Frühlingsduft von Martin Kuchejda

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 bei Gardez!; Juhr.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Oberbergisches Land, 2010 - heute.

  • Remscheid; Wipperfürth: Gardez!; Juhr, 2011. ISBN: 978-3897962279. 157 Seiten.

'Frühlingsduft' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Der Gummersbacher Kommissar Schneider hat genug vom Krankfeiern. Nachdem er bei seinem letzten Fall beinahe einem psychopatischen Serienmörder zum Opfer gefallen wäre, musste er zum Therapeuten. Den besucht er immer noch, aber es zieht ihn auch wieder in sein Büro. Dort besorgt er sich seine Fälle selber: Er durchwühlt das Archiv der unaufgeklärten Verbrechen. Und stößt auf die Ermordung eines Geschäftsmannes, einen abgründigen Steuerberater, der auf der Straße gelandet ist, und auf den Diebstahl eines wertvollen Fabergé-Eis.

Das meint Krimi-Couch.de: »Weitestgehend belanglos.« 25°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Bei seinem letzten Fall wäre der Gummersbacher Kommissar Schneider beinahe dem Serienmörder Kleinewetter zum Opfer gefallen. Seitdem nahm er eine krankheitsbedingte Auszeit und kehrt nun mit Hilfe seines Therapeuten in den Dienst zurück. Zum Wiedereinstieg soll er ein paar unaufgeklärte Verbrechen lösen. So gab es einen Mordfall, bei dem vor rund vier Jahren ein leitender Angestellter in seinem Garten erschossen wurde und einen Erpressungsversuch, dem ein stadtbekannter Steuerberater zum Opfer fiel. Ganz aktuell brennt zudem ein Dachstuhl nieder, ein ferngesteuertes Maschinengewehr feuert wild um sich und in einem kleinen Flugzeug befindet sich ein Sprengsatz…

Frühlingsduft ist ein schwer verdaulicher Krimi, dessen Handlung sich dem Leser anfangs nur bedingt erschließt. Zunächst wird die aktuelle gesundheitliche Situation von Schneider dargestellt, dann folgen erste »Ermittlungen« in den oben genannten Fällen, wobei der berühmte »rote Faden« gut versteckt wird. Schneider greift einen Fall auf, führt eine kurze Befragung der Betroffenen durch und dann geht es meistens wie folgt zu Ende:

Der aufgeregte Mann starrte Schneider mit aufgerissenen Augen an, in seinen Mundwinkeln bildeten sich Schaumfetzen. Er sagte: »Ahgrrmmm.«

Schneider beließ es dabei. Schien wohl ein weiterer Fall für sein Kriminal-Museum der ungelösten Fälle zu werden.»

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«Halt du hier die Stellung, okay?»

«Gut, was soll ich machen?»

«Keine Ahnung, geh einfach ans Telefon, wenn es klingelt.»

 

Noch Fragen? An dieser Stelle können Sie getrost die Lektüre dieser Rezension beenden, denn besser wird es leider nicht. Keine erkennbaren Ermittlungen die diesen Namen verdienen, keine Chance, die «Lösung» zu erraten. Allein das «Motiv» verdient (eingeschränkte) Beachtung. Die bemerkenswert triviale Art der «Ergreifung des Täters» krönt dieses Machwerk, welches auch sprachlich enttäuscht.

So ist bei den einzelnen Befragungen nie von Herrn Müller oder Meier die Rede, sondern – in der Endlosschleife – von dem «aufgeregten Mann» oder dem «reichen Mann" (siehe oben).

Mein Gott, ich predige ja, dachte Schneider und sagte das auch laut: »Mein Gott, ich predige ja.«

Neben den einzelnen Verbrechen telefoniert der Kommissar mit seiner Mutter oder gibt Einblicke in sein Filmtagebuch. So erfährt man beispielsweise auf Seite 87, dass es »Lawrence von Arabien« nur auf Platz 7 schafft. Interessiert keinen einzigen Leser (warum sollte es auch?) und hat mit der Handlung selbstredend rein gar nichts zu tun. Immerhin schafft es der Roman durch diese überflüssigen Einschübe auf über 150 großzügig gedruckte Seiten, die man »problemlos« in drei Stunden bewältigt hat. Dann ist der Schrecken zu Ende.

Jörg Kijanski, Juni 2011

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