Das Geständnis des Toten / Die Scherben der Wahrheit von Mark Billingham

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel In the Dark, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Goldmann.

  • London: Little, Brown, 2008 unter dem Titel In the Dark. 420 Seiten.
  • München: Goldmann, 2009. Übersetzt von Isabella Bruckmaier. ISBN: 978-3-442-47020-4. 420 Seiten.
  • Zürich: Atrium, 2015 Die Scherben der Wahrheit. Übersetzt von Isabella Bruckmaier. ISBN: 978-3855350575. 480 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: GoyaLiT, 2015. Gesprochen von Katja Danowski . ISBN: 3833734779. 4 CDs.

'Das Geständnis des Toten / Die Scherben der Wahrheit' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Als Paul Hopwood die Schüsse hört, ist es bereits zu spät. Das Auto, auf das gefeuert wurde, kommt von der Fahrbahn ab, rast auf ihn zu und tötet ihn. Die Polizei geht davon aus, dass eine Jugendbande auf den Wagen gezielt hatte, der Paul in den Tod riss. Doch Helen kann nicht glauben, dass ihr Mann auf so sinnlose und zufällige Weise ums Leben kam. Ihre Ehe war zwar nicht mehr die glücklichste, aber sie hätte noch eine Chance gehabt, zumal Helen auch noch schwanger ist. Als sie jedoch eine unbekannte Nummer auf Pauls Handy entdeckt, weiß sie bald nicht mehr, wer dieser Mann war, mit dem sie ihr Leben geteilt hat …

Ihre Meinung zu »Mark Billingham: Das Geständnis des Toten / Die Scherben der Wahrheit«

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Virginia zu »Mark Billingham: Das Geständnis des Toten / Die Scherben der Wahrheit« 03.04.2016
In einer regnerischen Nacht kommt ein Auto von der Fahrbahn ab und rast in eine Bushaltestelle. Mehrere Menschen werden verletzt, für Paul Hopwood kommt jede Hilfe zu spät. Die Polizei glaubt, dass Paul das zufällige Opfer eines Initiationsritus wurde, wie er unter Jugendgangs in diesem Teil Londons keine Seltenheit ist. Pauls hochschwangere Frau Helen aber will nicht glauben, dass ihr Mann auf so sinnlose und zufällige Weise ums Leben kam. Als sie unbekannte Nummern auf Pauls Handy entdeckt, erhärtet sich ihr Verdacht. Helen begibt sich auf eine Reise durch die Nacht, auf der Suche nach der Antwort auf eine fürchterliche Frage: Wer war der Mann wirklich, dessen Kind sie unter dem Herzen trägt?"
Durch die sehr vielen guten Kritiken und den Klappentext war ich schon sehr gespannt auf dieses Buch. Ich hab wohl auch einiges erwartet und war dann etwas enttäuscht. Ich fand die Geschichte ok, aber mehr auch nicht. Die Charaktere waren mir zu unsymphatisch, ich wurde nicht richtig warm mit den Personen und deren Verhalten. Manchmal war ich sogar genervt beim Lesen. Ich bin kein Fan von extrem ausschweifenden Büchern in denen viel sinnloses blabla steckt. Aber hier war mir alles zu oberflächlich und mir hat eine gewisse Tiefe gefehlt. Leider.
Baerbel82 zu »Mark Billingham: Das Geständnis des Toten / Die Scherben der Wahrheit« 10.10.2015
Ein tödlicher Unfall, ein unglaubliches Geheimnis und eine Frau auf der Suche nach der Wahrheit

