Weil ich euch liebte von Linwood Barclay

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel The accident, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Droemer Knaur.

  • New York: Bantam, 2011 unter dem Titel The accident. 480 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2012. Übersetzt von Silvia Visintini. 480 Seiten.

'Weil ich euch liebte' ist erschienen als

In Kürze:

Glens Familie stürzt jäh ins Unglück, als seine Frau Sheila bei einem Unfall ums Leben kommt. Sie soll volltrunken gefahren sein und zwei Unschuldige mit in den Tod gerissen haben! Die Polizei ist sich ihrer Sache sicher – doch Glen kann es einfach nicht fassen. Kurze Zeit später ertrinkt eine gute Freundin von Sheila auf mysteriöse Weise. Und als Glen bald darauf erfährt, dass Sheila 62.000 Dollar veruntreut haben soll, bringt ihn das vollends aus dem Gleichgewicht. Beweise für ein Verbrechen hat er allerdings keine …

Das meint Krimi-Couch.de: »Plagiate, Killer und die Hausfrau von nebenan« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Eigentlich ist Glen Garber durchaus zufrieden. Hier und da gibt es wegen der Wirtschaftsflaute Stress mit seiner Baufirma, aber privat ist alles im Lot. Glaubt er jedenfalls. Bis er sich eines Abends Sorgen macht, weil seine Frau Sheila von einem Buchhaltungskurs nicht wie gewohnt pünktlich zurück nach Hause kommt. Er fährt los um sie zu suchen, und dann trifft ihn der Keulenschlag. Sie hat einen Unfall verursacht, ist tot, und zwei weitere Menschen wurden getötet. Sheila soll volltrunken gewesen sein. Für Glen bricht die Welt zusammen. Obwohl der Schock noch anhält, beginnt er Fragen zu stellen. Eine Freundin seiner Frau stirbt unter ungeklärten Umständen, eine andere will einen Umschlag mit viel Geld zurück haben. Glen fühlt sich wie in einem falschen Film. Aber es bedarf noch weiterer Vorfälle und Ungereimtheiten, bis der Durchschnittsbürger aus einer ganz normalen amerikanischen Stadt scheibchenweise die Wahrheit herausfindet.

Linwood Barclay ist ein brillanter Erzähler, das macht der Autor auch mit seinem neuen Roman wieder deutlich. Seine Helden sind amerikanische Nobodys, die scheinbar unverschuldet in große Nöte geraten – die sogar tödlich enden können. Wirklich unschuldig sind die meisten Protagonisten der Geschichte allerdings nicht, dafür jedoch grenzenlos naiv. Der Autor baut in diesem Buch ganz unterschwellig Spannung auf, die anfangs nur scheibchenweise gesteigert wird. Der geheimnisvolle  Unfall von Glens Ehefrau ist ein gelungener Einstieg, aber es dauert dann einige Zeit, bis Glen starke Zweifel an der Schilderung des Hergangs bekommt. Vor allem der zweite Todesfall wirft viele neue Fragen auf und bringt mehr Dynamik in die Handlung.

Aber auch schon vorher gelingt es Linwood Barclay ganz ausgezeichnet, die Leser mit einer Geschichte über das Leben höchst durchschnittlicher Menschen zu fesseln und zu faszinieren. Stück für Stück findet Glen heraus, dass sich Freunde, Bekannte und Kollegen auf zweifelhafte Geschäfte eingelassen haben. Die Rolle seiner Frau in dieser undurchsichtigen Gemengelage bleibt bis fast zum Schluss unklar – wird aber von Glen ständig hinterfragt. Es geht um gefälschte Markentaschen, Medikamente und vieles mehr. Protagonist und Leser müssen Personen und Fakten sorgfältig im Geiste sortieren, zumal sich durch jede neue Antwort, die Glen findet, abermals weitere Fragen ergeben.

