Ostfriesengrab von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Ostfriesland & Nordsee, 1990 - 2009.
Folge 3 der Ann-Kathrin-Klaasen-Serie.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2009. ISBN: 978-3-596-18049-3. 256 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Jumbo, 2009. Gesprochen von Klaus-Peter Wolf. ISBN: 978-3833724404. 3 CDs.

'Ostfriesengrab' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Im zauberhaften Park von Schloss Lütetsburg wird eine weibliche Leiche gefunden. Der Mörder hat sie wie eine Elfe in den blühenden Sträuchern drapiert. Welche Botschaft will er Kommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihrem Team damit übermitteln? Auch der dritte Kriminalroman mit der beliebten Kommisarin verspricht Spannung pur.

Das meint Krimi-Couch.de: »Marke Tatort« 55°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Nach dem sehr ansprechenden Krimi Ostfriesenblut bringt der Autor Klaus-Peter Wolf erneut seine Kommissarin Ann Kathrin Klaasen in gefährliche Nähe zu einem Serienkiller und hat im Fischer Taschenbuch Verlag bereits das Ostfriesengrab ausgehoben.

Das tödliche Szenario beginnt im Park von Schloss Lütetsburg, wo er eine bildhübsche Frau malerisch mit Eisenstangen am Baum drapiert und die Nackte mit den Blüten der Rhododendronsträucher verschmelzen lässt. Ihre Kleidung und ihre Habseligkeiten lässt er mit einer verschlüsselten Nachricht in einem Päckchen für die Kommissarin zurück.

Ihre Ermittlungen führen Ann Kathrin Klaasen zu einem brutalen Kleinganoven, dem die Tote angeblich eine Delle in den Wagen gefahren hat, den Schaden aber nicht bezahlen wollte und deshalb wurde an ihr ein Exempel statuiert. Aber leider halten sich die sonst so smarte Kommissarin und ihr gegenwärtiger Lebensabschnittpartner Frank Weller nicht an den vorgeschriebenen Amtsweg und so kommt der Übeltäter wieder frei. Und prompt gibt es die nächste Leiche, also muss der Verdächtige erneut eingefangen werden.

In der Zwischenzeit hat Frau Klaasen nichts Besseres zu tun, als sich von einem Freund ihres Freundes, der ein echter Künstler ist, nackt malen zu lassen, um Frank an seinem Geburtstag zu überraschen. Nur leider deucht Ann Kathrins Gespielen, dass der Künstler eventuell der Killer ist und er platzt mit einem Sonderkommando in die gute Stube, just als Ann Kathrin ohne Hüllen mit einem Fuß im Sarg steht, während der Pinselguru ihre Rundungen auf die Leinwand bringt und auch der Verdacht gegen den Künstler wird entkräftet.

Im Folgenden bauen Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller weiterhin so viel Mist, dass eine Dienstfreistellung das Mindeste ist, was der Polizeichef anordnen kann und so wird auch die Stimmung in der trauten Zweisamkeit ordentlich vergiften, während Ann Kathrin und Frank zusehen müssen, wie der Täter ein weiteres Mal zuschlägt. Aber was ein echter Kriminalist ist, lässt sich von Nichts aufhalten und ermittelt weiter …

Abgesehen davon, dass die Mordgeschichten rund um die Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft und deren künstlerische Darstellung längst von anderen Autoren verarbeitet wurden, ist auch die Umsetzung der kriminalistischen Arbeit mit der gekonnten Präsentation im Vorgängerband nicht zu vergleichen. Anstatt konsequent ihren Beruf nachzugehen, verwickeln sich die Ermittler zunehmend in privaten Problemen, die ihre Sichtweise beeinträchtigen. Allerdings tun sie dies nicht in schreiberisch emotionaler Form, wie man es von skandinavischen Krimis kennt, sondern eher in schnapsgeschwängerten Mitleidsarien und literarischer Selbstzerfleischung. Dadurch werden die Figuren vielleicht menschlicher, aber die Polizeiarbeit leidet deutlich.

Darüber hinaus versucht der Autor Klaus-Peter Wolf wieder den Leser durch falsche Spuren in die Irre zu führen, aber diesmal gelingt es ihm nicht sonderlich gut, denn er lässt in seiner Nebenhandlung den Psychopathen viel zu ausführlich zu Wort kommen, womit er zwar die Ermittler nervt, aber den Leser nicht täuschen kann.

