Fruttero und Lucentini denkt, vermag dies durchaus literarische, wie kriminalistische Früchte zu tragen, aber zu oft entspringt dem Vorhaben eine weit weniger erfolgreicher Glücksfall für die Welt des Krimis.

O sole mio

Bei Carlotta/Videtta verebbt der rasant hereinbrechende Plot im Verlauf der Geschichte. Der Stil ist karg, aufs Wesentliche beschränkt, ohne einen eigenen Ton zu entwickeln. Klischees von zwielichtigen Gestalten, Übervätern, korrupter Industrie und organisiertem Verbrechen werden in Kauf genommen.

Die in der Badewanne ermordete Giovanna ist Rechtsanwältin, arbeitet ausgerechnet in der Kanzlei des verehrten zukünftigen Schwiegervaters, in der der Sohn nicht arbeiten darf, weil er sich erste Meriten verdienen soll, bevor er in die Schuhe des Vaters steigt. Wie er dies je bewerkstelligen soll, angesichts der Naivität, mit der er den Ereignissen gegenübertritt, gehört zu den holzschnittartigen Charakterisierungen der Figuren, die den Roman bevölkern. Zum Glück taucht die Schwester Carla auf, die vor Wut keucht, den Visentinis und Calchi Reniers unterstellt, sich keinen Skandal leisten zu können, den Mord am liebsten vertuschen würden, um Geschäfte mit Rumänien nicht zu gefährden. Natürlich darf auch eine geheimnisvolle Contessa nicht fehlen, der der abschließende, bedeutende Satz bleibt:

»Ich bin mir sicher, dass sich alles aufklären wird. Es ist nur eine Frage der Zeit.«

Gut gebrüllt. Wahrscheinlich beabsichtigten die Autoren an dieser Stelle, ihrem Zynismus Ausdruck zu verleihen.

Ehefrau/Hure/Rechtsanwältin

Es geht um eine Liebe, bei der einer erwacht und feststellen muss, dass nicht nur seine zukünftige Braut ermordet wurde, vielmehr er selber unter Verdacht gerät. Es geht um ein lang zurück liegendes Verbrechen, bei dem Alvise Barovier Hab und Gut verlor, um Platz für eine Giftmülldeponie zu schaffen. Der Betrogene entzieht sich der Justiz, flieht nach Argentinien, und ist just der Vater der Ermordeten, die offensichtlich Beweise für seine Unschuld sammelte, was sie das Leben kostete.

Am Ende sehen wir uns bestätigt. So geht es halt zu in Italien, sagt man sich, wenn man die letzten Seiten erschüttert darüber gelesen hat, dass all die Geschichten stimmen, die wir uns über Italien zurechtgelegt haben. Ein Roman wie dafür geschaffen ihn an der Adria am Strand zu lesen, bevor wir aus der Mittaghitze aufstehen, um im Schatten Pasta zu bestellen.

Nur leider ist jede Reportage im Auslandsjournal spannender, bunter, lebendiger, als das Bemühen zweier Autoren etwas Schmissiges zu Papier zu bringen und Sozialkritik zu üben.

Wolfgang Franßen, September 2009

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HerrHansen zu »Massimo Carlotto: Wo die Zitronen blühen« 22.12.2010
Naja, das Meiste zum Buch ist gesagt. Die Handlung hat wirklich nette Ansätze, aber von einem Krimi ist man weit entfernt - sprich der Buchrücken hält nicht, was er verspricht.

Betrachtet man das Werk unter dem Gesichtspunkt der Gesellschaftskritik, ist es durchaus positiver zu bewerten. Bestechungen, Gefälligkeiten, Mafia-Verstrickungen, viele Klischees und Vorurteile Italiens werden bedient...

