Die Flut von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2009
unter dem Titel Down in the flood,
deutsche Ausgabe erstmals 2009
bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Louisiana / New Orleans, 1990 - 2009.
Folge 3 der Danny-Chaisson-Serie.
- New York: Minotaur, 2009 unter dem Titel Down in the flood. 346 Seiten.
-
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2009.
Übersetzt von Norbert Stöbe.
ISBN:
978-3-499-24824-5. 474 Seiten.
'Die Flut' ist erschienen als
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In Kürze:
Ein Mann sitzt bei Anwalt Danny Chaisson im Büro: Er will über die Baumafia von New Orleans auspacken. Bevor es zum Prozess kommt, wird er entführt. Danny fühlt sich verantwortlich. Doch dann bricht ein größeres Unheil als die Mafia über die Stadt hinein, ein Hurricane namens Kathrina. Und der schlechte Zement der Deiche sorgt dafür, dass man sich nicht nur um den Entführten Sorgen machen muss. …
Das meint Krimi-Couch.de: »Katastrophen-Thriller als Krimi verkleidet«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel überspringen
Endlich ist es der Polizei gelungen, einen Zeugen zu finden, der gegen die Baumafia in New Orleans aussagen will. Nun, so ganz freiwillig macht Louis Sams das zwar nicht, aber als er für seinen Sohn eine nur geringe Strafe in einem Drogenvergehen aushandeln kann, willigt er ein. Sams arbeitet als Ingenieur und er weiß, wie sein Chef an die großen Aufträge gelangt ist und dass dieser minderwertigen Beton verwendet hat. Nicht nur große Brücken, auch die Dämme, die die Stadt vor einer Überflutung schützen sollen, sind mit diesem Material errichtet worden. Und gerade jetzt rüstet sich New Orleans gegen den heraufziehenden Hurrikan Katrina.
Sams’ Anwalt Danny Chaisson tut alles für die Sicherheit seines Mandanten. Doch Sams will in letzter Minute noch belastendes Beweismaterial sichern, statt sich in sein Versteck zu begeben, wie es vereinbart war. Und das wird ihm zum Verhängnis. Er fliegt auf und wird entführt. Danny, der selber Frau und Kind hat und weiß, dass es höchste Zeit ist, aus der Stadt zu verschwinden, fühlt sich für seinen Mandanten verantwortlich und beschließt, ihn zu suchen. Obwohl er nicht mal weiß, ob Sams noch am Leben ist, will er keine Chance ungenutzt lassen, ihn zu finden. Er weiß nur, dass Sams wohl in eine Zelle eines alten Lagerhauses gebracht wurde, das von korrupte Polizisten für die Verhöre ihrer Gefangenen benutzt wurde. Doch er hat keine Ahnung, wo sich dieses Lagerhaus befindet und ob er nicht lägst zu spät ist.
Eine Anklage an die Verantwortlichen
Am 26. August 2005 wurde New Orleans vom Hurrikan Katrina heimgesucht. Das Versagen der Verantwortlichen bei den Evakuierungsmaßnahmen verschlimmert die Katastrophe ebenso wie das Brechen von Dämmen. Die Stadt versinkt in den Fluten. Kenneth Abel, selber ein Kind dieser Stadt, hat diese Naturkatastrophe als Kulisse für seinen Kriminalroman Die Flut gewählt.
Nein, eigentlich ist dies nicht richtig – vielmehr hat er eine recht dürftige Krimihandlung in einen Katastrophen-Thriller eingebaut. Der Anwalt Danny Chaisson, sein Freund Jabril, der ihm zur Seite steht, Louis Sams – das alles sind recht blasse Figuren in einem Roman, dessen eigentlicher Protagonist ein Hurrikan ist. Die Sturmwarnung, die Reaktionen oder Nicht-Reaktionen der Einwohner, die Evakuierungsmaßnahmen werden von Kenneth Abel emotional beschrieben. Das einbrechende Hochwasser, die Schicksale einzelner Menschen und die bemühten Rettungsmaßnahmen einiger weniger, dies alles wird detailgetreu geschildert. Die Flut ist eine Anklage an die Verantwortlichen, die die Sicherheit der Bewohner nicht ernst genug genommen haben.
Fast vergisst man, dass irgendwo ein einzelner Mensch in einer Zelle gefangen gehalten wird. Verständlich, denn das Schicksal eines Einzelnen steht zurück hinter den Hunderten von Menschen, die in den Fluten umgekommen sind. Die Suche nach dem Entführten schleppt sich mühsam durch die Handlung und gipfelt in einem nicht sehr glaubwürdigen Showdown.
Für Krimifreunde ist Die Flut bestenfalls Durchschnitt, als Thriller mit realem Hintergrund kann der Roman trotz einiger Schwächen überzeugen.
Peter Kümmel, Juni 2009
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