Blutsbräute von Margie Orford

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel Like Clockwork, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 1 der Clare-Hart-Serie.

  • Kapstadt: Oshun, 2006 unter dem Titel Like Clockwork. 400 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2008. Übersetzt von Dietlind Kaiser. ISBN: 978-3-442-36831-0. 400 Seiten.

'Blutsbräute' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Als ein schönes junges Mädchen brutal ermordet an der Strandpromenade in Kapstadt aufgefunden wird, setzt sich die Profilerin Dr. Clare auf die Spur eines psychopathischen Serienkillers. Zusammen mit dem Polizei-Captain Riedwaan Faizal versucht sie das Persönlichkeitsprofil des Täters zu ermitteln: Ein Wettlauf mit der Zeit, denn offensichtlich stehen weitere Mädchen auf seiner Todesliste. Immer wieder drängen sich für Clare Parallelen zu der Gewalttat auf, die ihrer Zwillingsschwester im Alter von sechzehn Jahren widerfuhr, und die sie bis heute traumatisiert hat. Stehen die Morde in Verbindung mit dem Menschenhändlerring, über den Clare gerade ermittelt? Oder treibt der Mörder nur ein perfides Spiel mit ihr und dem Leid ihrer Schwester?

Das meint Krimi-Couch.de: »Die Autorin wird ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht« 52°

Krimi-Rezension von Ines Dietzsch

Kapstadt, drittgrößte Metropole Südafrikas ist Handlungsschauplatz für den Auftakt einer Krimi-Reihe um die Profilerin Dr. Clare Hart.

Mord am Fuße des Tafelberges

Dr. Clare Hart, ihres Zeichens Journalistin und Profilerin lebt in ihrem Appartement ein zurückgezogenes Single-Dasein mit Katze. Als unweit ihrer Wohnung eine Mädchenleiche entdeckt wird, bittet sie der Captain der örtlichen Polizei Riedwaan Faizal, mit dem sie nicht nur auf beruflicher Ebene verbandelt ist, um Mithilfe. Privat hat Clare ihr Päckchen zu tragen, ihre geliebte Zwillingsschwester Constance wurde vor Jahren Opfer einer Massenvergewaltigung.

Während ihrer Ermittlungen verschwinden weitere Mädchen und werden bestialisch hingerichtet aufgefunden. Schnell wird klar, dass es sich bei dem Täter um einen psychopatischen Serienmörder handelt. Nebenbei arbeitet Clare an einer Dokumentation über Frauenhandel und ihre zu diesem Zweck geknüpften Kontakte in kriminelle Kreise führen schließlich zu einer Spur. Das alles passiert in Kapstadt – Südafrika.

Sex sells

Allein ein exotischer Handlungsschauplatz macht aus einem durchschnittlichen Krimi noch lange kein Highlight, zumal man den Eindruck gewinnt – diese Handlung kann sich genauso in New York, Los Angeles oder Moskau abgespielt haben. Die eingestreuten Hinweise (Beschreibungen wäre übertrieben) auf Landschaft und Sehenswürdigkeiten bleiben wirkungslos. Es muss wohl Absicht der Autorin gewesen sein, die in Südafrika noch immer vorherrschende Rassen-Problematik außen vor zu lassen – die Hautfarbe der jeweiligen Mitspieler wird dem Leser vorenthalten und darf geraten werden. Ansonsten werden alle gängigen Klischees bemüht, die Figuren bleiben blass und der Roman kann mit keinerlei Überraschungen aufwarten. Dafür bedient sich Margie Orford reichlich an beliebten Zutaten für den allgemeinen Massengeschmack: Folter, Mord in bluttriefenden Einzelheiten und natürlich Sex.

Nicht die schlechtesten Voraussetzungen

Die Vita von Margie Orford liest sich spannend: Studium bei einem Literaturnobelpreisträger, ein Jahr Inhaftierung während ihres Studiums in Südafrika unter dem Apartheid-Regime, eine Reise per Autostopp vom Iran nach Amsterdam usw. Wie ihre Protagonisten hat auch Margie Orford für eine Reportage über den Menschenhandel in Südafrika recherchiert. Sie weiß genau Bescheid über die Lebenssituation der südafrikanischen Frauen und Mädchen, hervorgerufen durch deren traditionelles Rollenverständnis in einer patriarchalischen Gesellschaft. Es gelingt ihr nicht, diese Kenntnisse in einen fesselnden Thriller zu transportieren.

