Die Burg von Leenders / Bay / Leenders

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Niederrhein, 1990 - 2009.
Folge 11 der KK-11-Kleve-Serie.

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007. ISBN: 978-3-499-24199-4. 256 Seiten.

'Die Burg' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Kleve und Worcester ist der Sturm einer historischen Laientheatergruppe auf die Schwanenburg geplant, der eine Schlacht aus dem 30jährigen Krieg nachstellt. Unter den Besuchern befindet sich auch Hauptkommissar Helmut Toppe. Als das Spektakel beginnt, explodiert unter der Tribüne der Honoratioren eine Bombe …

Das meint Krimi-Couch.de: »Die Seifenoper geht weiter« 66°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Die Welt ist wieder in Ordnung.

In Kleve ist ein britischer Historienverein zu Gast, der an der Schwanenburg sein Zeltlager aufgeschlagen hat und dort das Mittelalter wieder aufleben lässt. Als Dankeschön für die Gastfreundlichkeit wollen die Engländer am Wochenende ein Spektakel aufführen: In historischen Kostümen soll eine Szene aus dem 80-jährigen Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden nachgestellt werden. Hunderte Zuschauer von Nah und Fern werden von der Veranstaltung angezogen und auch Toppe, Astrid und Töchterchen Katharina schauen sich das Kostümfest an. Beim Anrücken der Militia werden die ersten Platzpatronen abgefeuert, doch plötzlich detoniert genau unter der Ehrentribüne eine echte Bombe. Drei Tote und viel Schwerverletzte stürzen die Organisatoren, die Gäste von der Insel, alle Besucher und nicht zuletzt auch die Klever Polizei in schiere Verzweiflung.

Aber die Welt ist wieder in Ordnung.

Denn für die Fans des Autorentrios vom Niederrhein gibt es wieder genau das, was man sich gemeinhin wünscht. In Gnadenthal gab es nicht viel neues vom KK11 der Klever Polizei, außer dass Ackermann, Sinnbild für den Niederrheiner an sich, plötzlich eine Vorliebe für rosa Jeans entwickelt hat. Nun wird die Seifenoper wieder fortgesetzt. Toppe übernimmt endgültig die Leitung des KK11; van Appeldorn und dessen Frau Ulli sehen Elternfreuden entgegen; Ackermann kennt sowieso wieder Land und Leute und sorgt mit seinem Dialekt dafür, dass alle bis dato unbekannten Figuren einen Hintergrund erhalten; und Peter Cox, bislang eher unscheinbar, verbindet mit der englischen Kollegin Penny Small sehr schnell mehr als nur eine berufliche Zwecksliaison.

Die Welt ist nun einmal in bester Ordnung.

Das Autorengespann bringt genau das, was die treue Leserschaft wünscht. Gratulation, das ist gelungen. Nach inzwischen zwölf Romanen kann man auch ohne weiteres von einer gewissen handwerklichen Routine sprechen, die durchaus überzeugen kann. Die Dialoge sind knackig, Sätze sitzen, Phrasen werden gedroschen und Ackermann kloppt mal wieder seine Sprüche. Ach, ist es nicht schön, wenn man genau das geboten bekommt, was Leenders/Bay/Leenders schon seit Jahren einer treue Fangemeinde beschert hat? Und tatsächlich, die Soap vom Niederrhein kann ansteckend sein. Und dabei können der Kriminalfall und die Ermittlungen schon mal in den Hintergrund gerückt werden.

Aber wie viel Spaß macht eine Welt in bester Ordnung?

Die Ermittlungen der Klever Polizei laufen nämlich zunächst ziemlich orientierungslos. Kein Wunder, wenn man zunächst von einem Terroranschlag und weiterer Bedrohung ausgehen muss, dass Toppe und seine Leute nicht den richtigen Ansatz finden. Die Lösung kann aufgrund der schweren Verletzung einer Schlüsselperson und der langwierigen Auswertung von Fotos von der Veranstaltung erst im Schlussviertel angegangen werden. Erst hier entdecken Toppe und seine Mannen ein Motiv für den Anschlag. Dass dann der Täter recht schnell gefunden ist, kann als Indiz für einen zwar spektakulären, aber wenig komplexen Fall herhalten. Nach dem relativ komplex aufgebauten Gnadenthal ein Schritt zurück. Dafür eben wieder großes Gewicht auf die Entwicklung der Charaktere. Das hält die Leserschaft bei der Fahne. Was kümmert es, wenn die eigentliche Krimihandlung dabei dürftiger ausfällt?

