Den du nicht siehst von Mari Jungstedt

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Den du inte ser, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Gotland, 1990 - 2009.
Folge 1 der Anders-Knutas-Serie.

  • Stockholm: Bonnier, 2003 unter dem Titel Den du inte ser. 383 Seiten.
  • München: Heyne, 2004. Übersetzt von Gabriele Haefs. ISBN: 3-453-87990-2. 383 Seiten.
  • München: Heyne, 2005. Übersetzt von Gabriele Haefs. ISBN: 3-453-43102-2. 383 Seiten.
  • München: Heyne, 2007. Übersetzt von Gabriele Haefs. ISBN: 978-3-453-43240-6. 383 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2007. Gesprochen von Walter Sittler. ISBN: 3869090030. 5 CDs.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2007. Gesprochen von Walter Sittler. ISBN: 3899034325. 5 CDs.

'Den du nicht siehst' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Die malerische schwedische Ferieninsel Gotland wird kurz vor Mittsommer von einer verstörenden Mordserie erschüttert. Ein nervenzerreißender Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Mörderischer Sommer auf Gotland« 62°

Krimi-Rezension von Eva Bergschneider

Die Journalistin Mari Jungstedt legte im Jahr 2003 mit Den du nicht siehst ein viel beachtetes Krimi-Debüt vor. Die Serie mit dem Ermittler Anders Knutas spielt auf Gotland, einer südöstlich vom schwedischen Festland gelegenen Insel, die Jahr für Jahr zahlreiche Touristen anlockt. Außerhalb der Saison ist nicht viel los, jeder Gotländer kennt jeden und Fremde fallen sofort auf.

Man darf gespannt sein, wie Mari Jungstedt ein Gewaltverbrechen in dieser friedlichen Umgebung inszeniert. Das ZDF strahlte im Dezember 2007 die ersten beiden Krimis Den du nicht siehst und Näher als Du denkst der schwedischen Autorin als TV-Serie aus.

Die Stimmung kippt

Helena und Per verbringen ein paar Tage in ihrem Ferienhaus auf Gotland und nutzen die Gelegenheit, alte Freunde einzuladen. Die Stimmung in der feucht-fröhlichen Runde kippt, als Kristian, der einzig Single, mit Helena flirtet. Per reißt ihm seine Freundin aus den Armen, anschließend kommt es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung. Am nächsten Morgen wird Helena mit einer Axt erschlagen aufgefunden. Die Polizei nimmt Per fest, obwohl niemand glaubt, dass er der Mörder ist. Erst als eine weitere Frau in den Dreißigern brutal ermordet wird, beginnt die Suche nach einem Serienkiller.

Jagd auf den Axtmörder

Anders Knutas gerät unter Zeitdruck, denn die Presse sitzt ihm im Nacken und die Feriensaison steht unmittelbar bevor. Die Opfer scheinen, abgesehen vom Alter und der Tatsache, dass erst vor kurzem nach Gotland gekommen sind, nichts gemeinsam zu haben. Der Täter stopfte den Ermordeten ihren Slip in den Mund, hinterließ aber sonst keine Spur, die auf ein sexuelles Motiv deutet. Offensichtlich hat er die Gewohnheiten der Frauen gut gekannt. Ist der Mörder Gotländer, oder kommt er von außerhalb? Ein ehemaliger Lehrer, der mit Helena während ihrer Schulzeit eine Affäre hatte und ihr Freund Kristian verstricken sich in Widersprüche. Aber was könnte einen dieser Männer dazu bringen, ihre ehemalige Geliebte und weitere Frauen bestialisch ermordeten?

