Prime Time von Liza Marklund

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Prime Time, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Hoffmann & Campe.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Stockholm, 1990 - 2009.
Folge 4 der Annika-Bengtzon-Serie.

  • Stockholm: Piratförlaget, 2002 unter dem Titel Prime Time. 401 Seiten.
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2003. Übersetzt von Susanne Dahmann. ISBN: 3-455-05158-8. 416 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2005. Übersetzt von Susanne Dahmann. ISBN: 3-499-23298-7. 414 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2006. Übersetzt von Susanne Dahmann. ISBN: 978-3-499-24309-7. 414 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hoffmann & Campe, 2003. Gesprochen von Judy Winter. gekürzt. ISBN: 3-455-30335-8. 5 CDs.

'Prime Time' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Annika Bengtzon steht gerade mit gepackten Taschen in der Tür, um mit Thomas und ihren beiden kleinen Kindern zu einem Kurzurlaub aufzubrechen, als das Handy klingelt: ihr Chef vom Abendblatt …Mord an einem Fernsehstar …keiner der Kollegen verfügbar …

Zähneknirschend lässt Annika einen wütenden Ehemann und heulende Kinder zurück, um sich sofort auf den Weg zum Tatort zu machen, einem abgelegenen Schloss außerhalb von Stockholm. Quotenjäger leben gefährlich – zu diesem Schluss kommt sie, nachdem Schwedens erfolgreichste Fernsehmoderatorin ermordet aufgefunden wurde.

Dreizehn Menschen waren in der Mordnacht im Schloss, allesamt aus der Medienbranche, jeder Einzelne könnte es gewesen sein. Annika beobachtet, fragt, recherchiert und erfährt nicht nur, dass es in der besagten Nacht hoch herging, viel Alkohol im Spiel war und es heftigen Streit gab. Aus dem glitzernden Fernsehstar Michelle Carlsson wird vor ihrem geistigen Auge nach und nach die bestgehasste Frau der Branche. Anscheinend hatte jeder der Kollegen mit dieser erfolgsverwöhnten Moderatorin eine Rechnung offen. Eifersucht, Missgunst, Karrierismus – die Motive sind zahlreich, aber wer wäre eines kaltblütigen Mordes fähig? Eines wird im Laufe der Recherchen klar: Der Glamour der Fernsehwelt bröckelt, und was übrig bleibt, sind ein paar eitle, heuchlerische, geltungsbedürftige Menschen, denen es letztlich nur um eines geht – um sich selbst.

Das meint Krimi-Couch.de: »Zu viele Themen bilden keine Einheit« 67°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Wer einen Action-Reißer a la »Olympisches Feuer« erwartet, der dürfte von »Prime Time« enttäuscht werden. Denn dort geht es weitaus ruhiger zu. Liza Marklund rechnet gnadenlos ab mit der Medienwelt und vorrangig mit dem Fernsehen. Und das macht sie sehr gut mit viel Ironie und zahlreichen kritischen Seitenhieben. Geht es wirklich beim Fernsehen so zu wie hier im Roman? Zumindest klingt es sehr glaubhaft. Eifersucht und Neid, Lügen, Intrigen und Hass beherrschen die Welt derer, die im Rampenlicht stehen und derer, die gerne dort stehen würden. Und beim Kampf um Einschaltquoten muß so manch einer auf der Strecke bleiben.

In einem abgeschiedenen Schloss haben sich dreizehn Personen zusammengefunden, um neue Folgen der von der bei den Zuschauern so beliebten Michelle Carlsson moderierten erfolgreichen Fernsehsendung aufzuzeichnen. Nach der Arbeit artet dann das Ganze in ein Gelage und Sexorgien aus und endet schließlich mit der Entdeckung der Leiche der Moderatorin. Michelle Carlsson wird in den frühen Morgenstunden erschossen im Bus des Technikers aufgefunden.

Da kaum jemand die Möglichkeit hatte, ungesehen in das Schloß zu gelangen, ist für die Polizei sehr schnell klar, dass sie den Täter unter den verbliebenen zwölf Personen zu suchen hat. Und bei den Verhören stellt sich nach und nach heraus, dass fast jeder der Anwesenden ein Motiv für den Mord hatte.

Marklunds Serienheldin, die Zeitungsreporterin Annika Bengtzon will gerade mit Mann und Kindern in einen Kurzurlaub aufbrechen, als das Telefon läutet und sie über die Tat informiert wird. Ein spektakulärer Mord geht natürlich vor, was ihr Mann absolut nicht akzeptieren kann. Und so macht sich – nach kurzem und heftigem Streit – der Rest der Familie alleine auf die Reise und Annika derweil mit dem Fotografen auf in Richtung Tatort. Zufälligerweise ist auch Annikas gute Freundin Anne unter den Verdächtigen und die versorgt sie mittels Handy mit den wichtigsten Informationen, so daß Annika der lästigen Konkurrenz schon mal einen Schritt voraus ist.

Von den Gegebenheiten her erinnert die Story an Romane der Altmeisterin Agatha Christie, doch entwickelt sich der Plot bei der schwedischen Autorin völlig anders. Das liegt vornehmlich daran, dass Liza Marklund eine Menge verschiedener Themen in das Buch zu packen versucht. Zu oft schweift sie vom zentralen Geschehen ab, denn Annikas Zeitung leidet darunter, dass der Chefredakteur seinen Pflichten nicht nachkommt. Daraus entwickelt sich eine Nebenhandlung, in der es um Wirtschaftskriminalität geht, doch bekommt dieser Handlungsstrang keine rechte Bindung und verläuft weitgehend nebenher.

