Blutige Stille von Linda Castillo

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel Pray for silence, deutsche Ausgabe erstmals 2011 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Ohio, 1990 - 2009.

  • New York: Minotaur Books, 2010 unter dem Titel Pray for silence. 304 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2011. Übersetzt von Helga Augustin. ISBN: 978-3-596-18451-4. 400 Seiten.

'Blutige Stille' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Sie töteten alle Mitglieder der Familie Plank. Die Leichen des Vaters und der beiden Söhne fand man im Wohnhaus, die der Mutter und des Babys auf dem Weg zur Scheune. Doch niemand war auf das vorbereitet, was sie in der Scheune fanden. Die beiden Mädchen, gefoltert und misshandelt. Die Familie gehörte zur amischen Gemeinde in Painters Mill, Ohio, sie lebten getreu ihren Glaubensgrundsätzen von Schlichtheit und Bescheidenheit, waren gottesfürchtige Leute. Fernab von den Verführungen der Zivilisation. Oder enthüllt das Tagebuch der ältesten Tochter eine andere Wahrheit?

Das meint Krimi-Couch.de: »Blutig und still« 71°

Krimi-Rezension von Jürgen Priester

Manche kennen vielleicht noch den Kinofilm »Der einzige Zeuge« aus dem Jahre 1985 mit Harrison Ford in der Hauptrolle. Der Film spielte im Umfeld einer Amisch-Gemeinschaft und rückte deren Lebensweise in den Blickpunkt der deutschen Öffentlichkeit. Die Religionsgemeinschaft der Amische hat ihren Ursprung in der Schweiz. Die meisten von ihnen siedelten im 18. Jahrhundert aus der Schweiz und Süddeutschland nach Pennsylvania und Ohio um. Wir schmunzeln heute über ihre Technikfeindlichkeit – der Ablehnung jeder Motorisierung und Elektrifizierung. Symbolhaft schon ihre schwarzen Pferdekutschen, ihre traditionelle Kleidung mit dem Strohhut für den Mann und der Haube für die Frau. Amische sind friedliebende, gastfreundliche, leicht verschroben wirkende Menschen, die tief in ihrer Religion verwurzelt sind, die treu der geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze ihrer »Ordnung« leben.

In eine dieser Gemeinden bricht in Linda Castillos Roman Blutige Stille das Verbrechen ein – brutal und tödlich. Das Städtchen Painters Mill im nördlichen Ohio ist das Revier von Chief of Police Kate Burkholder. Die noch relativ junge Polizeichefin musste sich schon in ihrem ersten Auftritt (Die Zahlen der Toten) einem Serienmörder stellen, einem Duell auf Leben und Tod. Jetzt, fast ein Jahr danach – sie hat sich von den Blessuren kaum erholt – wird sie eines Nachts in das Haus einer Amischfamilie gerufen. Einer ihrer Officers – von einem Farmarbeiter alarmiert – hat im Haus der Planks Tote entdeckt. Bei der ersten Inaugenscheinnahme müssen die Polizisten feststellen, dass die ganze 7-köpfige Familie ausgelöscht worden ist – die Eltern, die Söhne, das Baby erschossen, die beiden pubertierenden Töchter gefoltert und aufgehängt. Chief Burkholder ist schockiert. Selbst aus einer Amischfamilie stammend, weiß sie um die Friedfertigkeit dieser Menschen. Deshalb ist sie überzeugt, dass diese Wahnsinnstat nur von einem Außenstehenden begangen worden sein kann.

Trotzdem ermitteln Kate und ihr Team in alle Richtungen. Zudem fordert sie Unterstützung vom BCI an, einer übergeordneten Dienststelle in der nahegelegenen Großstadt Columbus. Dort arbeitet auch John Tomasetti, mit dem Kate den Serienmörder-Fall gelöst hat, zu dem sie seitdem eine lockere Liebesbeziehung hat. Die Ermordung der Familie Plank gibt allen ein Rätsel auf. Sie lebten ihr einfaches Leben, weder innerhalb noch außerhalb ihrer Gemeinschaft sind irgendwelche Feinde auszumachen. Erst das gut versteckte Tagebuch der jüngeren Tochter gibt einen vagen Hinweis auf eine »Liebes«beziehung zu einem »Englischen«.

