Inspektor Jury kommt auf den Hund von Martha Grimes

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel The Old Wine Shades, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Goldmann.
Folge 20 der Inspektor-Jury-Serie.

  • New York: Viking, 2006 unter dem Titel The Old Wine Shades. 416 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. ISBN: 978-3-442-31124-8. 416 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2007. Gesprochen von Heikko Deutschmann. ISBN: 386604772X. 416 CDs.

'Inspektor Jury kommt auf den Hund' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Als Inspektor Jury eines Abends im Pub von einem äußerst redseligen Fremden angesprochen wird, will er eigentlich nur eines: In Ruhe ein Glas Wein trinken. Daraus wird jedoch nichts, denn die Geschichte, die dieser Mann namens Harry Johnson zu erzählen hat, zieht Jury sofort in ihren Bann. Johnson erzählt nämlich von seinem Freund Hugh Gault, dessen Frau, Kind und Hund ein Jahr zuvor auf mysteriöse Weise in der ländlichen Idylle Surreys verschwunden waren. Jury kann nicht anders und schaltet sich in die Ermittlungen ein. Keine Sekunde zu spät, wie sich herausstellt: Denn als Jury nicht nur mit Hugh Gault, sondern auch mit dessen tot geglaubter Ehefrau zusammentrifft, zählt er bereits eine Leiche zuviel und zwei Personen zu wenig im Umkreis von Harry Johnson  …

Das meint Krimi-Couch.de: »Hund, Katz und ferne Dimensionen« 72°

Krimi-Rezension von Eva Bergschneider

Der Titel des aktuellen Inspektor Jury-Romans von der amerikanischen Autorin Martha Grimes wird den Leser der deutschen Ausgaben an die Anfänge der Krimi-Reihe erinnern. Inspektor Jury schläft außer Haus und Inspektor Jury spielt Domino hießen die ersten Bände, die viele Krimi-Fans mit ihrem britischen Flair und feinsinnigen Humor begeistert haben. Inspektor Jury kommt auf den Hund ist nun der zwanzigste Band mit dem charismatischen Ermittler und seinem Freund Melrose Plant.

Eine Geschichte in der Geschichte

Der zur Untätigkeit verdammte Superintendent Jury lernt Harry Johnson im Pub »Old Wine Shades« kennen und hört seiner verrückten Geschichte zu. Sie passierte Harrys Freund Hugh Gault, einem Experten für Quantenphysik. Dessen Ehefrau Glynnis fuhr mit dem autistischen Sohn Robbie und dem Hund Mungo in das Dorf Lark Rise, um sich Häuser anzusehen. Nach der Besichtigung eines Cottages, machten sie sich auf den Weg zum so genannten Winterhaus. Seit dem gelten Mutter und Sohn als vermisst.

»Das war vor einem Jahr«
»Und...?« Er (Jury) wartete darauf, dass Harry Johnson die Leerstelle hinter dem »Und – « ausfüllte.
Harry zündete sich eine Zigarette an [..] und sagte»Der Hund kam zurück«.

Welche ist wahr?

Weitere Abende diskutiert Jury mit Harry über Hughs Schicksal, über Superstrings (nicht mit Wäsche zu verwechseln), elf Dimensionen und Schrödingers Katze. Tagsüber macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit. In Lark Rise lernt Jury die kleine Tilda kennen, die heimlich auf dem Grundstück des Winterhauses spielt und nicht verraten will, was sie dort beobachtet hat. Melrose reist inzwischen nach San Gimignano/Italien und trifft den Besitzer des Anwesens, der düstere Erinnerungen an den Ort seiner Kindheit hat. Allmählich verschachteln sich mehrere Geschichten wie russische Matrjoschkas ineinander. Schließlich wird die Leiche einer Frau gefunden.

Quantenphysik und doch noch ein Verbrechen

Es ist für den Leser schwer, in diese bizarre Geschichte hinein zu kommen. Ebenso wie Jury, können die meisten nicht viel mit dem Wissenschaftler Nils Bohr und der Quantenphysik anfangen. Diese Theorien dienen in erster Linie als Gedankenspiele, die Harrys Erzählung begleiten. Jury kauft ihm seine Darstellung zwar nicht ab, kann sich der Faszination des Rätsels jedoch nicht entziehen. Die Nachforschungen bringen Fakten hervor, die Harrys Angaben scheinbar untermauern, Zeugen geben an, Mutter und Sohn gesehen haben.

Nachdem aus einem Vermisstenfall Mord wurde, steckt Jury in einer Ermittlung, bei der es um jede Sekunde geht. Unterstützung erhält er nicht nur von Melrose Plant, sondern von einem Partner auf vier Pfoten. Der Fall erinnert an ähnliche Verbrechen aus anderen Jury Romanen, er hat jedoch seine ganz eigene Dynamik. Der Autorin gelingt es, aus einer entrückten Story einen spannungsreichen Plot zu gestalten.