Noch zerrissener wirkt das Buch durch die ständigen Wechsel zu Annikas Mann Thomas, der alleine mit den Kindern zu seinen Eltern gefahren ist. Das sehr komplizierte Privatleben der Bengtzons wird detaillert durchleuchtet. Der Leser wird mit den Beziehungen von Annika und ihrem Mann zu dessen Eltern sowie zwischen Thomas und seiner Ex-Frau vertraut gemacht. Diese Charakterstudien sorgen zwar dafür, dass sich der Leser besser in die handelnden Personen hineinversetzen kann, doch bildet dieser Roman einfach keine homogene Einheit.

»Prime Time« bietet zwar gute Unterhaltung, doch auf einem anderen Niveau als Marklunds Thriller »Olympisches Feuer«. Übrigens ist »Prime Time« ebenso wie die bisher erschienenen Bücher der Bengtzon-Reihe »Studio 6« und »Paradies« – obwohl auch im Original später erschienen – chronologisch vor »Olympisches Feuer« einzuordnen. Gut gemacht, wie immer wieder andere Personen als Verdächtige in den Vordergrund gerückt werden. Leider aber gerät die Darstellung dieser Charaktere bei weitem nicht so gut wie die der Familie der Bengtzons oder etwa dem von Annikas Vorgesetztem. Die Auflösung des Falles schließlich erfolgt mehr zufällig. Seine Spannung bezieht der Roman weniger aus der Mordermittlung als vorwiegend aus dem Kleinkrieg der handelnden Personen untereinander.

Ihre Meinung zu »Liza Marklund: Prime Time«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Markus zu »Liza Marklund: Prime Time« 29.05.2012
Schließe mich JoHe völlig an! Das Buch war so grottig, was hab ich mich gequält - nicht nur wegen der Handlung und dem Aufbau der Geschichte, sondern auch wegen des unglaublich banalen Stils. Wer's mag - bitte. Mich hat dann aber nicht gewundert, dass auf dem Buchumschlag gerade eine positive Kritik einer Frauenzeitschrift stand, die auch nicht gerade für echt gute Literatur steht. Ich mag gern gut unterhalten werden, aber das Buch hatte ja noch nicht einmal Witz. Gähn!
Roy Grace zu »Liza Marklund: Prime Time« 26.05.2009
also wer Liza Marklund kennt weis auf was er sich einlässt.
Ich finde muß die Story immer im vordergrund stehen.
Kann nicht mal auch das soziale leben von Anika im vordergrund stehen.
Ich finde die Story klasse es ist halt verschachtelt, ist es den so schlimm wärend des lesens sich in die Person reinzudenken.
Schnelllesende Krimis gibt es zu hauf finde ich.
Das ist schon das dritte Buch von das ich lese ich kann die negative Kritik nicht vertehen.
Ich kann allerdings verstehen das leute die eine verschachtelte Story nicht lieben nix für diese ist.
Auserdem ist es rückblickend ein Brandaktuelles Thema
Ich sage nur Banke und Aktien
JoHe zu »Liza Marklund: Prime Time« 31.12.2008
ich wollte einmal was von lisa marklund lesen und habe leider "prime time" in die hände bekommen - nach 120 seiten war schluss!
eine story, die an alte englische krimis erinnert, personen wie aus dem groschenroman, dazu eine schludrige und fehlerhafte übersetzung...
danke ich genug von der dame, die kommt ins regal "frauenroman"!
josie5994 zu »Liza Marklund: Prime Time« 12.09.2007
das buch war der hammer ich konnte es garnicht mehr aus den händen legen . ich habe manchmal sogar bis spät in die nacht gelesen, weiles so spannend war.
sanih zu »Liza Marklund: Prime Time« 12.03.2007
ja, auch ich hatte mehr vom Buch erwartet -
Das erste, was ich meistens von einem Buch lese, ist das Ende - also sprich, wer's gewesen ist. Um dann ganz gespannt (und entspannt) zu erschmökern, wie mich der Autor an der Nase herumführt, um mich glauben zu machen, die oder der sei jetzt der Mörder.
Bei Marklund gab's diesmal keine große Raffinesse - zu viele Alltagsproblemchen und andere Überflüssigkeiten haben mich den Roman oft aus der Hand legen lassen.
Wer aber keinen Bengtzon verpassen will: Lesbar ist das Buch trotzdem!
klein_my zu »Liza Marklund: Prime Time« 19.02.2007
die vielen Nebenhandlungen, wie z. B. die Beziehung zu Thomas und die Probleme in der Firma, haben mich ein wenig verwirrt da man versucht hat irgendwie den Durchblick zu behalten..... geklappt hat es leider nicht! Obwohl ich von der Haupthandlung eigentlich angetan war......
Christian zu »Liza Marklund: Prime Time« 11.08.2004
Leider ist dieser Krimi etwas "zusammengeschustert". Gute Grundstory - aber der Showdown ist total an den Haaren herbeigezogen. Marklund hat sich bisher dadurch ausgezeichnet, den Redaktionsalltag wirklich autentisch zu beschreiben - leider ist ihr das bei diesem Krimi nicht gelungen.
Carola zu »Liza Marklund: Prime Time« 28.09.2003
Der Meinung von Ariane kann ich mich nicht anschließen. Lediglich die chronologische Abhandlung der Annika Bengtzon-Reihe nimmt dem Leser etwas die Spannung, wenn er zuvor bereits das "Olympische Feuer" gelesen hat. In diesem Zusammenhang bin ich gespannt, ob auch die nächste Veröffentlichung "Der rote Wolf" chronologisch vor oder nach dem "Olympischen Feuer" spielt.
ARIANE zu »Liza Marklund: Prime Time« 11.09.2003
Schlechtestes Buch von Marklund, verliert sich im Detail - zu viel Fernsehen und Aktien - man muss Geduld beim lesen haben
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Prime Time

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: