Die dunkle Unermesslichkeit des Todes von Massimo Carlotto

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel L´oscura immensita della morte , deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Tropen.
Ort & Zeit der Handlung: Italien, 1990 - 2009.

  • Rom: e/o, 2004 unter dem Titel L´oscura immensita della morte . ISBN: 8876415629. 177 Seiten.
  • Stuttgart: Tropen, 2008. Übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel. ISBN: 978-3-608-50200-8. 188 Seiten.
  • München: Heyne, 2010. Übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel. ISBN: 978-3-453-67537-7. 188 Seiten.

'Die dunkle Unermesslichkeit des Todes' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

»Die dunkle Unermesslichkeit des Todes«erzählt von zwei Männern und einem brutalen Verbrechen, das die beiden untrennbar miteinander verbindet. Zwei Lebensgeschichten werden raffiniert verwoben zu einer wütenden Anklage gegen eine Gesellschaft, in der es keine Wiedergutmachung und keinen Trost geben kann. Eine große Geschichte über Rache und Vergebung.Silvio Contin, Weinhändler in einer venezianischen Kleinstadt, führt ein unbeschwertes Leben mit seiner hübschen Frau und einem kleinen Sohn. Doch eines Tages nehmen zwei Männer bei einem Raubüberfall Frau und Sohn als Geiseln und töten sie kaltblütig. Der Verlust lässt Contin tief fallen, bis ihn 15 Jahre nach der Tragödie ein Gnadengesuch des inhaftierten und mittlerweile schwer kranken Mörders, Raffaello Beggiato, erreicht. Langsam begreift Contin, dass dies die Chance seines Lebens ist: Rache.

Ihre Meinung zu »Massimo Carlotto: Die dunkle Unermesslichkeit des Todes«

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Schrodo zu »Massimo Carlotto: Die dunkle Unermesslichkeit des Todes« 08.10.2009
Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" erzählt die Geschichte von zwei Männern, die durch ein brutales Verbrechen miteinander verbunden sind. Der Verbrecher Beggiato nimmt nach einem missglückten Bankraub die Frau und den Sohn von Silvio Contin als Geiseln und ermordet die beiden. Carlotto schreibt abwechselnd aus der Sicht des Verbrechers und des durch die Tat völlig aus der Bahn geworfenen Contin. Rache, der Wunsch nach Vergeltung und der Wunsch nach Wiedergutmachung sind die bestimmenden Themen dieses Buches. Der Autor lässt uns teilhaben an den Gedanken und Ansichten der beiden Hauptfiguren. Die Akteure erscheinen verschlagen, rachsüchtig, hinterlistig und ausschließlich auf ihren eigenen Plan fokussiert. Gerade so wie wir uns das in einem italienischen Noir – Krimi wünschen.
Der „Böse“ und der „Gute“ sind so gegensätzlich wie es nur möglich ist und doch bin ich mir nicht sicher welcher mir sympathischer war. Carlotto hat es perfekt geschafft einen der beiden im Verlauf der Story vom Saulus zum Paulus zu bekehren…oder doch vom Paulus zum Saulus??
Aber es wäre zu einfach wenn das alles wäre. Eine sehr spannende Geschichte, hervorragend erzählt mit einem nicht zu erwartenden Ende.
Lesen Sies! Es wird sich für Sie lohnen.
achim zu »Massimo Carlotto: Die dunkle Unermesslichkeit des Todes« 08.07.2009
Mein Kommentar vom 13.09.2008 erschienen auf der Krimi-Couch:

„Die dunkle Unermesslichkeit des Todes“ von Massimo Carlotto, soeben erschienen im Tropen Verlag verdient es näher beschrieben und damit auch empfohlen zu werden.

Carlotto, der in Italien zu den großen Krimiautoren zählt und laut seiner Vita selbst einschlägige Erfahrung mit der italienischen Justiz aufweisen kann, hat die alte Geschichte von Schuld und Sühne, Rache und Vergebung neu aufbereitet.
Die zu Beginn des Romans eher klar definierten Begriffe verklären sich aber zum Ende des Buches zusehends. Hinterhältig nimmt uns Carlotto an die Hand und führt uns zielstrebig in einen Gedankenirrgarten.

Die harte Sprache, der sich der Autor bedient, verschreckt bestimmt zarte Leser, zeigt dabei aber auch eindringlich die Welt auf, in der sich unsere Protagonisten bewegen. Die 188 Seiten lange (kurze) Geschichte ist eigentlich schnell erzählt. Zwei Gauner überfallen ein Juweliergeschäft, einer erschießt dabei brutal und gnadenlos eine junge Frau und deren Kind. Der eine Verbrecher wird gefasst und lebenslang eingesperrt, der andere kann fliehen. Zurück bleibt ein Opfer, der Ehemann und Vater der beiden getöteten Menschen sowie zwei Täter. Für alle ist ab diesem Moment die Welt eine andere und aus beiden Sichten wird die Geschichte nun vorangetrieben. Massimo Carlotto zeigt uns, dass Täter und Opfer für immer untrennbar vereint sind und sich gegenseitig bewirken. Ein offener kybernetischer Kreislauf, der zwangsläufig weder positiv enden kann, noch jemals endet. Massimo macht es dem Leser zunächst einfach, Partei zu ergreifen. Zunehmend wird der sauber geputzte Spiegel, den er uns vorhält aber blinder und zahlreiche Sprünge blenden uns mit ihrem Prisma.

Wir haben hier ein Stück Kriminalliteratur das uns nicht nur ein paar Stunden Unterhaltung und Zerstreuung schenkt, sondern auch noch lange nach dem Weglegen des Buches unsere Gedanken mit diesem Buch beschäftigen lässt.

Ich liebe Romane, die ohne viele Worte auskommen und doch zwischen den Zeilen eine tolle Geschichte erzählen. „Die dunkle Unermesslichkeit des Todes“ verdient es, gelesen zu werden.
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