Rache mit Sahne von Laura Levine

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Last writes, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Droemer Knaur.
Folge 2 der Jaine-Austen-Serie.

  • New York: Kensington Books, 2003 unter dem Titel Last writes. 300 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2005. Übersetzt von Monika Koch. ISBN: 3-426-62850-3. 300 Seiten.

'Rache mit Sahne' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Kaum hat Jaine ihren Job als Drehbuchautorin für eine Fernsehserie angenommen, steckt sie auch schon in Schwierigkeiten: Statt des erträumten Luxusstudios erwartet sie ein heruntergekommenes Büro, und auch die Serie ist nicht gerade Emmy-verdächtig. Und dann bricht auch noch Frauenschwarm Quinn Kirkland beim Verspeisen eines Sahnetörtchens vor laufender Kamera tot zusammen! Die Polizei hat Jaines beste Freundin zur Hauptverdächtigen auserkoren, und so muss sich Jaine nicht nur mit ihren neurotischen Eltern und den Allüren der Schauspieler herumschlagen, sondern auch den Mörder finden, bevor er ein weiteres Mal zuschlagen kann …

Das meint Krimi-Couch.de: 52°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Jaine Austen fühlt sich hervorragend. Nachdem sie die eher mageren Brötchen in der letzten Zeit mit der Kreation von Werbesprüchen für Toilettenreiniger verdient hat, scheinen nun endlich Ruhm, Anerkennung und Geld in Reichweite zu sein, denn die Miracle Studios haben sie als Drehbuchschreiberin für die Sitcom »Muffy ´n Me« engagiert, die man den Fernsehgewaltigen als »Verliebt in eine Hexe mit Titten« verkauft hat.

Aber der Anfang ist gemacht. Jaine bezieht in den Studios ihr eigenes Büro und versucht im Team mit Produzenten und Schauspielern die passenden Gags zu schreiben. Kein leichtes Brot für einen Neuling, der sich erst an die Allüren von Jung- und Altstars gewöhnen muss und mit den Regisseuren so ihre liebe Not hat. Doch Jaine macht ihren Job, egal was in diesem Chaos der Eitelkeiten und Intrigen auch passieren mag, bis der Hauptdarsteller vor laufender Kamera vergiftet wird. Frauenliebling Quinn Kirkland, Hansdampf in allen Betten, scheint wohl einer Eifersüchtelei unter den diversen Bettgespielinnen oder deren männlichen Begleiter zum Opfer gefallen zu sein. Eine, die das verschwitzte Laken mit ihm geteilt hat, war rein zufällig Jaines beste Freundin und sie war auch diejenige, die aus der Requisite das tödliche Sahnestückchen besorgte. Kein Wunder, dass die Bullen sie auch sofort als Hauptverdächtige ansehen und Jaine hat alle Hände voll zu tun, um ihre Recherchen nach dem wirklichen Täter lebend zu überstehen.

Laura Levine, die amerikanische Drehbuchschreiberin, hat im Knaur Verlag »Rache mit Sahne« veröffentlicht und haut damit gezielt in die Marktnische, die Janet Evanovich mit ihren Stephanie-Plum-Büchern entdeckt hat. Die Autorin versucht krampfhaft, den Sitcom-Humor mit künstlichen Lachern zu erzeugen, ist dabei aber längst nicht so effektiv, wie Frau Evanovich.

An herrlich komisch gezeichneten Figuren mangelt es Frau Levine nicht. Die Personen sind samt und sonders geeignet für filmische Umsetzung, aber in diesem ersten Band mangelt es ihnen durchwegs an Profil und es bleibt abzuwarten, ob die Autorin einen Folgeband nachlegen kann, in der vor allem die Hauptdarstellerin Janie Austen mit mehr Eigenständigkeit aufwarten kann. Zu sehr ähnelt sie in ihrem Verhalten Stephanie Plum, sei es ihre Vorliebe für Fast-Food oder ihr permanent sexueller Notstand. Dabei hätte die Figur der Janie Austin durchaus das Zeug einen ähnlichen Kultstatus zu erlangen, wenn die Grundidee der Freundin Kandi und des schrulligen Nachbarn gezielt weiterverfolgt und ausgebaut wird.

Auch die Situationen mit den schrulligen Altersheiminsassen und dem dichterisch veranlagten Polizeidetektiv haben Potential für humoristische Einlagen, kommen aber in diesem Buch etwas zu kurz. Dies betrifft auch Handlung, die über das ganze Buch kaum Spannung erzeugen kann, sondern eher von Slapstickeinlagen lebt, wobei ein zuckender, nackter Männerhintern über einem Starlet nicht unbedingt von Witz zeugt, sondern eher von platter Situationskomik.

Laura Levine wird sich deutlich steigern müssen, wenn sie auch nur annähernd das Niveau von Janet Evanovich erreichen will. Die Ansätze sind gut und brauchbar, der Schreibstil ist flüssig und recht schnodderig, aber der Funke springt nicht so recht über. Das ist leichte Sommerkost, die man nach dem Lesen wieder vergessen kann.

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