Die Gehilfin des Bienenzüchters von Laurie R. King

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1994 unter dem Titel The beekeeper´s apprentice or On the segregation of the queen , deutsche Ausgabe erstmals 1997 bei Rowohlt.

  • New York: St. Martin’s Press, 1994 unter dem Titel The beekeeper´s apprentice or On the segregation of the queen . ISBN: 0312104235. 415 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1997. Übersetzt von Eva Malsch. ISBN: 3-499-13885-9. 415 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2004. Übersetzt von Eva Malsch. ISBN: 3-499-23836-5. 415 Seiten.

'Die Gehilfin des Bienenzüchters' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Sherlock Holmes lebt 1914 zurückgezogen als Bienenzüchter im englischen Sussex. Als er die junge Mary Russell kennenlernt, ahnt der Meisterdetektiv noch nicht, dass dieses Mädchen sein Leben verändern wird. Von ihrer Intelligenz und Selbständigkeit fasziniert, führt er sie in die Geheimnisse der Detektivarbeit ein. Von der Anfangslektion bis zum ersten richtigen Fall dauert es nicht lange. Eine alte Feindin von Sherlock Holmes trachtet ihm nach dem Leben.

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Stefan83 zu »Laurie R. King: Die Gehilfin des Bienenzüchters« 13.01.2013
Laurie R. Kings Idee, sich des zweiten Lebensabschnitts von Sherlock Holmes anzunehmen, welcher sich nach Rückzug aus London im ländlichen Sussex der Bienenzucht widmet, ist an sich keine schlechte. Die Jahre nach 1914 sind, selbst was Pastichés angeht, noch relativ unbenutzt und bieten viel freie Leinwand für neue Abenteuer des Meisterdetektivs. Insofern klang bereits der Klappentext von „Die Gehilfin des Bienenzüchters“, im Verbund mit den positiven Bewertungen, mehr als vielversprechend und reizvoll. Genährt wurden diese großen Erwartungen dann sogar vom stimmungsvoll in Szene gesetzten Beginn des Romans, in dem Holmes und seine künftige Partnerin Mary Russell erstmals zusammen treffen. Was darauf aber folgt ist eine mehr als dürftige Geschichte, die über lange vierhundert Seiten träg und fad vor sich hinplätschert, und zudem am Ende die zweifelhafte Ehre in Anspruch nehmen darf, eine der interessantesten Figuren in der Geschichte der Kriminalliteratur nach allen Regeln der Kunst demontiert zu haben.

Kurz zum Inhalt: Sussex, im April des Jahres 1915. Während auf der anderen Seite des Kanals ein erbarmungsloser Stellungskrieg tobt, widmet sich die fünfzehnjährige Mary Russell den Büchern, welche sie in langen Spaziergängen übers Land verschlingt, um möglichst fern von ihrer herrischen Tante zu sein. Eines Tages stolpert sie bei einem ihrer Ausflüge über einen abgerissenen Mann fortgeschrittenen Alters, der sich im weiteren Verlauf als der große Sherlock Holmes erweist. Bei einem knappen Gespräch über Bienenzucht beeindruckt die vorwitzige Teenagerin den Detektiv, der diese daraufhin mit zu sich nach Hause einlädt. Es ist der Beginn einer Freundschaft und der Lehrjahre Mary Russells, die in den nächsten drei Jahren, neben ihrem Studium in Oxford, von Holmes ausgebildet und trainiert wird. Gemeinsam lösen sie erste kleine Fälle, bis eines Tages Mary und ihr Mentor selbst ins Visier eines gerissenen Gegners geraten.

