Weißer Tod von Liza Marklund

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Du gamla, du fria, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Ullstein.
Folge 9 der Annika-Bengtzon-Serie.

  • Stockholm: Piratförlaget, 2011 unter dem Titel Du gamla, du fria. 402 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2012. Übersetzt von Anne Bubenzer & Dagmar Lendt. ISBN: 978-3-550-08752-3. 400 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2012. Gesprochen von Nina Petri. ISBN: 3899033604. 5 CDs.

'Weißer Tod' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

In einer Schneewehe liegt eine blasse schöne Frau. Sie ist nicht die Erste, die in den vergangenen Monaten in einem Stockholmer Vorort erstochen wurde. Journalistin Annika Bengtzon glaubt nicht an einen Serienmörder und beginnt zu recherchieren. Plötzlich bricht eine Katastrophe über sie herein: Ihr Mann Thomas ist in Afrika entführt worden. Er ist derzeit in Nairobi mit einer internationalen politischen Delegation. Nach und nach exekutierendie Geiselnehmer die Mitglieder der Gruppe. Annika reist sofort dorthin und versucht mit allen Mitteln, ihren Mann zu retten.

Das meint Krimi-Couch.de: »Schweden und der eiserne Vorhang« 70°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Annika Bengtzon ist nach einem Auslandsaufenthalt in den USA samt Kindern wieder zurück in Schweden, und arbeitet erneut für das Abendblatt, die auflagenstärkste Zeitung der Hauptstadt Stockholm. Statt sich um eine Geschichte über  die Sicherheit des Daches einer IKEA-Filiale zu kümmern, fährt sie zu einer Kindertagesstätte, wo ein Mann die Leiche einer jungen Frau gefunden hat. Bevor die Polizei den Fundort sperren kann, hat Annika Fotos gemacht und an ihre Redaktion übermittelt. Sie will herausfinden, ob es einen Zusammenhang mit drei seit dem Herbst getöteten Frauen gibt. Als die Journalistin plötzlich in einen Konferenzraum gerufen wird, bricht für sie die Welt zusammen. Ihr Mann Thomas ist mit einer EU-Delegation bei einer Konferenz in Nairobi – und jetzt wurde die Gruppe im Grenzgebiet zwischen Kenia und Somalia von unbekannten Terroristen entführt worden. Ein Dolmetscher und ein Bodyguard wurden erschossen – und für Annika beginnt mit dieser Nachricht ein unglaublicher Alptraum.

Liza Marklund hat in dem neunten Roman der Annika-Bengtzon-Reihe zwei Erzählperspektiven für ihre Leser erdacht. Neben der bekannten Beschreibung der Geschehnisse rund um die rebellische Journalistin gibt es die Ich-Perspektive ihres entführten Mannes Thomas. Während in Stockholm Annikas Kollegen quasi nebenher an der Geschichte um die Frauen-Morde schreiben, ist die verzweifelte Ehefrau im Mikrokosmos ihrer eigenen Wohnung gefangen, unterstützt nur vom Vorgesetzten ihres gefangenen Gatten – mit dem sie nach einigen Tag dann auch im Bett landet. Thomas schildert dagegen recht drastisch seine Erlebnisse und Empfindungen während der alptraumhaften Gefangenschaft in Afrika. Dadurch ist der Leser stets besser informiert als Annika und ihr Umfeld.

Neben den unterschiedlichen Perspektiven geht es auch um verschiedene Geschichten oder Botschaften. Da ist ein hilflos seinen brutalen Entführern ausgelieferter Europäer, der für die Abschottungspolitik seines Landes, ja eines ganzen Kontinents blutig büßen muss. Es ist schon starker Tobak, den Liza Marklund ihren Leser da serviert. Die Entführten liegen in ihren eigenen Exkrementen, haben keine Informationen über den Fortgang irgendwelcher Verhandlungen. Es kommt zu Tötungen, Vergewaltigungen und Verstümmelungen. Die Botschaft ist deutlich – wer sich gewissermaßen ungeschützt in einen rechtlosen Raum begibt, muss mit alptraumhaften Folgen rechnen.

