Der Polizistenmörder von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1974
unter dem Titel Polismördaren,
deutsche Ausgabe erstmals 1976
bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Südschweden, 1970 - 1989.
- Stockholm: Norstedt, 1974 unter dem Titel Polismördaren. 285 Seiten.
-
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1976.
Übersetzt von Eckehard Schultz.
ISBN:
3-499-42390-1. 346 Seiten. -
Berlin: Volk und Welt, 1985.
Übersetzt von Eckehard Schultz.
ISBN:
3353000992. 283 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2000.
Übersetzt von Eckehard Schultz.
ISBN:
3-499-22959-5. 346 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2006.
Übersetzt von Eckehard Schultz.
ISBN:
978-3-499-26605-8. 346 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2008.
Übersetzt von Hedwig M. Binder.
Vorwort von Liza Marklund.
ISBN:
978-3-499-24449-0. 349 Seiten.
'Der Polizistenmörder' ist erschienen als
![]()
In Kürze:
Polizisten graben das Grundstück des Verdächtigen um, aber zum Leidwesen der versammelten Reporter wird die dort vermutete Leiche nicht gefunden. Hat der Mörder sie woanders verscharrt? Doch schon bald hat die Presse eine neue Sensation: Nach einer Schießerei zwischen einer Streifenwagenbesatzung und zwei jugendlichen Dieben kann einer der beiden entkommen. Und nun fahnden Presse und Polizei im ganzen Land nach dem Polizistenmörder.
Das meint Krimi-Couch.de: »Bekannte Gesichter und bekanntes Schema«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel überspringen
Wie bereits der vorangegangene Band der Serie besteht auch »Der Polizistenmörder« wieder aus zwei verschiedenen Handlungssträngen, die sich am Ende dann doch noch verknüpfen. Martin Beck und sein Kollege Kollberg ermitteln diesmal in einem kleinen Nest in Südschweden, wo Sigbrit Mård vermisst wird. Der Grund für das Erscheinen der Kripobeamten aus Stockholm aber heißt Folke Bengtsson, engster Nachbar von Sigbrit Mård und einer der letzten, der sie lebend gesehen hat. Dieser Folke Bengtsson wurde nämlich bereits einmal von Becks Team als Sexualmörder gefasst und hat seine Gefängnisstrafe abgesessen.
Außer Bengtsson gibt es als Verdächtigen nur noch den Ex-Mann der Vermissten, so daß Beck und Kollberg nicht gerade viele Spuren verfolgen können und sich überwiegend mit der Jounalistenschar herumplagen müssen, die ihnen ständig auf Schritt und Tritt folgt auf der Suche nach Schlagzeilen.
Währenddessen beschattet die Polizei in Stockholm den mutmaßlichen Einbrecher Limpan, dem sie jedoch nichts nachweisen kann, solange das Diebesgut nicht entdeckt wird. Erst durch einen Zufall verknüpft ein anderer kleiner Dieb dann die beiden Fälle.
Das Autorenteam aus Schweden bietet im neunten und vorletzten Roman der Kommissar-Beck-Reihe nichts grundlegend Neues. Der Trend der vergangenen Bände wird konsequent fortgesetzt, was insbesondere bei der Kritik an der Polizei auffällt. Im Kleinen müssen immer die gleichen Polizeibeamten zur Demonstration der Unfähigkeit herhalten: Zachrisson, Kristiansson und dessen neuer Partner Kvastmo, der Kvandt in allen negativen Belangen nahtlos ersetzt. Und im Großen steht für Unvermögen und Gigantismus der Name Malm, für Martin Beck ein rotes Tuch. Den schon recht zynischen Humor aus »Verschlossen und verriegelt« haben Sjöwall und Wahlöö hier beibehalten, was auch am Titel des Buches »Der Polizistenmörder« zu ersehen ist, denn einen Polizistenmörder gibt es in der Handlung gar nicht.
Ebenfalls bekannt aus acht vorhergegangenen Büchern das Alkoholproblem der Schweden und das Thema Arbeitslosigkeit. Dazu wird das Sozialsystem im Bereich Gesundheit vertieft, was insbesondere optisch zutage tritt bei der Beschreibung der Zustände in einem Krankenhaus, bei dem man sich ins vergangene Jahrhundert zurückversetzt fühlt.
Durch das Wiederauftauchenlassen von zwei gefassten Mördern aus vorangegangenen Krimis werden ein paar kleine Brücken geschlagen, durch die einige Erinnerungen an die ersten beiden Bücher »Die Tote im Götakanal« und »Der Mann, der sich in Luft auflöste« zurückkehren.
Und was machen unsere Protagonisten? Bei Martin Beck nichts Neues. Doch bei Kollberg zeichnet sich der Abschied aus dem Polizeidienst ab. Bei der Darstellung seiner Intentionen erfahren wir eine Episode aus seiner Anfangszeit als Polizist, bei der er einen Mann tötete. Diese Begebenheit bildet den Beginn einer Betrachtung um Schusswaffengebrauch bei der Polizei und »berechtigtes« Töten, die sich wie ein roter Faden durch die Handlung zieht.
»Der Polizistenmörder« bietet zumindest wieder anspuchsvolle Krimiunterhaltung erster Klasse, ohne aber den Kommissar-Beck-Kennern wirkliche Abwechslung bieten zu können. Für sich betrachtet zähle ich ihn jedoch zu den besten Romanen der Reihe.
Ihre Meinung zu »Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Der Polizistenmörder«
Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!
| lesenchris zu »Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Der Polizistenmörder« | 01.10.2011 |
|---|---|
| Prick zu »Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Der Polizistenmörder« | 08.11.2010 |
| Kasia zu »Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Der Polizistenmörder« | 21.11.2007 |
| Volker zu »Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Der Polizistenmörder« | 27.08.2007 |
| Kirlian zu »Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Der Polizistenmörder« | 24.02.2005 |
| Otto Quaing zu »Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Der Polizistenmörder« | 27.12.2004 |
| Bettenburg zu »Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Der Polizistenmörder« | 25.12.2004 |
| Frank Henningsen zu »Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Der Polizistenmörder« | 16.08.2004 |
| Der auf der Suche nach einer I zu »Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Der Polizistenmörder« | 20.12.2002 |



