Der 13. Brief von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2008
bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Ruhrgebiet, 1990 - 2009.
Folge 1 der Ben-Danner-Serie.
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Dortmund: Grafit, 2008.
ISBN:
978-3-89425-349-3. 350 Seiten.
'Der 13. Brief' ist erschienen als
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In Kürze:
Die 20-jährige Lila entscheidet sich zu einem radikalen Schnitt: Statt, wie von ihren Eltern gewünscht, ihr Jurastudium in Münster anzutreten, steigt sie in Bochum aus dem Zug, um dort ein selbstbestimmtes Leben zu beginnen. Mittels eines Tricks erschleicht sie sich bei Privatdetektiv Danner zunächst nur einen kostenlosen Schlafplatz, dann aber sogar einen Job. Denn Danner, eigentlich ein notorischer Einzelgänger, steckt mit seinem jüngsten Fall in der Sackgasse: Die erst 16-jährige Eva hat in ihrer Schule Selbstmord begangen. Im Auftrag seines Freundes Staschek, dessen Tochter mit der Toten befreundet war, soll Danner nun die Hintergründe ermitteln. Doch obwohl er sich als Sportlehrer in die Schule einschmuggeln konnte, findet er nichts über das Motiv des Freitods heraus. Unversehens findet sich Lila auf der Schulbank wieder und nicht nur ihre Gefühlswelt gerät in Gefahr …
Das meint Krimi-Couch.de: »Kesse Frühreife ermittelt an der Schule«
Krimi-Rezension von Thomas Kürten überspringen
Schön, wenn man eine Überraschung erleben darf. Schön, wenn sich jemand etwas wagt. Und schön, darüber berichten zu dürfen. Lucie Klassen aus Bad Pyrmont, gerade mal Jahrgang 1977, hat ihren ersten Kriminalroman geschrieben, unkompliziert, spannend und frech. Ein junger Krimi von einer jungen Autorin, geschrieben für eine interessante Zielgruppe. Doch dazu später mehr.
Lila Ziegler – warum eigentlich nicht Rosa oder Bleu? – wird von ihren Eltern eigentlich nach Bielefeld geschickt, um dort Jura zu studieren. Doch Lila hat keinen Bock auf ein trockenes Studium und fährt ganz trocken mit dem Regionalexpress weiter bis nach Bochum. Hier strandet sie bei einsetzendem Regen vor der Detektei von Ben Danner. Pitschepatschenass erheischt sie sich Unterschlupf bei dem mürrischen Schnüffler, um dann selber in seinen Akten rumzuschnüffeln. Und so findet sich Lila unversehens in ihrem ersten eigenen Fall wieder.
Tod einer Schülerin gibt Rätsel auf
Ben Danner ermittelt für seinen Freund Lenny Staschek an einem Bochumer Gymnasium. Eine Freundin von Lennys Tochter ist dort aus dem Fenster in der fünften Etage gesprungen und die Polizei will es als Selbstmord abtun. Doch Lenny will nicht daran glauben, dass ein lebensfrohes Mädchen ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt haben soll. Danner, getarnt als Sportlehrer, kommt jedoch nicht an die Freundinnen der Toten heran und tappt mit seinen Ermittlungen auf der Stelle. Da kommt ihm die neugierige Lila, selber gerade der Schulbank entwachsen, als Assistentin gerade recht. Und in einem potenziellen Mordfall zu ermitteln macht allemal mehr Spaß als ein pupstrockenes Jurastudium.
Die größte Qualität dieses Romans: umwerfend scharfe Charaktere. Neben der äußerst vorlauten, kessen Göre Lila, die nebenbei noch die gesamte Männerwelt Bochums um den kleinen Finger zu wickeln scheint, sind da vor allem Danner und Lenny sowie Kneipenwirt Molle. Drei Kerle mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt, aber auch mit kriminalistischer Spürnase, die sie – soweit die Situation es zulässt – auch einzusetzen verstehen. Lenny ist Kommissar, Danner war es, bis er sich von seiner damaligen Freundin, der heutigen Polizeivizepräsidentin von Bochum trennte. Sehr amüsant das immer noch währende Gemetzel zwischen den beiden.
Eine Lücke wird geschlossen
Keine Frage, ohne Lila, die niemals gedacht hätte, so schnell wieder die Schulbank zu drücken, hätten Danner und Lenny keine Chance, den wahren Hintergründen auf die Spur zu kommen. Ihre Ermittlungen unter den Mitschülern des toten Mädchens bilden die Brücke zwischen dem typischen Stoff für Kinder- und Jugendkrimis auf der einen Seite und dem Whodunit auf der anderen. Der 13. Brief schließt hier eine Lücke, denn es gibt wenige Romane, die es besonders jungen Lesern einfach machen, Zugang zu den klassischen Krimigenres zu finden. Genau mit dieser Qualität begeistert nämlich Klassens Roman.
Mädchenfreundschaften und pubertierende Jungs auf der einen Seite, komplizierte Liebschaften und kaltblutige Verbrechen auf der anderen. Der 13. Brief bringt frischen Wind in den Lesesommer 2008. Nur verwunderlich, dass Lilas Eltern offenbar überhaupt nicht bemerken, dass ihre Tochter niemals in Bielefeld angekommen ist.
Thomas Kürten, Juli 2008
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| robin p. zu »Lucie Klassen: Der 13. Brief« | 16.04.2010 |
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| Bernd Westphal zu »Lucie Klassen: Der 13. Brief« | 13.04.2010 |
| Bio-Fan zu »Lucie Klassen: Der 13. Brief« | 11.03.2010 |
| Mami zu »Lucie Klassen: Der 13. Brief« | 23.02.2010 |
| apo zu »Lucie Klassen: Der 13. Brief« | 03.01.2010 |
| guido zu »Lucie Klassen: Der 13. Brief« | 21.12.2009 |
| miesmuschel zu »Lucie Klassen: Der 13. Brief« | 17.11.2009 |
| koepper zu »Lucie Klassen: Der 13. Brief« | 25.05.2009 |
| Elin zu »Lucie Klassen: Der 13. Brief« | 19.02.2009 |
| Frank zu »Lucie Klassen: Der 13. Brief« | 09.12.2008 |
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