Tod eines Engländers von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1981
unter dem Titel Death of an Englishman,
deutsche Ausgabe erstmals 1991
bei Diogenes.
Ort & Zeit der Handlung: Toskana / Florenz, 1970 - 1989.
Folge 1 der Maresciallo-Guarnaccia-Serie.
- London: Collins, 1981 unter dem Titel Death of an Englishman. 172 Seiten.
-
Zürich: Diogenes, 1991.
Übersetzt von Matthias Fienbork.
ISBN:
3-257-21999-7. 219 Seiten.
-
[Hörbuch] München: audio media, 2007.
Gesprochen von Frank Engelhardt.
gekürzt.
ISBN:
3939606308. 5 CDs.
'Tod eines Engländers' ist erschienen als
![]()
In Kürze:
Florenz, kurz vor Weihnachten: Wachtmeister Guarnaccia brennt darauf, nach Sizilien zu seiner Familie zu kommen, doch da wird er krank, und es geschieht ein Mord. Carabiniere Bacci wittert seine Chance: Was ihm an Erfahrung fehlt, macht er durch Strebsamkeit wett! Betrug und gestohlene Kunstschätze kommen ans Licht, aber sie sind nur der Hintergrund zu einer privaten Tragödie. Zuletzt ist es doch der Wachtmeister, der (wenn auch unwillig) dem Mörder auf die Spur kommt – und an Heiligabend gerade noch den letzten Zug nach Syrakus erwischt.
Das meint Krimi-Couch.de: »Zeitloser Krimi der leisen Töne«
Krimi-Rezension von Thomas Kürten überspringen
Immer wieder dieser Vergleich: Wenn der Name Donna Leon fällt, denken alle an deren Commissario Brunetti. Wenn der Name Magdalen Nabb fällt, denken jedoch viele zu allererst an Donna Leon. Es ist wie vor ein paar Jahren, als sich noch jeder skandinavische Autor an Henning Mankell messen lassen musste. Aber dieser Vergleich der beiden Schriftstellerinnen hier ist vielleicht gar nicht mal zu weit hergeholt. Beide sind keine gebürtigen Italienerinnen und lassen dennoch ihre Romane in Italien spielen. Beide versuchen eher Stimmungen des italienischen Alltags einzufangen als Spannung zu erzeugen. Und beide haben mit ihren Romanen in Deutschland die größten Erfolge.
Kranker Held hier noch ohne Serienreife
Nabbs »Held« Guarnaccia ist der Leiter einer kleinen Polizeiwache im Palazzo Pitti, der sein Revier kennt wie seine Westentasche. Bei »Tod eines Engländers« jedoch ist Guarnaccia gezeichnet von einer schweren Grippe und kann deshalb nicht so recht in das Geschehen eingreifen. Wie der Titel schon sagt, ist ein Engländer gestorben. Offenbar nicht ganz freiwillig, denn eine Kugel steckt in seinem massigen Körper. Durch den Putzmann informiert, geht anstelle Guarnaccias der junge Carabiniere Bacci zum Tatort. Die Spurensicherung findet eine Vielzahl von Fingerabdrücken, Kunstgegenstände, einen offenen Tresor, aber keine Tatwaffe.
Die Ermittlungen übernimmt der »Hauptmann«, der sich weiterhin der Unterstützung Baccis gewiss sein darf. Außerdem sendet Scotland Yard zwei Ermittler, da der Tote früher im diplomatischen Dienst stand. Es folgen Befragungen, eine nächtliche Verfolgungsjagd (mit einem öffentlichen Bus), die Polizei kommt Kunstdieben auf die Spur, aber der Mord hat dann doch einen gar nicht so brisanten Hintergrund, der im Schlussviertel von einem gesundenden Guarnaccia enthüllt wird.
Tod eines Engländers ist ein wunderbar konzipiertes Romänchen, das in schnörkelloser Sprache die Ermittlungen, aber auch ein Viertel von Florenz und seine Bewohner beschreibt. Woran es ihm jedoch ein wenig mangelt, ist ein echter Protagonist. Guarnaccia ist in den ersten beiden Dritteln des Romans so gut wie nicht existent. Der junge Bacci ist solange Hauptakteur, bleibt jedoch viel zu blass. Die anderen Polizisten kommen ebenfalls nicht recht zur Entfaltung. Und das Schlussviertel wirkt nach Eingreifen von Guarnaccia doch ein wenig zu sehr wie das berühmte und viel zitierte Kaninchen, was schon mal gern aus dem Hut gezaubert wird. Entweder hat Nabb ihre Leser mit voller Absicht auf eine falsche Fährte geschickt, oder sie wollte schlichtweg noch ein glattes Ende hinbügeln.
Nabbs Krimis sind angenehm ruhig. Auch wenn der »Tod eines Engländers« schon 1981 geschrieben worden ist, merkt man ihm heute noch immer nichts davon an. Das schöne dabei ist, dass der Roman trotz seiner Ruhe niemals langweilig zu werden droht, denn die Autorin verhaspelt sich nicht in der Schilderung von Nebenschauplätzen. Privatleben, Gesellschaftskritik: egal. Der Fall steht im Vordergrund und bietet über 200 Seiten lang gemütliche Unterhaltung.
Ihre Meinung zu »Magdalen Nabb: Tod eines Engländers«
Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!
| RolfWamers zu »Magdalen Nabb: Tod eines Engländers« | 04.09.2005 |
|---|---|
| samuel zu »Magdalen Nabb: Tod eines Engländers« | 11.06.2004 |

