Mord am Leuchtturm von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2014 bei Fischer.

  • Frankfuirt am Main: Fischer, 2014. ISBN: 978-3-596-19725-5. 320 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: GoyaLiT, 2014. Gesprochen von Stefan Kaminski u.a. Jacob Weigert, Julia Nachtmann, Dietmar Wunder, Bernd Stephan. ISBN: 3833733616. 3 CDs.

'Mord am Leuchtturm' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Ihnen fehlt noch die richtige Lektüre für die schönsten Tage im Jahr? Dann brauchen Sie die Krimi-Erzählungen von Ostfrieslands-Superstar Klaus-Peter Wolf! Die Geschichten handeln von durchtriebenen Kerlen und zwielichtigen Gestalten, von raffinierten Mordplänen und einem mörderischen Dinner mit ANN KATHRIN KLAASEN. Von einer Internet-Hexe, einem magischen Ort und einem mörderischen Klassentreffen. Aber Sie lesen auch, was es mit dem Nylonstrumpfmörder auf sich hat und wie es um die Seele eines roten Ford Sierra bestellt ist. Außerdem finden Sie im Buch ein Interview, das Holger Bloem, der Herausgeber des Ostfriesland-Magazins, mit dem Autor geführt hat. Die Leser von Klaus-Peter Wolf müssen den Sommer also auf keinen Fall ohne spannende Lektüre im Strandkorb verbringen. 17 Krimi-Erzählungen – von der ostfriesischen Küste und aus dem Ruhrgebiet, die einen echt coolen Sommer versprechen!

Das meint Krimi-Couch.de: »Schatzkästlein voll menschlicher Verirrungen« 75°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Wenn ein Kriminal-Schriftsteller beim »Perfekten Dinner« dabei ist, kann das nur zu mörderischen Verwicklungen führen. Diesen Eindruck gewinnt man bei der Lektüre der mit 70 Seiten ersten und längsten Geschichte in diesem lesenswerten Sammelband. »Das mörderische Krimidinner« hätte es in meinen Augen sogar verdient, als eigenes kleines Büchlein veröffentlich zu werden – das mag ja noch mal so kommen. Klaus-Peter Wolf hat hier jedenfalls völlig unterschiedliche Lesestücke versammelt, die großenteils wohl schon hier und da veröffentlicht wurden. Die über 300 Seiten starke Anthologie ist eine Art Schatzkästlein, gefüllt mit menschlichen Verirrungen der unterschiedlichen Art. Es geht keineswegs nur um Kriminalfälle, sondern auch um Dramen, die zuweilen in kriminelle Handlungen münden. In dem Interview mit Holger Bloem, Chefredakteur des »Ostfriesland-Magazin« – dieses tolle Bonus-Material findet sich am Ende des Buches – sagt Klaus-Peter Wolf:

»Ich wollte von Anfang an ein großes Gesellschaftspanorama schreiben, angelegt auf viele tausend Seiten, in denen unsere Ängste, unsere Sehnsüchte, unsere Sorgen, der ganze Wahnsinn, der uns umgibt, nicht erklärt, wohl aber erzählt werden.«

Mit dieser Aussage hat der Autor das Programm dieses Sammelbandes gewohnt trefflich beschrieben.

Fabulierlust ist deutlich zu spüren

Klaus-Peter Wolf schreibt seine Romane und Geschichten bei jeder Gelegenheit. Im Strandkorb auf der heimischen Terrasse, oder unterwegs auf seinen zahlreichen Lesereisen – stets hat er seine großen Schreibhefte dabei, in die er mit schwarzer Tinte seine Gedanken fließen lässt. Dabei berauscht er sich nach eigenem Eingeständnis durchaus gerne an der schöpferischen Arbeit, und diese Fabulierlust ist in den so unterschiedlichen Geschichten – genau wie in seinen Romanen – auch deutlich zu spüren. Für manchen Leser mag die eine oder andere Erzählung dann doch etwas zu weit vom Kriminalistischen entfernt sein. Aber ich finde, man muss diese vortreffliche Sammlung nicht hintereinander weg lesen, sondern kann darin auch einfach hin und her schmökern. Der Auftakt ist mit der Dinner-Geschichte ohnehin deutlich ausführlicher als der Rest. Vielleicht hätte diese längere Episode besser an das Ende der Anthologie gepasst. Aber vielleicht werden den Lesern so auch die Mäuler wässerig gemacht. Wie auch immer – man kann an jeder Stelle mit der Lektüre beginnen, und sich fesseln lassen von diesen Darstellungen von Menschen mit skurrilen Gedanken, Mordabsichten und teilweise völlig aus der Norm gehenden Sichtweisen.

