Der Teufel von Mailand von Martin Suter

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Diogenes.

  • Zürich: Diogenes, 2006. ISBN: 978-3-257-06534-3. 296 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 2007. ISBN: 978-3-257-23653-8. 286 Seiten.
  • [Hörbuch] Zürich: Diogenes, 2006. Gesprochen von Julia Fischer. ISBN: 3-257-80038-X. 6 CDs.

'Der Teufel von Mailand' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Sonias Sinne spielen verrückt: Sie sieht auf einmal Geräusche, schmeckt Formen oder fühlt Farben. Ein Aufenthalt in den Bergen soll ihr Gemüt beruhigen, doch das Gegenteil tritt ein: Im Spannungsfeld von archaischer Bergwelt und urbaner Wellness, bedrohlichem Jahrhundertregen und moderner Telekommunikation beginnt ihre überreizte Wahrnehmung erst recht zu blühen – oder gerät die Wirklichkeit aus den Fugen?

Das meint Krimi-Couch.de: »Satans Werk« 70°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Sonia Forster ist Synästhetikerin. Das ist schön, das hört sich gut an, will ich auch haben. Aber was heißt das eigentlich?
Nach einem unfreiwilligen Drogentrip hat Sonia die seltene, aber auch verstörende Gabe, Farben zu riechen, Töne zu sehen, Formen zu schmecken etc. Nach einigen traumatischen Erlebnissen (u.a. einem überlebten Mordanschlag durch ihren Ex-Mann, der dafür hinter Gitter sitzt) bringt dies für die allein stehende Mittdreißigerin den Ausschlag, ein neues Leben zu beginnen und in einem Hotel in einem abgelegenen Schweizer Tal ihrem alten Beruf als Physiotherapeutin wieder nachzugehen.

Kaum ist Sonia in dem frisch eröffneten Hotel angekommen, passieren seltsame Dinge. Gäste, Personal, aber auch die einheimische Bevölkerung benehmen sich höchst sonderbar. Freundschaft kann sie nur mit einem schwulen Masseur schließen. Neben ihrer alten Freundin, zu der sie als einziger Kontakt via SMS hält, wird der Masseur zu ihrer einzigen Vertrauensperson.

Woher es sich die junge Besitzerin des Hotels leisten kann, eine offenbar hochdefizitäre Bettenburg zu führen, kann sich niemand so recht erklären. Eines Tages fährt jedoch eine Limousine aus Italien vor. In den Staub auf dem Lack hat ein flinker Finger »Der Teufel von Mailand« geschrieben. Beinahe zur gleichen Zeit findet Sonia in der Bibliothek des Hauses in einem alten Buch unter dem Titel »Der Teufel von Mailand« die Sage von Ursina, die für Schönheit und Reichtum dem Teufel ihre Seele verkauft hat. Ist es wirklich Satan höchstpersönlich, der nun von der Hotelchefin sein Tribut fordert?

Aus einer Gruselgeschichte wird doch noch ein Thriller

Martin Suters Schreibstil zeugt wieder einmal von glasklarer Prägnanz und einer herrlichen Unbekümmertheit. Entsprechend schnell kann man über die einzelnen Kapitel fliegen. Besonders interessant wird die Erzählung dabei durch die äußerst sensible Wahrnehmung und Selbstfindung der Hauptperson Sonia Forster und den kauzigen Argwohn der Bewohner des Tals gegenüber dem Hotelpersonal. Vor einer Märchenkulisse entsteht ganz sacht die bedrohliche Atmosphäre einer Gruselgeschichte. Zahlreiche liebevolle Details wie die Erdbeer- und Geranienaktionen im Krämerlädchen und die Erfindung der rhätoasiatischen Küche sind Indiz für die Kreativität des Autors.

Im »Teufel von Mailand« sind die besten Elemente aus Suters Werken vereinigt. Die Geschichte beginnt mit einer Verwirrung der geistigen Wahrnehmung bei der Hauptfigur, die ähnlich wie bei »Small World« durch eine Drogenerfahrung ausgelöst wird. Ebenso sind leichte Anleihen bei Figuren aus der »Business Class« zu entdecken. Somit bleibt Suter sich selbst und seiner Erfolgslinie treu. Allerdings kann die durch die Vorgängerromane aufgebaute, hohe Erwartungshaltung nicht vollumfänglich erfüllen. Für sich gesehen ist der »Teufel von Mailand« ein amüsanter Roman, der in einem grandiosen Show-Down endet. Die Metamorphose einer Gruselgeschichte zum Thriller ist spät, aber durchaus gelungen. Dennoch fällt der Roman im Vergleich zu »Small World« oder der »Dunklen Seite des Mondes« ein wenig ab.