Obwohl beide Hand in Hand arbeiten, ist ihnen der Unbekannte stets einen Schritt voraus. Und als die Lage schließlich zu gefährlich wird, müssen Holmes und Russell einen gewagten Plan in die Tat umsetzen …

Auch wenn sich Laurie R. King bereits im Vorwort für die Andersartigkeit „ihres“ Sherlock Holmes entschuldigt und dies mit den gefundenen Notizen einer gewissen Mary Russell erklärt, bleibt eine Tatsache bestehen: Kings' Holmes hat mit der Figur von Sir Arthur Conan Doyle bis auf wenige gelungene Deduktionen nur noch den Namen gemein. Als Tribut an die wahrscheinlich vorwiegend weibliche Leserschaft (welche mir meine harsche Kritik im weiteren Verlauf bitte verzeihen möchte), hat die Autorin aus einem kühlen, rationalen Kopfmenschen und Egoisten einen zahmen, dauergrinsenden Haustiger gemacht, dem jeglicher Ehrgeiz komplett abhanden gekommen ist. Zwischen der Figur, welche Dr. Watson uns einst nahe brachte und dem jetzigen Meisterdetektiv im Ruhestand liegen Welten. Und selbst sein nie vorhandenes Interesse am weiblichen Geschlecht, das oft nah an der Grenze zur Frauenfeindlichkeit tänzelte, wurde hier den Zwängen des Plots geopfert, um seine brillante Schülerin in noch besserem Licht erscheinen zu lassen. Diese stellt Holmes bereits auf den ersten Seiten oft in den Schatten – wodurch das große Genie schon recht bald jegliche Faszination verliert.

Man muss hier die Frage stellen, warum King überhaupt eine Person wie Sherlock Holmes gewählt hat, wenn sie letztlich keine der Eigenschaften, die diese Figur einzigartig gemacht haben, nutzt und ihn stattdessen abwesend, ja müde und lustlos, durch die Handlung schlawenzeln lässt. Oder um es krass zu sagen: Holmes wurde kurzerhand kastriert und ins zweite Glied versetzt. Darunter leidet dann auch die Geschichte, welche King zwar immer wieder mit Anekdoten aus den Doyle-Werken würzt, die allerdings trotzdem an mangelnder Spannung krankt. Während Doyle auf kleinsten Raum Atmosphäre erzeugen und den Leser mit gelungenen Twists ans Buch fesseln konnte, bleibt „Die Gehilfin des Bienenzüchters“ erschreckend ziellos. Über viele Seiten passiert kaum etwas, was für den roten Faden der Geschichte relevant ist. Das eigentliche Gefahrenmoment tritt sogar erst kurz vor Schluss in Erscheinung. Dazwischen: Viele kleinere Handlungsstränge, die ins Nichts führen und sich teilweise (wie die Reise nach Palästina) sogar vollkommen von der Grundthematik entfernen.

Fast scheint es so, als hätte die gute Frau King einfach drauflos geschrieben, in der Hoffnung, dass sich irgendwann daraus mal ein stimmiges Ganzes ergibt. Diese gehegte Hoffnung muss der Leser am Ende begraben. Das Finale ist einfallslos und misslungen, das Experiment einer Partnerschaft zwischen Holmes und Powerfrau Russell äußerst offensichtlich gescheitert. Auch wenn King uns mit dauerhaften Wiederholungen und Schmähungen des „alten Trottels“ anderes weismachen will – Dr. Watson war, ist und wird immer der bessere Sidekick sein. Und eine Frau darf heutzutage zweifelsfrei jeden Platz einnehmen – aber bitte nicht den an der Seite von Sherlock Holmes.