Linwood Barclay hat die Lösung seiner Rätsel wie Zwiebelschalen hintereinander geschichtet, und nach dem eher dahin plätschernden ersten Drittel des Buches gibt der Autor dann richtig Gas. Mehrfach glaubt man eine – oder die – Lösung vor Augen zu haben, nur um erneut mit einem Rätsel oder ungeklärten Vorgängen konfrontiert zu werden. Der angenehme und kurzweilige Schreibstil des Autors sorgt dabei dafür, dass die fesselnde Handlung förmlich am Auge des Lesers vorbei fliegt.

Im letzten Drittel des Buches wird es dann so spannend, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte. Es sind noch etliche Seiten zu lesen, und dennoch ist man sich sicher, dass bald die Auflösung kommen muss, weil es eigentlich nicht mehr verzwickter werden kann – weit gefehlt. Als immer deutlicher wird, dass sich die gutgläubigen, naiven oder geldgierigen Jedermanns auf Kontakte mit dem organisierten Verbrechen eingelassen haben, schwirrt Glen im Wortsinne der Kopf. Dabei ist er ein höchst ungewöhnlicher Protagonist, den im Grunde nur die Sehnsucht nach Antworten im Zusammenhang mit dem rätselhaften Tod seiner Frau antreibt. Es ist wirklich angenehm, mal einen »Helden« zu haben, der kein knallharter Ermittler ist, sondern einfach ein Kumpel von nebenan, der sich wie ein Terrier in die Suche nach der Wahrheit verbeißt. Glen stellt die richtigen Fragen, ist zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort, und er zieht auch Schlüsse wie ein Kriminalist. Sehr unkonventionell, sympathisch, einfach gekonnt. Er bekommt natürlich Unterstützung von der Polizei, aber die Profis spielen in diesem Roman im Grunde nur eine untergeordnete Rolle.

Der gesellschaftskritische Hintergrund der ganzen Geschichte rundet den Lesegenuss wirklich ab. Die gleichgültige Haltung der Durchschnittsamerikaner zu Hehlerware und Fälschungen wirft zahlreiche Fragen auf. Naivität, Skrupellosigkeit, Dummheit, Gier – oder alles zusammen? Gefälschte Handtaschen, Medikamente, elektronische Bauteile. Alle diese Dinge spielen eine Rolle in dem grandiosen Verwirrspiel um Verdächtigungen, Eifersucht, Neid, Kauf- und Alkoholsucht und vieles mehr. Wahrscheinlich muss man diesen nahezu perfekt erzählten Roman zweimal lesen, um jede Nuance genießen und vollständig verstehen zu können. Und danach freut man sich schon auf die Verfilmung.