Ist doch alles in bester Ordnung.

Thomas Kürten, August 2007

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Paul Mackenstein zu »Leenders / Bay / Leenders: Die Burg« 22.11.2007
Die Burg ist der beweiß das es hier bei uns am Niederrhein auch sehr gute Autoren gibt.
Wieder mal ein echt super gut gelungener Krimi von LBL.
Eine wichtige größe ist für mich Jupp Ackermann der mit seiner schlaksigen Art ein großes Stück dazu beiträgt den Fall zu lösen.Eben ein Original das einfach nicht fehlen darf.
Freue mich schon auf den nächsten Fall von LBL.
Hoffentlich nicht erst 2009
Hapeer zu »Leenders / Bay / Leenders: Die Burg« 04.09.2007
Ja, und sogar das Alter der Toten ist identisch; bezogen auf das Jahr 2006, in dem "Die Burg" vermutlich geschrieben wurde.

Verschwörungstheorie: Sollte das gar ein obskurer Hinweis darauf sein, dass dies das letzte Werk unseres Klever Krimi-Trios ist ...?
HannoWupper zu »Leenders / Bay / Leenders: Die Burg« 18.08.2007
Ja, aber die einzigen Toten nach der Explosion sind ein Chirurg aus Emmerich, eine mit diesem verheiratete Autorin, sowie ein Psychologe aus Bedburg-Hau.


Was will uns das sagen? So etwas ist doch kein Zufall.
ingvelde zu »Leenders / Bay / Leenders: Die Burg« 28.07.2007
Na,endlich.es klappt doch noch und ich dachte schon,dass Toppe in Rente geht.ein super spannender Krimi.von Anfang an.die Mannschaft um Toppe war voll im Einsatz.so kannte man sie auch aus den anderen Krimis.besonders hat mir Ackermann gefallen.ebkens ein echter Jung vom Nierderrhein.super.ich warte schon gespannt auf den nächsten Fall vom KK 11.
Frank zu »Leenders / Bay / Leenders: Die Burg« 26.07.2007
Nach dem grottigen "Gnadenthal" tatsächlich wieder eine erwünschte Rückkehr zum Geschehen um Toppe + Co.
Wobei die Figur von "Ackermann" ja alleine schon für eine Serie taugen würde.Spannende deutsche Krimis in denen auch der Humor nicht zu kurz kommt,gibt es eh selten.Dies hier ist einer,und macht Lust auf mehr Geschichten um das K 11.
85 %.
Batti zu »Leenders / Bay / Leenders: Die Burg« 26.07.2007
Kann mich nur anschließen: endliche wieder Toppe und Co. als Hauptakteure - nicht zu Nebendarstellern degradiert, wie in "Gnadenthal".
Das Buch wird zu keiner Zeit langatmig, die Story ist spannend erzählt und gut zu lesen. Es macht immer wieder Spaß, Ackermann zu "erleben". Und natürlich Peter Cox: wandelt auf neuen Wegen.
Weiter so, hoffentlich auf Bald.
Andrea zu »Leenders / Bay / Leenders: Die Burg« 17.06.2007
in zwei Tagen gelesen und für absolut gut und spannend befunden!!!
Wie schön dass man endlich wieder an alte bewährte und äußerst beliebte Strukturen angeknüpft hat. Herzlichen Glückwunsch an die Autoren, bitte macht weiter so, es macht Freude eure Krimis ums K11 zu lesen.
horstschimanski.info zu »Leenders / Bay / Leenders: Die Burg« 03.06.2007
Leenders / Bay / Leenders sind mit "Die Burg" wieder zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. Sicherlich ist das Ganze eher beschaulich beschrieben, und manchmal wird einem dabei die Dramatik der Situation gar nicht recht bewusst - letztlich bleibt aber gewohnt nette Unterhaltung.
Harald Schrapers
ryin26 zu »Leenders / Bay / Leenders: Die Burg« 29.05.2007
das warten hat sich gelohnt. ein guter krimi und viel neues vom KII. am sonntag in einem rutsch gelesen.Spannend und sehr gut geschrieben...eben ein LBL!
masterbehandler zu »Leenders / Bay / Leenders: Die Burg« 28.05.2007
schlimmer als gnadenthal kann es gott sei dank nicht mehr werden. die autoren sind ja gezwungen sich zu besinnen um ihre fangemeinde nicht zu vergraulen.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 13.
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