Picknick für eine Leiche von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2002
unter dem Titel Gunpowder green,
deutsche Ausgabe erstmals 2004
bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA / South Carolina, 1990 - 2009.
- New York: Berkley Prime Crime, 2002 unter dem Titel Gunpowder green. 244 Seiten.
-
München: Goldmann, 2004.
Übersetzt von Sabine Maier-Längsfeld.
ISBN:
3-442-45560-X. 288 Seiten.
'Picknick für eine Leiche' ist erschienen als
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In Kürze:
Theodosia Browning ist stolz und glücklich: Ihr kleiner Teeladen ist inzwischen zu einer festen Einrichtung in dem Hafenstädtchen Charleston geworden. Dieses Jahr kommt ihr sogar die Ehre zu, das Picknick zur alljährlichen 'Isle of Palms'-Regatta auszurichten. Als sich die Boote dem Ziel nähern, zerreißt ein Schuss die gespannte Stille – das traditionelle Signal, dass die Regatte zu Ende ist. Doch dann sinkt der wohlhabende und angesehene Geschäftsmann Oliver Dixon getroffen zu Boden, und Theodosia kommen bald Zweifel, es hier mit nichts weiter als einem schrecklichen Unfall zu tun zu haben …
Seitdem sich Theodosia Browning, die Betreiberin des Indigo Tea Shops, als Hobbydetektivin in »Tod beim Tee« betätigt hat, ist bereits einige Zeit verstrichen. Momentan zelebriert sie mit ihren ausgefallenen Teekreationen und ausgefallenen Gourmet-Häppchen das Picknick in White Point Gardens an der Spitze der Charlestoner Halbinsel, wo die alljährliche Segelregatta stattfindet. Alles was Rang und Namen hat ist hier vertreten und einer der örtlichen Honoratioren, Oliver Dixon, darf den Schlusspunkt setzen, in dem er den Zieleinlauf der siegreichen Jacht mit einem Schuss aus einer historischen Pistole anzeigt. Doch das alte Stück explodiert und Mr. Dixon sinkt vor Theodosia getroffen zu Boden. Damit nicht alle das schreckliche Ereignis ansehen müssen, breitet Theodosia ein weißes Tischtuch über den Leichnam, bis die Polizei eintrifft und ihre Untersuchungen aufnimmt.
Auch Theodosia beginnt zu grübeln. Wer kann die Pistole manipuliert haben? Wer hasst den frisch vermählten Oliver so sehr, dass er ihn so energisch ins Jenseits geschickt hat? Vielleicht die eigene Ehefrau, die jetzt eine reiche Witwe ist? Finden sich vielleicht auf dem Tischtuch forensische Erkenntnisse, die den Täter oder die Täterin entlarven können? Miss Browning beginnt zu kombinieren …
Der Wilhelm-Goldmann-Verlag beschert uns einen neuerlichen Band aus der Feder von Laura Childs, den Sabine Maier-Längsfeld als »Picknick für eine Leiche« aus dem Amerikanischen übersetzt hat. Das nur knappe 300 Seiten umfassende Buch enthält außer der Krimigeschichte um die begabte Amateurermittlerin Theodosia Browning auch einige Rezepte aus dem Indigo Tea Shop im Anhang, die hier allerdings nicht bewertet werden sollen.
Wie schon in »Tod beim Tee« lebt die Erzählung von Laura Childs vom gemächlichen Südstaatenambiente in Charleston. In der vorliegenden Erzählung gerät dieses allerdings nicht ganz so malerisch und stimmungsvoll. Auch die Atmosphäre im Indigo Tea Shop ist längst nicht so gelungen beschrieben, vielleicht auch, weil der Laden mit seinen sympathischen Angestellten Drayton und Haley bereits zu erfolgreich und hektisch geworden ist, so dass der Leser die Gemütlichkeit nicht nachvollziehen kann.
Gerry Schmitt, wie Laura Childs im bürgerlichen Leben heißt, kann im zweiten Band der Indigo-Tea-Shop-Serie, die im Amerikanischen als Tea Shop Mystery einen Riesenerfolg verzeichnet, leider die Qualität des Vorgängers nicht halten. War schon im Vorgängerband die Spannung eher auf mäßigem Niveau, so kommt in »Gunpowder Green«, wie das Werk im Original heißt, praktisch überhaupt keine Spannung auf und selbst wenigen Seiten, in denen Miss Browning mit dem Mörder konfrontiert wird, wissen nicht zu beeindrucken.
Auch die humorvollen Dialoge zwischen dem Connaisseur Drayton und der Ladenkraft und Bäckerin Haley sind kaum vertreten und das Liebäugeln der Heldin mit eventuellen Heiratskanditaten fällt praktisch total aus. Gerade diese Elemente, die viel zum Flair in »Tod beim Tee« beigetragen haben, hat die Autorin nicht konsequent fortgeführt. Auch dem Charme des Städtchens Charleston und seiner malerischen Altstadt widmet sich Frau Childs nur mit mäßigem Erfolg, so dass unterm Strich ein eher langatmiger Kriminalfall geklärt wird, der nur hartgesottenen Fans der ehemaligen Marketingfachfrau als Lektüre empfohlen werden kann.
Auf Grund des ausgesprochen leichten und flotten Schreibstils erhält man mit »Picknick für eine Leiche« einen anspruchslosen Alltagsroman, ideal zum Entspannen zwischendurch, aber für den wirklichen Krimifan ist dieses Buch viel zu harmlose Kost.
Wolfgang Weninger, April 2007
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| Karin zu »Laura Childs: Picknick für eine Leiche« | 15.03.2010 |
|---|---|
| tassieteufel zu »Laura Childs: Picknick für eine Leiche« | 28.04.2008 |