Andreas Kurth, März 2012

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meni77 zu »Linwood Barclay: Weil ich euch liebte« 16.09.2014
Mein bisher viertes Buch von Barclay und in dem Sinn muss ich zum Teil den Vorgängern anschließen, dass es vielleicht sein schlechtester Roman war. Nichts destotrotz fesselt mich seine Schreibweise, seine Charaktere, seine Verläufe, seine Auflösung und vor allem, seine Hauptdarsteller sind Menschen von nebenan, sprich diese Geschichte könnte jedem passieren und so traurig das Leben oft sein kann, es können einem noch viel schlimmere Dinge passieren. Der Spannungsfaktor ließ bei "Weil ich euch liebte" sicherlich im Gegensatz zu "Kein Entkommen" oder "Ohne ein Wort" ein bisschen nach, vielleicht will uns der Autor aber auch eine Verschnaufpause geben;) Geht nicht in die Neunziger, trotzdem gute 85 Grad
Annette Traks zu »Linwood Barclay: Weil ich euch liebte« 02.11.2013
Glen Garber verliert seine Frau Sheila durch einen von ihr selbst unter Alkoholeinfluss verursachten Autounfall, und auch zwei Unschuldige sterben dabei. Trotz eindeutiger Untersuchungsergebnisse glaubt er jedoch nicht an ein schuldhaftes Vergehen seiner ausgesprochen vernünftigen Frau und stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Dabei wird er immer aggressiver, sodass Verletzte und Leichen seinen Weg pflastern.
Unterstützt wird Glen von seiner 8-jährigen aufgeweckten Tochter Kelly, die ihm wertvolle Hinweise liefert. Dabei wirkt sie manchmal unrealistisch erwachsen und verhält sich meines Erachtens für ein Kind dieses Alters viel zu vernünftig.
Die eigentliche – zwar überraschende, aber nachvollziehbare - Auflösung erfolgt erst auf den letzten ca. 30 Seiten; bis dahin bleibt dem Leser viel Raum für eigene Spekulationen. Dadurch, dass die Handlung immer wieder unvermutete, aber durchaus plausible Wendungen nimmt, wird man oft auf falsche Fährten gesetzt, und eine gewisse Grundspannung bleibt trotz einiger Längen erhalten.
Da sehr viele Personen in das Geschehen verwickelt sind, die immer wieder einen kurzen „Auftritt“ haben, ist es mir jedoch manchmal schwer gefallen, Bezüge herzustellen und einen durchgehenden Handlungsstrang auszumachen.
Hinzu kommt, dass der Autor Themen wie Produktpiraterie und Gewinnstreben, Korruption und Skrupellosigkeit versus Moral und Gewissen, Hilfsbereitschaft gegenüber Rachegelüsten zum Teil recht ausführlich problematisiert und miteinander verwebt. Trotz einer absolut logisch durchdachten Story finde ich das Buch daher thematisch überfrachtet und einzelne Abläufe zu konstruiert.
Als „Thriller“ würde ich es nicht bezeichnen, dazu fehlte es mir an dem durchgängigen Nervenkitzel.

Resümee:
Für mich ist es ein recht guter Krimi, der sehr komplex gesellschaftliche Probleme verarbeitet. Verglichen mit den anderen Werken Barclay's – Ohne ein Wort (2007), Dem Tode nah (2008), In Todesangst (2010), Kein Entkommen (2011) – ist dies für mich allerdings sein schwächstes Buch.
Reno zu »Linwood Barclay: Weil ich euch liebte« 08.07.2012
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allerdings musste ich mich (Frau) erst an die Ich-Form des Erzählers (Mann) gewöhnen.
Die Geschichte fängt spannend an, sodass man gleich eingebunden ist. Nach und nach werden die Hauptakteure sowie die Geschehnisse, die im Vorfeld passierten, näher erläutert, folglich kann man sich immer besser in die Situation des Hauptdarstellers hineinversetzen; es reiht sich zum Glück nicht ein Showdown nach dem anderen aneinander.
Das Ende ist dann doch überraschend und nicht vorhersehbar.
Das Buch ist kein Gänsehaut-Thriller, aber ein gut gelungener Krimi, den man, gerade zum Schluss, ungern aus der Hand legt.
vifu zu »Linwood Barclay: Weil ich euch liebte« 01.03.2012
Ich möchte mich den Wertungen der Vorkritiker teils anschließen. Das Buch ist sehr "flüssig" und spannend zu lesen. Es dreht am Ende doch ein paar Volten zu viel und verliert an Logik und Glaubwürdigkeit. Der einsame Held. der alles gesund übersteht! Whow! Aber ein spannnendes Urlaubsbuch. Frau wird gut unterhalten und was will ich mehr!??
svenja zu »Linwood Barclay: Weil ich euch liebte« 28.02.2012
Der Anfang war leicht verwirrend, man muss sich dann erst einmal eine paar Kapitel einlesen um sich richtig in die Geschichte einzufinden. Wenn einem das gelungen ist, wird das Buch zu einem puren Lesevergnügen.
Es ist spannend und man kann das Buch nicht aus den Händen legen ehe man nicht die ganze Wahrheit kennt.
Am Ende kam mir schon der Gedanke, dass alles nicht wirklich glaubwürdig erscheint, aber es ist ein fiktives Buch, es musste für mich nicht 100% glaubwürdig zu sein um micht zu fesseln und mich mit Spannung zu versorgen. :)
Beonders toll fand, ich dass ich es nach der ersten Hälfte recht vorhersehbar fand und mir die Puzzleteile schon zurecht gelegt hatte und plötzlich kam doch alles ganz anders. Ich denke wenn ein Thriller das schafft, dann ist es einer guter Thriller. ;)
Caro1893 zu »Linwood Barclay: Weil ich euch liebte« 28.02.2012
Zum Inhalt:
Als Glen Garbers Frau Sheila bei einem Autounfall ums Leben kommt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Zu ihrem furchtbaren Tod hinzu kommt auch noch die Tatsache, dass Sheila in volltrunkenem Zustand Schuld daran war und zwei andere Menschen mit in den Tod gerissen hat. Eine Tatsache mit der Glen Garber überhaupt nicht klar kommt, passt dass doch so gar nicht zu seiner Frau. Kurz darauf stirbt deren beste Freundin ebenfalls durch einen Unfall, sie ertrinkt. Zunächst werden beide Fälle als Unfälle abgehakt, bis immer mehr merkwürdige Details zu Tage kommen. Sheilas beste Freundin scheint mit gefälschten Taschen gehandelt zu haben. Und warum will nun eine weitere Freundin von Sheila eine Menge Geld von Glen? Als dann auch noch auf sein Haus geschossen wird, muss Glen sich und seine Tochter in Sicherheit bringen, denn irgendetwas geht vor sich, dass er noch nicht durchschaut hat und das könnte ihn sein Leben kosten.