Parallel dazu spielt sich in Schweden ein mehrschichtiges Drama ab. Die Vollblut-Journalistin Annika fällt als plötzlich selbst Betroffene der puren Verzweiflung anheim. Das finanzielle Angebot ihres Verlages – der von Marklund als veritables Haifisch-Becken dargestellt wird – sorgt zunächst für Zorn, später führt er Bengtzon in die hilflose Ohnmacht. Auch diese Botschaft ist eindeutig – die Gesetze der Medienlandschaft und des Marktes gelten auch für diejenigen, die zuvor im Strom mitgeschwommen sind. Sonst selbst aktiver Teil der Medien-Maschinerie ist Annika Bengtzon nun von der aufdringlichen Berichterstattung und dem Eindringen der Kollegen in ihre Privatsphäre äußerst genervt. Die durchaus schockierende Mordserie gerät angesichts des persönlichen Schicksals der Protagonistin irgendwie zur Nebensache.

Der zunehmende Psycho-Stress an beiden Schauplätzen führt zu einer steigenden Spannungskurve, obwohl die eher passive und ohnmächtige Rolle von Annika Bengtzon eigentlich nicht dazu passt, wie sie bisher in der Roman-reihe aufgetreten ist. Aber das scheint von der Autorin durchaus gewollt zu sein. Da Bengtzon eine Protagonistin ist, die Liza Marklund über die Jahre sehr ans Herz gewachsen ist und vieles von ihrer eigenen Persönlichkeit widerspiegelt, ist Weisser Tod irgendwie auch Marklunds persönlichster Roman aus dieser Reihe. Die ablehnende Haltung der Autorin zur europäischen Abschottungspolitik wird in diesem Roman zwar deutlich, gerät neben ihren anderen Botschaften aber zeitweise in den Hintergrund. Und das macht die Einordnung dieses Buches nicht einfach. Es ist kein Kriminalroman, aber auch kein Polit-Thriller im eigentlichen Sinne. Dafür wird zu viel über die Geschehnisse in der Redaktion und das persönliche Befinden der Protagonistin und ihres Umfeldes räsoniert. Marklund schwankt ein wenig zwischen Frauenroman und Thriller, macht für keinen Geschmack zu viele Fässer auf. Dennoch insgesamt ein durchaus lesenswertes Buch, dem aber etwas mehr Eindeutigkeit gut getan hätte.

Andreas Kurth, April 2012

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krimitimmy zu »Liza Marklund: Weißer Tod« 12.11.2013
Journalstin Annika Bengtzon recherchiert im Mordfall einer jungen alleinerziehenden Frau, als ihr Mann zusammen mit weiteren Mitgliedern einer politischen Delegation in Afrika entführt wird. Der Vorgesetzte ihres Mannes, Staatssekretär Jimmy Halenius, steht ihr zur Seite und nimmt die Verhandlungen mit den Entführern auf. Sie fordern 40 Millionen Dollar! Noch wärend Annika verzweifelt versucht, Geld aufzutreiben, werden zwei andere Geiseln ermordet aufgefunden trotz Lösegeldzahlung. Nachdem Annika ein Video zum Beweis, dass ihr Mann lebt, erhält und die Entführer auf 1 Million runtergegangen sind, fliegt sie mit Halenius nach Nairobi, um ihren Mann zu retten.

Sehr spannende Befreiungsaktion und realistische Darstellung des Alltags einer alleinerziehenden Journalistin von 2 Kindern, deren Leben aus den Fugen gerät. Der Mord an der jungen Frau wird allerdings neben der Entführungsgeschichte zum Nebenschauplatz, weswegen der Titel “Weisser Tod” etwas irritiert. Ansonsten absolut lesenwert.
belinda feuerstein zu »Liza Marklund: Weißer Tod« 04.07.2013
mir hat das buch sehr gut gefallen und es war auch spannend zu lesen kann es jedem nur weiterempfehlen.ich warte schon auf den nächsten teil des Buches hoffentlich kommt es bald.! am montag habe ich es angefangen zu lesen ist echt ein super buch muss aber jetzt nur noch die anderen bänder lesen. das buch der weiße Tod von Liza marklund ist einfach fantastisch ich liebe das buch
SusanneL. zu »Liza Marklund: Weißer Tod« 25.02.2013
Inhaltsangabe:

