Len Deighton

Geboren wurde der Schriftsteller als Leonard Cyril Deighton am 18. Februar 1929 in London. Einen großen Teil seiner Kindheit während des 2. Weltkrieges verbrachte er im Haushalt eines hochrangigen Mitarbeiters des British Museum, als dessen Chauffeur sein Vater arbeitete. Seine Mutter, mit der er die Leidenschaft fürs Essen teilte, war Köchin in einem Hotel.
Zwischen 1946 und 1949 leistete er seine militärische Dienstzeit als Fotograf der Special Investigation Branch in der Royal Air Force ab. Während dieser Zeit lernte er den zeitgenössischen Grafiker Raymond Hawkey kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbindet. Hawkey entwarf später die Cover für Deightons Bücher. Nach seiner Entlassung ermöglichte ihm ein Stipendium für ehemalige Service-Angehörige das Studium an der St. Martins School of Art, das er am Royal College of Art fortsetzte und 1955 erfolgreich abschloss.
In den 50er-Jahren war er in diversen Berufen, u. a. als Kellner, Fabrikmanager, Lehrer, Illustrator in New York, Nachrichtenfotograf und als Direktor einer Werbeagentur, tätig, bevor er sich dem Schreiben zuwandte.
Anfang der 60er-Jahre schrieb und zeichnete er zunächst eine wöchentliche Serie französischer Kochrezepte im Cartoon-Stil für den London Observer und produzierte illustrierte Kochbücher. Außerdem verfasste er einige Reiseführer und war der Reise-Experte des Playboy.
Der Durchbruch als Autor von Spionageromanen gelang Len Deighton mit seinem Romanerstling The Ipcress File, den er während eines Aufenthaltes in Frankreich schrieb und der 1962 veröffentlicht wurde. Eigentlich war er eher zufällig zu diesem Genre gekommen, wie er später in einem Interview bekannte. Weil er keine Ahnung von Polizeiarbeit hatte, schrieb er sein erstes Buch »so wie Leute Science-Fiction schreiben, weil das mehr Spielraum bei der Erfindung von Situationen bot.«
Ebenso wie John Le Carré, der seine Karriere ebenfalls in den frühen 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts begann, erweiterte Len Deighton die Grenzen des Genres »Spionageroman« um das Abwägen der ethischen und moralischen Probleme während des Kalten Krieges. Seine Romane sind bekannt für ihre verwickelten Plots und ihre lakonisch-ironische Sprache. Sie entlarven dabei mit einem feinen Gespür für die Schattenseiten von Regierungspraktiken Heuchelei und Selbstbetrug zeitgenössischer Politik.
Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Einige der Romane wurden auch verfilmt. Am bekanntesten sind die »Harry-Palmer«-Verfilmungen mit Michael Caine in der Hauptrolle.
Daneben machte sich Deighton auch als Militärhistoriker des Zweiten Weltkriegs einen Namen.
Gutes Essen und Kochen spielen in den Roman von Len Deighton immer wieder eine wichtige Rolle. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Deighton auch als Autor von Kochbüchern in Erscheinung tritt. Das erste, »Action Cook Book: Len Deightons Guide to Eating«, erschien 1965; zuletzt brachte er 2010 "Len Deightons French Cooking for Men heraus.
1969 verließ Len Deighton Großbritannien. Abgesehen von privaten Besuchen, kehrte er seither nur für ein paar ausgewählte öffentliche Auftritte auf die britische Insel zurück, zuletzt 2006 nach über zwanzig Jahren anläßlich eines Interviews für BBC Four.
Deighton ist nach wie vor schriftstellerisch aktiv; er lebt heute mit seiner zweiten Frau abwechselnd in Kalifornien und Portugal sowie auf Guernsey.

Krimis von Len Deighton:

Nameless Spy – Harry Palmer-Reihe:
Ipcress – Streng geheim
(1962)
The ipcress file
Fische reden nicht
(1963)
Horse under water
Finale in Berlin
(1964)
Funeral in Berlin
Das Milliarden-Dollar-Gehirn
(1966)
Billion Dollar brain
Tod auf teurem Pflaster
(1967)
An expensive place to die
Eiskalt
(1974)
Spy story
Sahara-Duell
(1976)
Twinkle, twinkle, little spy / Catch a falling spy
Bernard Samson-Reihe:
Brahms Vier
(1983)
Berlin game
Mexico Poker
(1984)
Mexico set
London Match
(1985)
London match
Geködert
(1988)
Spy hook
Gedrillt
(1989)
Spy line
Gelinkt
(1990)
Spy sinker
Faith
(1994)
Hope
(1995)
Charity
(1996)
Komm schon, Baby, lach dich tot
(1968)
Only when I larf / Only when I laugh
Bomber
(1970)
Bomber. Events relating to the last flight of an R.A.F. bomber over Germany on the night of June 31st, 1943.
Nahaufnahme
(1972)
Close up
Nagelprobe
(1975)
Yesterday’s spy
SS-GB
(1978)
SS-GB, Nazi-occupied Britain 1941
XPD. Das Hitler-Protokoll aka Zweckdienlich getötet
(1981)
XPD
Goodbye für einen Helden
(1982)
Goodbey Mickey Mouse
In Treu und Glauben
(1987)
Winter – A Berlin Family 1899-1945
Mamista – Der Kampf der Regenwald-Guerilla
(1991)
MAMista
Kairo
(1992)
City of gold
Violent ward
(1993)

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