Denn ihrer ist das Himmelreich von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2008
unter dem Titel La de små barn komme til meg,
deutsche Ausgabe erstmals 2009
bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: Norwegen / Oslo, 1990 - 2009.
Folge 1 der Rolf-Gordon-Lykke-Serie.
- Oslo: Gyldendal, 2008 unter dem Titel La de små barn komme til meg. 348 Seiten.
-
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2009.
Übersetzt von Dagmar Lendt.
ISBN:
978-3-499-25231-0. 383 Seiten.
'Denn ihrer ist das Himmelreich' ist erschienen als
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In Kürze:
Oslo im Dezember: Am Abend noch wurde Theaterstar Reidar Dahl als Josef im «Weihnachtsevangelium» gefeiert, am nächsten Morgen ist er spurlos verschwunden. In Dahls Gefriertruhe macht Kommissar Rolf Gordon Lykke einen grausigen Fund: die Eingeweide des Schauspielers nur eine Niere fehlt. Kurz darauf werden die Innereien einer vermissten Ordensschwester entdeckt. Ein Serienmörder? Organhandel? Lykkes Team steht gewaltig unter Druck. Denn sie ahnen, dass es schon bald weitere Opfer geben könnte.
Denn ihrer ist das Himmelreich ist der erste Band in der Reihe um Kommissar Rolf Gordon Lykke.
Das meint Krimi-Couch.de: »Ein wenig Himmel, viel heiße Luft«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
»Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Himmelreich.« (Markus 10,14)
Zumindest haben sich Kjetil Try und der Rowohlt Taschenbuch Verlag des gleichen Zitats aus dem Evangelium des Markus bedient, wenngleich sich der Autor des ersten Teils annahm, in der Übersetzung von Dagmar Lendt glaubten die Marketingstrategen des Verlags aber offensichtlich, dass der Schluss besser beim Käufer ankäme.
Kjetil Try tritt im deutschsprachigen Raum zum ersten Mal mit seinem Kommissar Rolf Gordon Lykke an, die Freunde von skandinavischen Krimis zu überzeugen. Lykke, ein Mitfünfziger, ist verheiratet mit einer beträchtlichen jüngeren Frau und hat ein fünfjähriges Töchterchen, es könnte also alles eitel Wonne und Waschtrog sein, wären da nicht die Zweifel, ob seine Frau nicht doch vielleicht einen Anderen und Jüngeren hätte, aber anstatt sich mit ihr auszusprechen, geht er lieber in den Keller und legt Puzzles …
Dabei wird er allerdings unterbrochen als der Schauspieler Reidar Dahl verschwindet, der bei den Damen nichts anbrennen ließ. Bei der Suche nach dem Frauenschwarm guckt Lykke natürlich in die Tiefkühltruhe, die mit den Innereien des Vermissten gefüllt ist.
Als die nächsten Innereien auftauchen, stellen Lykke und sein Team schnell fest, dass diese zur Ordensschwester Ingrid Kulvik gehörten, die kurz davor stand ihre ewigen Gelübde nach sechs Jahren Novizentum im Kloster Katarinohjemmet abzulegen. Und wie bei Reidar Dahl müssen die Innereien bei lebendigem Leib entfernt worden sein … aber Kommissar Lykke will von einem Serienmörder nichts hören und ermittelt europaweit in Richtung Organhandel.
Schön langsam nerven die Serienkiller mit religiösem Background und auch beim Krimi »Denn ihrer ist das Himmelreich« glaubt man über weite Strecken, dass alles schon mal da gewesen sei, nur Ort und Zeit variieren und Kjetil Try kann es nicht vermeiden, dass das Blut nur so aus den Seiten trieft. Vielleicht möchte er damit überdecken, dass sein Chefermittler eine langweilige und lahme Ente ist, die (typisch skandinavisch) ein ordentlich angeknackstes Seelenkleid trägt.
Abgesehen von einem abgeschnittenen Bein und weidmännisch ausgenommenen Leichen von Tier und Mensch ist die Spannung bis zum Ende der Geschichte eher behäbig und nur die Bedrohung von Frau und Kind kann bis zum erwarteten Ende das Lesevergnügen ein wenig steigern.
Kjetil Try reiht sein mit handwerklich ordentlichem Schreibstil geschriebenen Kriminalroman auf nicht ganz 400 Seiten in die Reihe der Krimis ein, die man lesen kann, aber keineswegs gelesen haben muss. Die Handlung in diesem Buch ist zu wenig originell, die Personen erzeugen keinerlei Sympathiewerte und biblische Wahnvorstellungen hat man schon genügend in besserer Qualität gelesen. Der Kriminalroman ist durchschnittlich schlichte Nordmannskost, die wohl nur dem eingefleischten Skandinavien-Krimifreund als Lektüre empfohlen werden kann.
Wolfgang Weninger, Januar 2010
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| Johanna zu »Kjetil Try: Denn ihrer ist das Himmelreich« | 04.03.2010 |
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| Caruso vom Niederrhein zu »Kjetil Try: Denn ihrer ist das Himmelreich« | 08.01.2010 |