Englische und Amische – zwei Weltanschauungen stehen einander gegenüber, nicht feindlich, sondern in Koexistenz. Kate Burkholder kennt beide Seiten. Emotional kann sie sich gut in das junge Amisch-Mädchen Mary hineinversetzen, zumal sie als Jugendliche ähnliche Situationen erlebt hat. Dieses Einfühlungsvermögen bringt sie im akuten Fall letztendlich weiter.

Chief Kate Burkholder ist so was wie eine weibliche Ausgabe eines hardboiled Cop – souverän in ihrem Job, nicht immer den gesetzeskonformen Weg gehend, mit Problemen aus der Vergangenheit behaftet, die sie schon mal gerne zur Flasche greifen lassen. Ähnlich gestrickt ist auch ihr Freund und Liebhaber Tomasetti, der seit dem Tod seiner Frau und Kinder ziemlich von der Rolle ist. Es trafen sich zwei Lahme mit Krücken, die sich an einander aufrichten und nun gemeinsam durchs Leben stolpern wollen. Ein amerikanischer Roman ohne Liebesgeschichte ist wohl nicht möglich, dabei wäre diese hier durchaus verzichtbar, denn die Figur der Kate Burkholder bietet genügend Potenzial, das die Autorin leider nicht voll ausschöpft, obwohl die Protagonistin aus der Ich-Perspektive erzählt und damit den Großteil der Story bestreitet. Ein bisschen mehr Vertrauen in die Eigenständigkeit ihrer Hauptfigur hätte der Autorin gut gestanden.

Krimi oder Thriller? Man kann lange darüber streiten, wo der eine aufhört und der andere anfängt. Aber letztendlich ist es auch egal. Blutige Stille ist eine spannende Geschichte, deren Ausgang bis zum Ende offen ist. Nur vom Etikett »Thriller des Jahres«, wie der Fischer-Verlag ihn plakativ vermarktet, sind wir noch weit entfernt. Dem reißerisch blutigen Beginn folgt die Stille der Ermittlungsarbeit, die tatsächlich mal nachvollziehbar dargestellt wird, wie auch die Motive des Täters plausibel erscheinen.

Linda Castillo hat mit ihren beiden ersten Kate-Burkholder-Romanen in Deutschland einen beachtlichen Zuspruch bekommen. Den wird sie nur bewahren können, wenn sie weiterhin auf kniffelige Fälle mit sauberen Lösungen setzt, damit die berufliche Kompetenz ihrer Heldin stärkt. Bei ihrer Arbeit schauen wir der Heldin gerne zu, aber ihre Schlafzimmertüre wollen wir lieber geschlossen wissen.

Jürgen Priester, September 2011

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Dante. zu »Linda Castillo: Blutige Stille« 14.04.2012
Inhalt:

Als Officer Chuck Skidmore während der Nachtschicht seine Runden im Streifenwagen dreht, hält er in der Nähe einer Farm um sich zu erleichtern. Dabei vernimmt er merkwürdige Geräusche, die er zuerst einem Kalb zuordnen würde. Als er intensiver hinhorcht und meint einen Mann schreien zu hören, beschließt er, lieber nachzusehen. Auf dem Weg zum Haus kommt ihm Reuben Zimmerman panisch entgegen und berichtet, das Amos Plank und seine Kinder tot sein. Officer Skidmore beschließt daraufhin mit Ihm zur Plank-Farm zu fahren um die Aussage zu überprüfen und muss feststellen, dass die Familienmitglieder regelrecht hingerichtet wurden. Als Chief Kate Burkholder am Tatort eintrifft kann sie es kaum fassen, das die Opfer der amischen Gemeinde angehören. Auch in diesem heiklen Fall erhält Kate Hilfe von dem BCI Agenten John Tomasetti.

Fazit:

Wie schon bei dem Vorgängerroman „Die Zahlen der Toten“ liest sich die Geschichte durchgehend angenehm und fließend mit gut dosierten Spannungseinlagen. Aufgrund der guten Beschreibungen der Gegebenheiten findet man sich schnell an der Seite der beiden sympathischen und lebensnahen Protagonisten wieder, und hat das Vergnügen an den Ermittlungen und der fieberhaften Suche nach den Täter teilzunehmen. Ein wirklich sehr gelungener Roman, der zu empfehlen ist.
anyways zu »Linda Castillo: Blutige Stille« 08.02.2012
In der beschaulichen Kleinstadt Painters Mill in Ohio, geprägt von dem Zusammenleben der englischen und der amischen Gemeinde, ist ein entsetzliches Verbrechen geschehen.