Die Journalistin Annika Bengtzon ist schnell am Tatort, als eine junge Mutter in Stockholm ermordet aufgefunden wird. Es ist nicht die erste Tote, möglicherweise treibt ein Serienmörder sein Unwesen? Annika nimmt die Spuren auf, doch dann reißt sie eine Nachricht zurück: ihr Mann Thomas wurde auf einer diplomatischen Mission in Afrika zusammen mit einer internationalen Delegation entführt, man fordert Lösegeld. Annika reist mit Thomas Vorgesetztem, dem Staatssekretär Halenius, nach Afrika. Doch niemand weiß, ob sie noch rechtzeitig kommen und ob die Geiseln noch am Leben sind ...

Das Buch ist der 9. Band der Annika-Bengtzon-Reihe
1. Olympisches Feuer
2. Studio 6
3. Paradies
4. Prime Time
5. Der rote Wolf
6. Nobels Testament
7. Lebenslänglich
8. Kalter Süden
9. Weißer Tod

Der erste Satz:

„Ich hatte keine Angst.“

Meine Meinung zum Buch:

So viel ich weiß, ist das das einzige Buch aus der Reihe, das durchgehend aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Auf der einen Seite begleiten wir die Journalistin Annika, die sich zuerst durch den Fall der getöteten jungen Mutter schlagen muss und dann mit der Tatsache konfrontiert wird, dass ihr Mann in Afrika verschwunden ist. Auf der anderen Seite erzählt Thomas, Annikas Mann, seine Erlebnisse in Ich-Form. Dieser Wechsel hat mir sehr gut gefallen, besonders Thomas Bericht ließ mich sehr nahe an die Geschichte kommen – vermutlich liegt das gerade an dem Ich-Erzähler. Das ist auf jeden Fall ein Pluspunkt in der Geschichte.

Ich habe nicht alle Bücher der Reihe gelesen, habe aber trotzdem sehr gut in die Geschichte hineingefunden. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass dieser Band als Einstieg nicht mehr so gut geeignet ist, denn zu viele Ereignisse aus Annikas Lebensgeschichte werden nicht mehr ausführlich erklärt. Liza Marklund schreibt sehr gute Krimis und ich empfehle sie ohne Einschränkung – allerdings sollte man mit einem der ersten Bücher anfangen, am besten natürlich mit „Olympisches Feuer“.

Annika ist auch hier wieder eine eher sperrige Figur, die nicht überaus sympathisch wirkt. In meiner Rezi zu „Kalter Süden“ hatte ich sie folgendermaßen charakterisiert: „...Sie weiß nicht, was sie will, verhält sich ruppig und unhöflich, ist einzelgängerisch, dickköpfig und misstrauisch, nichts kann man ihr recht machen ...“ Genauso ist sie auch in diesem Buch. Das muss man halt aushalten, aber dafür wird man mit einer tollen Geschichte belohnt. Und wie ich schon oben geschrieben habe: der Teil mit Thomas Erzählung ist super spannend und interessant!

Die übrigen Figuren in dem Buch sind sehr gut charakterisiert – das ist eine eindeutige Stärke der Autorin. Ihre Figuren sind immer sehr sorgfältig ausgearbeitet und das macht Spaß zu lesen.
Jutta Handke, Potsdam zu »Liza Marklund: Weißer Tod« 05.02.2013
Nachdem Annika nun endlich ihren sehr untreuen Ehemann Thomas nicht mehr liebt und sich in einen sozialdemokrati-
schen Staatsekretär verliebt hat, der in großer Not wirklich hilfreich ist, könnte Liza Marklund eigentlich etwas politischer werden und sich einen Plot ausdenken, der in Stockholm spielt, die Medienlandschaft und die Sensationsgier des Publikums, die Parteienlandschaft und die Oppurtunität "öffentlicher" Personen zum Inhalt hat. Es würde auch nicht schaden, wenn Annika sich einen sicheren Arbeitsplatz suchen würde. Wie wäre es mit Ermittlungen im Bereich der Großkriminalität?
leseratte1310 zu »Liza Marklund: Weißer Tod« 01.09.2012
In Stockholmwird eine tote Frau in der Nähe eines Kindergartens aufgefunden. Es bleibt nicht bei diesem einen Fall, weitere Frauen werden ermordet. Annika Bengtzon wird in ihrer Redaktion missverstanden, als sie spaßeshalber „ein Serienmörder“ sagt. In Wirklichkeit glaubt sie nicht an diese These. Das alles aber wird in den Hintergrund gedrängt, als ihr Exmann in Afrika entführt wird.