Wir sind live dabei, als ein BMW mit einer Frau aus einem mit fünf Männern besetzten Chevy heraus beschossen wird. Die Fahrerin des BMW kommt von der Fahrbahn ab und rast in eine Bushaltestelle. Ein Mann wird getötet. Wie sich später herausstellt, ist es Paul. Ein Unglücksfall?
Schnitt!
Drei Wochen zuvor: Paul ist Polizist. Seine Frau Helen, selbst Polizistin, ist schwanger, aber das Kind ist vielleicht nicht von Paul. Paul belügt seine Frau, so wie sie ihn anscheinend betrogen hat. Statt zur Arbeit zu fahren, trifft er sich mit dem kriminellen Shepherd. Ist Paul korrupt?
Danach lernen wir den jungen Schwarzen Theo kennen. Er ist Vater und Mitglied in einer Gang. Bald ist klar, dass er einer der fünf Männer in dem Chevy war. Denn er saß auf dem Beifahrersitz und war der Schütze. Angeblich sollte bei dieser Mutprobe niemand verletzt, sondern bloß erschreckt werden.
Helen hat Zweifel an der offiziellen Version. Pauls Veränderung in den letzten Wochen, seine mysteriösen Verabredungen. Helen ist sicher, dass mehr dahinter steckt. Auf Pauls Handy findet sie eine unbekannte Telefonnummer und begibt sich auf eine gefährliche Suche.
„Die Scherben der Wahrheit“ von Mark Billingham ist ein Roman außerhalb seiner Tom Thorne-Reihe. Tom hat hier nur einen kurzen Cameo-Auftritt. Erneut ist dem Autor ein fesselnder, psychologisch raffinierter Plot gelungen. Gleich mehrere Handlungsstränge gilt es zu verfolgen.
Obwohl der Roman bereits 2009 unter einem anderen Titel erschien, wirken die Figuren auch heute noch so lebendig, als wären sie direkt den Schlagzeilen der aktuellen Tagespresse entsprungen. Helen ist eine starke Frau und sie gibt nicht auf, bis sie die Scherben der Wahrheit zusammengesetzt hat.
Selbst wenn der Leser der Polizei oft einen Schritt voraus ist, wird Spannung aufgebaut, die langsam gesteigert wird und nicht mehr nachlässt. Die Geschichte nimmt viele überraschende Wendungen, bis zum tragischen Ende. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll.

Fazit: Eine perfekt inszenierte, düstere Geschichte. Krimikost vom Feinsten.
Stefan83 zu »Mark Billingham: Das Geständnis des Toten / Die Scherben der Wahrheit« 17.11.2013
Es scheint, als sei die Zeit für Mark Billingham als Autor auf dem deutschsprachigen Buchmarkt endgültig abgelaufen. Mit „Tödlicher Verdacht“ ist im April 2012 der vorerst letzte Titel aus der Reihe um den Detective Inspector Tom Thorne übersetzt worden, welcher zudem nicht annähernd die Klasse seiner Vorgänger erreichen konnte. Für Billingham, der er es nie zu größerer Popularität (geschweige denn Verkaufszahlen) hierzulande brachte und auch beim Goldmann Verlag stets nur im Schatten von Ian Rankin verblieb, ein herber Rückschlag. Gut möglich, dass ihm damit in Deutschland ein ähnliches Schicksal wie James Lee Burke droht, der nun schon seit vielen Jahren von der hiesigen Verlagsszene konsequent ignoriert wird. (Aktuelle Informationen lassen aber zumindest hier in naher Zukunft frohe Kunde erwarten) Woran liegt es aber, dass Billingham der Durchbruch versagt blieb, sein Namen nie einen höheren Stellenwert erreichen konnte? Fakt ist: Die komplette Handhabung der Thorne-Serie wurde von Goldmann äußerst stiefmütterlich betrieben. Wenig Werbung, fortdauernd wechselnde Covergestaltung, nichtssagende und austauschbare Titelgebung. Dem Blick auf einen Billingham-Roman folgte dadurch seitens der Kundschaft selten ein zweiter. Eine Tatsache, die ich als Buchhändler in der Abteilung Spannung nur allzu oft beobachten musste.