Insgesamt ist „Die Gehilfin des Bienenzüchters“ ein schwerfälliges, uninspiriertes Werk, das dem Holmes-Kanon einen Bärendienst erweist und Freunden (ob männlich oder weiblich) von Doyles ursprünglichen Geschichten bitter aufstoßen wird. Ob ich die bisher übersetzten weiteren drei Titel der Reihe je lesen werde, ist angesichts der großen Auswahl in meinen Regalen mehr als fraglich.
Karolin zu »Laurie R. King: Die Gehilfin des Bienenzüchters« 22.05.2011
Anfangs war ich neugierig darauf, wie es gelungen ist, Holmes eine Gefährtin anzudichten (eigentlich hätte ich es ihm gewünscht, wobei die Freundschaft zwischen Watson und ihm, wenn man genau hinschaut, schon unvergleichlich und besonders ist, was allerdings besonders auch in den Verfilmungen mit Jeremy Brett zum Ausdruck kommt). Eigentlich wollte ich mich schon auf eine Beziehung zwischen Holmes und einer Frau einlassen. Dann fand ich das Ganze aber doch etwas sehr abstrus. Die Beziehung zwischen den beiden (Mary und Holmes)scheint erstmal ganz logisch und allmählich sich aufzubauen, wobei sich dennoch immer wieder der Gedanke einschleicht, daß doch unmöglich eine 15 Jährige, und sei sie noch so überirdisch schlau und mit besonderen Gaben ausgestattet, dem Holmes eine adäquate Partnerin sein könnte, ich könnte mir jedenfalls vorstellen, er zöge die Gesellschaft seines alten Freundes Watson vor. Die Freundschaft zwischen den beiden war echt, nicht wie King oft so anklingen läßt, nur eine Zweckgemeinschaft und Holmes eigentlich ihrer schon immer überdrüssig gewesen. Die Mary kann mit 15 Jahren doch auch unmöglich schon Feministin sein (wie sie behauptet). Vielleicht hätte die Figur doch 10 Jahre älter sein sollen. Liegt es daran, daß die Autorin selbst mit einem sehr viel älteren Mann verheiratet ist? Das dann noch überhöht in ihrem Roman und verklärt? Holmes finde ich einfach passender im Zusammenspiel mit Watson und seinen Scotland Yard Spezies.Der Charakter, einige seiner Eigenarten, sind aber schön aufgenommen und gut und lebendig dargestellt. Natürlich erliegt man erstmal den Passagen, wo sich Mary und Holmes mal näher kommen, aber muß sie gleich die Superheldin sein? (am Schluß). Ich glaube, ich muß nicht unbedingt erfahren, wie ihr Eheleben aussieht und nachdem ich jetzt noch gelesen habe, King dichtet Holmes auch noch einen Sohn mit I. Adler an, ach nein.Mary kommt zu perfekt daher, um wirklich zu Holmes zu passen, zu wenig wirklich ein echter Charakter. Daß sie dann eine Brille trägt und eher unweiblich ist (natürlich kommt sie auch mal in einem tollen Kleid daher und sieht dann natürlich umwerfend aus), macht den Eindruck einer unwirklichen Figur noch größer, sie nervt mich ein wenig. Na ja, die Geschmäcker sind verschieden.
Mistie zu »Laurie R. King: Die Gehilfin des Bienenzüchters« 09.01.2010
Mag sein dass ich nicht in der richtigen Leselaune war als ich mir dieses Buch vorgenommen habe, denn ich habe es alles andere als spannend empfunden. Dabei habe ich das Buch in englisch gelesen um näher an der Geschichte zu sein und um die subtilen Wortspiele eines Sherlock Holmes besser geniessen zu können ...

Doch es kam anders: der Aufbau zog sich zäh dahin und es dauerte zu lange bis dass einige Spannung aufkam ... leider. Der Schluss entschädigte mich etwas und "belohnte" mich für mein Durchhalten.

Da ich aber nicht zu den Menschen gehöre die schnell aufgeben, werde ich trotzdem noch den folgenden Band lesen ... aber erst wenn etwas Zeit vergangen ist.

