Blumen für die Toten von Maria Masella

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Morte a Domicilio, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Fratelli Frilli Editori.
Ort & Zeit der Handlung: Genua, 1990 - 2009.
Folge 1 der Commissario-Mariani-Serie.

  • Genua: Fratelli Frilli Editori, 2002 unter dem Titel Morte a Domicilio. 256 Seiten.
  • München: Fratelli Frilli Editori, 2009. Übersetzt von Birgitta Höpken. ISBN: 978-3-442-46775-4. 256 Seiten.

'Blumen für die Toten' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Commissario Antonio Mariani aus Genua steht vor einem Rätsel: Denn plötzlich erhält er eine Reihe anonymer Päckchen, die stets ein Buch und eine weiße Blume enthalten. Zur gleichen Zeit ereignet sich eine Serie von brutalen Morden – die Opfer halten alle eine weiße Blume in der Hand. Ist es möglich, dass der Killer seine Taten bei Mariani ankündigt? Aber warum richtet der wahnsinnige Mörder seine mysteriösen Botschaften ausgerechnet an ihn? Schnell soll Mariani eine Antwort erhalten, die schlimmer ist als alles, was er sich jemals vorzustellen vermochte …

Das meint Krimi-Couch.de: »Noch ein Commissario« 35°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Sieben Jahre nach der Erstauflage von Morte a Domicilio erscheint im Goldmann Verlag der erste von bislang sechs Bänden aus der Feder von Maria Masella, die in Italien als neuer Star unter den Krimiautorinnen hochgejubelt wird. Aus dem Tod am Wohnsitz wird in der Übersetzung von Brigitta Höpken Blumen für die Toten, das nun auf über 250 Seiten Motive aus der »Kameliendame« in eine Serienmördergeschichte im Genueser Milieu abhandelt.

Der uns bislang noch unbekannte Commissario Mariani, der mit Frau und Tochter in einer Wohnung lebt, dies allerdings nicht unter den besten familiären Voraussetzungen, bekommt hübsch verpackte Päckchen in denen sich jeweils ein Buch und eine Kamelie, sowie eine Fingerkuppe finden. Diese Fingerkuppe hat der Mörder seinem Opfer abgeschnitten, damit Antonio Mariani sofort die Verbindung zur jeweiligen Leiche herstellen kann. Was es mit den Kamelien und den Büchern auf sich hat, darauf kann sich der Kriminalist vorerst keinen Reim machen.

Die erste Leiche ist eine nicht mehr ganz taufrische Prostituierte mit einer roten Perücke, die zweite Leiche ist eine Bekannte seiner Mutter, die ebenfalls ein Päckchen bekommen hat. Mariani beginnt langsam aber sicher unter tatkräftiger Mithilfe seiner Frau und seines Teams zu kombinieren und es dauert nicht lange, bis er entdecken muss, dass er und seine Familie im Visier des heimtückischen Mörders sind. Und auf Grund der zeitlichen Reihenfolge des Einlangens der Päckchen weiß er auch, dass ihm die Zeit unter den Nägeln brennt …

Vergessen wir mal kurz, dass der deutschsprachige Krimibuchmarkt mit Brunetti, Laurenti, Guarnaccia und Co. bereits mit einer Vielzahl von italienischen Commissari bedient wird, aber Mariani kommt eben aus Genua und sollte deswegen anders und besser sein als seine literarischen Kollegen aus Venedig, Triest oder Florenz. Als Person ist er ein richtiger Alltagstyp, der mit seiner Frau Stress hat (wie fast jeder Kriminalist in Buchform), der bei seinen Untergebenen den Chef heraus kehrt und im Endeffekt erst mit dem Vorschlaghammer auf Zusammenhänge gebracht wird, die jeder halbwegs geeichte Krimileser schon Seiten vorher kapiert hat.

Das südländische Flair beschränkt sich im Wesentlichen auf die tägliche Einkehr in irgendeine Speisewirtschaft, weil das Kantinenessen so schlecht ist und man dort nur den nichtsnutzigen Kollegen über den Weg läuft. Alles Andere könnte genauso gut in Castrop-Rauxel oder Novosibirsk angesiedelt sein, vorausgesetzt, es wachsen dort irgendwo Kamelien.