Mittlerweile weiß der Leser von Ostfriesenkiller und Ostfriesenblut auch schon sehr gut, dass Ann Kathrin sofort jegliche Beherrschung verliert, wenn es um den mysteriösen Tod ihres Vaters geht und auch im dritten Teil macht sie davon keine Ausnahme. Diese und ähnliche Details lassen Ostfriesengrab zum Abklatsch werden, die an Serienkrimis Marke Tatort erinnern, was bei Klaus-Peter Wolf nicht verwunderlich ist, schreibt er doch auch dafür Drehbücher.

Schreiberisch muss man dem Autor keinerlei Mängel anmerken. Die Dramaturgie ist zielsicher erarbeitet und der Spannungsbogen schwingt sich leicht nach oben bis zum reißerischen Ende. Wer schon beide Bücher gelesen hat, wird auch dieses Buch lesen (wollen) und kann sich an dem stimmigen Landschaftsszenario erfreuen und bekommt einen brauchbaren Durchschnittsschmöker, der leider die hohe Qualität des Vorgängers nicht erreichen kann. Solche starken Schwankungen findet man bei fast allen Autoren, die jährlich mindestens einen Nachfolger auf den Buchmarkt werfen müssen.

Wolfgang Weninger, März 2009

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Lisa Gruenhoff zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesengrab« 21.05.2015
Ich habe mit Ostfriesengrab begonnen. Es war mein erster Wolf und inzwischen habe ich alle verschlungen und fiebere dem naechsten entgegen. Er ist mein Lieblingsautor geworden. In dieser ostfriesische Welt, die er erzaehlt, fuehle ich mich zu hause. Ich kenne die Figuren ... Sie werden zu Freunden. Selbst den Macho Rupert mag ich. Welche Familie hat kein schwarzes Schaf? und er bringt so viel Spass in die Geschichten durch seine unkorrekte Art.
Ann Kathrin ist wie eine Freundin fuer mich. Ich kann ihre Gedanken und Gefuehle nachvollziehen.
Inzwischen habe ich auch eine Lesung von Klaus-Peter Wolf besucht. Ich hatte Glueck im Urlaub an der Kueste konnte ich ihn und seine Frau Bettina Goeschl live erleben.
Es war ein grossartiger Abend.
sprotte zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesengrab« 19.09.2014
Ich habe in den letzten Jahren kein schlechteres Buch gelesen! Völlig abstruse Handlung, Dialoge und Verhaltensweisen der Protagonisten kindisch und flach. Es war mühsam, bis zum Schluss durch zu halten.
Die ersten beiden Bände der Reihe waren durchaus lesenswert, so dass ich hoffe, dass der Autor diesen Tiefpunkt alsbald verlässt.
Volker Grafe zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesengrab« 06.07.2014
Ich liebe Lokal-Krimis. Aber das hier ist eine herbe Enttäuschung. Der Autor hat wohl eine Vorliebe für psychopatische Figuren (Täter wie Kommissarin). Diese Klaasen wäre schon längst entlassen nach ihren eigenmächtigen "Einsätzen".
Auch die Romanze Klaasen/Weller wirkt unrealistisch.
Da sind mir "Große Jäger" aus Husum (Nygaard) und "Angermüller" aus Lübeck (Danz) wesentlich lieber.
Das wirkt hier alles ein bisschen wie ein Serienroman aus der BILD.
Silsmaria2004 zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesengrab« 25.06.2014
Ich habe dieses Buch nicht zu Ende lesen können...es tut mir um die guten Ideen leid, die ich jetzt verpasse. In den ersten beiden Bänden hat es mich noch nicht gestört, dass Weller und Klaasen nicht auf Augenhöhe miteinander sind, da ich das den "zarten Bande", die zwischen den beiden entstehen, zugeschrieben habe und dadurch in allem die Vorgehensweise etwas zurückhaltender ist. Ich mag auch grundsätzlich Krimis, in denen ich etwas über das Innenleben der Ermittler erfahre, wenn es "menschelt" und man das Gefühl hat, es wird nicht nur eiskalt ein Fall gelöst , der keine Spuren hinterlässt.
Es ist hier jedoch für meinen Geschmack zuviel davon vorhanden. Und hier wirkt Weller wie ein treudoofer Dackel neben einer toughen, aber traumatisierten Klaasen, die überall die Mörder ihres Vaters sieht. Vielleicht schaffe ich es eines Tages , diese Stellen zu überblättern, denn die eigentliche Geschichte muss wohl gut sein, wie ich diversen Kommentaren entnehme...