Trotz der Enttäuschung ist mir das Buch doch noch 60 Grad wert...
Dani@Leseratte zu »Massimo Carlotto: Wo die Zitronen blühen« 31.12.2009
Enttäuschung pur ... leider kann ich dieses Buch nicht weiter empfehlen

Also allein die Leseprobe hat mich sehr neugierig gemacht auf den Rest des Buches, welcher leider enttäuschend war. Naja ich hatte anfangs ja schon die Befürchtung, dass mal wieder ein typisches Krimi-Thema durchgekaut wird, aber ganz so hat es sich nicht entwickelt. Leider plätschert die Story so vor sich hin, nachdem Francesco seine Braut tod aufgefunden hat, stellte sich schnell heraus, dass es kein Unfall war. Aber leider kam nun nicht das erwartete, dass man in die Ermittlungen mit einbezogen wird, sondern es wird eher platt daher erzählt. Plötzlich entpuppt sich der Mord zu einer intigenreichen und korrupten Vergangenheit in der die Mafia eine Rolle spielt. Schade nur, dass einem alles präsentiert wird, wenig Verdächtige zwischen denen man hin und her schwanken kann. Leider wird schnell klar, wer der Mörder ist mit einem nicht sehr einfallsreichen Motiv. Irgendwie hat sich die Story ganz anders entwickelt, als man hätte vermuten können. Leider hat man die wohl interessantes Passage als Leseprobe herausgefischt, denn jedesmal wenn das Buch drohte spannend zu werden, kam es zu einem Break und alles was einen Krimi ausmacht, hat hier keinen Platz gefunden.
cabriofahrerin zu »Massimo Carlotto: Wo die Zitronen blühen« 23.11.2009
Wo blühen die Zitronen??

Als Italienfan habe ich mich sehr auf den Krimi von Massimo Carlotto und Marco Videtta gefreut.
Den Inhalt des ersten Drittels empfand ich als atmosphärisch und inhaltlich überfüllt mit typischen Italien-Klischees: Zwei priviligierte Familien, die des Avvocato Antonio Visentin und die der Contessa Selvaggia Calchi Renier werden vorgestellt. Sie nutzen ihre Stellung aus, um für sich Gewinn und Vorteile zu erzielen. Ihre beiden Söhne lieben Giovanna Barovier. Filippo, der Sohn der Contessa, hatte eine Affäre mit Giovanna, und er liebt sie immer noch. Sie verlobt sich aber mit Francesco, Sohn des Avvocato. Am Vorabend ihrer Hochzeit mit Francesco wird sie ermordet.
Im Dorf und in den Familien liegt vieles im Argen, und so läuft die Suche nach Giovannas Mörder in alle Richtungen: Kriminalität im Drogen- und Prostituiertenmilieu, ein von Giovanna aufgedeckter Giftmüllskandal (die Camorra ist mit im Geschäft), Korruption, Ausländerfeindlichkeit, Globalisierung (die Chinesen kommen, Unternehmen sollen nach Rumänien ausgelagert werden) - all dies und noch mehr packen die Autoren in ihr Buch. Wäre weniger mehr gewesen?