Augenzwinkern und Mystik

Einige der letzten Inspektor-Jury-Romane kamen etwas schwermütig herüber. Dagegen herrscht in Inspektor Jury kommt auf den Hund wieder eine lebensfrohere Stimmung vor, ähnlich wie in den anfänglichen Bänden. Die Long Pideltoner Clique spielt dabei eine eher nebensächliche Rolle. Das einst so illustre Privatleben von Trueblood, Vivian und Co. scheint etwas ausgereizt zu sein. Dafür kommen andere Nebenfiguren umso besser zur Geltung und sorgen für heitere Szenen. Wenn man Carol-Anne über den Verbleib ihres Ohrrings philosophieren hört, oder Mungo dabei beobachtet, wie er ein junges Kätzchen vor seiner Mutter versteckt, erscheinen sogar die Theorien über unsichtbare Dimensionen nicht mehr so wirklichkeitsfern.

Die leicht fantastischen Elemente und einen erzählenden Hund empfinden vielleicht einige Leser als gewöhnungsbedürftig. Als Spott auf die Betrachtungen zum Thema Quantenphysik sind diese Szenen allerdings treffend und witzig formuliert. Die Konfrontation einer verzerrten mit der realen Welt verleiht diesem Jury-Krimi seinen speziellen Reiz. Daher ist Inspektor Jury kommt auf den Hund vor allem für Leser, die sich nicht scheuen, ihren Helden in einer etwas skurrilen Variante der Reihe zu erleben, lesenswert.

Eva Bergschneider, August 2007

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ergo zu »Martha Grimes: Inspektor Jury kommt auf den Hund« 22.02.2010
Ich finde, dass "Inspektor Jury kommt auf den Hund" eindeutig eine Steigerung gegenüber den letzten Büchern darstellt.
Grade dieses etwas offene Ende hat mir sehr zugesagt, obwohl es meiner Meinung nach einige Langstellen enthält.
Der Auftritt von Melrose als Niels Bohrgefiel mir auch.