Großes hat sie sich mit ihrer Romanreihe vorgenommen, wie wir aus einem auf den letzten Seiten des Buches abgedruckten Interview erfahren. Um diesem, ihrem eigenen Anspruch zu genügen, kommt auf die Autorin noch eine Menge Arbeit zu.
Blutsbräute ist schnell gelesen und ebenso schnell vergessen.

Ines Dietzsch, April 2008

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Krimibraut zu »Margie Orford: Blutsbräute« 07.09.2013
Da meine Vorschreiber den Inhalt schon exzellent wiedergegeben, hier nur ein paar Bemerkungen im Zusammenhang mit den anderen Büchernn von Margie Orford: "Blutsbräute" war das erste ihrer Krimis, das ich gelesen habe. Ich fand es sehr gut, mal was anderes und auch eine andere Seite von Südafrika, die in Europa weitgehend unbekannt ist. Durch Zufall fiel mir dann "Todestanz" in die Hände und damit fingen die Irritationen an. Der Klappentext preist es als ihr drittes Buch mit diesen Protagonisten. Doch schon bald merkt man z. B., hier lernen die beiden sich erst kennen und sein Vorgesetzter, Phiri, steht ausdrücklich hinter Riedwaan; mehr noch er wird positiv dargestellt. Kurz gesagt, es geht zentral um die Entführung seiner Tochter. Erinnert man sich dann wieder an "Blutsbräute" wird es noch sonderlicher: hier, dem angeblich ersten, ist die Entführung seiner Tochter Vergangenheit und der Ablauf des Geschehens wird überdies noch völlig anders dargestellt, ja es geht sogar so weit, dass sogar der Täter auf einmal ein anderer gewesen sein soll! Sein Vorgesetzter Phiri wird plötzlich als äußerst unsympathisch dargestellt, den Riedwaan sogar "hasst". Fazit: Themen, Protagonisten sind sehr interessant - man möchte mehr von Orford lesen. Diese Freude wird einem durch die Schludrigkeit in den verbindenden Teilen, der Handlungsstränge rund um Riedwaan und Clare Hart spätestens nach dem zweiten Buch leider vermiest. Schade, da es ohne Not geschah. Auch wenn die Bücher in einer anderen Reihenfolge geschrieben worden sein sollten als sie spielen, sind solche gravierenden Fehler absolut nicht nötig ...
simsa zu »Margie Orford: Blutsbräute« 03.05.2013
Eine Mädchenleiche wird in Kapstadt gefunden. Der schöne Teenager liegt zurechtgelegt an der Strandpromenade, so dass selbst die Ermittler erst einmal zu schlucken haben. Denn das Mädchen wurde nicht nur brutal ermordet, sondern auch geblendet. Was muss sie schreckliches gesehen haben, dass Ihr der Mörder vor dem Tod das Augenlicht nahm?

Dr. Clare Hart, Profilerin bei der Polizei und ihr Kollege Ridwaan Faizal geben alles um den Mörder schnell zu fassen. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass es nicht bei einer Leiche bleibt und es sich hier um einen Serientäter handelt.
Außerdem bekommt Clare schnell den Verdacht, dass die Taten etwas mit einem Menschenhändlerring zu tun haben könnten, gegen den sie ebenfalls ermittelt...
„Blutsbräute“ ist der Auftakt der Clare-Hart-Reihe von Margie Orford.
Weitere Bücher sind:

1) Blutsbräute
2) Blutrose
3) Todestanz
4) Galgenberg

Für mich ist Südafrika, als Schauplatz des Buches zwar nichts ganz neues mehr, aber doch sehr viel anders, als z.B. Deutschland, Skandinavien oder die USA. Dies sind oftmals Länder in denen meine gelesenen Thriller spielen. So ist mir durchaus bewusst, dass Südafrika wunderschön ist, aber auch seine Schattenseiten hat. Und dies bekommen die Leser von „Blutsbräute“ relativ schnell zu spüren.