Als völlig überraschend eine vermisste Person wieder auftaucht, bekommt der Roman Schwung, und neue Themen, die zur Aufklärung des Mordfalls dienen können, geraten ins Blickfeld.
Das Autorenduo hat mit seinem Buch ein schäbiges, schmutziges Bild von Italien gezeichnet. Nirgendwo darin habe ich meine eigenen vielfach erlebten Eindrücke eines nicht ganz so hoffnungslos verkommenen Landes finden können.
Insgesamt ist dieses Buch durchaus lesenswert, aber meiner Meinung nach ist es eher ein gesellschaftskritischer Roman denn ein Krimi. Jedenfalls sollten Krimi-Fans ihre Erwartungen an einen fesselnden, spannungsgeladenen Krimi nicht zu hoch stecken.
Schrodo zu »Massimo Carlotto: Wo die Zitronen blühen« 29.10.2009
Wenige Tage vor ihrer Hochzeit findet der junge Anwalt Francesco seine Verlobte Giovanna tot in der Badewanne. Was zunächst wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich bald zum Mordfall, der von der italienischen Justiz geleitet, mehr oder weniger im Nichts endet. Im laufe seiner eigenen Ermittlungen entdeckt er einige ihm bisher unbekannten Geheimnisse seiner geliebten Giovanna.
Die Geschichte liest sich flott. Ohne jegliche Emotionen wird schonungslos über die alteingesessene, ehrenwerte Gesellschaft hergezogen. Die Aufklärung des Mordes wird fast schon zur Nebensache. Schmutzige Geschäfte, Intrigen, Korruption und Ökoverbrechen all das beinhaltet dieser spannende Thriller. Er ist in mehrere Erzählstränge unterteilt, mit sehr kurzen Abschnitten, so dass die Handlung schnell hin und her wechselt.
Im Großen und Ganzen ein weiteres lesenswertes Buch meines italienischen Lieblingsautors (ich kenne ja auch noch keinen anderen), das durch den überlegten Beginn, die unerwarteten Wendungen und Verwicklungen, sowie den überraschenden Schluss überzeugt!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Alexi1000 zu »Massimo Carlotto: Wo die Zitronen blühen« 26.09.2009
WO DIE ZITRONEN BLÜHEN ist der erste Roman von Carlotto, der mich nicht durchgängig überzeugen konnte.
Ob das jetzt an Ihm lag, oder dem Co-Autor Videtta, ist im nachhinein natürlich müßig zu spekulieren.
Die Hälfte dieses doch recht kurzen Romans (215 Seiten) hatte mich noch recht gespannt, durch die Handlung gezogen. Danach aber, muß ich der Couch-Rezi zustimmen, verpufft die Spannung doch stark. Der Stil ist auch nicht wie sonst von Carlotto gewohnt, obwohl gewisse Grundthemen sich bei Ihm so langsam immer zu wiederholen scheinen (Schuld, Reue, zu unschuldig verdächtigte; so langsam sollte er mal was neues einfliessen lassen).
Das dem aufmerksamen Leser nach nicht mal der Hälfte klar ist, wer der Mörder ist, wird den "echten" Krimi-Fans den Spaß zusätzlich schmälern...