Eine amische Großfamilie von sieben Personen, darunter ein Baby, wurde regelrecht hingerichtet. Das an sich ist schon grauenhaft aber die Verbrecher schreckten vor keiner Untat zurück, denn die beiden Teenagertöchter der Familie wurden aufs brutalste gefoltert, gequält und getötet. Polizeichefin Kate Burkholder und ihr Team sind erschüttert und beginnen mit den Ermittlungen. Ermittlungen die Kate an die Abgründe ihrer eigenen amischen Vergangenheit bringen. Wer kann einen solchen Hass auf eine, getreu ihren Glaubensgrundsätzen von Schlichtheit und Bescheidenheit lebenden, Familie haben? Einen kleinen Hinweis findet Kate in dem Tagebuch der einen Tochter.



Nach den „Zahlen der Toten“ ist „Blutige Stille“ der zweite Thriller um die Polizeichefin Kate Burkholder und auch dieser ist wie sein Vorgänger sehr gut. Schon den Titel des Buches finde ich treffend gewählt. Ein fesselndes Buch in dem Linda Castillo neben der eigentlichen Story auch immer wieder die innere Zerrissenheit, zwischen der amischen Vergangenheit und dem neuen Leben ihrer Protagonistin sehr gut darstellt, auch wenn diese manchmal etwas unüberlegt reagiert. Atmosphärisch dicht geschrieben, rasante Szenenabfolgen fesselten mich regelrecht und machen dieses Buch zu einem echten Pageturner.
Mel.E zu »Linda Castillo: Blutige Stille« 15.01.2012
"Blutige Stille"
Der Quicktest auf Vorablesen.de hat mich so sehr angesprochen, daß ich mir das Buch auf meine Wunschliste gesetzt hatte. Als es dann direkt am Erscheinungstermin bei mir ankam, fiel es mir schwer es wieder aus den Händen zu legen, da es wirklich tief bewegt und fasziniert. Für mich war dies der erste Roman von Linda Castillo, aber da mir "Blutige Stille" wirklich gefallen hat, werde ich auch "Die Zahlen der Toten" lesen wollen. Das Buch ist von Anfang an sehr spannend und flaut nicht ab.

Natürlich hat man schon von den Amischen gehört, aber in diesem Buch wird man über vieles, was diese Religion nenne ich es mal, aufgeklärt was man bisher nicht wusste. Für mich sind Amische Männer mit Bärten und Frauen in langen Kleidern und Kopftuch, aber hinter der Entscheidung als Amischer / Amische zu leben birgt noch viel mehr und das ist wirklich sehr interessant. Selbst die Polizeichefin Kate Burkholder, die Hauptperson in diesem Buch, gehörte bis zur "Rumspringa" zu den Amischen. "Rumpringa" (To be or not to be Amisch) ist die Zeit an der sich alles entscheidet. Man darf auf den Putz hauen und sich danach entscheiden, ob man sich taufen lassen möchte oder exkuminiziert werden möchte, d.h aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Im Netz gibt es diverse Fotos dazu, z.B kopftuchbedeckte Mädchen mit Kippe im Mund, Jungs auf Pferdewagen mit Bierdosen in der Hand . sieht wirklich merkwürdig aus und passt sogar nicht zu dem Bild was ich mir von den Amischen gemacht habe. Dies ist halt eine Zeit der Entscheidung und sehr wichtig für die Jugendlichen. Gerade durch die Vergangenheit der Polizeichefin Kate Burkholder trifft sie der Mord, die Abschlachtung, trifft es wohl besser, sehr und sie will unbedingt aufklären, wer dieser Familie solch schlimmes angetan hat. Das Verständnis bekommen wir durch viele ingefügte Sätze und Gedanken, aber so ganz geht sie auf ihre Vergangenheit nicht ein und warum sie sich gegen ein Leben als Amische entschieden hat. Man kann es sich denken, aber ganz klar ist es leider nicht.
Aufklärung zur Tat bringt dann ein Tagebuch, welches Mary, eine der Töchter geschrieben hat. Dieses führt Kate auf die Spuren des Täters bzw. der Täter. Hilfe dabei bekommt sie von John Tomassetti, ihrer Affäre. Selbst hat er genug eigene Probleme, die für mich wirklich nachvollziehbar sind, dennoch ist er eine starke Stütze für Kate, die immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Allerdings kann man bei ihr nur Vermutungen anstellen, was wirklich nach ihrem Ausschluss der Gemeinschaft geschehen ist. Um den Fall zu lösen muss sie sich also ihrer Vergangenheit stellen und auch mit anderen Amischen Familien Kontakt aufnehmen, die ihr etwas ratlos entgegentreten, da sie immer noch ihre Sprache spricht, aber sich dennoch anders verhält als sie. Einer der amischen Jungen ist etwas zurückgeblieben, aber ist derjenige, der sie auf die Spur des Täters / der Täter bringt. Die amischen dürfen sich nur unter einander verheiraten und das schon seit Generationen, daher sind viele der Kinder, da die Gene sehr ähnlich sind der Eltern, oft zurückgeblieben, also behindert, so wie wir sagen würden. Das wollte ich nur erwähnen, weil mir das bisher nicht bewusst war.

