Der Schock von Marc Raabe

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.

  • Berlin: Ullstein, 2013. ISBN: 978-3-548-28524-5. 400 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2013. Gesprochen von Sascha Rotermund. ISBN: 3899038541. 6 CDs.

'Der Schock' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein schwarzer Wagen auf den Straßen Südfrankreichs. Wie ein Schatten hängt er an Jan und Laura. Plötzlich ist Laura wie vom Erdboden verschwunden. Als Jan ihr Handy findet, gerät er in Panik. Niemand glaubt ihm, niemand hilft ihm. Je länger er nach ihr sucht, desto rätselhafter erscheint sie ihm. Immer mehr beschleicht Jan das Gefühl, dass er Laura kaum kannte. Aber er lässt nicht locker – und gerät in höchste Gefahr.

Das meint Krimi-Couch.de: »Mit Vati und Mutti fängt es an« 80°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Jan Floss, ein studierter Psychologe, macht mit seiner Schwester Katy, deren Liebhaber Greg und einer gemeinsamen Jugendfreundin namens Laura Bjely Urlaub in Frankreich. Jan und Laura haben sich seit 20 Jahren nicht gesehen, weil sie sich nach der Schule aus den Augen verloren haben – aber sie waren damals ineinander verliebt, ohne sich das gegenseitig zu sagen. Sie wagen eine Art Neustart – bis Laura unter mysteriösen Umständen verschwindet. Auf der Rückfahrt vom Supermarkt gibt es einen Streit mit Katy und Greg, und Laura taucht nicht wieder auf. Ohne ihr Gepäck scheint sie die Rückreise nach Deutschland angetreten zu haben. Jan hat immerhin Lauras Handy, und darauf findet er ein beunruhigendes Video. Zurück in Berlin gibt es keine Spur von Laura – aber Jan macht sich dennoch auf die Suche, und landet im absoluten Alptraum. Die Anzeichen mehren sich, dass Laura in der Hand eines Mörders sein könnte, es gibt weitere Tote, und schon bald gerät auch Jan in Lebensgefahr.

Mit Der Schock hat Marc Raabe seinen zweiten, wirklich lesenswerten Thriller vorgelegt. Und wie in seinem ersten Roman gibt es von Beginn an Hochspannung, dafür sorgt schon der finstere Prolog. Man ahnt, dass der 10-jährige Junge, um den es da geht, einiges an psychischen Störungen entwickelt hat – und noch entwickeln wird. In der Schule wurde er heftig gemobbt, und seine Eltern haben ihn physisch und psychisch fertig gemacht. Diese grausamen Erfahrungen in der Kindheit haben den späteren Killer dann unausweichlich in den Wahnsinn getrieben, aber er ist dabei durchaus clever und plant all seine Morde mit akribischer Inbrunst. Von dieser Figur geht eine Art dunkler Faszination aus, und die Beschreibung seiner Verhaltensweisen und auch seiner Gedankengänge treibt dem Leser kalte Schauer den Rücken hinunter.

Der zuweilen naiv anmutende Protagonist auf der Seite der »Guten« hat ein wenig viel Glück mit auf den Weg mitgekommen. Jan Floss tapst von einer Verlegenheit in die nächste, steht aber immer wieder auf, und scheint über sich hinaus zu wachsen. Das wirkt zuweilen ziemlich übertrieben, die Handlung wird dadurch allerdings enorm dynamisiert. Das Dreieck zwischen Ja, Laura und dem Killer führt zu so manchem Rätsel, und immer wieder glaubt der Leser, nun der Lösung nahe zu sein – da gibt es eine neue Wendung. Die komplette Auflösung erfolgt erst ganz am Schluss, und dann fallen im Rückblick einige Puzzleteile an die richtige Stelle, um den Gesamtzusammenhang zu sehen.

