Ostfriesenkiller von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Ostfriesland & Nordsee, 1990 - 2009.
Folge 1 der Ann-Kathrin-Klaasen-Serie.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2007. ISBN: 978-3-596-16667-1. 320 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Jumbo, 2007. Gesprochen von Klaus-Peter Wolf. ISBN: 3833720069. 3 CDs.

'Ostfriesenkiller' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Eine Serie von Morden erschüttert eine kleine Stadt in Ostfriesland. Nach und nach werden mehrere Mitglieder des Vereins »Regenbogen« auf grausame Weise umgebracht. Wer hasst so sehr, dass er sie alle auslöschen will? Für Ann Kathrin Klaasen wird dieser Fall zu einer echten Bewährungsprobe.

Das meint Krimi-Couch.de: »Für den Strandkorb« 71°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Norden, Ostfriesland: Als ob Kommissarin Ann Kathrin Klaasen mit ihrer Ehekrise nicht schon genug um die Ohren hätte! Frei nach Sherlock Holmes – »Arbeit ist das beste Mittel gegen Sorgen« – kommt ihr der neue Fall gar nicht so ungelegen. Ulf Speicher, der Chef des Vereins »Regenbogen«, welcher sich um die Betreuung behinderter Menschen kümmert, wird mitten während eines Schäferstündchens kaltblütig erschossen.

Das nächste Opfer wird mit einem Schwert erschlagen und bei den zwei Toten soll es beileibe nicht bleiben. Alle Spuren führen zurück zum Verein mit den hehren Zielen... 

Ostfriesenkiller von Klaus-Peter Wolf, mehrfach prämierter Kinderbuch- und Drehbuchautor (unter anderem von so manchem ARD-Tatort), ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe – die ideale Lektüre für einen sonnigen Tag im Strandkorb. Flott geschrieben mit einem besonderen Händchen für das Kino im Kopf. Da lässt sich jemand, der schnelle Schnitte und viel Handlung aus dem Effeff beherrscht, nichts vormachen.

Mit Ann Kathrin Klaasen ist Wolf eine sympathische Figur gelungen, aus der trotz der zahlreichen Szenen aus dem Privatleben allerdings sicherlich noch einiges herauszuholen ist. Und das ist der Knackpunkt an diesem ansonsten rundum gelungenen Krimi-Erstling: Die Balance zwischen Ermittlungsarbeit und Gefühlswelt der Kommissarin passt noch nicht so richtig. Auf der einen Seite packt Wolf sehr viel in die gut 300 Seiten, auf der anderen Seite wünscht man sich gelegentlich das, was auch der Fahrtrinne von Norddeich nach Norderney gut täte: ein wenig mehr Tiefe.

Sehr spritzig sind hingegen die Passagen gelungen, in denen Wolf mit einem Augenzwinkern verrät, wo seine Wurzeln liegen:

Überhaupt war ihr Leben als Kriminalkommissarin bis jetzt viel unspektakulärer verlaufen als in jedem ARD-Tatort.
Wenn mein Leben verfilmt würde, dachte sie, manchmal fast neidisch auf ihre TV-Kollegen, würden die Zuschauer überhaupt zu mir halten? Bin ich jemand, mit dem man sich identifizieren kann?

Ja, das ist sie, die Kommissarin Klaasen. Eine, die Autor Wolf im Leben stehen (manchmal auch fallen) lässt und der man gerne nochmal auf Ermittlungstour hinter den Deichen folgt. Denn unterm Strich kann Wolf gut plotten und hat eine sehr individuelle Art, Spannung zu erzeugen. Ein bisschen mehr Roman als Drehbuch und an den Szenen vertiefen, die einen Kriminalroman ausmachen. Dann klappt´s schon mit Klaasen in Serie.