Sie ist mit der Situation überfordert und erhält Unterstützung von Jimmy Halenius auf dem Ministerium. Er übernimmt die nervenaufreibenden Verhandlungen mit dem Entführer. Zugleich fällt die gesamte Presse über Annika und ihre Kinder her. Als Annika die Kinder aus der Schusslinie bringen will, kann sie weder auf die Hilfe ihrer Mutter und Schwester, noch auf die Hilfe ihrer Schwiegermutter zählen. Die Nachrichten aus Afrika werden immer4 bedrohlicher; erst wird ein Franzose umgebracht, dann folgen weitere Opfer. In dieser Situation kommt Annika Jimmy näher.

Als die Lösegeldverhandlungen abgeschlossen sind, reist sie mit Halenius nach Afrika um das Lösegeld zu übergeben und ihren Mann zurückzuholen.

Ein lesenswertes Buch, dass die Probleme in Afrika gut beschreibt.
Nilpferd zu »Liza Marklund: Weißer Tod« 07.06.2012
Gutes Buch, falscher Titel

Der neunte Band um die Journalistin Annika Bengtzon verknüpft Liza Marklund in bekannter Weise politische Themen mit den privaten Situationen der Figuren.

Zum Inhalt:
Annika ist vor kurzem aus Washington zurückgekehrt und ist wieder mit ihrem Mann Thomas zusammen.
Eine Frauenleiche wird im Schnee gefunden. Bereits vor ihr wurden mehrere Frauen erstochen, sodass die Polizei von einem Serientäter ausgeht. Annika Bengtzon ist anderer Meinung und recherchiert im privaten Umfeld der Frau. Sie möchte aufdecken, dass die Morde nichts miteinander zu tun haben.
Ihr Mann Thomas ist mit einer europäischen Delegation in Afrika. Auf ihrer Erkundungsreise wird die Gruppe überfallen und entführt. Zusammen mit Jimmy Halenius, dem Vorgesetzten ihres Mannes, bespricht Annika das weitere Vorgehen bei den anstehenden Lösegeldverhandlungen. Gemeinsam warten sie auf ein Lebenszeichen von Thomas, Anrufe der Entführer oder neue Videobotschaften.
Durch die Entführung ihres Mannes gerät Annika selbst in die Hände der Journalisten. Ihr wird aufgelauert, sie klingeln bei ihr Sturm und möchten unbedingt eine Stellungnahme. Etwas, das Annika sonst vermutlich eher von der anderen Seite kennt.

Meine Meinung:
„Weißer Tod“ enthält wieder einmal ein politisches Thema. Liza Marklund ist es gelungen ihre Figuren weiterzuentwickeln-. Für mich macht Annika mit ihrer Familie in jedem neuen Band einen weiteren Schritt und ich erfahre trotz der vielen Bände immer wieder neue Einzelheiten. Das politische Themen in den Krimis eine Rolle spielen, gefällt mir persönlich sehr gut.
In vielen Einschüben berichtet Thomas aus der Ich-Perspektive von seiner Entführung. Hier schildert Marklund teilweise sehr grausam die Umstände, unter denen Thomas gefangen gehalten wird. Durch die gewühlte Perspektive gingen mir diese Szenen sehr nah.
Durch den Perspektivwechsel erfährt der Leser Einzelheiten, die er beim Verbleib in einer Perspektive nicht mitbekommen hätte. Dadurch ist es Marklund gelungen eine große Spannung aufzubauen. Ich habe an vielen Stellen mit Annika, Thomas und Jimmy Halenius gezittert: Wann melden sich die Entführer? Wieviel Lösegeld werden sie fordern? Wie soll die Übergabe stattfinden? Was passiert mit den Geiseln in Afrika?.

