Eine Jungfrau zuviel von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2000
unter dem Titel One Virgin too many,
deutsche Ausgabe erstmals 2002
bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Rom, -800 - 699 (Antike).
- London: Century, 2000 unter dem Titel One Virgin too many. 292 Seiten.
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München: Knaur, 2002.
Übersetzt von Susanne Aeckerle.
ISBN:
3-426-66071-7. 395 Seiten. -
München: Knaur, 2004.
Übersetzt von Susanne Aeckerle.
ISBN:
3-426-62674-8. 395 Seiten.
'Eine Jungfrau zuviel' ist erschienen als
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In Kürze:
Der elfte historische Krimi der »besten Autorin in diesem Genre« (Donna Leon) stellt den härtesten, wahrscheinlich witzigsten, aber mit Sicherheit ersten Detektiv der Weltgeschichte vor ein neues Rätsel. Auch dieser Roman enthält wieder alle wichtigen Ingredienzien: einen Mord in höchsten Kreisen, Motiv und Tatzeit im Dunkeln und Ermittlungen, die bis in die geheimen Riten und Kulte des antiken Roms vordringen. Und alles wird wie immer von Bestsellerautorin Lindsey Davis gekonnt und überaus spannend zu neuem Leben erweckt.
Rom, Mai im Jahre LXXIV nach Christus. Der ehemalige kaiserliche Agent Marcus Didius Falco hat sich selbständig gemacht und die britische Autorin Lindsey Davis befördert ihn zum ersten Privatschnüffler der Kriminalszene. Als solcher wird er von der sechsjährigen Gaia aufgesucht, Enkeltochter des Oberpriesters von Jupiter. Während Falco über sein neues Ehrenamt als Hüter der kaiserlichen Gänse auf dem Kapitol nachsinnt, verrät ihm die aufgeweckte Kleine, dass jemand aus der Familie beabsichtigt, sie zu ermorden.
Gaia steht vor der Wahl zur Jungfrau des Jahres und zur Aufnahme bei den Vestalinnen, den jungfräulichen Priesterinnen der Vesta, die für das Schüren des heiligen Feuers verantwortlich waren. Aber die Aufnahme zu diesem ehrenvollen Amt hat wenig mit Verdiensten zu tun, sondern mehr mit Intrigen, so auch bei der Verwandtschaft der kleinen Gaia, die im Zuge der unliebsam in Angriff genommenen Ermittlungen plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist.
Gleichzeitig stolpert der unzuverlässige Bruder von Falcos Frau Helena bei einem rituellen Besäufnis im heiligen Hain der Arvalbrüder über einen Toten, dessen Kehle mit einem Priestermesser durchtrennt wurde. Wenn der Täter nicht schnellstens gefunden wird, dann wird man Brüderchen Aelianus die Untat anhängen.
Aus irgendeinem Grund interessiert sich plötzlich Kaiser Titus für die verschwundene Gaia und erinnert sich an seinen ehemaligen Agenten. Dem bleibt natürlich nichts Anderes übrig, als zwei Fälle parallel zu bearbeiten.
Die Idee der Britin Lindsey Davis, ihren Romanhelden in der Antike anzusiedeln, entbehrt nicht eines gewissen Reizes. Was die historischen Elemente betrifft, hat sie offensichtlich recht ordentlich recherchiert und schildert diese Zeiten nicht unbedingt von der rosigen Seite. Falco jedenfalls hat genug damit zu tun, sich mit der römischen Oberschicht anzulegen, die gemäß Schilderung offensichtlich ihren Zeitvertreib mit Fressen und Saufen zu verbringen pflegt, nur unterbrochen von Intrigen und Streitigkeiten.
Zum besseren Verständnis verwöhnt die Autorin den Leser mit einer drei Seiten langen Liste von handelnden Personen vom doofen Onkel Fabius bis zu den unfähigen Bauunternehmern Gloccus und Cotta. Wie überhaupt die Personen in diesem Buch samt und sonders einer geschlossenen Anstalt entsprungen sein dürften, denn um es mal mit Asterix und Obelix zu sagen: Die spinnen, die Römer.
Falco ist ein Zyniker par excellence und seine Gattin steht ihm um nichts nach. Was Lindsey Davis ihrem Romanhelden in den Mund legt, ist kompakt eingestreuter Feminismus und die Männer und Frauen bedienen so ziemlich jedes ausgelutschte Vorurteil, dessen man sich anderen Menschen gegenüber bedienen kann. Das klingt zwar manchmal ganz lustig, aber auf die Dauer sind diese antik überzogenen Ostfriesen- und Blondinenwitze eher peinlich.
Zumindest hätte man aus diesem Stoff deutlich mehr machen können. Die Handlung plätschert eher unlustig dahin und die Klärung der Geschichte ist schlichtweg hanebüchern. Auch wenn Frau Lindsey mangels fehlender Forensik und Kriminaltechnik auf hausbackene Actionsequenzen zurück greifen muss, hätte sich das Buch einen originelleren Ausgang verdient.
Diesen Schmöker aus dem Knaur-Verlag kann man ohne großen Anspruch als unterhaltsame Sommerlektüre einstufen. Richtigen Krimifans sei jedoch dazu geraten, über »Eine Jungfrau zuviel« die Toga des Schweigens zu werfen.
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| anath zu »Lindsey Davis: Eine Jungfrau zuviel« | 02.06.2008 |
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