Nun stellt sich für mich die Frage, ob eine Rezension hier überhaupt noch lohnt, sind doch bis auf den oben genannten Titel alle Werke des Autors in der Print-Ausgabe vergriffen. Warum also Werbung für jemanden machen, der davon eh nicht mehr groß profitieren kann? Wahrscheinlich ist es Sturheit meinerseits, da das Werk Mark Billinghams größere Aufmerksamkeit schlichtweg verdient und vielleicht ja auch die kleine Hoffnung besteht, das es für ihn in meiner Heimat doch noch mal einen zweiten Frühling gibt. Dies ist natürlich auch abhängig von der Qualität der Romane, die, wie bereits erwähnt, zuletzt nachgelassen hatte. Bestes Beispiel ist dafür sein erster Stand-Alone-Titel „Das Geständnis des Toten“, welcher in den Rezensionen bisher nicht gut davonkommen gekommen, teilweise sogar äußerst schlecht bewertet worden ist. Während ich bei „Tödlicher Verdacht“ in das Horn der Kritiker mit einstimme, muss ich an dieser Stelle jedoch Gegenposition beziehen. Billinghams ersten Ausflug außerhalb der Thorne-Reihe halte ich für ein rund um gelungenes Wagnis, das sich, für Leser wie Autor gleichermaßen, ausgezahlt hat. Und ein Wagnis ist es, allein schon aufgrund der Wahl der Hauptprotagonistin.

Kurz zur Handlung: Die Polizistin Helen Weeks ist hochschwanger und verwitwet, seit ihr Mann Paul, ebenfalls Polizist, bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Eine Jugendbande hatte, offensichtlich als Initiationsritus, auf ein vorbeifahrendes Auto gefeuert, das daraufhin den Kontakt zur Fahrbahn verlor und den dienstfreien Paul mit Vollgas in den Tod riss. Jede Hilfe kommt noch am Unfallort zu spät. Doch Helen ist skeptisch. Sie kann nicht glauben, dass ihr Mann auf so sinnlose und zufällige Weise ums Leben kam. Und auch wenn ihre Ehe schon lange nicht mehr glücklich war, ist sie über die zurückhaltenden und oberflächlichen Ermittlungen der Polizei verärgert. Als die dann auch noch eine unbekannte Nummer aufs Paul Handy entdeckt, entscheidet sie sich dafür, eigene Nachforschungen anzustellen. Doch was sie dann findet, ist zwar aufschlussreich, aber wenig tröstlich. Offensichtlich hatte ihr Mann nicht nur Kontakt zu zwei lokalen Gangster-Größen, sondern war auch tiefer in deren Machenschaften verstrickt. Schon bald stellt sie sich nur noch eine Frage: Wer war eigentlich dieser Mann, mit dem sie ihr Leben geteilt hat?

Vorneweg: Wenngleich ich auch die negativen Kritiken zu diesem Buch nicht teile, ahne ich durchaus, wo sie ihren Ursprung haben. „Das Geständnis des Toten“ ist eine ganze andere Art von Kriminalroman, als sie Billingham bisher in seiner Thorne-Reihe lieferte. Und obwohl dieser zwar einen kurzen (und meiner Ansicht nach wenig notwendigen) Cameo-Auftritt hat, kommt der Plot weit düsterer und schrofferer daher. Insofern ist der englische Titel „In the Dark“ auch viel besser gewählt, zumal Billingham, der schon immer einen hohen Wert auf Realismus gelegt hat, diesen hier auf eine neue Stufe hebt. Ob er, wie ihm manche vorwerfen, damit unbedingt einen literarischen Roman abliefern wollte, kann ich nicht beurteilen. Fakt ist jedenfalls: Mit „Das Geständnis des Toten“ kredenzt der Autor dem Leser ein bisschen mehr als nur die übliche Leiche-Ermittlung-Auflösung-Story, geht er vor allem intensiver auf die Gefühle der einzelnen Charaktere ein. Für deren Entwicklung beweist Billingham wieder ein exzellentes Auge, setzt sie stilistisch hervorragend in Szene, ohne Gefahr zu laufen, die Grenzen von Schwarz und Weiß zu genau zu kennzeichnen.