Ihre Meinung zu »Martin Suter: Der Teufel von Mailand«

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Magdalena zu »Martin Suter: Der Teufel von Mailand« 24.10.2011
Ich habe von "Der Teufel von Mailand" für eine Vorstellung in der Schule schon eine Formanalyse gemacht und diese Buch auch gut durchgearbeitet und war begeistert. Martin Suters Schreibstil ist wirklich toll und fesselnd. Nur eines wäre anzumerken: Die Protagonistin heißt Sonia Frey, nicht Forster...
Barbara zu »Martin Suter: Der Teufel von Mailand« 04.07.2011
Für mich einer der besten Suter-Romane! Recht weit von der Business-Welt entfernt und doch untrennbar mit ihr verbunden. Seine Art, Personen in schwierigen Situationen zu beschreiben ohne den Humor zu vergessen ist unübertroffen. Auch der mystische Hauch stört nicht, sondern lässt einen um so mehr nach der nicht-mystischen Aufklärung suchen. Absolut empfehlenswert!
lisbeth trost zu »Martin Suter: Der Teufel von Mailand« 03.03.2011
leider finde ich dieses buch von martin sutter eher schwach. mir kommt irgendwie vorals hätte es ein anderer autor geschrieben. Ich habe vorher lila lila, small world die Kolumensammlungen und unmittelbar jetzt vor diesem buch ,die dunkle seite des mondes gelesen und fand alle großartig.
Von diesem bin ich leider enttäuscht und hoffe nun auf ein weiteres.
babil zu »Martin Suter: Der Teufel von Mailand« 19.09.2010
ICh finde diesen Roman wiedereinmal super gelungen. Es macht Spaß einen Suter zu lesen, denn man braucht nicht mit einen Wörterbuch daneben zu sitzen =). Außerdem liebe ich die genauigkeit mit der Suter schreibt, einfach Genial!!! Hoffe es kommt schon bald wieder ein neuer Suter nach dem auch empfehlenswerten Buch Der Koch.Eine Frage noch zum Schuss, könnte es sein das der Name der Hauptfigur Sonia Frey und nicht SOnia Forster ist? =) oder?
Corleone zu »Martin Suter: Der Teufel von Mailand« 24.09.2009
Der teufel von Mailand.ein sehr interessantes Buch!
Wer schonmal eines von Suters Werken gelesen hat wird auch an diesem Buch gefallen finden.
So wie jemand der noch keines von Suters Werken gelesen hat.
In diesem Buch wird wieder einmal klar, das Martin Suter ein unglaublich ausgerpägten Sinn zum beschreiben von Dingen hat!(Wie Lino Patzig schon vor mir schrieb)
Man kann seine begabung nicht oft genug loben.Ich begann "Der Teufel von Mailand" zu einer Zeit in der ich beruflich sowie privat sehr viel stress und Probleme hatte.
Dieses Buch jedoch hob meinen ganzen Stress auf wodurch es mit leichter viel meine privaten Probleme besser zu lösen!
Vielen Dank Lino Patzig
Ihre beschreibung des Buches hat mir sehr weitergeholfen
Guter zu »Martin Suter: Der Teufel von Mailand« 01.11.2007
Insgesamt ein gutes Buch, jedoch mit einem nicht allzu überzeugendem Ende. Wer langwärende Beschreibungen nicht mag, kann sie in diesem Buch einfach überspringen, weil sie in eigene, kleine Abschnitte gefasst sind. Der Teufel von Mailand war mein erster Suter und ich werde sicher wieder mal einen lesen.
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Edgar Troiza zu »Martin Suter: Der Teufel von Mailand« 23.07.2007
Mein erster Suter nach einer Berliner Nacht mit zuviel Wärme und zuviel Mücken, die endlich gegen 4 Uhr 30 zum Schlaf führte. Der Regen der dann einsetzte hatte anders als im Buch nichts Bedrohliches, endlich konnte ich schlafen. 5 Stunden später regnete es noch immer, ich war nicht ausgeschlafen und deshalb nicht ganz Herr meiner Sinne, aber Sonia, der Heldin des Buches, dadurch sehr nah. Zum Glück musste ich diesen Vormittag nicht mit Ängsten oder Halluzinationen verbringen, hielt ich doch ein Buch in Händen, welches mich erst am frühen Abend mit dem Lesen der letzten Seiten wieder mich selbst überließ.
Daraus erstand ein wunderbarer Tag, der mir durch dieses Buch und seine Geschichte geschenkt wurde. Ich werde kurz warten, und mir schon bald meinen zweiten Suter vornehmen.
Aber dann gern ohne Mücken und mit einer ähnlichen Faszination für die Sicht auf die Welt, wie sie Martin Suter für uns bereithält.
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Jutta50@hotmail.de zu »Martin Suter: Der Teufel von Mailand« 15.06.2007
Das ist das erste Buch von Martin Suttner das ich gelesen habe. Konnte es auch nicht aus der Hand legen. Ich finde er hat einen sehr guten Sprachstil und kann den Leser auch erschrecken. Allerdings hat mich das Ende etwas verwirrt, konnte nichts damit anfangen. Ich werde nun das nächste Buch von ihm beginnen.
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OR zu »Martin Suter: Der Teufel von Mailand« 28.08.2006
nach jahren der ultimativen sutersucht nun erstmals ein nicht ganz so reiner "stoff". schwache story, endlose beschreibungen von landschaft und charaktere, offensichtlich um die seiten zu füllen. titel und erster satz - wie immer - vielversprechend, doch dieses mal ging es geografisch zwar hinauf in die schweizer berge, qualitativ aber leider tief hinunter - nach mailand? macht aber nix. ist halt nicht aufgegangen. ich warte. auf den nächsten.
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svenia zu »Martin Suter: Der Teufel von Mailand« 17.08.2006
Habe gerade "Der Teufel von Mailand" gelesen und bin ein wenig enttäuscht, aber was sollte nach dem grandiosen "Lila Lila" noch folgen, bzw. toppen?? Der Plot ist diesmal wieder mit vielen verschiedenen
Personen gespickt, trotzdem fehlt es der Handlung ein wenig an Dichte und Vielschichtigkeit. Es war das erste Mal, dass ich ein Buch von Martin Suter auch mal einen Tag aus der Hand legen konnte. Trotzdem ist das Buch noch weit über dem Mittelmaß!

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