Tod beim Tee von Laura Childs

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel Death by darjeeling, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA / South Carolina, 1990 - 2009.

  • New York: Berkley Prime Crime, 2001 unter dem Titel Death by darjeeling. 242 Seiten.
  • München: Goldmann, 2002. Übersetzt von Sabine Maier-Längsfeld. ISBN: 3-442-45373-9. 288 Seiten.

'Tod beim Tee' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Mit der Eröffnung eines kleinen Teeladens in ihrer Heimatstadt Charleston erfüllt sich Theodosia Browning ihren großen Traum. Doch kurz darauf droht schon der Ruin: Ein Gast wird auf einer ihrer Teegesellschaften vergiftet, und der kleine Laden gerät in die Schlagzeilen. Es gibt nur einen Ausweg – Theo macht sich eigenhändig auf die Suche nach dem Mörder.

Das meint Krimi-Couch.de: »Im Stile einer jugendlichen Miss Marple« 60°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Die altehrwürdigen Innenstadthäuser Charlestons sind festlich geschmückt und beleuchtet, denn an diesem Abend werden die privaten Villen und ihre Gärten beim jährlichen Fest der Lamplighter Tour für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Avis Melbourne House hat Theodosia Brown mit ihrem Team die Bewirtung übernommen. Die junge Frau hat ihren Job in der Werbebranche an den Nagel gehängt und den Indigo Tea Shop gegründet. Unterstützt wird sie vom Connaisseur Drayton, der alle ihre Tees mischt und den Verkaufsdamen Haley und Bethany.

Doch allen fährt der Schreck in die Glieder als einer der Gäste nach dem Genuss einer Tasse Tee sein Leben aushaucht. Die blau verfärbten Fingerspitzen weisen auf eine Vergiftung hin und auch der ruppige Polizeiermittler Burt Tidwell erkennt sofort den unnatürlichen Abgang von Hughes Barron und verdächtigt die Besitzerin des Teeladens, aber besonders Bethany, die den Tee serviert hat.

Der stadtbekannte und berüchtigte Bauunternehmer Hughes Barron hatte seine Finger in zahlreichen, zwielichtigen Spekulationsobjekten und auch vor der Verbauung von Naturschutzgebiet schreckte er nicht zurück. Kein Wunder also, dass ihm andere Bauunternehmer und Naturschützer nicht gut gesonnen waren. Und weil Theodosia Browning den Verdacht nicht auf sich und ihren Mitarbeitern sitzen lassen will, beginnt sie selbst herum zu schnüffeln …

Aus Death by Darjeeling von Laura Childs wurde in der Übersetzung von Sabine Maier-Längsfeld Tod beim Tee und ist der elfte Band aus der Indigo Tea Shop-Serie, von dem bislang allerdings erst drei Bände im Goldmann Verlag veröffentlicht wurden.

Wie ihre Romanheldin Theodosia Browning hat auch Frau Childs jahrelang in der Marketingbranche gearbeitet, dann allerdings auf zahlreichen Reisen ihre Teekenntnisse erarbeitet und mit dem Schreiben begonnen. Und dass die Autorin wirklich über Tee Bescheid weiß, spürt man aus jeder Zeile dieses Buches, denn Tee und das Drumherum sind für den Leser allgegenwärtig und demjenigen, der nicht selbst Teeliebhaber ist, werden die unterschiedlichen Zeremonien der Teezubereitung, Teemischung und Teepräsentation mit den dazugehörigen Naschereien eher etwas langatmig vorkommen. Wie überhaupt die Spannung in diesem Buch ein wenig zu kurz kommt, denn die Geschichte und ihre Personen leben vom leicht Südstaatenambiente, das behäbig und leicht angestaubt wirkt, obwohl es dort auch schon Internet & Co. gibt.

Theodosia Browning serviert ihre Tassen im Stile einer jugendlichen Miss Marple und auch ihre Ermittlungsmethoden geraten reichlich unorthodox, so dass sie ständig neue mögliche Täter findet und außer den Menschen in ihrem Team überall Giftmischer sieht. Als sympathisches Pendant zur Hobbydetektivin agiert der schon ältere Drayton, der den Inbegriff eines etwas weltfremden Genießers und Teekenners darstellt und den Überschwang seiner Chefin immer wieder drosseln muss.

