Ein perfektes Leben von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1991
unter dem Titel Pasado perfecto,
deutsche Ausgabe erstmals 2003
bei Unionsverlag.
Ort & Zeit der Handlung: Kuba / Havanna, 1970 - 1989.
- Guadalajara, Mexiko: EDUG, Dirección de Publicaciones, Universidad de Guadalajara, 1991 unter dem Titel Pasado perfecto. 189 Seiten.
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Zürich: Unionsverlag, 1005.
Übersetzt von Hans-Joachim Hartstein.
ISBN:
3293203442. 269 Seiten. -
Zürich: Unionsverlag, 2003.
Übersetzt von Hans-Joachim Hartstein.
ISBN:
329300315X. 288 Seiten.
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[Hörbuch] Frechen: Delta Music, 2006.
Gesprochen von Martin Armknecht.
Bonus-CD Ritmo de Cuba (original kubanische Musik).
ISBN:
386538210X. 4 CDs.
'Ein perfektes Leben' ist erschienen als
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In Kürze:
Teniente Mario Conde hat noch einen furchtbaren Kater von der Silvesterfeier. Doch als er trotz freien Wochenendes von seinem Chef den Auftrag erhält, ein verschwundenes hohes Tier aus der kubanischen Nomenklatura zu suchen, merkt er bald, dass es sich bei dem Verschwundenen um Rafael Morín handelt, einen Schulkollegen. Schlagartig kommen die Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit zurück: Der Mann mit der blütenweißen Weste, der zuverlässige Genosse, war schon damals ein Musterschüler, der immer das bekam, was er wollte - auch Mario Condes Freundin Tamara. Aber in Rafael Moríns perfektem Leben gibt es ein paar verdächtige Momente, die genauer zu untersuchen sich lohnt. Dabei muss sich Mario Conde der verlorenen Liebe zu Tamara stellen - und gleichzeitig den Träumen und Illusionen seiner eigenen Generation.
Das meint Krimi-Couch.de: »Alle Genossen sind gleich - aber einige sind gleicher als andere«
Krimi-Rezension von Thomas Kürten überspringen
Vier Jahreszeiten, vier Kriminalfälle, vier Mal Kuba. Im kritischen Lichte eines zur Melancholie neigenden, wundervollen Erzählers: Leonardo Padura benutzt in seinem Havanna-Quartett den Kriminal-Roman, um ein vielschichtiges Bild der kubanischen Gesellschaft im Jahre 1989 aufzunehmen. Mit »Das perfekte Leben« startet er in die Jahreszeit Winter und beginnt eine sehnsuchts- und erinnerungsreiche Reise durch Kuba.
Der Teniente Mario Condo soll das Verschwinden von Vizeminister Rafael Morin aufklären. Dessen Spuren verlieren sich nach der Silvesternacht. Für Condo gestaltet sich die Suche auch zu einem Ausflug in seine eigene Jugend, da Morin nicht nur sein Schülersprecher war, sondern auch der Freund seines großen Jugendschwarmes Tamara. Während sich Condo und seine Kumpels noch ersten pubertären Phantasien hingaben und den Reichtum im Hause der Diplomatentochter gar nicht so recht begreifen konnten, machte nämlich Morin Nägel mit Köpfen und war bald schon mit Tamara verheiratet. Während der gesamten Ermittlungen ist Condo hin- und hergerissen - und das auf so plakativ wundervolle Weise - ob er nun wirklich nach Morin suchen oder lieber alle Spuren im Sande verlaufen lassen soll, auf dass er ewig verschwunden bleibe.
Neider unter den Genossen?
Und mit Condo lernt der Leser die Gegensätze kennen, die im kommunistischen Kuba herrschen. Die Armut und Bescheidenheit, in der er selber und seine alten Schulfreunde leben müssen, und aus der ursprünglich auch der Vermisste stammte. Vizeminister Morin hat es in der Partei weit gebracht und lebt mit Tamara in üppigem Wohlstand. Dabei hat der treue Genosse viele Reichtümer auf seinen Geschäftsreisen ins kapitalistische Ausland gesammelt. Wie konnte er das mit seinem doch stets knappen Reisebudget vereinbaren? Gibt es Besitzneid im kommunistischen Kuba: hier das Leben der einfachen Leute, die sich oftmals mit Kleinkriminalität über Wasser halten müssen, dort das luxuriöse Leben der korrupten Führungselite. Liegt hier der Grund für sein Verschwinden?
Herrlich die Reflexionen Condos, der sich an alte Schulzeiten, Literaturkurse, Baseballspiele und Partys bei der schönen Tamara erinnert. Herrlich seine Zusammenkünfte mit Freunden, der eine ein gescheiterter Schriftsteller, der andere ein invalider Kriegsveteran aus Angola. Herrlich seine Liebe und Hingabe zum anderen Geschlecht. Und das wunderbarste von alledem: die Leichtigkeit in der Erzählweise des Autors, mit der die Melancholie, aber auch die Lebenslust des Alltags in Havanna so treffend beschrieben wird. Die eindrucksvollste Erinnerung betrifft dabei die Veröffentlichung einer Schülerzeitschrift mit Abdruck von Texten aus einer Literaturarbeitskreis: Wie hier die Gedankenfreiheit der noch so unschuldig wirkenden Schüler mit Füßen getreten wird, geht dem Leser regelrecht unter die Haut.
Dass die Kriminalhandlung dabei eher von untergeordneter Bedeutung ist, tut der Qualität des Romans keinen Abbruch. Hauptaugenmerk des Autors liegt wirklich auf der Beschreibung einer Gesellschaft, die an ihren Idealen gescheitert ist. Die Kritik überlässt Padura dabei seinen Lesern - und die wollen auch die anderen Jahreszeiten in Havanna kennen lernen.
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| Anja S. zu »Leonardo Padura: Ein perfektes Leben« | 19.02.2011 |
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| Kinsey zu »Leonardo Padura: Ein perfektes Leben« | 22.11.2008 |
| mylo zu »Leonardo Padura: Ein perfektes Leben« | 10.10.2008 |
| mylo zu »Leonardo Padura: Ein perfektes Leben« | 10.10.2008 |
| K.-G.Beck-Ewe zu »Leonardo Padura: Ein perfektes Leben« | 05.05.2007 |
| TobiTobsen zu »Leonardo Padura: Ein perfektes Leben« | 21.03.2006 |
| K.-G.Beck-Ewe zu »Leonardo Padura: Ein perfektes Leben« | 27.03.2005 |
| Marianna zu »Leonardo Padura: Ein perfektes Leben« | 06.11.2004 |