Was eigentlich wenig mit dem Buch selbst zu tun hat, dennoch aber auffällt: die Paralellen zu Jacques Berndorf. Dass sowohl Berndorf alias Michael Preute als auch Klaus-Peter Wolf aus dem Ruhrpott (Duisburg und Gelsenkirchen) kommen, ihre Krimis aber am »schönsten Arsch der Welt« bzw. an der Waterkant ansiedeln, ist sicher nur ein amüsanter Zufall. Ob sich der Fischer-Verlag allerdings mit der Titelgebung Ostfriesenkiller einen Gefallen getan hat, wagen wir doch etwas zu bezweifeln. Heißt der Nachfolger doch Ostfriesenblut und damit wird klar, wohin die Fähre ablegen soll. Berndorfs Krimis sind streng nach dem Schema Eifel-Blues, Eifel-Gold etc. betitelt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Lars Schafft, Juni 2007

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Ostfrieslandfan zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkiller« 01.08.2011
Ich habe den Roman von Klaus-Peter Wolf im Urlaub auf Borkum gelesen. Ein besonderes Vergnügen. Er weiß, wie die Menschen hier sind.
Für Krimi und Ostfrieslandfans ein Muss.
Diese Serie hat alles, was gute Krimis brauchen: Spannung, Spannung, Spannung und gleichzeitig ist das eine scharfsinnige Biltzaufnahme vom Zustand der Gesellschaft ohne diese verquaste Gesellschaftskritik, die Bildungsromane so öde macht.
Eviwunsch zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkiller« 01.08.2011
In zwei Nächten habe ich "Ostfriesenkiller" gelesen. Ich liebe die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Sie ist wie meine Freundin geworden. Ich frage mich, wie ein Mann sich so genau in eine Frau hineinversetzen kann.
Der private und berufliche Erzählstrang sind dramaturgisch geschickt miteinander verknüpft. Es ist ein hoch emotionales und gleichzeitig sehr spannendes Buch.
Der Autor hat wohl lange in einer Einrichtung der Behindertenhilfe gearbeitet, auch das ist zu merken. Die Personen sind stimmig. Ich mag das Buch, aber "Ostfriesenfalle" fand ich noch besser, weil abgründiger und monströser.
JuleusW zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkiller« 14.07.2011
Na, hoffentlich ist ...killer das schlechteste Buch dieser Reihe. Abgesehen davon, dass diese Serienmördergeschichten in deutschen Kleinstädten nur die Einfallslosigkeit der Auitoren demonstrieren (ich mach ne Liste und hak sie alle ab) und dass man nach gut der Hälfte doch absehen kann, wie das Ende aussieht und selbiges herbeisehnt, ist das größte Manko des Buches, dass der Autor vielleicht Drehbücher, aber jedenfalls keine Geschichten schreiben kann. Bei allen Beschreibungen von Orten, Landschaften oder Personen hat man den Eindruck, der Autor habe auch noch ein Bild im Kopf, dass er aber nicht zu Papier bringt. Alles bleibt flach, austauschbar. "Flair von Friesland"?. Ich habe nichts von der Atmosphäre und Stimmung dieser Region - die ich gut kenne - gespürt. Man bekommt zwar mitgeteilt, dass man sich im Watt befindet (am Anfang) oder auf einem Schiff (am Ende), aber eigentlich ist es völlig gleichgültig, wo das Ganze stattfindet. Die Personen sind - vielleicht bis auf die Protagonistin - stereotyp, man erfährt nicht mal deren Alter. Die Schreibe läuft nach dem Muster "schon wieder 10 Seiten rum, jetzt muss mal wieder Sex rein"; die Geschichte mit dem Banküberfall und den Folgen ist absurd und unglaubwürdig. Ich mag deutsche (Regional)Krimis sehr, aber dieser Autor kann einem Berndorf, einer Neuhaus oder den "Allgäuern" nicht im Entferntesten das Wasser reichen - jedenfalls nicht mit diesem Buch.
Anja Röbbel zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkiller« 23.02.2011
Ostfriesenkiller war mein erstes Buch von diesem erstklassigen Autor!
Es hat mich gefesselt !
Super spannend und beeindruckend wie das Flair von Friesland rüber gebracht wird!
Wie das Land , so der Autor !
Aussergewöhnlich und erstklassig!!!
Für diesen Schriftsteller leg ich jeden Cody McFadyen zur Seite!!!
Gundula zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkiller« 06.01.2011