alles in allem reicht es für mich noch für überdurchschnittliche 75°, aber von Carlotto bin ich weitaus besseres gewohnt!
Lass beim nächsten mal die Co-Autoren weg, und besinn Dich auf Deine Stärken, wie dem genialen ARRIVEDERCI AMORE, CIAO Massimo.
cabriofahrerin zu »Massimo Carlotto: Wo die Zitronen blühen« 06.09.2009
Wo blühen die Zitronen??

Als Italienfan habe ich mich sehr auf den Krimi von Massimo Carlotto und Marco Videtta gefreut.
Den Inhalt des ersten Drittels empfand ich als atmosphärisch und inhaltlich überfüllt mit typischen Italien-Klischees: Zwei priviligierte Familien, die des Avvocato Antonio Visentin und die der Contessa Selvaggia Calchi Renier werden vorgestellt. Sie nutzen ihre Stellung aus, um für sich Gewinn und Vorteile zu erzielen. Ihre beiden Söhne lieben Giovanna Barovier. Filippo, der Sohn der Contessa, hatte eine Affäre mit Giovanna, und er liebt sie immer noch. Sie verlobt sich aber mit Francesco, Sohn des Avvocato. Am Vorabend ihrer Hochzeit mit Francesco wird sie ermordet.
Im Dorf und in den Familien liegt vieles im Argen, und so läuft die Suche nach Giovannas Mörder in alle Richtungen: Kriminalität im Drogen- und Prostituiertenmilieu, ein von Giovanna aufgedeckter Giftmüllskandal (die Camorra ist mit im Geschäft), Korruption, Ausländerfeindlichkeit, Globalisierung (die Chinesen kommen, Unternehmen sollen nach Rumänien ausgelagert werden) - all dies und noch mehr packen die Autoren in ihr Buch. Wäre weniger mehr gewesen?
Als völlig überraschend eine vermisste Person wieder auftaucht, bekommt der Roman Schwung, und neue Themen, die zur Aufklärung des Mordfalls dienen können, geraten ins Blickfeld.
Das Autorenduo hat mit seinem Buch ein schäbiges, schmutziges Bild von Italien gezeichnet. Nirgendwo darin habe ich meine eigenen vielfach erlebten Eindrücke eines nicht ganz so hoffnungslos verkommenen Landes finden können.
Insgesamt ist dieses Buch durchaus lesenswert, aber meiner Meinung nach ist es eher ein gesellschaftskritischer Roman denn ein Krimi. Jedenfalls sollten Krimi-Fans ihre Erwartungen an einen fesselnden, spannungsgeladenen Krimi nicht zu hoch stecken.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
dubh zu »Massimo Carlotto: Wo die Zitronen blühen« 03.09.2009
Giovanna Barovier wird wenige Tage vor ihrer Hochzeit ermordet aufgefunden. Die schöne Juristin wollte Francesco Visentin, ebenfalls blutjunger Rechtsanwalt und Sohn des angesehenen Avvocato Visentin, heiraten.
Anfangs erfährt man als Leser sehr viel über die alten Strukturen in einem italienischen Dorf irgendwo im Veneto: da begegnet man den alteingesessenen Familien, die Imperien geschaffen oder erfolgreiche Karrieren auf's Parkett gelegt haben, mit sehr viel Ehrerbietung und Respekt. Fast erinnert einen ein solches Verhalten an längst vergangen geglaubte Zeiten, die mit adeligen Hierarchien zu tun hatten...
Als der Verlobte sich allerdings nicht mit den rasch aufzufindenden Tatsachen, dass Giovanna nach einem Geschlechtsverkehr getötet wurde, abfinden und sie somit der Schande im Dorf überlassen kann, kommt die Geschichte ins Rollen. Zügig wird aus verschiedenen Blickwinkel erzählt, wenn auch nur relativ kurze Zeitspannen, und schon rasch öffnen sich neue Abgründe: nicht alle ach so wichtigen Dorfbewohnen haben eine weiße Weste. Und schon steckt man mitten in Korruption, Ökoschweinereien und Raubtier-Kapitalismus! Doch warum musste Giovanna sterben? Wusste sie zuviel über die Machenschaften mancher Leute oder wurde sie ihrem Liebhaber plötzlich zuviel?

Ich fand "Wo die Zitronen blühen" richtig spannend - zugegeben allerdings weniger als Krimi, sondern viel eher als gesellschaftskritisches, spannendes Buch. Sicher, es gibt einen Mord (nein, sogar noch mehr) und es tauchen auch ein paar Carabinieris auf, aber das Hauptaugenmerk ist dennoch auf korrupte Menschen gelegt, denen die Umwelt und die Gesundheit anderer keinen Heller wert sind. Nein, diese Menschen gehen für Erfolg, und damit ist noch nicht einmal der rein finanzielle gemeint, sogar über Leichen - ohne mit der Wimper zu zucken.
Ansonsten muss ich noch gestehen, dass man als erfahrener Krimileser relativ schnell auf die Fährte des Täters stößt, da sich Carlotto und Videtta nicht sonderlich um zusätzliche Finten bemüht haben...

Fazit: Wer einen italienischen Krimi lesen möchte, bei dem es um einen Mordfall in einem schönen Landstrich eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen geht, der ist sicher mit anderen Schriftstellern besser bedient und sollte nach der Einleitung, die schon weit in die An- und Absichten des Autorenduos blicken lässt, abbrechen. Schade wäre es allerdings allemal!
Wer nämlich einen wirklich gutes Buch über die Grauzone des globalisierten Kapitalismus' und die Schattenseiten des alten Mythos der italienischen Familie lesen möchte, der kann hier rein gar nichts falsch machen!
Marius zu »Massimo Carlotto: Wo die Zitronen blühen« 28.08.2009
Vom Mythos der Familie