Mein Meinung:
Leider bin ich ein bisschen enttäuscht von "Weil ich euch liebte". Ich hatte zuvor von Linwood Barclay schon "Ohne ein Wort gelesen" und war total begeistert. Hier hatte ich mir aufgrund von Klappentext, Cover und ebenjener Erfahrung einfach viel mehr erwartet.

Das Buch beginnt auch genau mit der Spannung die ich mir erhofft habe. Der Prolog wirft den Leser mittten in eine Szene, die so abrupt endet, dass man gar nicht so genau weiß, wie einem geschieht. Gerne hätte ich an dieser Stelle mehr erfahren, doch natürlich wird nach dieser Szene zu einem anderen Schauplatz geschwenkt. Und genau ab da fing das Buch an mich zu langweilen. Ich hatte das Gefühl, der Protagonist Glen Garber fährt planlos von A nach B, beschuldigt alle Leute in seiner Umgebung etwas mit dem Tod seiner Frau zutun zu haben und verhält sich auch sonst irgendwie nervig.

Die Geschichte war in dem Moment so "unspannend", dass ich versucht war, das Buch wegzulegen. Durch seinen flüssigen Schreibstil macht der Autor zwar einiges wett, doch richtig fesseln konnte mich die Geschichte nicht. Ich wollte das Buch nur möglichst schnell zu Ende bringen, um schnell wieder etwas spannendes lesen zu können. Das auf dem Cover steht, dass es sich hier um einen Thriller handelt, finde ich ziemlich überzogen, wenn man das Ende mal nicht beachtet(Welches eine deutliche Spannungssteigerung zum Rest der Geschichte aufweist). Zwar wird hier und da jemand ermordet (und ja, ich weiß, das klingt jetzt sehr abgebrüht, aber genauso kommt es in dem Buch auch rüber), aber auch das lässt kaum Spannung aufkommen.

Glen Garber scheint sowas wie ein Superheld zu sein, ihm gelingt alles. Er legt sich mit den schlimmsten Verbrechern an und kommt ohne eine Schramme davon. Und dann löst er auch noch ganz allein für die Polizei 2,3 nein 4 Mordfälle, da die Beamten ja scheinbar nicht in der Lage waren selbst Ungereimtheiten zu erkennen - eine Polizistin mal ausgenommen, die den Spuren aber auch nicht mit dem nötigen Tatendrang nachgeht.

