Menschenteufel von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2009 bei Emons.
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Köln: Emons, 2009.
ISBN:
978-3897056688. 414 Seiten.
'Menschenteufel' ist erschienen als
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In Kürze:
»Dieses Wesen gibt es nicht. Hat es nie gegeben. Nur in Sagen, in Religionen und Mythen.«
»Jetzt auch in Wien.«
»Das ist ein Witz.«
»Wäre uns allen lieber.«
Eigentlich müsste sich Oberinspektor Laurenz Freund um seinen dementen Vater kümmern. Da geschieht in einer der schönsten Städte der Welt ein grässliches Verbrechen. Halb Mensch. Halb Tier. So steht das Opfer mitten im Wiener Prater. Als die Leiche mit Bocksbeinen und Hörnern gefunden wird, ist in Wien der Teufel los. Nur dank modernster technischer Mittel behält Freunds Sonderkommission die ausufernden Ermittlungen im Griff. Eine alte Fotografie und die Verbindungen zum Fall einer jungen Kollegin führen die beiden schließlich ein Menschenalter zurück – und direkt in die Hölle.
Das meint Krimi-Couch.de: »Logisch, spannend und gut konstruiert«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Marcus Rafelsberger, gebürtiger Wiener, ist nach seinem Aufenthalt in Hamburg, wo sein erster Krimi »Prinzip Terz« entstanden ist, wieder nach Wien zurückgekehrt. Sein neuer Roman Menschenteufel ist folgerichtig in seiner Heimat angesiedelt, und der im Hermann-Josef Emons Verlag erschienene Krimi, präsentiert die schönste Stadt der Welt auf über 400 Seiten gleich zu Beginn mit zwei grausamen Untaten.
Oberinspektor Laurenz Freund und sein Team werden mit einer gruseligen Leiche konfrontiert, die halb Mensch und halb Ziegenbock darstellt. Zumindest der menschliche Teil der Figur wurde bei lebendigem Oberleib mit dem Unterbau des Ziegenbocks vernäht und erst danach wurde die einem Satyr ähnliche Gestalt auf der Jesuitenwiese im Wiener Prater aufgestellt.
Währenddessen beschäftigt sich die junge Ermittlerin Lia Petzold in einem Wiener Nobelviertel mit der Leiche eines Amerikaners mit dunkler Hautfarbe, in dessen Oberkörper jemand das Wort »Terror« geschnitzt hat. Petzold findet bald heraus, dass der Tote nichts mit Terror und Terroristen am Hut hatte, sondern wegen einer Suchanzeige im Internet nach Wien gekommen war, denn er war auf der Suche nach seinen Eltern, die während des Zweiten Weltkrieges offensichtlich in Wien ein Paar gewesen waren. Dabei muss er wohl oder übel seinem Mörder in die Quere geraten sein …
Freunds eigenartige Mordskulptur bleibt nicht der einzige makabre Leichenfund und die Wege der beiden Ermittler kreuzen sich im Verlauf der Morde, so dass es zweckmäßig erscheint, dass Lia Petzold in die Sonderkommission berufen wird, denn irgendwie tauchen sowohl im Mordfall Menschenteufel, wie auch bei dem dunkelhäutigen Opfer, die selben Namen und alles Spuren führen in die jüngere Vergangenheit …
Menschenteufel ist endlich wieder ein Mal ein Krimi mit ordentlicher Ermittlerarbeit, bei dem die Kriminalisten nicht psychotischer als ihre Klientel sind, obwohl sie auch allesamt ein eher chaotisches Privatleben haben. Aber es sind Probleme des Alltags, wie die Sorgen um den an Demenz leidenden Vater und seine Versorgung bzw. Beziehungsprobleme von Menschen, die den Stress im Alltag mit ihrem Privatleben bewältigen müssen, ohne dass ständig zu Alkohol oder Drogen gegriffen werden muss.
Pia Petzold und Laurenz Freund werden auch nicht über lange Kapitel von der Kindheit bis zur Gegenwart in ihre pseudopsychologischen Einzelteile zerlegt, sondern arbeiten schlicht und einfach mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und das tun sie gut, aber nicht immer fehlerfrei. Das führt schlussendlich dazu, dass es weitere Leichen gibt und auch für die Ermittler nicht ganz ungefährlich wird.
Wobei wir beim wichtigsten Punkt eines Krimis wären: die Spannung. Menschenteufel zieht an zwei Schauplätzen kräftig an und verliert über die gesamte Länge nicht an Spannung. Rafelsberger kann am Schluss noch mit intensiver Action punkten und die Fälle mit einer logischen Beweisführung aufklären. Und deshalb macht es richtig Spaß, diese gut konstruierte Story zu lesen, die nicht ständig in die Vergangenheit abschweift, sondern in klaren zeitlichen Strängen abläuft und gekonnt verknüpft ist.
Geradlinig, spannend und auch mit sehr guter Sprache präsentiert der Autor den Menschenteufel, für den ich ein eindeutige Leseempfehlung abgebe.
Wolfgang Weninger, Januar 2010
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| SisMorphine zu »Marcus Rafelsberger: Menschenteufel« | 20.09.2010 |
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| ingrida zu »Marcus Rafelsberger: Menschenteufel« | 18.03.2010 |
| krim-i-hilde zu »Marcus Rafelsberger: Menschenteufel« | 14.02.2010 |