Allerdings kann es in meinen Augen nicht mit den ersten Büchern und "die Treppe zum Meer" mithalten.
dodowo66 zu »Martha Grimes: Inspektor Jury kommt auf den Hund« 17.11.2009
Ich habe die letzten 20 Jury-Krimis in Serie gelesen und bin nach wie vor begeistert. Auch wenn dieser Band anders ist als die anderen ist er dennoch nicht schlechter, halt einfach anders. Und wieso auch nicht. Nachdem man MG vorgeworfen hat, die einzelnen Stories ähneln sich zu sehr, kommt hier mal was anderes daher (die Stammtischrunde aus Long Pid nur im Hintergrund, den Kindern und Tieren bleibt sie allerdings treu), und das ist auch nicht schlecht. Mir gefällt eben der feine Humor, ich finde es herrlich, zwischendurch laut herauslachen zu können und schiefe Blicke von meiner Familie zu ernten...die vertrauten Charaktere sind eben vertraute Charaktere. Ich hoffe auch noch viele Inspektor Jury Krimis.
Jazzy zu »Martha Grimes: Inspektor Jury kommt auf den Hund« 06.11.2009
Als ich dieses Buch zum ersten Mal gelesen hatte, war ich arg enttäuscht. Alles so verworren und ohne Sinn.
Nun habe ich es nach einiger Zeit mal wieder hervorgeholt und festgestellt, je öfters ich es gelesen habe, umso mehr gefällt es mir eigentlich.
(Sicherlich erkennt man nach mehrerem Lesen die Zusammenhänge besser).
Klar sind die ersten Bücher weitaus besser gewesen und man erwartete immer wieder eine Fortsetzung des vorherigen Buches, aber das wird auf Dauer langweilig.
Der gänzlich anderes Stil dieses Buches erscheint zuerst sinnlos, aber es werden immer wieder Parellelen zu bereits erschienenen Bänden gezogen.
Ich kann nur sagen: Öfters lesen!
Thomas Farnung zu »Martha Grimes: Inspektor Jury kommt auf den Hund« 01.10.2009
Gerade eben habe ich das Buch fertig gelesen und mir mal die Kritiken hier durchgelesen. Ich wollte mal wissen ob die anderen Leser ebenso überrascht sind wie ich in Bezug darauf, was man davon halten soll. Interessant dabei ist, dass diejenigen, die hiermit ihren ersten Jury gelesen haben, diesen gut fanden, während Stammleser hiernach der Jury Reihe die Gefolgschaft aufkündigen wollen. Unter anderem mit der Begründung, dass wenn Frau Grimes nichts Neues mehr einfällt, sie es doch lieber ganz sein lassen sollte.Aber Hallo ? Wenn das nicht neu und anders ist als alle anderen Bände der Jury-Reihe, dann weiß ich nicht wie das sonst gestaltet sein sollte. Im Gegenteil: Ich fand, dass sich gerade in den letzten Bänden die Motive immer mehr wiederholten und die Charaktere zunehmend ausgereizter wurden. In diesem Band bestreitet Frau Grimes mal wirklich neue Wege, die mitunter etwasbizarr daher kommen, mich zumindest aber interessiert bei der Stange hielten. Auch das der Schluß gewiss nicht der allgemeinen Erwartungshaltung entsprochen haben dürfte, passt zum Gesamtbild.
Aber wahrscheinlich ist es genau die Tatsache, dass der Band eben nicht so ist, wie man es als Stammleser gewohnt ist und Erwartungshaltungen nicht bedient werden, was viele so verärgert. Ich fand den Band jedenfalls gelungen, gut geschrieben und sogar recht humorvoll.
Josie zu »Martha Grimes: Inspektor Jury kommt auf den Hund« 02.09.2009
Obwohl ich ein Fan der Welt des Inspector Jury bin, ist dieses Buch zum Abgewöhnen. Die Autorin hat auch andere Bücher geschrieben, die ich gelesen habe. Dort wäre diese Handlung wesentlich besser aufgeben gewesen. Wenn diese Buch nicht als Urlaubslektüre gedacht gewesen wäre, hätte ich es nicht zu Ende gelesen. Fast Alles , was einen Jury-Krimi ausmacht, fehlt.
Pazuzu zu »Martha Grimes: Inspektor Jury kommt auf den Hund« 03.08.2009
Mein erster Inspector-Jury-Roman war gleich eine Überraschung, denn er folgt keineswegs den traditionellen Mustern eines Kriminalromans, wie ich es erwartet hatte. Statt mit einem anständigen Mord wartet Martha Grimes mit einem Laien-Physiker auf, der den beurlaubten Inspector Jury Vorträge über eine angeblich spurlos verschwundene Frau und über Quantenmechanik, Schrödingers Katze, die String-Theorie und Paralleluniversen hält. Wie wollte Grimes daraus noch einen Krimi machen? Aber sie hat’s gemacht. Und mit was für einer grandiosen Wendung! Das Durchhaltevermögen hat sich gelohnt. Trotzdem ist der Roman ziemlich strange, denn in welcher Krimiromanwelt gibt es schon einen Hund wie Mungo oder eine Katze wie Schrödinger?
Maria-Luise zu »Martha Grimes: Inspektor Jury kommt auf den Hund« 19.07.2009
Schade, nach " die Frau im Pelzmantel" habe ich mir diesen Inspector Jury -Krimi mal wieder gegönnt und bin so ent-täuscht. Das ist Papierverschwendung.
Ich habe mich ständig gefragt, was soll das. Gelesen habe ich es nur, weil ich das Buch mit in den Urlaub genommen habe und die anderen schon gelesen hatte, sonst hätte ich es nicht beendet.
Vielleicht sollte man auch als Schriftstellerin eine serie beenden, wenn einem wirklich nichts mehr Gutes einfällt.
Jo812 zu »Martha Grimes: Inspektor Jury kommt auf den Hund« 17.07.2009
Was für ein Absturz. Spannungskurve gleich Null. Über die ersten 140 Seiten habe ich mich gequält und hatte dann einen Hoffnungsfunken das die Geschichte anzieht. Fehlanzeige. Quantenmechanik und Hundegeschichte waren keine gute Mixtur. Dialoge zum Einschlafen. Nach „Auferstanden von den Toten“ und „Karneval der Toten“ ähnlich schwach wie die Amerika-Krimis der Jury-Reihe. Gibt nur 40° mit Treuebonus. War der erste Grimes-Krimi den ich teilweise quergelesen habe!
Margareta Hiller zu »Martha Grimes: Inspektor Jury kommt auf den Hund« 02.03.2009
Das ist und war mein letztes Buch über Inspektor Jury. Wenn ich Hundegeschichten lesen will, dann tue ich das. Ich kauf dann aber auf keinen Fall einen Grimes Krimi mit Inspektor Jury. Was der Hund so alles kann und herausfindet, wirklich süß, aber auch nur das, sehr enttäuschend. Es gibt ja zum Glück noch unendlich viel andere Literatur. Trotzdem - schade -
Loki zu »Martha Grimes: Inspektor Jury kommt auf den Hund« 08.11.2008
inspektor jury kommt auf den hund ist mein erstes buch von mg und es hat mir sehr gut gefallen. besonders die leichtigkeit die nur sehr wenige autoren besitzen finde ich gut. ich kann es kaum erwarten die anderen bücher zu lesen. vor allen die gespräche zwischen jury und harry sind gut gelungen(vor allen die theorie der unvollständigkeit war ein spannentes thema was gar nicht so schwer zu verstehen ist wie sie auf den ersten blick scheint trotz nicht so guter note in physik). was ich aber noch besser fand war das man die gedanken von denm hund (der heißt übrigens mungo) sehr gut. immerhin hat man auch die gedangen von timmy erfahren und darüber wundert sich keiner. wieso findet man nur die gedanken von mungo unrealistisch als die des jungen. niemand weiß was hunde denken noch ob sie schlauer sind als wir (ich finde wir menschen sind nicht sehr schlau weil die meisten nich aus fehlern lernen). ich hoffe das die anderen bücher auch mit der selben leichtigkeit geschrieben sind wie dieses.

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