Ich muss zugeben, dass mich das Buch dann auf den letzten 100 Seiten immerhin noch ein bisschen gefesselt hat. Die ein oder andere Auflösung hat mich überrascht und war so nicht zu erwarten. Und trotz allem hatte die Geschichte auch während dem rasanten Ende einen Beigeschmack von "an den Haaren herbeigezogen". Ich hatte das Gefühl, hier muss der Autor nochmal alle Action reinpacken, die er die vorrigen 400 Seiten verpasst hat. Wirklich sehr sehr schade, denn aus dieser Idee hätte man deutlich mehr machen könnden.

Ich hatte mich hier auf einen spannenden Thriller gefreut. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht. Mehr als die lockere, gut zu lesende Schreibweise des Autor lässt sich hier leider nicht besonders hervorheben. Der Klappentext und auch das, wie ich finde, sehr schön gelungene Cover, versprachen leider mehr, als der Inhalt hinterher halten konnte. Die Bezeichnung "Thriller" würde ich fast ersetzen durch "Familiendrama" oder aber auch durch "Krimi". Ich werde sicherlich nochmal auf ein Buch des Autors zurückgreifen, da mir seine Schreibweise, wie eben schon beschrieben wirklich sehr gut gefällt, aber diese Geschichte konnte mich leider nicht überzeugen.