Das Cover deutet schon an um was es geht, ein Bugggy, eine Pferdekutsche in völliger Ruhe auf dem Weg. Alles scheint sehr friedlich, aber das wirklich Böse wird uns in diesem Buch begegnen und uns den Atem anhalten lassen, da bin ich mir ganz gewiss. Für die Amischen kommen Autos nicht in Frage und wie ich schon erwähnte, man sieht vieles klarer rund um diese Religion, die mir bis dato doch eher unbekannt war. Erinnert alles ein klein wenig an "Unsere kleine Farm" ohne Fortschritt und Technik. Mary bricht aus, weil sie sich verliebt und das wird ihr zum Verhängnis und leider auch ihrer kompletten Familie. Schrieb ich die komplette Familie? Das muss ich berichtigen, denn ein Bruder lebte nicht in der Gemeinschaft, da er sich als Homosexuell bekannt hat und der Gemeinschaft verstossen wurde. Er gilt vorläufig als Hauptverdächtigter. Wer nicht mehr zur Gemeinschaft gehört, darf keinen Kontakt zur Familie halten und das ist wirklich hart. Dennoch gibt es hier einen brieflichen Kontakt zu Mary und daher auch einige Hinweise, weshalb die Familie (fast) komplett ausgelöscht wurde. Mary war verliebt und das wurde ihr zum Verhängnis und leider nicht nur ihr, sondern auch ihrer Familie. Das schrieb ich schon, aber diese schreckliche Tatsache muss einfach mehrfach erwähnt werden. Was ist denn so schrecklich, daß es zu so einer grausamen Tat kommen muss? Ein tiefes uns sehr abstossendes Geheimnis, welches durch das Tagebuch offenbar wird und mich oft den Kopf schütteln ließ, über das was Mary schon vorher passiert ist. Ist ihr nicht bewusst, daß der junge Mann sie nur ausnutzt? Das er mit ihr spielt? Ich würde so gerne mehr schreiben, aber dann nehme ich dem Buch die komplette Spannung! Da der Hof der Planks sehr abgelegen liegt, bekommt keiner der direkten Nachbarn mit, was sich dort abscheuliches abgespielt hat und nur Marys Tagebuch wirft jede Menge Fragen auf und Kate Burkholders Herz schreit nach Gerechtigkeit, so sehr, daß sie sich selbst in Gefahr begibt. Spannung bis zur letzten Seite ist tatsächlich garantiert und das kann ich wirklich nicht über jedes Buch, welches ich gelesen habe garantieren. Linda Castillo versteht es tatsächlich mich zu fesseln.