Ein paar Szenen und speziell das heftige Finale bieten so einiges an brutaler Action. Für einen so genannten Psycho-Thriller eher ungewöhnlich, aber für meinen Geschmack durchaus gelungen. Damit werden die Schwächen bei der übertriebenen Zähigkeit von Jan Floss ein wenig übertüncht. Ein wirklicher Pluspunkt ist für mich auch, dass der Autor in jedem Kapitel Angaben zu Datum und Uhrzeit macht. Dadurch wird dem Leser überaus deutlich, wie sehr sich die Handlung am Ende verdichtet. Dazu trägt auch noch zusätzlich bei, dass Raabe drei Perspektiven gewählt hat, was es nicht so oft gibt. Mal ist der Leser bei Jan, zuweilen begleitet man den Killer, aber auch die in der Tat rätselhafte Laura. In diesem Roman spielen konventionelle Ermittler keine Rolle, das macht die Lektüre zusätzlich erfrischend anders. Keine wirklich tiefschürfende Geschichte, aber gnadenlos spannend, also ein Buch für die Wochenenden, denn man legt es ungern wieder aus der Hand.

Andreas Kurth, August 2013

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Margit Raven zu »Marc Raabe: Der Schock« 25.04.2014
Von Stephen King stammt das Zitat: "Wenn ich so nicht schreiben würde, hätte ich meine Mutter schon umgebracht". Auch Marc Raabe scheinen die tiefsten Abgründe des menschlichen Gehirns nicht tief genug zu sein. Wie in seinem ersten Roman "Der Schnitt", scheint es auch in seinem zweiten Buch "Der Schock" ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass sich der perverse Triebtäter auf einer unglücklichen Kindheit ausruihen kann. Erstaunlich sind die faszinierenden Perversitäten, wie "tote Frauen in Harz gießen", um daraus eine Galerie zu kreieren. Oder extreme Hauterscheinungen zum Thema zu machen, wie den Albinismus des Serienmörders und das große Feuermahl des Protagonisten. Um dann dem Ganzen die Krone aufzusetzen, in dem beide Personen ihre Auffälligkeiten mit Schminke verdecken. Diese Ideen sind einfach so brillant, dass man den blutig-quälenden Schluss gerne in Kauf nimmt. Fazit: Wenn man einen Thriller herunter liest wie ein auf Ex getrunkenes Bier, dann hat der Autor seine Sache wirklich gut gemacht. Frage: Welche tiefschwarzen Ideen hat Marc Raabe schon für seinen nächsten Thriller gesammelt? Der Verlag wird ihm im Nacken sitzen.
JaneM. zu »Marc Raabe: Der Schock« 23.09.2013
Nachdem "Schnitt" ein durchaus gelungenes Thrillerdebüt ist, habe ich "Der Schock" gespannt erwartet. Neben der hier schon vielfach geschilderten Haupthandlung- der junge Psychologe Jan spürt seiner in Frankreich plötzlich verschollenen Jugendliebe Laura nach- wird parallel die Geschichte des Täters (so vermutet der Leser) geschildert. Der Anfang lässt sich gut an: Laura, Katy (Jans Schwester) und deren Freund Greg werden während einer Autofahrt in Frankreich von einem Unbekannten von der Straße gedrängt. Plötzlich ist Laura weg, zurück bleibt nur ihr Handy mit einer Aufnahme des unbekannten Fahrers. Diese Szene hat tatsächlich düsteren und bedrohlichen Charakter und lässt hoffen. Jan erfährt später während seiner Suche nach Laura neue Dinge über seine verschwundene Jugendliebe: eine Zeit im Internat, eine gefühlskalte Mutter und Lauras Absturz in Alkohol und Obdachlosigkeit. Mag hier der Grund für ihr Verschwinden liegen? Dann kommt's dicke: man erfährt, dass der Täter ein psychopathischer Albino ist, der Freude daran findet, sich 1. Tatoos ins Gesicht zu malen ("dann bin ich unsichtbar") und 2. tote junge Frauen in Kunstharz gießt und seine Behausung damit dekoriert. Der Leser erfährt, dass die Personen, die im Erzählstrang der Biographie des Täters eine Rolle spielen, auch gegenwärtig alle noch in der Handlung mitmischen. Und natürlich besteht auch eine Verknüpfung zwischen Täter und Laura.
Ich mag durchaus brutale Thriller, gerne auch mit Horrorelementen, aber was Raabe hier zusammenschustert, ist zuviel des Guten. Man nehme Aburditäten aller Art mische mit ein wenig Perversion, Hass auf die Eltern und platter Ursache/ Wirkung- Erklärungen: fertig ist das Werk! So einfach ist es zum Glück nicht.
Der Showdown setzt dem Ganzen die Krone auf. Der Impuls, mir verzeifelt vor den Kopf zu schlagen, konnte nur mit Mühe unterdrückt werden.
Aber, wie die zahlreichen, positiven Bewertungen hier zeigen: zum Glück sind die Geschmäcker unterschiedlich.
Madame Swann zu »Marc Raabe: Der Schock« 17.08.2013
Zusammen mit seiner Schwester Katy, deren Bekanntem Greg und seiner Jugendliebe Laura unternimmt Jan einen Kurztrip an die Cote d'Azur. In einer regnerischen Nacht verschwindet Laura spurlos. Jan findet nur ihr Handy mit einem äußerst seltsamen, kurz vor ihrem Verschwinden aufgezeichneten Film im Speicher. Doch außer Jan glaubt niemand, dass Laura etwas zugestoßen sein könnte. Deshalb begibt er sich auf eigene Faust auf die Suche nach ihr. Er fährt zurück nach Berlin und gräbt immer tiefer in Lauras Vergangenheit - und findet sich plötzlich inmitten eines wahren Alptraums wieder...