Die historische Altstadt Charlestons, das vom englischen König Charles II anno 1670 als Charles Town gegründet wurde, spielt die wichtigste Rolle in diesem Buch, denn ohne das Flair der 100.000 Einwohner zählenden Stadt, mit seiner Lage an der Mündung zweier Flüsse in den Atlantik, den zahlreichen privaten Inseln und am Mt. Pleasant könnte die Autorin wohl nur wenige Seiten füllen. So aber entsteht vor dem geistigen Auge des Lesers eine ländlich beschauliche Idylle, deren Geruhsamkeit auch durch die Aktivitäten der handelnden Personen nie durchbrochen wird.

Tod beim Tee ist eine Geschichte, die fast schon in der alten britischen Krimischreibertradion einer Agatha Christie entstanden ist. Der Schreibstil von Laura Childs ist flüssig, wenn auch die oftmaligen Wiederholungen der Herkunft der einzelnen Akteure unnötig wären. Das alles stört aber beim zauberhaften Ambiente zwischen Tea Shop und Antiquitätenläden nur marginal und der Leser kann sofort am Leben in Charleston teilhaben, so er eine Vorliebe für leise und beschauliche Krimikost hat.

Wolfgang Weninger, März 2007

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tassieteufel zu »Laura Childs: Tod beim Tee« 28.04.2008
Tod beim Tee ist der Auftakt einer Krimiserie um Theodosia Browning,
die in Charleston, South Carolina, eigentlich einen kleinen Teeladen
führt. Als bei einer abendlichen Veranstaltung einer der Gäste an
einer vergiteten Tasse Tee stirbt und eine von Theodosias Angestellten
unter Verdacht gerät, zögert sie nicht lange und macht sich selbst
auf die Suche nach dem Mörder…..
Wer einen rasanten Krimi erwartet, ist hier sicher falsch bedient,
rückt die eigentliche Krimihandlung doch ein wenig in den Hintergrund
vor der charmanten, duftenden Atmospähre des Teeladens und
den liebenswerten Charakteren, die ihn bevölkern. Überhaupt
durchzieht das ganze Buch der aromatische Duft von Tee, man möchte
am liebsten eine Tasse verkosten, wenn Drayton eine seiner leckeren
Mischungen braut. Als Teeliebhaberin hat mir das Buch sehr gut
gefallen und zum Schluß wird es sogar noch richtig spannend, wenn
der Krimifall von Theodosia recht spektakulär aufgelöst wird.
Fazit: Kein Reißer an Spannung, aber das Buch lebt von seinen
liebenswerten zum Teil auch schrulligen Charakteren und macht Lust
auf mehr. Nette Zugabe am Schluß die Rezepte aus dem Teeladen.
Maike zu »Laura Childs: Tod beim Tee« 24.08.2007
Ich finde das Buch auch echt super. Habe zuerst den 2. Band dieser Serie gelesen, musste nun unbedingt noch das erste Buch lesen. Die Hauptperson ist sympathisch und die Story finde ich alles andere als langatmig. Ein guter englischer Krimi!
Taennsche zu »Laura Childs: Tod beim Tee« 04.06.2007
Leider kann ich die hohe Bewertungs-Gradzahl von 80 überhaupt nicht nachvollziehen.
Theodosia verdächtigt mal den einen, dann den anderen, ohne erkennbare Gründe, nur auf Grund ihres Bauchgefühls. Auch gerät sie in Auseinandersetzungen mit ihren Freunden, aus völlig nichtigen Gründen. Die Charaktere sind schlecht gezeichnet, reagieren wie im übelsten Schundroman, die story langatmig, also mMn war Agatha Christie um Längen besser!
Gabi zu »Laura Childs: Tod beim Tee« 16.11.2004
Mir hat das Buch gefallen. Ein richtig altmodischer Krimi im englischen Stil mit sympathischen Darstellern. Die Auflösung des Falles ist denn auch überraschend, obwohl viele Verdächtige vorhanden sind. Nebenbei lernt man auch einiges über die verschiedenen Teesorten, weshalb es gut ist, wenn man welche davon im Haus hat!
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