Dieser Thriller ist jedenfalls nichts für Zartbesaitete, denn die Gewalt, die dort aufgeführt wird, wird bis ins kleinste Detail erläutert und man kann es fast bildlich sehen. Sehr betroffen war ich von der Tatsache, daß wirklich alle den Tod gefunden haben, auch das jüngste Kind der Familie, noch ein Baby. Erschossen durch den Rücken der Mutter hindurch. Wer da nicht schlucken muss ist echt abgebrüht. Auch die Foltermethoden der beiden jungen Mädchen in der Scheune haben mir einen echten Schauer über den Rücken jagen lassen. Ich war teilweise regelrecht angeekelt, entsetzt, aber dennoch fasziniert. Einmal angefangen, konnte ich nicht aufhören zu Lesen. So gefesselt von einem Buch war ich schon lange nicht mehr und das will schon was heißen, denn ich lese wirklich sehr, sehr viel und gerne. Thriller gehören normalerweise nicht zu meiner bevorzugten Genre, aber die Leseprobe war so ansprechend, daß ich unbedingt wissen wollte, was war geschehen, wie geht es weiter? Das Buch direkt nach Erscheinung anzufordern, war also eine sehr gute Entscheidung!

Von mir gibt es eine echte Leseempfehlung! Ich war schockiert, fasziniert und wirklich betroffen! Für mich ein echt spannendes Lesevergnügen (wobei Lesevergnügen bei soviel Grausamkeiten ein wirklich komisches Wort ist!) mit einem Buch, welches wirklich schwer aus der Hand zu legen war!

Wünsche euch ein schönes langes Wochenende,
Viele Grüße,
Mel
Moehrchen zu »Linda Castillo: Blutige Stille« 28.12.2011
Amische und Englische

Die Polizeichefin von Painters Mill in Ohio, Kate Burkholder, wird wegen eines Notfalls morgens aus dem Bett geklingelt. Auf einer amischen Farm wurde die gesamte Familie Plank umgebracht. Der Vater und seine beiden Söhne liegen erschossen im Wohnzimmer, die Mutter und das Baby wurden auf der Flucht niedergestreckt. Die beiden Töchter in der Scheune wurden misshandelt und verstümmelt. Kate übernimmt den Fall. Sie muss sich nicht nur mit den Grausamkeiten des Falles auseinandersetzen, sondern wird immer wieder von Dämonen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht.

Auch dieses Mal schickt die Autorin wieder die toughe, ehemals amische Polizeichefin Kate Burkholder auf Verbrecherjagd. Wie auch schon im Vorgängerbuch erfährt man einiges aus der Vergangenheit von Kate - noch immer muss sie alte Dämonen besiegen. Unterstützt wird sie wieder von John Tomasetti, einem Ermittler vom BCI (Akronym für Bureau of Criminal Apprehension and Identification), mit dem sie eine tiefe Freundschaft - oder ist es doch mehr? - verbindet.

Die persönlichen Probleme der Ermittler werden glaubhaft geschildert, so dass man gut verstehen kann, warum sie so sind, wie sie sind. Leider hat die Autorin es nicht geschafft, den Fall genauso spannend zu beschreiben. Immer wieder drängen sich die Befindlichkeiten der Ermittler in den Vordergrund und man hat schon wieder den Namen eines möglichen Tatverdächtigen vergessen. Als es dann zur Auflösung kam, musste ich wirklich einen Moment nachdenken, in welchem Zusammenhang die entsprechende Person schon mal aufgetaucht ist.

Spannend fand ich, wie Linda Castillo das Zusammenleben der Amischen mit den Englischen (wie sie von den Amischen genannt werden) beschreibt. Es scheinen zwei Welten aufeinander zu treffen. Die Autorin schafft es meiner Meinung nach, die Gegensätze aufzuzeigen und auch die Zerrissenheit der Personen - z. B. Kate Burkholder - zu beschreiben, die in keiner der beiden Welten wirklich zu Hause sind.

Schade, dass sich die Autorin so im Privatleben der Ermittler verzettelt, dass der eigentliche Fall in den Hintergrund gerückt wird. Ich hoffe, dass der nächste Fall von Kate Burkholder mal mehr im Vordergrund steht, denn spannend schreiben kann Linda Castello, das ist unbestritten.
Beth90 zu »Linda Castillo: Blutige Stille« 14.12.2011
Ich bekam das Buch zu meinem geburtstag.
Das Cover fand ich sehr toll, da mich das Leben der amischen leute sehr interessiert...
ich fing an zu lesen und hab es anfangs ganz schleppend zur mitte gebracht...
aber dann nahm ich sogar das buch mit auf arbeit und las in meiner pause weiter...
so auch zur raucherpause, bus und bahn.
ich hatte ein wohliges gefühl dabei, es zu lesen, abends kurz vorm einschlafen :)
ich empfehle es defintiv weiter !!
Synapse11 zu »Linda Castillo: Blutige Stille« 11.11.2011
Tiefe Wunden heilen nie!?

