Der Marlowe-Code von Leslie Silbert

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel The Intelligencer, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Blanvalet.

  • New York: Atria, 2004 unter dem Titel The Intelligencer. 338 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2005. Übersetzt von Klaus Berr. ISBN: 3-7645-0139-1. 416 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2006. Übersetzt von Klaus Berr. ISBN: 978-3828978935. 415 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2006. Übersetzt von Klaus Berr. ISBN: 978-3-442-36479-4. 415 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2005. Gesprochen von Nina Hoger & Stephan Benson. ISBN: 3898309479. 6 CDs.

'Der Marlowe-Code' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Im Mai 1593 wurde Londons berühmtester Dichter bei einem Wirtshausstreit erstochen. War es Notwehr? Oder Mord? Ein Unfall, erklärte damals der königliche Leichenbeschauer, doch bis heute kursieren andere Gerüchte: Denn Christopher Marlowe war als Spion im Auftrag von Königin Elizabeth I. unterwegs. Mehr als vierhundert Jahre später soll die New Yorker Privatermittlerin und Renaissance-Expertin Kate Morgan klären, wer ein wertvolles Manuskript mit verschlüsselten historischen Spionageberichten zu entwenden versucht. Als sie zu Nachforschungen über die Zeit Marlowes nach London reist, verstrickt sich Kate dabei immer tiefer im tödlichen Netz der internationalen Geheimdienste, in dem Lüge, Verrat und doppeltes Spiel zu den Regeln gehören. Als Kate realisiert, dass sie mit dem Code für das alte Renaissance-Manuskript auch den Schlüssel zu ihrem eigenen Leben in der Hand hält, ist es fast schon zu spät …

Das meint Krimi-Couch.de: »Wer Dan Brown verschlungen hat, wird Leslie Silbert in sein Herz schließen« 80°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Krimi-Couch-Volltreffer Februar 2005

Viele feiern Leslie Silbert als "weiblichen Dan Brown". Nach dessen überwältigenden Erfolgen mit Illuminati und Sakrileg ein Grund mehr, sich den »Marlowe-Code« genau anzusehen.

In einem noblen Londoner Viertel lässt der Financier Cidro Medina neue Büroräume einrichten. Dabei stoßen Arbeiter auf einen Hohlraum, in dem sie ein jahrhundertealtes Buch entdecken. Eine Woche später überrascht das Wachpersonal Medinas einen Einbrecher, der es auf das Buch abgesehen hat. Eine Vernehmung ist jedoch nicht mehr möglich, da sich der Einbrecher zuvor mit Zyankali umbringt. Um hinter das Geheimnis des Buches zu kommen, wendet sich Medina an die Slade Group, eine Detektei, die aber gleichzeitig auch eine inoffizielle Abteilung des CIA ist.

Die Anatomie der Geheimnisse

Agentin Kate Morgan, die zuvor Geschichte mit Schwerpunkt auf die Renaissance studiert hat, findet bei einer ersten Ansicht des Buches zahlreiche Hinweise. Es handelt sich um »Die Anatomie der Geheimnisse«; Thomas Phelippes’ gesammelte Geheimdienstberichte. Phelippes war im 16. Jahrhundert die rechte Hand von Sir Francis Walsingham, dem Chef-Spion von Königin Elisabeth I …Zunächst will sich Morgan Rat bei Prof. Rutherford holen, doch dieser wurde bereits ermordet …

Neben ihren Recherchen zu Phelippes Buch erhält Morgan darüber hinaus einen weiteren Auftrag: Das CIA ist auf Kontakte zwischen dem italienischen Kunsthändler Luca de Tolomei und dem ranghohen iranischen Geheimdienstmitarbeiter Hamid Azadi aufmerksam geworden, nachdem de Tolomei diesem zuvor 11 Mio. Dollar auf sein Privatkonto überwiesen hat. Azadi will sein Land verlassen und benötigt das Geld unter anderem für eine neue Identität, um sich vor dem »Komitee für Geheime Operationen« zu schützen, die Verrätern nach dem Leben trachten. Doch wofür hat er das Geld bekommen?