Der Journalist ermittelt mehr als die Polizei

Lokalredakteur Johan Berg wittert die Chance, das Sommerloch mit einer aufregenden Story zu überbrücken. Er folgt dem Täter auf eigene Faust und nutzt die Chance, einer engen Freundin des ersten Opfers, der verheirateten Emma, näher zu kommen. Der Ermittlungsleiter der gotländischen Polizei Anders Knutas gehört nicht zu den Polizisten, die ständig persönliche Probleme zu bewältigen haben. Mit seiner Ehefrau Line und ihren Kindern führt er ein Familienleben, wie es nicht glücklicher sein könnte. Knutas Privatleben stellt eine erfrischende Abwechslung zu den sonst häufig scheiternden Polizistenehen dar. So sehr Jungstedts Serienermittler auch als Mensch überzeugt, im Job verhält er sich oft dilettantisch. Man fragt sich etwas zu oft, warum die Polizei die beste Freundin nicht eingehender befragt, oder einem Hinweis nicht eher nachgegangen ist. Schließlich bestärkt der Journalist, der den Profis oft eine Nasenlänge voraus ist, den Leser in dem Eindruck, dass Knutas und sein Team nicht gerade überzeugen.

Die Atmosphäre passt, die Verschleierungstaktik nicht

Mari Jungstedt nutzt den Mikrokosmos einer idyllischen Ferieninsel als Schauplatz für brutale Serienmorde. Angst legt sich wie eine heranziehende Nebelwand über die ländliche Umgebung. Der harte Kontrast, der durch die Brutalität der Morde und die heitere Stimmung des gotländischen Sommers gezeichnet wird, erzeugt Betroffenheit, ohne den Roman insgesamt in ein düsteres Licht zu tauchen. Die Autorin animiert ihren Leser mit einem leichten Wissensvorsprung dazu, den Spuren des Mörders zu folgen. Leider verschleiert sie diese, trotz zahlreicher falscher Fährten, nicht besonders gründlich. Es wird recht schnell deutlich, wer als Täter in Frage kommt.

Sprachlich weniger überzeugend als andere Schweden

Viele der schwedischen Krimi-Autoren überzeugen durch eine stilsichere, charakteristische Sprache. Mari Jungstedt fällt in der Hinsicht hinter ihren Landsleuten etwas zurück. Ihr Satzaufbau variiert kaum, sondern wirkt häufig wie nach Schema F konstruiert. Lediglich mit reizvollen Beschreibungen der gotländischen Landschaft kann sie sprachlich punkten. Die Autorin schickt zwei Ermittler, den Polizisten Anders Knutas und den Journalisten Johan Berg auf die Spur des Mörders. Ihre unterschiedlichen Arbeitsweisen lockern die Handlung auf, erscheinen jedoch oft etwas oberflächlich abgehandelt. Es fällt dem Leser dadurch schwer, sich mit Anders Knutas zu identifizieren.

Mari Jungstedts Auftaktroman Den du nicht siehst fesselt den Leser mit einer blutig in Szene gesetzten Mordserie auf Gotland. Kenner der Insel wird die Einbettung der Verbrechen in die mit lockerer Hand gezeichnete, schwedische Atmosphäre begeistern. An die schriftstellerische Qualität der großen, skandinavischen Krimi-Autoren reicht der Roman allerdings nicht heran.

Eva Bergschneider, Januar 2008

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Schnüfi zu »Mari Jungstedt: Den du nicht siehst« 16.04.2010
Ich fand das buch sehr gut. vorallem, dass es so spannen war, da man wirklich bis zum schluss keine ahnung hatte, wer der täter sein könnte. es gab auch eigentlich keine langweiligen stellen.
Ich musste mich allein an die vielen schwedischen namen gewöhnen, die teilweise kompliziert zu lesen waren.
ich kann das buch also nur weiterempfehlen.
Luca zu »Mari Jungstedt: Den du nicht siehst« 15.03.2008
Ein gutes Buch,was bei mir schon was heißen will,denn normalerweiße kommme ich mit den Schweden nicht sonderlich gut aus.
Anders hier.
Marie Jungstedt liefert mit ihrem ersten krimi um Hauptkommissar Andreas Knutas,und seinem Team,ein (fast) rundum gelungenes Werk ab.
Die Story ist durchweg spannend erzählt,auch mit teielweiße sehr drastischen schilderungen der Leichen,wird nicht gespart.
Einziger schwachpunkt war für mich,das man aus dem Privatleben des Kommissars nur recht wenig erfährt.

95%
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