Für mich ein Krimi, der sich gut in die Reihe einfügt und dem entspricht, was ich von einem Liza Marklund Krimi erwarte. Ich kann mir vorstellen, dass neue Leser Schwierigkeiten mit den Personen haben, da sie die Protagonisten und ihre vorherige Entwicklung nicht kennen. Aber es spricht ja nichts dagegen die anderen Bücher der Reihe vorher zu lesen :-)

Unklar ist mir allerdings die Wahl des Titels, da die Ermittlungen der Schneeleiche nicht im Vordergrund stehen.
Klaus Pitsch zu »Liza Marklund: Weißer Tod« 24.05.2012
Auf der Strecke geblieben
Geiseldrama in Afrika und Serienkillerjagd in Schweden sind zwei höchst ambionierte Erzählstränge, die von anderen Autoren einzeln schon sehr packend geschildert wurden. Liza Marklund versucht nun, diese beiden Linien in "Weißer Tod" zu verbinden. Dies gelang ihr nicht.
Je nach Betrachtensweise kann man die Geiselnahme mit ihren politischen Botschaften mögen oder nicht. Krimileser werden aber enttäuscht sein, dass die Krimihandlung so nebenher läuft, dass ich mich am Ende fragte, wozu sie eigentlich als Thema aufgegriffen wurde.
Neben den üblichen familiären Problemen von Annikas Kindern treten viele Verwandte, alte Freunde und Feinde beiderlei Geschlechts von Annika auf. Eine Warnung an diejenigen, die zuvor nie ein Buch mit Annika gelesen haben.
Am meisten gefesselt hat mich in diesem Buch die Redaktionsetage, die mir einen guten Einblick in die heutige Presselandschaft vermittelt hat.Das Geiseldrama hat mich auch deswegen nicht gepackt, da der höchst unsympathische Thomas, Annikas Mann (Wir kennen ihn ja schon aus den anderen Romanen), als Ich - Erzähler auftritt. Zum Schluss wird allerdings diese Linie verlassen und aus dritter Hand über die letzten Leiden der Geiseln berichtet.
Ich hoffe, beim nächsten Buch wieder Annikas eigenwilligen Recherchen in einem "echten" Kriminalfall folgen zu können.
Richard zu »Liza Marklund: Weißer Tod« 08.05.2012
Ich habe alle Annika Bengtzon-Romane gelesen. Fand ich bisher immer spannend.
Diesmal bin ich doch von der Verwebung der zwei Handlungen entäuscht.
Man wartet auf den Beginn des Krimis- bis die Entführungsgeschichte und damit das Buch zu Ende ist.
Für mich der unspannenste Roman der Serie. Positiv: Die Authorin verzichtet dieses mal auf die langatmige Beschreibung unwichtiger , z. Bsp. technischer Dinge, welche ihr andere erklärt haben. Insgesamt aber spannende Krimis, nur sollte man nicht den Tiefgang eines Mankells erwarten.
KleineSonne zu »Liza Marklund: Weißer Tod« 26.04.2012
Ein toller neuer Roman von Liza Marklund. Auch wenn ich sonst nicht zu ihren größten Fans gehöre, dieses Buch ist großartig. Ein richtiger Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte.

Besonders gut fand ich, daß Annika Bengtzon hier wenn auch wie immer zuerst etwas hilf- , kopflos und unorganisiert schließlich doch ihr Selbstbewußtsein wiederfindet - und das nicht nur in dem aktuellen Fall sondern vor allem auch emotional, Man kann schon fast Mitgefühl mit Thomas, ihrem Ehemann (dem Unsympath) empfinden am Ende des Buches.