Inhalt:
Bonnie und Amos Plank leben mit ihren Kindern als “Amische” auf einer Farm in Painters Mill, Ohio. Eines nachts wird die gesamte Familie brutal ermordet aufgefunden. Polizeichefin Kathe Burkholder und ihre Kollegen ermitteln. Wer bringt unschuldige Kinder und ein Baby um? Was verrät das Tagebuch der ältesten Tochter? Unerwartet taucht ein Zeuge auf, der anfangs unbrauchbar scheint. Letztendlich sagt er ein entscheidendes Wort. Dies genügt um Kathe Burkholder auf eine heiße Spur zu bringen. Nichtahnend, dass sie sich dabei selbst in große Gefahr begibt.

Cover und Titel:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es gibt die Stimmung des Handlungsortes wieder. Endlos lange Felder und ein Buggy, der durch die geheimnisvolle Dunkelheit fährt. So kann sich der Leser die Abgeschiedenheit des Ortes jenseits der Zivilisation und die Entfernung zwischen den Farmen gut vorstellen. Im Gegensatz zum Cover läßt der Titel vermuten, dass viel Blut fließt und es sich um einen Thriller handelt.

Meine Meinung:
Ich war hauptsächlich neugierig, mehr über das Leben der “Amischen” zu erfahren und wurde nicht enttäuscht. Letztendlich beschreibt Linda Castillo sogar, warum die Puppen der amischen Kinder keine Gesichter haben. Vermutlich literarische Freiheit - oder dochTatsache? Das macht neugierig noch mehr über diese Glaubensgemeinschaft zu erfahren. Die zwei im Buch auftauchenden Liebesgeschichten sind geschickt in die Handlung eingeflochten. Der Leser erfährt Hintergründe über die Glaubensgemeinschaft der “Amischen” und die Probleme, die Mary diesbezüglich umtreiben.
Linda Castillo schildert ausführlich die Gedanken und Gefühle der Kathe Burkholder, während sie den Tatort beschreibt und die Morde zu rekonstruieren versucht. Mir gefallen die analytischen Schilderungen. Damit werden Charakter und Psyche, sowohl des Täters, als auch der Polizeichefin, hervorgehoben. Nebenbei kann der Leser Rückschlüsse auf die Psyche der Autorin ziehen.

Schon auf Seite 159 hatte ich einen Verdacht, woher die mysteriösen Zeichen auf dem Boden in der Scheune stammen. (Ich hatte Recht mit meiner Vermutung) Die Schilderungen vorher hätten beinahe die Spannung genommen. Doch es war ja nur eine Vermutung, die sich erst noch bestätigen musste. Das Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Mir fiel schwer, es zwischendurch aus der Hand zu legen. Käthe Burkholder und John Tomasetti geraten an die Grenze ihrer psychischen Belastbarkeit und ihre eigenen Wunden brechen auf. Obwohl ich den ersten Teil “Die Zahlen der Toten” noch nicht kenne, konnte ich gut in die Handlung reinfinden. Verwirrt haben mich die über 40 verschiedenen Charaktere, die alle namentlich benannt wurden, selbst die weniger bedeutenden. Einer wird dabei immer nur mit den Initialien T.J. bezeichnet, das hat mich auch etwas irritiert.