Währenddessen treibt ein Öltanker der russischen Mafia im Mittelmeer, wo auf offener See eine mysteriöse Kiste übergeben werden soll. Ein amerikanischer Spionagesatellit zeichnet die Übergabe auf …

Zeitreise: zurück ins Jahr 1593, zu Spionen und Edelsteinen aus Fernost

Nach dem Tod Walsinghams bleibt der Posten des Staatssekretärs unbesetzt. Um ihn kämpfen zwei konkurrierende Geheimdienstchefs. Auf der einen Seite Sir Robert Cecil, auf der anderen Robert Devereux. Als überraschend an der Londoner Börse unbekannte Edelsteine aus dem Fernen Osten auftauchen, vermutet Phelippes, mittlerweile Stellvertreter von Devereux, dass die »Moskoviter Gesellschaft« die geheimnisvolle Nordost-Passage entdeckt hat. Diese wäre für Schiffe die ideale Zufahrt in den Orient, da diese dann nicht mehr über das von Piraten bedrohte Mittelmeer fahren müssten. Phelippes hofft, den Perlenschmuggel aufdecken zu können und somit den entscheidenden Treffer für Devereux im Kampf um den Posten des Staatssekretärs zu landen. Er beauftragt seinen besten Spion, den Schriftsteller Christopher Marlowe, mit den Ermittlungen. Dieser fragt sich, worin die Gegenleistung für die gelieferten Perlen bestand? Wurde etwa der illegale Waffenhandel wiederbelebt, an dem zu seinen Lebzeiten schon Walsingham beteiligt war?

43 Personen, 3 Handlungsstränge, 410 Seiten

Zu viele Handlungsstränge? Dabei war das lediglich ein Blick auf die ersten 85 Seiten. Hinzu kommt, dass in diesem knapp 410 Seiten umfassenden Roman insgesamt 43 namentlich genante Personen mitspielen. Ferner beinhaltet das Buch (letztlich) drei Erzählebenen:

  • Kate Morgan versucht die Codes der einzelnen Berichte zu knacken und herauszufinden, welche brisanten Informationen darin enthalten sind. Denn noch immer sterben Menschen wegen diesem Buch.
  • Parallel dazu werden die Geschehnisse des Jahres 1593 beschrieben
  • und auf der dritten Ebene kommt dann de Tolomei ins Spiel.

Die Schwächen des Buches kann sich anhand der vorgenannten Angaben jeder denken. Bei einem derart vielschichtigem Aufbau und über 40 Personen, bleibt angesichts des überschaubaren Buchumfanges kein Platz für die Ausbildung von Charakteren oder Raumdarstellungen. Nahezu jede Romanfigur kann von jedem x-beliebigen Schauspieler verkörpert werden – und dies ist zumindest für Hollywood wichtig, denn mit einer Verfilmung darf man schon heute rechnen.

Extrem hohes Tempo, immer neue Wendungen, wie eine Achterbahnfahrt

Die Story selbst geht extrem hohes Tempo. Immer neue Wendungen sowie ständige Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart gönnen dem Leser nur selten eine Verschnaufpause. Ruhigere Passagen findet man nur bei den Ränkespielen der elisabethanischen Epoche. Die Gegenwart gleicht hingegen einer Achterbahnfahrt. Eben noch in Amerika ist man schon in London, Tunesien, dem Iran oder im Vatikan. Und je mehr sich dieser Pageturner dem Schluss nähert, desto heftiger werden die Kapriolen, mit denen Leslie Silbert ihren Lesern nochmals alles an Konzentration abverlangt. Hierbei wirkt die Story mitunter sehr konstruiert.

Wer Dan Brown verschlungen hat, wird den »Marlowe-Code« sicher in sein Herz schließen. Wer sich für Geschichte interessiert, der könnte sich – der vorgenannten Schwachstellen bewusst -, an diese neue Autorin ebenfalls heranwagen. Silbert ist Renaissance-Expertin.