Der Triller beginnt spannungsgeladen und atmosphärisch dicht - ein perfekter Einstieg. In der düsteren Regennacht an der Küste befindet man sich als Leser sofort mitten im Geschehen und möchte schon jetzt am liebsten immer weiter lesen. Das Tempo bleibt das ganze Buch über hoch. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und enden oft so spannend, dass man statt das Licht auszuschalten und das Buch zur Seite zu legen, doch wieder umblättert und sich sagt: nur noch ein Kapitelchen - und so liest man weiter und weiter... Es gibt keinerlei Längen, keine ausschweifenden Beschreibungen, keine überflüssigen Handlungselemente oder Erläuterungen. Kurz und knackig wird die Geschichte erzählt, die Spannung beinahe durchgehend auf hohem Niveau gehalten. Trotzdem fehlt es der Geschichte aber auch nicht an Tiefe. Im Laufe des Buches lernt der Leser die angenehm authentisch wirkenden Figuren - auch den Mörder - immer besser kennen, taucht in ihre Vergangenheit ein und versteht ihr Handeln und ihre psychologischen Hintergründe immer besser. Nach und nach fügen sich die einzelnen Puzzleteilchen zusammen, man kann als Leser auch wunderbar miträtseln, liegt manchmal mit seiner Vermutung vielleicht sogar richtig, wird aber auch immer wieder überrascht, bis sich am Ende alles in einem packenden Finale logisch auflöst. Es ist zwar eine ungewöhnliche und verstörenden Geschichte, die hinter dem Ganzen steckt, die mir jedoch nie zu abstrus vorkam, sondern auch nach ihrer Auflösung zum Schluss in ihrem fiktionalen Rahmen nachvollziehbar und glaubhaft blieb.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Bei einem Thriller ja leider keine Selbstverständlichkeit, deshalb hier unbedingt positiv hervorzuheben. Marc Raabe ist ein Autor, der nicht nur Spannung erzeugen kann, sondern auch sein Handwerk wirklich beherrscht und sich einfach gut und präzise ausdrücken kann. Das hat mich auch schon bei seinem Vorgänger-Roman "Schnitt" überzeugt.

