Krimis aus Osteuropa, dem Balkan, Griechenland und der Türkei

Verbrechen in Zeiten des Umbruchs

Krimis aus Tschechien, Polen und der Slowakei

Niemandsland. Östlich der Achse Skandinavien – Deutschland – Österreich – Italien und westlich von Russland finden sich nicht viele Krimis, die in deutschen Buchregalen auftauchen. Dabei bieten gerade Länder wie Polen, die Tschechei, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Co. für Krimi-Theoretiker eine wunderbare Umgebung: Alte Gesellschaftsstrukturen zerbrechen, neue entwickeln sich mal rasant, mal im Schneckentempo; es gibt neureiche Gewinner, zahllose Verlierer von Krieg und Wende. Da sollte sich jeder Schriftsteller von Kriminalromanen doch pudelwohl fühlen – will man meinen. Denn noch harren die einheimischen Autoren auf Verträge mit deutschsprachigen Verlagen. Die Krimi-Couch gibt einen Überblick.

Einen Anfang macht beispielsweise der Dortmunder Grafit-Verlag, der Strafe muss sein des Tschechen Jaroslav Kutak im Rahmen seiner internationalen Reihe herausgebracht hat. Kutak, Autor von über 150 Krimi-Geschichten, wurde mit seinem Roman immerhin mit dem »Marek«, der Auszeichnung für den besten tschechischen Krimi 2000, geehrt. Eine Entdeckung?

Krimis aus der Türkei

Die könnte auch Milos Urban, auch Tscheche, sein. Bei Rowohlt erschien direkt mit Hardcover-Ehren ausgestattet Die Rache der Baumeister, eine düstere Geschichte aus Prag. Wie man der tadellos gestalteten Website des jungen Tschechen entnehmen kann, schreibt dieser fleißig weiter, und – es wird den Leser dieser Zeilen freuen – er bleibt dem Genre Krimi/Thriller treu.

Ebenfalls recht jung ist Marek Krajewski, Pole und Dozent an der Universität Breslau. Auf deutsch erschienen ist unter dem zugegebenermaßen nicht sonderlich einfallsreichen Titel Tod in Breslau sein erster Krimi. Lässt der Titel an Phantasie noch zu wünschen übrig, hat sich Krajewski mit seinem Protagonisten doch einiges einfallen lassen. Der Krimi handelt von Kriminalrat Eberhard Mock – im Breslau der 30er Jahre.

die wichtigsten in Kürze

Ebenfalls Ex-Ostblock, doch unter ganz anderen Vorzeichen – der Balkan. Kaum verwunderlich, dass insbesondere zwei Kriegsberichterstatter aus dem Balkan-Krieg mit jeweils einem Krimi auf sich aufmerksam machten. Beide sind im bosnisch-herzegowinischen Sarajevo angesiedelt, den einen schrieb der US-Amerikaner Dan Fesperman und nannte ihn Lügen im Dunklen, der andere heißt Das AffenhausJohn Fullerton. und stammt vom Briten

Doch es müssen ja nicht unbedingt Auswärtige sein, die den Balkan als Schauplatz ihrer Krimis ausgesucht haben. So zum Beispiel die gebürtige Kroatin Ranka Keser, die bereits in sehr jungen Jahren nach Deutschland kam. Ihr erster Krimi, Sag nicht Hopp, bevor du springst, spielt in einem kleinen Dorf in Kroatien.

Krimis aus Griechenland

Noch völlig unentdeckt hingegen ist der kroatische Schriftsteller Goran Tribuson, seines Zeichens einer der populärsten und meistgelesensten Autoren Kroatiens. Seine Reihe um den Polizeiinspektor und späteren Privatdetektiv Nikola Banic verspricht viel – leider kam er noch nicht dazu, diese Serie deutschsprachigen Lesern zu präsentieren.

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