Ostfriesenkiller ist der erste Band von Klaus Peter Wolfs Ostfrieslandkrimi Reihe. Es ist ein beeindruckendes Buch. Viel mehr als nur ein spannender Kriminalroman. Wolf liefert das viel schichtige Psychogramm einer Gesellschaft, in der auch menschliche Gefuehle zum Warenwert degradiert werden. Das Buch ist aufwuehlend und auf fast furchterregende Weise realistisch. Ich selbst habe in so einem "Regenbogenverein" mein Praktikum gemacht und vbiele der Typen wiedererkannt. Er brin gt es auf den Punkt. Und hochspannende Unterhaltung ist das allemal. Nur eben nicht so sinnentleer wie manch andere Krimis.
Gerade lese ich Ostfriesenblut. Wieder ein Treffer
engelmicha zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkiller« 25.12.2010
Scheint als haben deutsche Krimis einen "Inländerbonus", anders kann ich mir die teils überschwenglichen Kommentare hier nicht erklären.
Für den Strandkorb mags ja reichen, aber die teilweise etwas holprige Schreibe, gepaart mit kleineren logischen Fehlern machen den Krimi keineswegs zu einem Spitzenprodukt. Der Autor versteht es sicherlich Spannung aufzubauen, auf 100 Seiten hätte er dabei aber locker verzichten können.
Andrea zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkiller« 15.09.2010
Beim Ostfriesland-Urlaub in Norden bin ich wegen Büchermangels in einen Laden gegangen und auf dieses Buch gestoßen. Ohne große Erwartungen habe ich es gelesen, zwei Tage später die restlichen Bände auch noch gekauft. In verschiedene Lokale gegangen, in denen die Handlung spielte (Minna am Markt, Shafies Speicher...). Ich finde Wolfs Erzählstil toll: rasant, ohne Details zu vernachlässigen; anschaulich und liebevoll in den Landschaftsbeschreibungen, hart bei den Beschreibungen der Morde. Auch mir war recht früh klar, wer der Mörder ist, aber das stört nicht. Bei Wolf geht es eher um`s Warum - das wird bei einem seiner nächsten Bücher noch viel deutlicher. Für mich ist die gesamte Serie ein Lichtblick zwischen den vielen nichts-sagenden Regio-Krimis, die von Sprachdilletanten mit kriminologischem Sendungsbewusstsein verfasst wurden.
atzeman zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkiller« 02.09.2010
Nach Ostfriesenblut habe ich jetzt erst den Killer gelesen. Ostfriesenkiller ist eigentlich der Anfang der Ann Kathrin Klaasen Reihe. K P Wolf ist ein Hexer in Sachen Spannung. Und fur Unterhaltungsliteratur haben diese Krimis erstaunlich viel Tiefgang. Manchmal habe ich beim Lesen gedacht, welch aufgeblasenen Mull uns verglichen damit die sogenannten ernsten Autoren liefern. Abgesehen von der unertraglichen Langeweile. Ich habe mir jedenfalls auch Ostfriesensunde bestellt.
Mariahsjack zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkiller« 19.06.2010
Ich fand den Erstling um Ann Kathrin Klaasen rundum gut. Wenn es auch etwas mehr Tiefe haben könnte, war ich mit der Spannung und den Charakteren sehr zufrieden.
Was mir natürlich sehr gut gefallen hat, war der Schauplatz. Da habe ich als Auricher doch den ein oder anderen Platz wieder erkannt, beziehungsweise laufe/fahre selbst täglich da lang.
Ich freu mich jedenfalls schon auf "Ostfriesenblut".
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urs jenner zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkiller« 28.11.2009
Klaus Peter Wolf war bei uns in der Berufschule. Er hat aus seinen Ostfrieslandkrimis vorgelesen und eine wahre Lesewut bei einigen ausgelöst.Bei mir auch.Ostfriesenkiller hat mich von der ersten Zeile an gepackt. Das von ihm erzählte Milieu war mir vollkommen unbekannte, aber ich habe mich gleich zurecht gefunden. Es sind starke Charakteren, skuriele Gegenspieler. Ich habe viele Krimis gesehen und liebe Psychothriller im Kino. Wolfs Krimis sind krasses Kino im Kopf. Offen gestanden habe ich nie einen Film gesehen, der so intensiv war wie diese Bücher. OstfriesenKiller ist grosse klasse, Ostfriesenblut fast noch stärker. Im Moment lese ich "samstags wenn Krieg ist..." soll es angeblich auch als Film geben, der ABER WOHL VERBOTEN WURDE

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