Trouble von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2007
unter dem Titel Bad luck & Trouble,
deutsche Ausgabe erstmals 2010
bei Blanvalet.
Folge 11 der Jack-Reacher-Serie.
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New York: Delacorte Press, 2007 unter dem Titel Bad luck & Trouble.
ISBN:
978-0385340557. 377 Seiten.
-
München: Blanvalet, 2010.
Übersetzt von Wulf Bergner.
ISBN:
978-3-7645-0355-0. 448 Seiten. -
München: Blanvalet, 2011.
Übersetzt von Wulf Bergner.
ISBN:
978-3-442-37162-4. 448 Seiten.
'Trouble' ist erschienen als
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In Kürze:
Pures Adrenalin – Jack Reacher ist zurück Keine feste Adresse, kein Telefon, keine Vergangenheit. Seit er die Eliteeinheit bei der Army verlassen hat, führt Jack Reacher ein Leben, fast ohne Spuren zu hinterlassen. Doch eines Tages liegen 1.030 Dollar auf seinem Bankkonto, und Reacher weiß: Seine Vergangenheit hat ihn wieder. Als er auf den codierten Notruf reagiert und seine Exkollegin Frances Neagley kontaktiert, erfährt er von der brutalen Ermordung ihres einstigen Partners Calvin Franz, der erst gefoltert und dann aus einem Helikopter über der Wüste Nevadas abgeworfen wurde. Auf der Suche nach dem Rest des früheren Teams müssen sie feststellen, dass Calvin nicht das einzige Mordopfer war. Eiskalt vor Zorn rüstet Reacher zum Rachefeldzug. Unversöhnlich, unerbittlich, unschlagbar: Jack Reacher, der einsamste und eigenwilligste Ermittler der amerikanischen Thrillerliteratur.
Es ist nicht einfach, ein Gerechter zu sein, wenn die Ungerechtigkeit einen immer wieder einholt. Jack Reacher sträubt sich gegen seine Vergangenheit, lebt lieber mittellos, heimatlos, unsichtbar und bemüht sich, sich selbst zu entrinnen. Wie Lee Child es schafft, ihn immer wieder in neue Verwicklungen zu verstricken, ist jedes Mal überraschend. Egal ob ein ehemaliger Scharfschütze als Heckenschütze bei einem Massaker unter Verdacht gerät, Reacher einen Anschlag auf den designierten Vize-Präsidenten vorbereiten soll, er sich als Leibwächter einspannen lässt oder für eine Million eine Entführung aufklären soll, Jack Reacher erscheint als letzte Hoffnung.
Nicht selten spielen Zahlen bei ihm eine große Rolle. In Trouble wundert er sich nicht nur, dass er überhaupt noch Geld auf dem Konto besitzt, die Höhe des Betrages 1030 Dollar ist gleich Anlass für ein Zahlenspiel. Ein Code, ein Notruf, auf den sich sein Team aus ehemaligen Sonderermittlern versteht. Taucht irgendwo die Zahl 10 30 auf, braucht jemand von ihnen Hilfe. Für einige seiner ehemaligen Crew wird diese zu spät kommen. Sie sind aus einem Hubschrauber geworfen worden und ihre Überreste liegen in der Wüste Nevadas.
Jack Reacher, der Streuner unter den Superhelden, gilt als hart, gnadenlos und steht außerhalb des Gesetzes. Egal, ob er ein Feuer vor einem wie zu einem Hochsicherheitsgefängnis aufgerüsteten Firmengelände legt und sich über die Erde kriechend den Schurken nähert, ob er gleich mit einem Wagen in eine Firmenzentrale rast oder in einem Waffengeschäft einem Händler, der ihn reinzulegen versucht, kurz beweist, dass es zur Ausübung von Gewalt nicht unbedingt einer Waffe bedarf, Reacher geht unbeirrt seinen Weg und erinnert an John Wayne. Auch der Westernheld war von sich überzeugt, ein untrügliches Gefühl für Gerechtigkeit in sich zu tragen. Ohne Reacher würden die Mächtigen dieser Welt noch ungehemmter ihr bösen Spielchen treiben.
Diesmal geht es um ein Waffensystem, bei dem eine Abwehrrakete technisch so aufgerüstet wurde, dass sie über ihr Ziel hinausschießt und ihr Objekt von oben aufspürt und so alle bekannten Abwehrsysteme lahmlegt. Es führt Reacher und sein Restteam, nach L.A., nach Las Vegas, in Absteigen, wie Luxushotels, lässt Reacher im Vorübergehen einen Dealer ausnehmen, damit er wieder über Geld verfügt. Er ist der moderne Robin Hood, der Rächer der Enterbten, derjenige, der das üble Geschäftetreiben mit Terroristen unterbindet. So was kann auf amerikanischen Boden nicht geduldet werden.
Man legt sich nicht mit den Sonderermittlern an, lautet das Credo. Und wenn doch verspricht Reacher den Schuldigen, eine Kugel in den Kopf zu jagen. Er wartet nicht darauf, dass sie vor Gericht gestellt werden. Er richtet selbst. Mit seiner Political Correctness ist es nicht weit her. Nicht, wenn es um Freunde geht. Um Tony Swan, Jorge Sanchez, Manuel Orozco, die wie Schlachtvieh hingerichtet wurden.
Sie sind ab sofort wandelnde Tote. Niemand wirft meine Freunde aus den Hubschraubern und überlebt, um davon erzählen zu können.
Dass Reacher und sein Team sich dabei wie ein Staat im Staate aufführen, alle Register ziehen, um an Informationen zu kommen, beruht auf der Einsicht, dass Amerika längst ein Polizeistaat und nichts wirklich geheim ist. Reacher hat für sich daraus die Lehre gezogen, sich unsichtbar zu machen. Und doch spüren sie ihn – wie in Neagleys Fall – ganz leicht auf und übertragen ihm die Verantwortung, die Welt zu retten.
Dass Child es mit seinen Verschlüsselungen und Aufdröselungen zuweilen überzieht, sieht man dem Autor gerne augenzwinkernd nach, da er sich vor allem auf eines versteht, Suspense zu erzeugen. Reacher wird im Verlauf der Geschichte seiner wichtigsten Habe beraubt werden. Seiner Klappzahnbürste. Beim Durchsuchen seines Zimmers tritt jemand achtlos darauf. Wer nichts besitzt, weiß, wie viel Bedeutung eine solche Zahnbürste mit der Zeit gewinnen kann.
Vor allem jedoch ist Trouble erneut die Geschichte eines jener unzähligen Spezialisten, für die das Militär plötzlich keine Verwendung mehr hat oder die freiwillig ausscheiden. Man mag gar nicht darüber nachdenken, wie viele davon durchs Land irrlichtern.
Wolfgang Franßen, Dezember 2010
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| Schrodo zu »Lee Child: Trouble« | 01.11.2010 |
| Anja S. zu »Lee Child: Trouble« | 18.08.2010 |