"Der Schock" ist ein rundum gelungener, fesselnder und richtig gut geschriebener Thriller. Und ich weiß jetzt bereits: Auch Marc Raabes dritten Thriller werde ich verschlingen und freue mich schon sehr auf sein Erscheinen!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
feinekleine zu »Marc Raabe: Der Schock« 11.08.2013
Meine Meinung

Eigentlich bin ich noch relativ neu im Thriller-Genre, habe mich aber entschlossen "Der Schock" von Marc Raabe zu lesen, als ich eine sehr begeisterte Rezension dazu gelesen hatte und neugierig wurde. Umso glücklicher war ich dann, als ich die Leserunde auf Lovelybooks entdeckte und sogar ein Exemplar gewann. Und ich muss sagen: Ich wurde nicht enttäuscht! Im Gegenteil!
Besonders gefallen hat mir an dem Buch, dass ich von Anfang an immer wieder miträtseln konnte, es keineswegs vorhersehbar war und ich immer wieder aufs Neue überrascht wurde! So stellt man während des ganzen Buches immer wieder Vermutungen an und rätselt wie nun alles zusammenhängt was das Buch noch spannender und auch unterhaltsamer macht. Es war durchweg spannend, sodass ich es trotz Müdigkeit abends kaum aus der Hand legen wollte und sorgte bei mir für Gänsehautfeeling.
Der Schreibstil ist einfach zu lesen und auch wenn sich ein paar in der Leserunde an den Zeitsprüngen etwas gestoßen haben, fand ich diese absolut unkompliziert und gut nachvollziehbar. Man merkt eigentlich sofort, dass man sich nun entweder in der Gegenwart befindet oder in einer Rückblende. Spätestens aber nach ein bis zwei Sätzen. Die Charaktere lernt man über das Buch hinweg nach und nach besser kennen und verstehen. Hier muss ich auch noch sagen, dass sie wirklich menschlich wirken, was mir sehr gefällt. Denn oft geht es mir bei Büchern so, dass die Protagonisten zu "heldenhaft" sind und sie das weniger realistisch erscheinen lässt. Hier ist es allerdings gut gelungen mit Jan einen Protagonisten zu schaffen, der nicht nur durch seine äußerliche Beschreibung, sondern auch durch sein Verhalten, seine Ängste, seine Entwicklung über das ganze Buch und auch seinen Mut und Willen Laura zu helfen, sehr realistisch und menschlich rüberkommt. Und das war auch in dem Sinne für mich wichtig um die ganze Geschichte an sich, als noch realistischer wahrzunehmen. Und wenn man sich etwas so gut vorstellen kann, dass es tatsächlich so passieren könnte... dann macht es das Buch gleich noch um ein vielfaches gruseliger. Viel mehr möchte ich eigentlich auch gar nicht mehr auf Handlung und Charaktere eingehen, obwohl es sicherlich noch viel zu erzählen gäbe. Aber ich finde so ein Buch muss man einfach selbst lesen und wenn ich nun ein paar mehr Details verraten würde, würde das auch irgendwie dem Buch etwas von seiner Lesespannung und dem nach und nach neu entdecken nehmen. Und gerade das macht das Buch meiner Meinung nach aus!

Fazit

"Der Schock" ist extrem spannend und definitiv etwas für Leseratten die gerne miträtseln und immer auch mal wieder überrascht werden wollen. Die Charaktere und ihre Hintergrundinformationen sind sehr menschlich und lassen dadurch auch die komplette Geschichte noch viel realistischer erscheinen, sodass man durchaus auch im realen Leben so etwas befürchten könnte, was dem Buch gleich noch mehr Gruselfaktor verschafft. Ich habe es immer nur widerwillig zur Seite gelegt, da ich immer wenn eine meiner Vermutungen sich als falsch herausgestellt hat, ich sofort weiterlesen wollte um Antworten zu bekommen. Interessant und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bio-Fan zu »Marc Raabe: Der Schock« 07.08.2013
Schock – schwere Not!