Herausgekommen ist ein nachtschwarzer, äußerst ernster Thriller, der uns tiefe Einblicke in die Drogenszene Nordlondons gewährt und dabei einmal mehr daran erinnert, dass komplexe Situationen im wahren Leben nicht immer ein schönes, versöhnliches Happyend finden. Im Gegenteil: Billingham lässt einige lose Enden zurück. Gerade das wird dem üblichen Thorne-Leser, dem die von Twists-und-Turns gespickte Handlung samt Auflösung sonst immer auf die Spannungsachterbahn geschickt hat, vielleicht bitter aufstoßen. „Das Geständnis des Toten“ lebt mehr vom realistischen Thrill als vom künstlichen Effekt, verzichtet auf unnötige Gageinlagen, beschönigt in seinen Ausführungen nichts. Selbst von der schwangeren Helen wird ein äußerst nachvollziehbares Porträt einer schwangeren Frau gezeichnet, deren wechselnde Stimmungen von Schärfe bis Weinerlickeit mitunter schwer zu ertragen, aber doch an der Wirklichkeit gehalten sind. Ob man dies mag oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Meiner Ansicht nach hat es dem naturalistischen Touch der Story jedenfalls mehr geholfen, als geschadet.

„Das Geständnis des Toten“ ist und bleibt am Ende in vielen seiner Elemente Geschmackssache. Da hilft nur probieren, ob es schmeckt.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
kianan zu »Mark Billingham: Das Geständnis des Toten / Die Scherben der Wahrheit« 30.12.2012
Selten bin ich so sprachlos: Die Bücher des Autors um Tom Thorne, die ich gelesen habe, habe ich verschlungen.

Dieses Buch ist Eines ausserhalb der Serie, in dem Tom Thorne unnötigerweise in einer einzelnen Szene auftaucht.

Und ich habe das Gefühl, dieses Buch wurde von einem anderen Autor geschrieben: Langatmig; ohne den typischen Humor, den die Serie um Tom Thorne auszeichnet; nicht nachvollziehbare Brüche in der Geschichte. Und alles ohne einen Ansatz von Tiefgang in der Geschichte, bei der es sich um Moral und Schuld im Gangstermilieu handelt.

Hinzu kommt noch eine hochschwangere Protagonistin, die nach dem Tod ihres Mannes sogar noch 14 Tage nach ihrem geplantem Geburtstermin munter in der Gegend herumfährt und Ermittlungen anstellt und sich nur über ihren watschelnden Gang, ihr Gewicht und ihre Blase beschwert.

Es tut mir leid, aber - oder vielleicht gerade weil ich die anderen Bücher von Mark Billingham so sehr schätze - hier kann ich keine gute Kritik abgeben und bin einfach nur enttäuscht.

Aus meiner Sicht nicht empfehlenswert - auch nicht für Mark Billingham-Fans.
Michelle zu »Mark Billingham: Das Geständnis des Toten / Die Scherben der Wahrheit« 21.11.2009
Ist es nun ein Thorne-Roman oder nicht? Thorne spielt nur eine rudimentäre Rolle, kommt nur in einigen wenigen Szenen vor.

Irgendwie erscheint der ganze Roman merkwürdig. Er hinterlässt bei mir ein zwiespältiges Gefühl.

Einerseits recht flott und mit guten Charakterzeichen versehen, ist es doch schwierig, vor allem am Anfang den Überblick zu bewahren.

Und die Hauptprotagonistin stolpert mehr oder weniger durch das Werk.

Auch wird Paul's Job und seine Undercoverarbeit sowie seine "Freundschaft" zu einem Kriminellen nicht restlos und überzeugend aufgelöst.

Das eigentliche Verbrechen bekommt der Leser auch in verschiedenen Kapiteln an unterschiedlichen Stellen im Buch präsentiert.

Billingham hatt wohl den Anspruch, hier eher ein literarisches Werk zu schaffen und ist damit leider gescheitert, da er letztendlich doch in bekannten Bahnen verfährt.

Die Übersetzung ist für heutige Verhältnisse als ordentlich zu bezheichen.

Hoffen wir mal, dass Billingham wieder zu alter Stärke zurückfindet.

Trotz aller Kritik ist das Buch jedoch immer noch lesenswert und bringt es auf 75%.
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