Fazit:
Eine Geschichte, die spannend anfängt und aufhört, zwischendrin aber kaum mit Spannung und fast ausschließlich mit dem gut zu lesenden Schreibstil des Autors punkten kann.
Vero Nefas zu »Linwood Barclay: Weil ich euch liebte« 27.02.2012
Inhalt:
Für Glen Garber bricht eine Welt zusammen, als seine Frau Sheila bei einem Unfall ums Leben kommt. Seine pflichtbewusste, vernünftige Frau, die Mutter seiner achtjährigen Tochter Kelly, soll betrunken Auto gefahren sein und den Tod zweier Unschuldiger verursacht haben. Als kurze Zeit später eine Freundin seiner Frau, ebenfalls unter mysteriösen Umständen, ums Leben kommt wachsen in Glen ernsthafte Zweifel. Eine weitere Freundin von Sheila benimmt sich zunehmend seltsam. Glen beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei droht seine gesamte Welt zu zerbrechen. Kann er das Rätsel um den Tod seiner Frau lösen?
Kritik:
Zu beginn hat mich der Roman sehr gefesselt. Glen, liebevoller Vater und Ehemann, und seine Frau Sheila, intelligente, sorgsame Mutter, versuchen gemeinsam mit den Problemen einer Wirtschaftsflaute fertig zu werden. Doch Sheila stirbt unerwartet bei einem Unfall. Glen muss nun das Leben meistern zwischen Beruf und Familienleben, Unverständnis und blankem Hass, der ihm und seiner Tochter entgegen schlägt, da Sheila auch zwei andere Menschen in den Tod gerissen haben soll. Barclay schreibt zu beginn fesselnd und spannend. Leider hält diese Spannung nicht an. Der Roman verliert sich zunehmen in langweiligen Details, Glen fährt eigentlich hauptsächlich planlos durch die Gegend, oder betrinkt sich. Dazwischen beschimpft er seine Freunde und benimmt sich generell ziemlich unmöglich. Natürlich hat er eine schwere Zeit, aber leider konnte ich für den Protagonisten keinerlei Mitleid aufbringen, er war mir eher unsympathisch. Die zum Teil hart gesottenen Verbrecher erscheinen farblos und kaum gefährlich.
Die Idee hinter dem Buch ist war sehr gut, die Geschichte aber wirkt unstrukturiert, das Verhalten der zumeist nur oberflächlich beleuchteten Charaktere übertrieben und unrealistisch. Übermäßig viele Zufälle machen die Geschichte noch unglaubwürdiger.
Auch das Ende konnte mich leider nicht überzeugen. Größtenteils sehr vorhersehbar, dazu der misslungene Versuch Spannung durch überzogene Reaktionen zu erzwingen.
Sprachlich hat der Roman keine Schwächen und ist prinzipiell angenehm zu lesen. Wechselnde Perspektiven zwischen dem Ich- Erzähler Glen und den anderen Charakteren sorgten zumindest für ein bisschen Unterhaltung und gelegentliche Spannungsmomente. Positiv möchte ich auch anmerken, dass ich trotz der offensichtlichen Schwächen wissen wollte, wie die Geschichte schließlich endet. Ein paar kleine Überraschungen hat es dann ja doch noch gegeben.
Fazit:
Die durchweg guten Kritiken zu diesem Roman kann ich nicht nachvollziehen. Wer langwierige Umschreibungen liebt und gerne unrealistische, wenig nachvollziehbare Handlungen geschildert bekommt. der wird hier bestens bedient sein. Wer auf der Suche nach einem spannungsreichen und interessanten Thriller ist sollte lieber die Finger davon lassen. Das Buch fängt zwar stark an und zieht einen Anfangs durchaus in seinen Bann, es lässt dann aber leider sehr stark nach. Am Ende war ich froh, dass ich es zur Seite legen konnte.
3/5 Sternen
Tanja Geyer zu »Linwood Barclay: Weil ich euch liebte« 27.02.2012
Das Buch startet mit einem sehr spannenden, mysteriösen Prolog. Dieser steht vorerst für sich, denn erst im Verlauf des Romans wurde klar, was die Ereignisse mit der Geschichte zu tun haben.
Danach geht es recht seicht weiter, auch wenn man auf den folgenden Seiten wiederum auf unheimliche, undurchsichtige Ereignisse stößt. Hauptsächlich werden jedoch die Protagonisten eingeführt, und dies recht ausführlich. Manchem Leser mag es eventuell auf Dauer langatmig erscheinen, dass die nicht grade kleine Zahl handelnder Personen und ihre Beziehungen untereinander so detailliert dargestellt werden. Ich fand es aber in weiten Teilen sehr interessant, zumal vielen Personen ein Geheimnis anzuhaften schien, was sich später auch bewahrheitete.
Die Figuren waren sehr facettenreich und erschienen sehr plastisch. Manchmal fehlte ihnen allerdings eine vollkommene authentische Erscheinung, da Handlungen und Empfindungen nicht immer ganz nachzuvollziehen waren. Ein Beispiel dafür ist, dass ich Kelly für eine 8jährige zu erwachsen, und ihre fast gänzlich fehlende Trauer befremdlich fand. Abgesehen davon gehen die Personen Nebentätigkeiten nach, die dem deutschen Leser fremd erscheinen dürften. Auch die Betätigung von Glen als „Aushilfssheriff“ passt nicht in das deutsche Rechtssystem und Verständnis. An diesen Punkten merkt man ganz deutlich, dass es sich hier um einen amerikanischen Roman handelt.
Ich muss jedoch sagen, dass ich mich trotz allem recht schnell mit den Begebenheiten ab- und in die Lebenswelt eingefunden habe. Ob es jedem Leser so geht, kann ich natürlich nicht beurteilen.
Der Roman zeichnet sich durch einen flüssigen, leicht zu lesenden Schreibstil aus. Viele Kapitel sind dabei aus Glens Sicht (Ich-Perspektive) geschrieben. Auch das war dem Lesefluss sehr zuträglich, weil ich so besser und näher in das Geschehen eintauchen konnte.
„Weil ich euch liebte“ ist ein in weiten Teilen rasanter, spannender und fesselnder Roman, jedoch für meine Begriffe kein reiner Thriller, sondern eher eine Mischung aus Gesellschaftsroman und Krimi mit Thriller-Elementen. Lesenswert und unterhaltsam trotz kleiner Längen zwischendurch. Besonders Anfang und Ende sind atemraubend, sehr überraschend, und auch im Verlauf der Geschichte gibt der Autor immer wieder neue Nahrung, damit die Spannung erhalten bleibt.
bookgirl-anna zu »Linwood Barclay: Weil ich euch liebte« 25.02.2012
Dieses Buch ist das Erste, das ich von Linwood Barclay gelesen habe, deswegen habe ich es ohne besondere Erwartungen gelesen.