Marc Raabes „Der Schock“ ist einer von diesen “Augen-zu-und-durch“-Thrillern. Wenn man anfängt über das Gelesene nachzudenken, wird einem bewusst, was für einen zusammen konstruierten Schwachsinn man gelesen hat. Aber nachdenken soll der Leser ja auch nicht, sondern gefesselt sein. Deshalb muss auch jeden Augenblick etwas passieren, mit starken Worten untermalt. Da wird jeder stinknormale Pups zu einer bedeutungsschwangeren Eruption aufgebläht. Was nicht passt, wird passend gemacht, meist entgegen aller Logik und Realitätsbezug. Aber Thriller dieser Art und Realität sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Das wird schon in der Eingangsszene von “Der Schock“ deutlich.

Wie einem Horrorkabinett entsprungen, überfällt eine monumentale Installation den Leser. Mehr als ein Dutzend blutleere, intimrasierte, sorgfältig in Kunstharz gegossene Objekte reihen sich in Nischen eines großen Raumes. Das wirkt so monströs, dass man aus dem Lachen nicht mehr herauskäme, wäre nicht der Maestro horribilis und praecox gerade dabei, ein weiteres Opfer zu vergewaltigen. Der Herrscher des Reiches der präparierten Schönheit nennt sich Fjodor – Geschenk Gottes. Wegen einer angeborenen Pigment-Störung wurde er als Kind schon gehänselt und “Froggy“ genannt, worunter er psychisch sehr gelitten hat. Während andere mit diesem Defekt sich einfach eine dunkle Brille aufsetzen und erfolgreich eine schwarz-braune Haselnuss besingen, mutiert Fjodor zu einem ausgewachsenen Psychopathen.

Man staunt nicht schlecht, (man könnte sich auch über eine phantasievolle Variation freuen), dass das Serienmörder-Thema im weiteren Verlauf der Handlung kaum noch eine Rolle spielt. Es geht ausschließlich um Laura, die zeitweilig in die Fänge des Psychopathen geraten ist. Ich werde das jetzt nicht vertiefen, aber Laura ist alles andere als ein Ausbund der Lebenslust. Dafür hat sie schon zu viel Schlimmes erlebt und von den dunkelsten Geheimnisse hat sie nicht einmal eine Ahnung, denn mit Vati und Mutti fing alles an.

Wenn ich mich über Thriller so sehr ärgere, sollte ich keine mehr lesen. Punkt! Aber es gibt ja auch gute Thriller und im Vorhinein weiß man nicht, was einen erwartet. Was mir bei vielen Thrillern auf die Nerven geht, sind Häufung von Zufällen, Ungereimtheiten, Effekthascherei um jeden Preis und fundamentloses Psychologisieren. Raabes “Schock“ bietet das volle Programm, deshalb rate ich zur Kaufenthaltung. Es gibt viele gegenteilige Meinungen, aber es ist wie beim Publikums-Joker, nicht immer ist die Mehrheitsmeinung auch die richtige. ;-)
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Beladonna87 zu »Marc Raabe: Der Schock« 04.08.2013
"Schock" von dem 1968 in Köln geborenen Autor Marc Raabe erzählt eine fesselnde und spannungsgeladene Geschichte, die in einem Urlaub an der Cote d’Azur ihren Anfang nimmt und aufgrund der verstörenden Umstände, die sich in Berlin ereignen, in einem psychischen und physischem Alptraum endet.
Die seit der Schulzeit Bekannten Laura und Jan fahren gemeinsam mit Jan´s Schwester Katy und Greg in den Urlaub an die Cote d’Azur, in Frankreich in das Haus von Jans und Katy´s Eltern. Jan ist seit langem verliebt in Laura, als sich beide näher kommen verschwindet sie und ein verstörender Film versetzt Jan in Aufruhr. Daraufhin setzt Jan sich von der Gruppe ab und stößt bei der Suche nach ihr auf einen Abgrund aus Wahnsinn und Bösartigkeit. Als er nach Berlin zurückkehrt und seine Nachbarin brutal ermordet auffindet wird er mit der Ernsthaftigkeit der Situation konfrontiert.
Der inzwischen durch die Erlebnisse gezeichnete Jan bekommt Unterstützung von seiner Schwester und kommt der Wahrheit Stück für Stück näher. Es beginnt eine Hetzjagd die keine Zeit zum durchatmen lässt. Immer mehr fragen tauchen auf für die es scheinbar keine Erklärungen gibt und die doch so plausibel sind.
"Schock" ist aufgrund seiner Spannungsintensität und Rätselhaftigkeit ein unglaublich mitreißendes Buch. Das Thema ist sowohl Emotional als auch Krankhaft, aber der Autor schafft es, die Geschichte ohne Rührseligkeit so zu erzählen das man mitgerissen wird. Es ist schön, dass das Buch vielen im Kopf entstandenen Fragen und Vermutungen aufklärt und der Leser nicht im Dunkeln gelassen wird. Diese Mischung aus Spannung, Rätselhaftigkeit und Emotionen macht das Buch sehr aufregend. Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen weil man einfach nicht aufhören kann. "Schock" ist ein unglaublich gelungenes Buch, weil es so echt wirkt ohne albern zu sein!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
BookHook zu »Marc Raabe: Der Schock« 01.08.2013
Der Schock – von Psychopathen und dunklen Geheimnissen