Schnippi zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesengrab« 21.06.2014
Der Fall ist spannend und lässt sich fließen und zügig lesen.Schnell fällt auf, das wieder viele innere Konflikte bei den Hauptpersonen beschrieben werden (weniger wäre wohl mehr gewesen). Es nervt teilweise. Den Mörder hat man relativ schnell im Auge...obwohl immer wieder Zweifel gestreut werden. Die Gedankenwelt des Mörders und sein Motiv sind gut (und nachvollziehbar) beschrieben. Das Ende ist allerdings (wenn man die Ausschweifungen im gesamten Buch betratet) sehr abrupt und plötzlich. Hier hätte ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht.
dorit arning zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesengrab« 12.01.2012
ein wahnsinnsbuch, welches ich erst widerwillig begann und dann nicht mehr weglegen wollte...
ich war auf dr suche nach etwas kurzweil ..gefunden habe ich ein buch.
das mir lust macht auf noch viel mehr von diesem autor.habe eben gesehen, dass es von wolf auch kinderbücher gibt, mein sohn wird sich freuen
Arent Aigopsi zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesengrab« 04.11.2010
es ist ein merkwürdig mystischer Krimi. manchmal sehr düster, dann wieder zum Brüllen komisch. Der Autor hat es geschafft, mich voll mitzunehmen in seine Welt. Die Kommissarin ANN kATHRIN kLAASEN ist eine irre Ermittlerfigur. Sie macht Fehler, blamiert sicvh, hat Abgründe und den Mut Fehler zu machen. Vielleicht mag am sie deshalb so sehr. Ich habe mich dabei erwischt immer auch Angst um sie zu haben. Nie geschieht das Erwartete oder zumindest nicht so wie man dachte. Klaus Peter Wolf schreibt filmisch. Es entstehen Bilder im Kopf des Lesers. Zumindest in mir ist ein Kinofilm vom Feinsten abgelaufen.
Andrea zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesengrab« 15.09.2010
Meiner Meinung nach der schwächste Krimi aus dieser Reihe. Und zwar aus folgendem Grund: Die Morde haben alle was mit "Kunst" im weitesten Sinne zu tun. Und genau zu diesem Zeitpunkt hat Ann Katrin nix anderes vor, als sich nackt portraitieren zu lassen und mit Weller und dessen Töchtern einen Malkurs zu belegen. Von da an war mir klar, wer der Mörder ist. Aber Wolf geht es mal wieder ums "Warum", um das Aufzeigen seelischer Abgründe, um die Logik eines Täters, die nur für diesen selbst nachvollziehbar ist. Wenn es das einzige oder erste Buch dieser Art gewesen wäre, hätte es mir vielleicht besser gefallen, aber nach dem ditten Band drängt sich mir der Gedanke nach "Schema F" auf. Auch die künstlerische Darstellung von Morden in Bezug auf die Elemente ist nichts Neues. Schade. Aber den Rest der Serie werde ich trotzdem noch lesen. Schon alleine deshalb, weil der Ostfrieslandurlaub so schön war...
thomas kurz zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesengrab« 06.01.2010
Eigentlich mag ich keine deutschen krimis: Ich dachte immer deutsche Autoren seien Langweiler. Dann schenkte mir meine Freundin auch noch einen Krimi von einem Autor, der in Ihrer Schgule war. Himmel! Ihr zu liebe habe ich die ersten paar Seiten gelsen, aber dann war ich baff. Das ist bester Lesestoff. Ein astreiner Thriller.
Dieser Wolf sollo ja noch mehr geschrieben haben. Ich werde es mir besorgen. Derr Geheimtipp ùeberhaupt
Maria-Luise zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesengrab« 26.12.2009
Selten habe ich so ein schlechtes Buch gelesen. Ich habe es zu Ende gelesen,weil ich immer noch hoffte, es würde spannend oder einfach nur besser. Schade, bei einer Lesung in unserer Schule (Kinderbuch) habe ich den Autor kennengelernt. Ich fand ihn sehr sympathisch, mir gefiel seine Erzählweise. Und dann so ein Buch. zum Glück habe ich es mir nur ausgeliehen, hätte ich es gekauft, hätte ich mich über das herausgeworfene Geld geärgert. Ich wußte schon sehr früh , wer der Täter ist. So doof wie sich Frau Klaassen benimmt kann sich eigentlich keine Frau und besonders keine Kommissarin aufführen.
Das Buch war eine einzige Enttäuschung

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