Die Spannung hält sich deutlich in Grenzen. Sie sickert zwischen den einzelnen Mordfällen dahin und die Frage, ob Mariani die nächste Nacht mit seiner Frau im Bett verbringt oder nicht und welchen Wein sie zu welchem Essen trinken, ist bisweilen aufregender als der nächste Mord. Abgesehen von dem kurz abgehandelten Finale, bei dem eine Spur von spannendem Geschehen zu bemerken ist, hat dieser Erstling nicht viel zu bieten und es bleibt abzuwarten, ob Maria Masella den Commissario, seine Familie und sein Team konsequent weiter entwickeln hat und wie weit ihr in den nächsten fünf Bänden auch eine originelle Story eingefallen ist. Dieser Erstling ist leider nur sehr lauwarme Krimikost, die nur Hardcore-Italien-Krimi-Fans empfohlen werden kann.

Wolfgang Weninger, März 2009

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Ms. Terry zu »Maria Masella: Blumen für die Toten« 23.06.2009
Ich hab das Buch gekauft, weil es mir von der Buchhändlerin angepriesen wurde als "total witzig geschrieben, mit trockenem Humor, und spannend, aber überhaupt nicht blutrünstig oder brutal". Entweder spricht die Frau eine Sprache, in der jedes Wort das Gegenteil von dem bedeutet, was ich ich verstehe, oder sie hat ein ganz anderes Buch gelesen.

Commissario Dingsbums hat ein eher schlechtes Verhältnis zu seiner Frau (wie innovativ...). Sie sind zwar noch verheiratet, und leben zusammen in einer Wohnung, aber nur wegen der Tochter "Manu". Weil er ihr in der Vergangenheit so oft fremd gegangen ist, beschränkt sich das Eheleben aber auf WG-Ebene. Jetzt ist das Buch in der Ich-Perspektive eines Mannes geschrieben, die Autorin ist aber in Wirklichkeit eine Frau, und "sowas" geht, meiner Erfahrung nach,selten gut.

Die absolut, komplett farblos bleibende Haupfigur beschränkt sich jetzt mehr oder weniger darauf, uns von seiner Frau vorzuschwärmen (die einfach die tougheste, sensibelste, unaufdringlichste, schönste, klügste, engagierteste, mutigste, sachlichste, witzigste, vertrauenerweckendste und unzickenhafteste, allürenfreieste Frau und beste Mutter ever ist. Blöderweise ist es jetzt nicht mal so hinzudrehen, dass nur er das so sieht, weil sie ihn mehr oder weniger verlassen hat, nein, ein Zeuge will z.B. nur mit ihr reden, seine
Kollegen himmeln sie an, einfach "alle" vergöttern diese Person geradezu), und uns über seine Nahrungsaufnahme zu informieren.

Achja, lästigerweise gibt es noch eine Mordserie (die "zum Glück" zu ihm nach Hause kommt, sonst würden wir davon wahrscheinlich nichts mitbekommen), die ziemlich lieblos und unglaubwürdig zusammengestrickt ist, und noch viel liebloser und unglaubwürdiger aufgelöst wird, und zwar mehr oder weniger durch... tatatata... seine Frau.

Zum Beispiel kann sich die unheimlich patente Krankenschwester (zufällig eine Freundin von der unheimlich patenten Mutter des Commissario) noch an eine Patientin von vor 20 Jahren erinnern ("sie hatte ganz tote Augen" ...mhm...).

Jetzt bin ich beim besten Willen kein Italien-Kenner, lasse mich also gerne eines Besseren belehren, aaaber:
Von "Lokalkolorit" konnte ich da auch nicht viel merken. Wärs statt dem "Commissario", der am "Place de Irgendwasio" wohnt, der "Kommissar" aus der "Irgendwas Straße", hätte das Ganze auch Sonstwo stattfinden können. Italienisches Essen ist ja doch recht weit
verbreitet.

Fazit: Sehr bemüht. Ich würds nicht weiter empfehlen oder verschenken. Handlung unspannend und zunehmend unglaubwürdig, Rahmenhandlung uninteressant und unoriginell, Kriminalfall total herbeikonstruiert mit alberner Auflösung, Personen ausschließlich
eindimensional.

Meine persönliche Meinung...
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Buchli Doris zu »Maria Masella: Blumen für die Toten« 22.04.2009
Ich fand dieses Buch ausserordentlich spannend. Es ist einfach geschrieben und man kann sich genau vorstellen was passiert. Die Geschichte ist bis zum schluss aufregend. Eigentlich hätte ich gerne gehabt wenn es noch weitergegangen wäre. Ich hoffe es gibt noch weitere Krimis von Ihr. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Einfach Super!
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