Was wollte dieses Buch nicht alles: Uns die bittere Wahrheit über unsere Gesellschaft erzählen, Vom Ende des Mythos der italienischen Familie berichten und von der Schattenseite des Kapitalismus. Die Frage, ob es dem Autorenteam gelungen ist, kann ich nur mit Nein! beantworten.
Alles beginnt mit dem jungen Anwalt Francesco Visentin, der nach der Heirat mit seiner Verlobten Giovanna in die väterliche Kanzlei im Nordosten Italiens einsteigen will. Doch nach seinem Junggesellenabschied findet der Junganwalt seine Ehefrau in spe plötzlich tot in der Badewanne vor. Langsam kristallisiert sich heraus, dass Giovanna einem brisanten Fall von Giftmüllentsorgung auf der Spur war und dass nicht alle für Francesco sein bestes wollen…
Was sich hier noch recht spannend anhört ist in Realität leider mitnichten so. Der Mörder von Giovanna stand für mich als geneigten Krimileser schon nach ca. 30 Seiten fest und ich war leicht enttäuscht, dass sich meine Vermutung dann auch noch bewahrheitet hat. Der Rest der Handlung, der sich nach dem Tod der Verlobten entspinnt, war für mich dann ziemlich verwirrend (auch aufgrund der vielen italienischen Namen) und am Ende der knapp 240 Seiten war ich sehr enttäuscht, da ich mir eindeutig mehr erwartet hatte. Und was der Titel sollte, das hat sich mir bis heute nicht erschlossen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
anyways zu »Massimo Carlotto: Wo die Zitronen blühen« 26.08.2009
Giovanna, Verlobte von Junganwalt Francesco wird tot in ihrer Badewanne aufgefunden.

Nach der Obduktion kann man zweifelsfrei von einem Mord ausgehen. Doch wer hätte dazu ein Motiv?

Fakt ist, das Giovanna ihrem Bräutigam noch ein großes Geheimnis beichten wollte. Doch warum es dabei ging, kann Francesco nur raten. Nur ihrer Freundin hat sie den mysteriösen Satz“ Ich bin zur Hure des Mannes geworden, der mein Leben zerstört hat“ anvertraut.

Neben der Trauer und Verzweiflung kommt jetzt auch noch Wut auf den Nebenbuhler für Francesco hinzu. Er macht sich auf die Suche nach Giovannas Mörder und gerät in einen Strudel aus Macht, Korruption, Hass und grenzenloser Gier.



Carlotto und Videtta haben mich mit diesem atmosphärisch dicht geschriebenen Kriminalroman ( denn als Thriller würde ich ihn nicht bezeichnen)sehr beeindruckt Die kurze prägnante Schreibweise gefällt mir sehr gut, da sie keine überflüssigen Längen erzeugt, und so schnell auf den Punkt kommt.Kurzum, ein Buch das ich jederzeit empfehlen kann.
bellalotte zu »Massimo Carlotto: Wo die Zitronen blühen« 07.08.2009
Francesco Visentin, Sohn einer angesehenen Anwaltsfamilie, steht kurz vor seiner Hochzeit, als er seine Braut ermordet in der Badewanne vorfindet. Auf der Suche nach ihrem Mörder wird er, nachdem er Dank der Hilfe seines Vaters, der ein hochkarätiger Anwalt ist, selbst nicht mehr verdächtigt wird, von Carla, der Freundin seiner Braut unterstützt. Dem Leser werden eine Vielzahl verschiedener Personen vorgestellt und der Verdacht fällt mal auf diese und mal auf jene Person... Francesco merkt, dass die Dorfidylle keine ist und die Machenschaften der reichen Familien - von denen er einer angehört - nicht immer die saubersten sind. Denen geht es nur um das gute Ansehen, koste es, was es wolle.
Das Bild, was dem Leser gezeigt wird, hat nichts mit dem Flair Italiens zu tun, welches man beim Titel erwarten mag, es ist düster und voller Korruption. Der Mordfall gerät ein wenig in den Hintergrund, als es um Ökokriminalität und Geschäftsverbrechen geht.
Der Schreibstil ist flüssig, aber die vielen, teils nur oberflächlich vorgestellten Personen machten es mir nicht ganz leicht, den Überblick zu behalten. Ich hätte mir in vielen Dingen mehr Tiefgang und mehr durchgängige Spannung gewünscht.
Ich habe das Buch in vielen kleinen Abschnitten gelesen und war ab und an kurz davor, es wegzulegen. Ich denke auch, dass der Inhalt mir nicht lange im Gedächtnis bleiben wird...

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