Ich vergebe hier nur eine 70°
Cromwell zu »Laurie R. King: Die Gehilfin des Bienenzüchters« 26.10.2009
Als "Holmes-Fan" finde ich Lauri King's Mary Russell als Bereicherung, obwohl die junge Dame etwas zu feministisch auftritt. Trotzdem - oder gerade deshalb - passt dieses Gespann im erweiterten Sinne zum SH-Zyklus von A.C. Doyle und bietet dem Fan eine erwünschte Ergänzung. Ausserdem ist die Art der Schreibe eine Brücke vom 19.Jh. in das 20./21. Jh., was der Story wohltut - ebenfalls dem Leser.
Maria-Luise zu »Laurie R. King: Die Gehilfin des Bienenzüchters« 24.05.2009
Mir haben die Bücher gut gefallen. Die eigentlichen Sherlock Holmes-Bücher fand ich immer sehr anstrengend zu lesen, weil ich die Beweihräucherung durch Dr. Watson nervig fand. Aber diese Reihe ist so ganz anders. Schade , dass kein weiteres mehr übersetzt wurde. Mir gefällt der typische englische Humor. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.
Sparky-Lou zu »Laurie R. King: Die Gehilfin des Bienenzüchters« 19.11.2007
Ein wirklich gelungenes Buch, das man nur weiterempfehlen kann! Denn da haben sich mit Mary Russell und Sherlock Holmes zwei gefunden, die zur Abwechslung auch mal intellektuell in derselben Liga spielen! Gut gefallen haben mir auch die verborgenen Plätze, an die sich Holmes/Russell zurückziehen und auch die wenig damenhaften Aktionen von Mary...
Wußte gar nicht, daß es eine ganze Krimi-Reihe mit den beiden gibt, werde gleich mal versuchen mir "Die Apostelin" zu besorgen...
YUsuka zu »Laurie R. King: Die Gehilfin des Bienenzüchters« 19.12.2004
Ich finde dieses Buch ist auf jedem Fall allen Homes fans und Krimiverfallenen zu empfehlen. Was mich an den Orginal-Homes geschichten immer gestört hat, war, dass man eigentlich keine Chance hatte, selbst hinter die Lösung zu kommen. Da man alles nur durch Watsons Sicht erlebte. Das gefällt mir bei diesem Buch. Man ist mittem im geschehen!
kathi zu »Laurie R. King: Die Gehilfin des Bienenzüchters« 02.09.2004
Diese Buch ist jedem zu empfehlen der Sherlock Holmes einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenlernen möchte.
Er scheint sanfter geworden zu sein, allerdings schimmert der frühere Sherlock Holmes an manchen Stellen noch sehr durch, so dass auch Fans der ursprünglichen Sherlock Holmes Geschichten an diesem Buch mihre Freude haben werden.
Kristin Schomacher zu »Laurie R. King: Die Gehilfin des Bienenzüchters« 16.05.2004
Das Buch ist supergut! Ich kann es nur jedem empfehlen.Es zeigt auch, wie anders Sherlock Holmes aus einer anderen Perspektive beschrieben wird, nämlich die der Mary Russell.
Anne Sch zu »Laurie R. King: Die Gehilfin des Bienenzüchters« 11.03.2004
Ich habe vor Jahren die ersten Bücher der Russell-Holmes-Serie gelesen und fand sie ganz nett, aber so là là. Dann bekam ich durch einen Zufall "O Jerusalem" auf Englisch in die Finger, las es und war verloren und warte seitdem ungeduldig auf jeden neuen Band.(Jetzt März 2004 ist der neuste, "The Game", rausgekommen.)
Bei den deutschen Übersetzungen scheint mir viel der Atmosphäre und den subtilen Eigenschaften der Charaktere verloren gegangen zu sein - von offensichtlichen Übersetzungsfehlern ganz abgesehen, wie z. B. am Anfang von "The Moor" ("Das Moor von Baskerville"), wo auf weniger Seiten zwei Mal die Wendung "to be irritated" mit "verwirrt, verwundert sein" übersetzt wird: wobei nicht nur vom Wörterbuch (irritated=verärgert, gereizt) sondern auch von Russells Charakter als auch von den Umständen her klar ist, daß Verärgerung gemeint sein muß. Sorry, über diesen Fehler ärger ich mich seit langem, mußte es mal loswerden ;-).
Laurie R. King ist absolut zu empfehlen, auch die Martinelli-Serie und die einzelnen Bücher: aber lest sie am besten auf Englisch!!!

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