Immer wieder treffen die Ermittler Clare Hart und Ridwaan Faizal auf Menschen, denen es nicht so gut geht und die durchaus schon Erfahrung mit Gewalt und Misshandlungen gemacht haben. Ich denke in diesem Bereich ist Kapstadt schon sehr gut gewählt, ist die Grenze zwischen Arm und Reich dort doch besonders groß.

Margie Orford als Schriftstellerin hat mir gut gefallen. Der Fall war spannend und unterhaltsam, aber auch sehr knifflig. Schnell hatte ich schon eine Tätergruppe im Hinterkopf, allerdings fragte ich mich immer, wie sie den Bogen zur Auflösung spannen will.
Dies gelang Margie Orford auch durchaus gut, trotzdem muss ich gestehen, dass der Mittelteil eine kleine Flaute hatte in der ich das Gefühl bekam, dass nichts neues passiert.
Zum Ende hin wurde es wieder besser und ich konnte die Finger nicht vom Buch lassen, oder kurz geschrieben, ich habe die Nacht durchgelesen.

Ob ich nun mit der Reihe weiterlese, weiß ich noch nicht. Clare Hart fand ich als Charakter durchaus interessant und auch ihre Vergangenheit bietet Platz für mehr, aber ich bin mir nicht sicher ob sie am Ende mit anderen Reihen mithalten kann. Und der Schauplatz Kapstadt ist auch nicht unbedingt mein Favorit.

Mein Fazit:
Ein spannender Auftakt zur Clare-Hart-Reihe, der sich gut lesen lässt. Allerdings bietet das Buch wenig neues, auch wenn die Umsetzung spannend war.
HeJe zu »Margie Orford: Blutsbräute« 08.04.2011
Spannend? Dieses Buch?

Nein. Meiner Meinung nach ganz und gar nicht. Ich bin super enttäuscht. Nun ja, so viel konnte man von dem Klappentext ja auch nicht erwarten, aber das Cover hat da einfach zu viel versprochen... Schade, verschwendete Zeit.
Ich habe es letztendlich aus der Hand gelegt.
40 Grad
Jana zu »Margie Orford: Blutsbräute« 29.03.2010
Bin gerade beim lesen, ist sehr Spannend und kann es kaum aus der Hand legen
Bin gespannt, wie es weiter geht
Leider fehlt wirklich der Hinweis auf die Hautfarbe der Personen, es wird nur nebenbei mal die Haarfarbe erwähnt.
Aber trotzdem sehr Empfehlenswert
würde mich sehr über ähnliche Bücher freuen
Dessie zu »Margie Orford: Blutsbräute« 13.02.2010
Dieses Buch war einfach spitze - sehr
gut geschrieben .auch mein Mann fand es prima - eines der besten Krimis. Wir waren schon in Südafrika, aber ich glaube, das ist unerheblich - das Buch ist einfach sehr spannend ...und wir werden
auf die Suche nach weiteren Büchern
dieser Autorin gehen. Das Schlimme ist:
man fängt an zu lesen und kann nicht aufhören .bis zum letzten Wort !
leseratte zu »Margie Orford: Blutsbräute« 28.05.2009
Ich habe keinen Bezug zu Südafrika, war aber trotzdem fasziniert von diesen Thriller.
Gegenüber dem mainstream, der einen sonst in diesem genre überschwemmt, endlich etwas packendes.
Die Auflösung kommt erst zum Schluss. Selbst als Krimi/Thriller-Fan rätselt man durchweg: wer-war-der-Mörder.
M.E. ist die Hautfarbe der Protagonisten zweitrangig.

