Belsazars Ende von Leenders / Bay / Leenders

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1993 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Niederrhein, 1990 - 2009.
Folge 2 der KK-11-Kleve-Serie.

  • Dortmund: Grafit, 1993. ISBN: 3-89425-037-2. 211 Seiten.

'Belsazars Ende' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Das tote Genie liebte schöne Lolitas, die Honoratioren der Stadt lieben große Feste, und Astrid Steendijk liebt es spontan und intensiv.

Das meint Krimi-Couch.de: »Gewogen und zu leicht befunden« 76°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Ein Jahr nach dem »Königsschiessen« brachten Leenders/Bay/Leenders ihren zweiten Krimi vom Niederrhein heraus. Qualitativ schafft das Trio damit einen bemerkenswerten Sprung, denn zum einen ist der Fall an sich interessanter, zum anderen gewinnt das Privatleben von Kommissar Toppe hier noch mehr an Gewicht. Und genau hierin sollte der spätere Erfolgsgarant für die Serie begründet sein.

Der Tod von Menetekel

Ein weit über die Stadtgrenzen von Kleve bekannter Künstler wird mit tödlichen Kopfverletzungen in seinem Atelier gefunden. Er stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Spuren am Tatort sind mehrdeutig. Wieso ist Blut bis an die gegenüber liegende Wand gespritzt? Was ist mit der Wodka- und der Sektflasche? Wer hat versucht, den Rollcontainer aufzubrechen und warum? Und wieso ist erst bei Eintreffen des Krankenwagens ein Mann durch den Garten eines Nachbarn geflohen?

Das Team um Kommissar Toppe ermittelt in verschiedene Richtungen. Da tauchen Fotos von Lolita-Orgien im Atelier des Künstlers auf. Da erscheint das aktuelle Projekt des Künstlers am Amphitheater oberhalb der Stadt in Zwielicht. Da taucht der Name eines Mannes auf, der als Kind vor dem Naziregime fliehen musste und einiges über den Vater des Künstlers zu wissen scheint. Und immer wieder diese Botschaft an den Künstler: Menetekel – gewogen und zu leicht befunden.

Aus dem Leben gegriffen

Unterdessen läuft die Ehe Toppes unweigerlich auf eine Krise hinaus. Der Kommissar hat keine Zeit mehr für seine Familie und vergisst Einladungen bei Freunden. Die Gespräche mit Ehefrau Gabi werden aneinander vorbei geführt. Der Hexenkreis schließt sich dadurch, dass er dem privaten Stress durch zusätzliche Arbeit im Büro entkommen will. Dort wiederum läuft er wieder häufiger der jungen Astrid Steendijk über den Weg, die sich nach wie vor brennend für ihn interessiert. Es kommt zu dem, was Toppe im »Königsschiessen« noch soeben vermeiden konnte.

Nebenschauplätze erhalten ebenfalls Gewicht. So wird ein Unfall, bei dem Toppe eine Katze überfährt, zum behördlichen Hindernislauf. Hier wird der ganz normale Wahnsinn des Alltags eingefangen. Nicht zuletzt dadurch, schaffen die drei Autoren es spielend, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Toppe und Co. werden zu greifbaren, authentischen Typen und Sympathieträgern. Lokalkolorit und der Bezug zur Stadtgeschichte leisten ebenfalls ihren Anteil, um aus Belsazars Ende einen rundum gelungenen Niederrheinkrimi zu machen.

Das meinen andere:

»Die drei Autoren haben einen spannenden und heute fast schon selten guten Kriminalroman abgeliefert …Das Lesen wird zum spannenden Vergnügen, und so soll es bei einem guten Krimi ja sein. Ein sehr empfehlenswerter Kriminalroman...« (Der evangelische Buchberater)

»Die Bücher aus Kleve zeichnen sich vor allem durch ihre Authentizität und die Normalität ihres Personals aus.« (Rheinische Post) »...auch der jüngst erschienene Roman ist geschickt konstruiert, flott geschrieben und spannend zu lesen.« (Badische Neueste Nachrichten)

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Sunshine zu »Leenders / Bay / Leenders: Belsazars Ende« 12.05.2006
Vielen Krimis würde etwas mehr Leben und ein bischen mehr \"Ackermann\" gut tun. Für mich sind alle Krimis dieser Reihe / dieses Aitorentheams Spitzenklasse.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Esther Schmidt zu »Leenders / Bay / Leenders: Belsazars Ende« 16.08.2005
Diesen Krimi habe ich als ersten gelesen, weil ich ihn geschenkt bekam. Ich fand ihn so gut, dass ich alle anderen der Autoren auch lesen mußte. Wer sich außer für Krimis auch noch für die deutsche Geschichte interessiert, sollte ihn lesen. Ich halte ihn für das Beste, was die Autoren bisher veröffentlicht haben. Als Fan von Sjöwall und Wahlöös Kommissar Beck weiß ich, dass es das Lesevergnügen erhöht, auch diese Romane in der historischen Reihenfolge zu lesen. Ich liebe Ermitter und Ermitterinnen mit Macken und Privatleben wie hier.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
H. Ermers zu »Leenders / Bay / Leenders: Belsazars Ende« 05.09.2003
Gegenüber Königsschießen eine Steigerung. Obwohl empfehlenswert ist die Krimis in Reihe zu lesen da die Charaktere sehr gut beschrieben werden und der Aufbau deren Leben sich in der Reihe wiederspiegelt. Besonderer Pfiff im Buch ist eine überfahrene Katze von der ich anfangs dachte was die soll. Da wird aber das echte Leben beschrieben.
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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