Mmmm …

Auf jeden Fall sollte sich der Leser von der Erwartung lösen, hier klassische Kriminalgeschichten mit einem Mord und ermittelnden Polizisten zu finden. Und man sollte, so habe ich das jedenfalls gemacht, die kürzeren Stücke nicht an der langen Auftaktgeschichte messen. Denn dann können die kleinen Episoden nur verlieren, und das wäre höchst ungerecht. Kurzgeschichten sind ohnehin nicht nach jedermanns Geschmack, man sollte also wissen, worauf man sich hier einlässt. Wer das dann aber tut, wird köstlich unterhalten. »Das mörderische Krimidinner« wird für viele Leser der Favorit sein, und es ist ja auch eine ebenso spannende wie interessante köstliche Geschichte. Fünf so genannte Promis, alle haben sie irgendwie mit Mord und Totschlag zu tun, treffen sich an fünf Tagen der Woche, um sich gegenseitig zu bekochen. Neben den ohnehin auftretenden Spannungen sorgt das Filmteam gezielt für Unruhe, um seinen Zuschauern etwas zu bieten. Und dann gibt es einen Mord. Der Blick hinter die Kulissen solcher Dreharbeiten hat die Lektüre schon gelohnt, aber der Kriminalfall ist dann noch das Sahnehäubchen obendrauf. Und auch in den weiteren Episoden ist es faszinierend, an den Überlegungen von potenziellen oder tatsächlichen Mördern teilzuhaben. Klaus-Peter Wolf hat hier einige wichtige Bausteine zu seinem gewünschten Gesellschaftspanorama zusammen getragen. Es bleibt zu hoffen, und diese Hoffnung ist nach meiner Auffassung berechtigt, dass der Wahl-Ostfriese weiterhin in seinen geliebten Schreibheften die eine oder andere Seite für solche kurzen Episoden bereithält, und diese in einiger Zeit wieder in Buchform gießt. Denn was einmal gut war, sollte auch ein weiteres Mal vortrefflich gelingen.

Andreas Kurth, Dezember 2014

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Schnippi zu »Klaus-Peter Wolf: Mord am Leuchtturm« 01.05.2017
Unterhaltsame und spannende Geschichten für den kurfristigen Zeitvertreib. Ich hätte nicht gedacht, dass in nur wenigen Seiten so viel Spannung aufgebaut werden kann. Der Ausgang der einzelnen Erzählungen ist nicht unbedingt vorhersehbar und deshalb überraschend.
Wer eine kurze Unterhaltung und Ablenkung braucht liegt bei diesen abgeschlossenen Geschichten richtig.
Es muss nicht immer eine dicker, seitenlanger Roman sein.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Simone Schäfer zu »Klaus-Peter Wolf: Mord am Leuchtturm« 25.07.2014
Der Ruhm von Klaus-Peter Wolf verbreitet sich wie eine Virus Infektion, immer mehr meiner Freundinnen sind angesteckt, nur dass diese Infektion anders als eine Grippe wie ein Geschenk weitergegeben wird. Meine Freundin Petra hat mir gerade stolz erzählt, sie habe ihren Mann „gewolft“ der sei jetzt auch süchtig. Die faszinierende Welt seiner Kriminalromane zieht Leser in Ihren Bann, macht sie süchtig und lässt sie nicht mehr los. Ein Glück, dass der Lesestoff noch legal ist.
Für alle die es bin zum nächsten Roman „Ostfriesenwut“ im Februar nächsten Jahres nicht mehr aushalten, hat er jetzt eine Zwischendurch Mahlzeit veröffentlicht. Endlich gibt es seine verstreut veröffentlichten Erzählungen als Sammlung.
Es beginnt mit der lang erwarteten Verarbeitung seiner Teilnahme am „Perfekten Dinner“. Die Geschichte heißt „Das Krimidinner“ sie ist 60 Seiten lang und bietet tiefen Einblick hinter die Kulissen. Wie bei ihm üblich mehr eine Röntgenaufnahme als ein Landschafts-Foto. Ann Kathrin Klaasen nimmt an der Fernsehsendung teil und auch ein Schriftsteller. Natürlich geschieht ein Mord.
Ganz nebenbei erfährt man viel übers Filmemachen. Ein Muss für alle Ann Kathrin Klaasen Fans.
Bei der Geschichte „Die rote Taste“ habe ich ein paar Tränchen verquetscht. Nicht alles ist nur Krimi, Wolf lotet in diesem Band auch die Grenzen zum Phantastischen aus, als wolle er die Möglichkeiten des Krimis austesten und erweitern.
Hinten Im Buch ist ein ausführliches Interview, das Holger Bloem, der Chef vom Ostfrieslandmagazin mit Klaus-Peter Wolf geführt hat. Es ist das beste Interview mit dem Meister, das ich kenne und ich habe einige im Fernsehen gesehen oder gelesen. Hier erfährt man viel über das Schreiben und Leben und über seine Figuren und die Anfänge in Gelsenkirchen. Ich bin begeistert und werde garantiert noch ein paar andere Leser anstecken.
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