Am Anfang hat mich der Prolog ein bisschen irritiert, da er auf einmal nicht in die Geschichte passte. Jedoch hat sich das am Ende dann doch noch aufgeklärt und irgendwann ist mir ein Licht aufgegangen. Die ersten 50 – 80 Seiten fand ich ein wenig zäh und musste mich zum weiterlesen zwingen. Danach wurde es allerdings sehr spannend und ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen, da ich alle Geheimnisse und Morde aufdecken wollte. Ich habe mich wie eine Detektivin gefühlt und wollte alle Fälle klären.

Der Schreibstil ist recht flüssig und man hat das Buch in nu durchgelesen, obwohl es ca. 500 Seiten hat. Ich war sehr verwundert wie schnell ich das Buch durchgelesen habe. Es kommen Schlag auf Schlag neue Informationen und man merkt, dass hinter dem Tod von Sheila doch mehr steckt als ein “normaler” Autounfall. Besonders die düstere Stimmung hat mich beim Lesen gefesselt.

Ich konnte mich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen und mit ihnen gelitten, wenn etwas schlimmer passiert ist. Obwohl ich an manchen Stellen geahnt habe wie die Geschichte ausgehen könnte, ist es doch zum Schluss ganz anders gekommen. Die Spannung wurde konstant gehalten und durch immer neue Ereignisse unterstützt. Alles was im Buch passiert wirkt sehr realistisch und man könnte denken so etwas ist wirklich geschehen.

Einen kleinen Minuspunkt habe ich dennoch: Dieses Buch ist eher ein Krimi als ein Thriller.
Kerstin Thieme zu »Linwood Barclay: Weil ich euch liebte« 25.02.2012
Sheila, die Mutter der achtjährigen Kelly und Ehefrau von Glen Garber reißt bei einem Unfall in volltrunkenem Zustand zwei weitere Menschen aus ihrem Leben. Kurz darauf stirbt eine sehr gute Freundin von ihr unter mysteriösen Umständen. Glen, dem das Verhalten seiner Frau schleierhaft ist, entdeckt weitere Ungereimtheiten und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Nicht nur einer seiner Freunde und Nachbarn scheint ein Geheimnis vor ihm zu verbergen.

Meine Meinung:

Der neue Thriller vom Autor des internationalen Bestsellers „Ohne ein Wort“ ist solides Machwerk. Durchgängig flüssig zu lesen, bietet er viel Freude am Miträtseln. Den größten Teil der Story erfährt man aus Sicht von Glen Garber, der sehr sympathisch rüberkommt, ebenso wie seine kleine Tochter Kelly, die für ihre acht Jahre allerdings schon sehr reif wirkt.

Die Darstellung, welche weiten Kreise eine vergleichsweise kleine Markenrechts-verletzung ziehen kann, war für mich sehr interessant zu lesen. Irgendwie hat jeder der Protagonisten in der Kleinstadt Milford Dreck am Stecken. Dies bietet natürlich jede Menge Verdächtige und man meint den Hintergründen schnell auf der Spur zu sein. Jedoch gelingt es Linwood Barclay bis ganz zum Schluss, immer noch überraschende Wendungen aus dem Hut zu zaubern.

Hier liegt aber auch der Hund begraben, denn am Ende hat man das Gefühl, dass es alles ein wenig viel war, der Autor sich quasi in der Pflicht fühlte, jetzt alles noch mal toppen zu müssen. Auch ist dem Zufall ein wenig zu oft nachgeholfen worden. Dennoch kommt nach der Lektüre keine Enttäuschung auf, denn „Weil ich euch liebte“ bietet durchgehend spannende Unterhaltung.

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