Ich freue mich auf den 2. Thriller.
Cordula zu »Margie Orford: Blutsbräute« 20.04.2009
Na ja ich glaub jeder der schon mal südafrika besucht hat und liebt,aber auch die schattenseiten kennt udn trotzdem liebt,verschlingt diesen roman,wobei die Autorin sich imzweiten Krimi Blutrose"sich steigert,aber shcon dafür sollte man den 1.Krimi lesen.Während des lesens hab ich kapstadt sozusagen gespürt.Ist glaub ich mehr was fürSüdafrika-Liebhaber,weil man viel mehr versteht von der speziellen südafrikanischen Problematik.Das kann keiner verstehn,der noch nicht da war.
Fazit:Für südafrika-Liebhaber genial
Herbert zu »Margie Orford: Blutsbräute« 08.08.2008
Ich empfand dieses Buch sterbenslangweilig.
Die Protagonisten hatten überhaupt kein Profil, es gab etliche Nebenhandlungsstränge die absolut nicht passten und überhaupt nichts mit der Geschichte zu tun hatte und einfach nur ins leere liefen.
Einen Einblick in die Geschichte des Landes gibt diese Buch ebenfalls nicht.
Es kam mir immer alles ein wenig zusammengewürfelt vor.
Und das Ende erst.alles in allem bin ich froh es gelesen zu haben.
Wers möchte soll sich bei mir melden ich sende es Kostenlos zu, hauptsache der Schund steht nicht mehr in meinem Bücherregal. 5 Grad von mir und die gibts auch nur für den Einband
Bio-Fan zu »Margie Orford: Blutsbräute« 26.06.2008
Ich kann "Blutsbräute" nur empfehlen- ein Buch, daß mir mit Sicherheit in Erinnerung bleiben wird. Die Bewertung von 52 Grad durch die von mir geschätzte Rezensentin mag viele Interessierte zurückenschrecken. Doch für mich fällt dieses Urteil zu hart aus. Von mir gibt es 80 Grad, schon allein wegen des Anspruches, die Verhältnisse in einem Land zu beleuchten, das sich anschickt, sich in den kommenden Jahren der Weltöffentlichkeit zu präsentieren(Fussball WM).
Es ist ein Irrglaube, daß sich allein durch die Aufhebung der Apartheid die grundlegenden Probleme dieses Landes gelöst hätten. Die lange Zeit der Unterdrückung -die Vergewaltigung des Menschen durch den Menschen hat deutliche Spuren hinterlassen. Aufgestaute Aggression und Hass entladen sich in viele Richtungen - einschließlich gegen die eigene Familie.
Dies ist der reale Hintergrund des Romans von Margie Orford und wer zwischen den Zeilen liest, bekommt Einblick in den südafrikanischen Alltag, wo Unsicherheit und Angst das Leben der Menschen bestimmen.
Der "Fall", den das Ermittlerduo zu lösen hat, entspricht dem üblichen "Serienmörderstandard". Orford bedient sich aller gängigen Klischees, was kein Werturteil per se sein soll. Aber Orford überfrachtet ihre Geschichte mit viel zu vielen Details- sei zur Vita der Protagonisten oder zu den Einzelheiten des Falles- man verliert leicht den Überblick welches Indiz zu was oder wem führen könnte, wobei das letztendlich keine Rolle spielt.
Wie bei vielen anderen Autoren greift die Feststellung: Weniger ist oftmals Mehr.
Ähnlich wie damals bei "Voodoo" von Nick Stone mit Haiti als Hintergrund hat mich "Blutsbräute" zu eigenen Recherchen über Südafrika animiert.
mo zu »Margie Orford: Blutsbräute« 26.05.2008
Kann mich der Meinung der Rezensentin nur anschließen, die Autorin hatte viel im Sinn, wenig ist dabei herausgekommen. Auch mir ging es auf die Nerven, bei den auftretenden Personen immer zu erraten, ob dies nun gerade Weisse/Schwarze sind mit denen man es zu tun hat. Die Handlung ist daher etwas farblos geraten, die Gewalt-Und Sexszenen konnten sie nicht aufpeppen. Schade eigentlich, ich hatte mir einen Thriller erwartet, wo man mehr über die derzeitige Problematik in Südafrika erfährt. Das Geld hätte ich mir sparen können

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