Schöne Story, nur den Kriminalfall in Stockholm fand ich schon fast "überflüssig" da dieser Handlungsstrang ein bißchen stiefmütterlich behandelt nebenbei lief. Das Thema hätte auch ein eigenständiges Buch ergeben können hätte die Autorin es weiter vertieft und hatte m.E. wenig Bezug zum aktuellen Buch.

Aber ansonsten kann ich nur wiederholen - absolut empfehlenswert!
anyways zu »Liza Marklund: Weißer Tod« 16.04.2012
Annika Bengtzon ist mit ihrer Familie nach 3 jähriger beruflicher Abwesenheit in Washington, wieder zurück in Stockholm, in ihrer alten Wohnung, in ihrem alten Job als Reporterin beim „Abendbladet“ und mit all ihren alltäglichen Sorgen mit einem nicht monogamen Ex-Mann und jetzigem Lebensabschnittsgefährten und zwei minderjährigen gemeinsamen Kindern.

Nach der Entdeckung einer weiblichen Leiche hinter einer Kindertagesstätte erfährt Annika, nach ihrer Rückkehr in die Redaktion, von der Entführung ihres Mannes.

Thomas Samuelsson hat nach der Rückkehr aus Washington eine Stelle im Justizministerium angenommen. Eine Stelle die weit unter seinem, von ihm angenommenem, Niveau liegt, die aber verlockend viele Auslandsaufenthalte bietet. Abwechslungen denen er sich nur zu gerne hingibt, lernt man doch viele verschiedene Charaktere kennen, bewegt sich auf politischem Parkett und den geliebten außerehelichen Aktivitäten wird so unerhört viel Nahrung geboten.

Auf einer Konferenz in Kenia kann er der schönen Engländerin Catherine nicht wiederstehen und schließt sich ihr an, an einer Erkundungsreise nach Liboi an der somalischen Grenze teilzunehmen. An einem Kontrollpunkt wird die gesamte Expedition entführt. Die Entführer verlangen 40 Millionen Dollar pro Geisel. Annika versucht zusammen mit Jimmy Halenius, Thomas direktem Vorgesetzten im Justizministerium, Thomas Leben zu retten, und sie kann dabei weder auf ihre noch Thomas Familie zählen.





Liza Marklund überrascht mich immer wieder mit ihren Ideen, die hinter den einzelnen Folgen der Krimireihe um Annika Bengtzon stehen. Dieses Mal nimmt sie sich gleich zweier hochbrisanter politischer Themen an, zum Ersten der Erniedrigung, Verfolgung und Folterung von Frauen durch ihre Lebenspartner und zum Zweiten der versuchten Eindämmung von Flüchtlingsströmen aus Afrika durch die sogenannte 1. Welt. Das Ganze bestückt sie mit den alltäglichen und deshalb für mich so nachvollziehbaren Sorgen, Nöten, Ängsten und auch Freuden der Hauptprotagonistin.

Gefallen haben mir schon immer der flüssige Schreibstil und die Wahl ihrer Stilmittel. Auch wenn ich kaum glauben kann dass sich Schweden in politische Geiselnahmen nicht einmischt und die Angehörigen selbst verhandeln müssen, ist ihre Zeichnung doch plausibel. Ein großes Plus für Marklunds Erfolg ist auch die Einbeziehung aller Hauptprotagonisten, die besonders in diesem Buch zu Wort kommen. Marklunds Bücher sind nicht einfach nur Krimis, sie reist ihren Leser auf leise Art mit und lässt ihn oft nachdenklich zurück. So auch dieser. Nun beginnt für mich wieder eine lange Phase des Wartens.



Einen wirklich ärgerlichen negativen Aspekt möchte ich allerdings nicht unerwähnt lassen. Da die Autorin hier keinerlei Schuld trifft fließt es auch nicht in die Bewertung ein. Mein Ärgernis ist der Klappentext der ja ein bisschen Halbwahrheit und ganz viel Unwahrheit präsentiert. Es ist einfach ärgerlich, wenn im Klappentext schon zu viel verraten wird oder die Zusammenfassung als solche nicht stimmt und der Leser vergeblich auf etwas wartet was ihm der Klappentext vorgegaukelt hat.

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