Im Buch wechselt der Erzählerstandpunkt. L.Castillo läßt K. Burkholder als Ich-Erzähler sprechen, wechselt zwischendurch in die berichtende Beobachterrolle, aber so stilsicher, das es dem Leser ganz selbstverständlich erscheint. Ein literarischer Kunstgriff - perfekt! (Ist mir erst im letzten Drittel des Buches aufgefallen)
Danke für die kleine Einlage über die Seelenklempner. (hat mich als “Seelsorgerin” amüsiert)

Meine Lieblingstextstelle:
“Und dieses eine Erlebnis hat mein Leben verändert und mich einen Weg einschlagen lassen, den ich bis heute nicht verlassen habe.” (S. 345)

Fazit:
Das Buch ist ein Schrei nach Gerechtigkeit. Es geht nicht in erster Linie unter die Haut, wie andere Thriller, aber es berührt das Herz. Und die Moral von der Geschicht’ - tiefe Wunden heilen nicht - oder doch?
Tanja zu »Linda Castillo: Blutige Stille« 05.11.2011
Die Autorin war mir bislang kein Begriff und das hätte ich nicht ändern sollen.Gleich zu Anfang überlegte ich das Buch abzubrechen - was selten vorkommt. Ich las weiter, fand es stellenweise wirklich spannend, dann langweilig und am Ende war ich dann enttäuscht.Die Sprache des Buches ist einfach und unbeholfen. Gefühle werden schlecht ausgedrückt. Die Polizeichefin Kate strauchelte unbeholfen von einem Verdächtigen zum nächsten, teils durch die absurdesten Hinweise. Aussagen von Verdächtigen werden vollständig wiederholt, das empfand ich als langweilig. Nachdem das Tagebuch von Mary gefunden wurde, gibt es nur wenige neue Erkenntnisse und noch weniger neue Ansatzpunkte. Nur schwammige Hinweise, keine echten Informationen. Chief Kate Burkholder macht zu viele Alleingänge, lässt den suspendierten Freund und Kollegen John Tomasetti zu viel am Fall mitwirken. Die Ermittlungen werden nur oberflächlich geführt, dafür sind die Beschreibungen der Gräueltaten um so detaillierter.Das Ende fand ich enttäuschend. Der Fall wird zwar aufgeklärt - und der Täter ist der, den man von Anfang an dafür hielt - doch es bleiben viel zu viele Fragen offen. Die ständig erwähnten Parallele zu Chief Burkholder werden nicht aufgeklärt. Das Motiv des Täters bleibt im Dunkeln, darüber wird lediglich spekuliert.Für einen Thriller finde ich das Buch viel zu lasch geschrieben. Ich war nicht gefesselt, fand keine Spannungskurve. Vieles scheint mir einfach zu unrealistisch.
nilsson zu »Linda Castillo: Blutige Stille« 01.11.2011
Bin echt enttäuscht von dem Buch!
Es fängt direkt mit dem Mordfall und der kaltblütigen Ermordung an der gesamten Familie an. Das ist aber auch schon alles vom Guten.
Es kommt keinerlei Spannung auf. Das Tagebuch der Tochter birgt wenig Spannung und Enthüllungen. Eigentlich wiederholen sich die Handlungen nach einer Zeit. Die Ermittlungen und somit die Handlung bestehen lediglich aus einem Abklappern (Besuchen und Befragen) der Tatverdächtigen. Die potenziellen Mörder sind vom Leser schneller erkannt als die Protagonistin selber und das Ende ist auch vorhersehbar.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Salome zu »Linda Castillo: Blutige Stille« 03.10.2011
Ich fand den Krimi äußerst spannend, und war echt enttäuscht am zweiten Abend bereits "durch" zu sein.

Ich habe den ersten Teil noch nicht gelesen. Somit bin ich davon ausgegangen, dass die beschriebenen Parallelen im Teil eins vorkamen. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es ein Stilmittel ist, und dass in den folgenden Titeln immer mehr von Kates Vergangenheit aufgeklärt wird.

Ich besorge mir jetzt jedenfalls erstmal das erste Buch!
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Kom_Ombo zu »Linda Castillo: Blutige Stille« 05.09.2011
Mir gefällt's ... bis auf das Ende, wo die Autorin den Leser sowie die Hauptprotagonistin Kate im Dunkeln lässt, warum die ganze Familie sterben musste. Es wird zwar versucht, eine Erklärung zu finden, aber es ist nicht befriedigend.

Die Story selbst ist sehr spannend und auch beklemmend, gerade in Zusammenhang mit der Folter und dem, was davor geschehen ist. Auch die Wiederholung von Kates vergangenem Leben stört mich nicht. Es kommen ja doch Details dazu, die in "Die Zahlen der Toten" nicht niedergeschrieben waren.

Ich mag den Schreibstil von Linda Castillo und werde auch ihre weiteren Bücher lesen!

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