Zum Inhalt:
Jan, seine Jugendliebe Laura, seine Schwester Katy und ihr Liebhaber Greg wollen sich eine gemeinsame Auszeit im heruntergekommenen Ferienhaus von Jan und Katys Eltern an der Côte d’Azur nehmen. Doch schon bald verschwindet Laura mitten in der Nacht unter mysteriösen Umständen. Sofort begibt sich Jan auf die Suche nach ihr und ist bald selbst mitten in einem blutigen Albtraum gefangen.

Meine Meinung:
„Der Schock“ ist ein echter Page-Turner, der mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Geschickt baut Marc Raabe schon zu Beginn des Buches den Spannungsbogen auf und hält ihn über die ganze Story aufrecht. Dabei entwickelt sich der Plot sehr temporeich, mit viel Action und auch einigen Überraschungen, getragen auch von häufigen Szenen- und Perspektivwechseln. An vielen Stellen habe ich mit den Protagonisten mitgefiebert und über die noch verborgenen Zusammenhänge mitgerätselt. Dabei gelang es Marc Raabe durchaus, mich auch mal auf´s Glatteis zu führen und mich an meinen Theorien zweifeln zu lassen. Die Charaktere haben sich nach und nach entwickelt und immer mehr von sich preisgegeben und auch so die Handlung vorangetrieben. So gelingt es Marc Raabe auch, die wesentlichen Themen am Ende alle zusammenzuführen und (weitgehend) aufzulösen. Selbstverständlich hat er aber auch dafür gesorgt, dass zum Schluss ein wohl platziertes, kleines Fünkchen Zweifel und Neugier auch über die letzte Seite hinaus beim Leser erhalten bleibt.

FAZIT:
„Der Schock“ ist sehr spannend, tempo- und actionreich und auch überraschend. Es ist einer der besten Thriller, die ich seit Langem gelesen habe.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
unclethom zu »Marc Raabe: Der Schock« 31.07.2013
Wäre er es nicht schon dort, spätestens mit diesem Thriller ist Marc Raabe in der ersten Liga der Thrillerautoren angekommen.
Bildhaft beschreibt der Autor die Protagonisten und das Umfeld seines Romans, so findet man schnell ins Buch, und bleibt da nicht außen vor, sondern man ist mitten drin. Eine Geschichte wo der Autor geschickt Fallen für seine Leserschaft versteckt, so dass es unmöglich wird Täter zu erraten. Er schafft es die Spannung immer mehr zu steigern bis fast ins unerträgliche. Er muss nicht allzu viele Details preisgeben, es genügt wenn er vieles andeutet, den Rest erledigt das Kopfkino. So schreibt man moderne Thriller, die von der ersten bis zur letzten Seite fesseln.
Für mich hochverdiente 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!
Wildpony zu »Marc Raabe: Der Schock« 31.07.2013
Der Schock - Marc Raabe