Ihre Meinung zu »Leslie Silbert: Der Marlowe-Code«

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Ernst zu »Leslie Silbert: Der Marlowe-Code« 26.10.2008
Ein interessantes Buch, das steht außer Frage. Es stört nur sehr, dass entscheidende Dinge absolut vorhersehbar sind, z.B. wer sich hinter "Jade Dragon" verbirgt bzw. was mit dem verstorbenen Rhys passiert ist (damit habe ich nichts verraten). Ansonsten ein gutes Erstlingswerk, auf dem aufgebaut werden kann. An die Spannung oder die Handlungsstränge von Dan Brown kann das Werk bei Weitem nicht heranreichen.
Vanessa.Schneider zu »Leslie Silbert: Der Marlowe-Code« 17.07.2008
Also ich musste das Buch für die Schule für ein Krimi-Projekt lesen und meiner Meinung nach hat sich überhaupt keine Spannung aufgebaut.
Ich fand die Zeitensprünge und Ortswechsel sehr verwirrend und hätte ich das Buch nicht lesen "müssen", hätte ich es bestimmt wieder aus der Hand gelegt (obwohl ich total Krimi verrückt bin und Bücher immer regelrecht verschlinge)
Eric zu »Leslie Silbert: Der Marlowe-Code« 26.11.2007
Ich finde das Buch sehr kurzweilig und spannend. Betreffs der vorgenannten Kommentare kann ich nur sagen, dass das Buch zwar in gewisser Weise auf historischen Ereignissen beruht, jedoch darf mann nicht vergessen, dass es auch unterhalten soll. Für die richtige geschichtliche Einordnung existiert ja schließlich auch ein Anhang. Ich kann dieses Buch schließlich nur wärmstens empfehlen. Auch wenn ich bis dato kein Marlow-Kenner war ;o)
Ian Caldwell zu »Leslie Silbert: Der Marlowe-Code« 19.11.2007
Also ich Finde das Buch SUPER! Natürlich: Ich bin Voreingenommen, da ich mich selbst Sehr für Christopher Marlowe interessiere. Die Handlung und der Inhalt sind sehr gut. Ein gelungenes Debüt wie ich finde. Weiter So!
Mareike. R zu »Leslie Silbert: Der Marlowe-Code« 30.03.2007
Mir persönlich hat das Buch gefallen. Sicher is es nicht so spannend wie die Bücher von Dan Brown aber denoch finde ich es ein gutes Mittel um sich die Zeit zu vertreiben. Es ist ein gelungenes erstlings Werk. Dank diesem Buch Buch intersiere ich mich nun für Marlowe.
modus333 zu »Leslie Silbert: Der Marlowe-Code« 28.03.2007
Was sollte dieses Buch? Dümmlich, dünne Dialoge, oberflächliche Personen, eine Handlung, die absolut an den Haaren herbeigezogen ist. Von Spannung kaum eine Spur. Hätte ich diese Buch nicht ausgeliehen sondern gekauft, hätte ich mich schwarz geärgert.
Ich habe den "Da Vinci Code" gelesen. Was der "Marlowe Code" damit zu tun haben soll ist mir ein Rätsel.
Detlef Gross zu »Leslie Silbert: Der Marlowe-Code« 20.12.2006
habe dieses buch verschlungen. finde es für ein debut äußerst gelungen. der vergleich mit dan brown trifft nicht zu, da anderer kontext. freue mich schon auf das zweite buch der autorin. SUPER, ich kann es nur empfehlen.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
geheim zu »Leslie Silbert: Der Marlowe-Code« 03.04.2006
man sollte dieses buch nicht mit dan brown vergleichen. da kann es nur den kürzeren ziehen. ABER: es ist sehr gut zu lesen, spannend und interessant. ich wünsche mir mehr davon.
auch die sprünge zwischen 1593 und heute sind gelungen. alles in allem ein spannendes buch, ohne längen oder schwächen.
Anja S. zu »Leslie Silbert: Der Marlowe-Code« 17.08.2005
nein, mit dem "Da-Vinci-Code" von Dan Brown kann dieses Buch nun wirklich nicht mithalten, dazu waren die einzelnen Handlungsstraenge dann doch zu duenn und zu verwirrend. Es war ausserdem auch nicht verstaendlich, warum wegen dieses Buches immer noch Menschen sterben muessen.
tobang zu »Leslie Silbert: Der Marlowe-Code« 07.07.2005
Auch ich habe den Marlowe-Code nun gelesen und stelle fest, das es das Buch nicht in meine persönlichen Top Ten schafft. Allerdings ist es auch nicht das Schlechteste. Neben den vielen Personen, ewig langen und "verkommaten" Sätzen hat das Buch ein Hauptproblem: Kate "Bond" Morgan. Es ist teilweise schon sehrt grotesk was die Frau alles kann, weiß oder erahnt. Welche Leute sie wo kennt und was sie so alles bei sich trägt (Verkleidung). Sie ist jung und umwerfend schön und kannn Kampfsport usw. Im Prinzip nicht was Sie nicht kann oder hat.

Die Story finde ich wirklich gut aufgebaut, auch die Zeitsprünge sind übersichtlich, allerdings finde ich das Montiv für(ohne es zu verraten) Jade Dragon ist sehr dünn.

Solides Erstlingswerk. Alle die mit Dan Brown vergleichen, sollten das auch mit seinem Erstling "Meteor" machen. Ich glaube das mit Leslie kann was werden ;-)

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