Kurzbeschreibung Amazon:


Ohne Rücksicht auf Verluste - Bestseller-Autor Marc Raabe garantiert schlaflose Nächte! Bei einem Unwetter an der Cote d’Azur begegnet Laura Bjely ihrem schlimmsten Alptraum. Ihr Freund Jan findet später nur noch ihr Smartphone – mit einem verstörenden Film im Speicher. Kurz darauf wird in Berlin die Leiche von Jans Nachbarin entdeckt. Auf ihrer Stirn steht eine blutige Nachricht. Allen Warnungen zum Trotz sucht Jan weiter nach Laura. Dabei stößt er auf einen Abgrund aus Wahnsinn und Bösartigkeit. Vom Autor des Spiegel-Bestsellers »Schnitt«
Mein Leseeindruck:

Ich war bei der Ankündigung zu Marc Raabes neuestem Thriller "Der Schock" schon absolut gespannt auf das Buch. Seinen tollen Schreibstil und den sich ständig mehr aufbauende Spannungsbogen kannte ich aus "Schnitt" schon gut und freute mich auf neue fesselnde Lesestunden.

Und genau das ist eingetreten. Der Schock hat mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut in den Bann gezogen und ich habe nur sehr widerwillig ab und zu das Buch aus der Hand gelegt, da ich keinen Urlaub habe und meine Brötchen ja verdienen muß.

Die Handlung ist sehr tiefgehend und es kommen einige Psycho-Details zutage, die mir schon dabei mehrmals das Grauen über den Rücken laufen ließen und mir mehr als nur eine Gänsehaut beschert haben.

Die Hauptprotagonisten sind anfangs sehr schwer einzuschätzen und ich mußte während dem lesen meine vorgefasste Meinung zu einigen Personen wieder ändern.

Vom Anfang des Buches (in dem der Leser noch Mitleid für den kleinen Jungen im Prolog hat) bis zum fulminanten Ende schwebt der Leser zwischen Vermutungen und Hinweisen, die oft dann aber doch ins Leere laufen oder sich wieder verwerfen. Ich bezweifle daß es einen Leser gibt der tatsächlich den richtigen Spuren intuitiv folgen kann.

Fazit:

Absolut geniales und super spannender Thriller.

5 wohlverdiente Sterne für atemlose Spannung, Gänsehaut und Herzklopfen.

Eine echte Leseempfehlung von mir und ein großes Lob an den Autor. So mag ich meine Thriller!
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Naddy111 zu »Marc Raabe: Der Schock« 27.07.2013
Ja was soll ich sagen? Über den Inhalt verrate ich mal wieder nichts! Denn wenn man ja schon alles weiß, ist es ja nur halb so spannend! Und das ist dieses Buch! spannend bis zur letzten Seite! Ich habe diese Buch verschlugen und konnte es kaum aus meinen Händen legen. Einer der Besten Thriller die ich seit Jahren gelesen habe. Warum? Herr Raabe hat einen wunderschönen Schreibstil. Ich konnte mir alles Bildlich vorstellen, das geschriebene ließ sich flüssig lesen und die Kapitel sind sehr schön klein gehalten, wofür ich immer sehr dankbar bin. Mir gefiel auch sehr gut, dass man als Leser mehrer Gedankengänge und Sichtweisen mitbekommt. Zum Beispiel den von den Psycho, was ich besonders spannend fand. Das Ende war ein Knaller auch wenn man sich schon seine Gedanken gemacht hat, war es trotzdem für mich Überraschend. Der Schock von Marc Raabe bekommt von mir 5 von 5 Sternen, da es diese wirklich verdient hat!

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